Das Jahr 1923 - Hitlerputsch und Inflation


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
7 Seiten

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1923 - Hitlerputsch und Inflationshöhepunkt

Inflation:

In 1923 erreicht die Inflation ihren Höhepunkt. Um die Währung zu stabilisieren, wird am 15. November die Rentenmark eingeführt. Zuletzt gibt es am 20.November eine Anhebung des Dollars, er entspricht zu dem Zeitpunkt 4,2 Billionen Mark. Die Rentenbankscheine waren im Verhältnis zur 1 Billionen Mark umgetauscht wurden.

Gründe der Inflation:

· Nicht ausgeglichener Staatshaushalt
· Politische Instabilität
· Kredite für die Regierung und die Industrie die von der Reichsbank aufgenommen wurden
· Sehr hohe Reparationszahlung in und außerhalb Deutschlands, da Deutschland ja aufgrund des Versailler Vertrags am 1.Weltkrieg allein schuldig ist
· Warenknappheit

Vorgeschichte:

In ganz Europa stieg die Inflation seit der Mitte des 1.Weltkrieges immer mehr an. Deutschland war davon am meisten betroffen. Zwischen 1920 und 1923 änderte sich der Wert der Mark so, dass man in 1920 für 1$ noch 50 Mark bezahlte, während man schon in 1923 4,2 Billionen Mark für einen Dollar ausgeben musste. Die Mark war also nichts mehr wert. Die Zahlen auf den Geldscheinen wurden länger, das heißt es gab damals sehr viele Milliardäre und Billionäre und trotzdem nagten die Menschen am Hungertuch. Bald wurde Warentausch betrieben, weil es ja mit Geld nicht ging.
Hier eine Tabelle der Berliner Markthalle am 09.06.1923


Einheit

Ware

Preis in Mark
     

1 Pfund

Rindfleisch

8 500- 12 000

1 Pfund

Kalbfleisch

6 800- 10 000

1 Pfund

Hammelfleisch

7 000- 9 000

1 Pfund

Schweinefleisch

9 000- 10 500

1 Pfund

Molkereibutter

13 000- 15 000

1 Pfund

Margarine

7 600- 9 600

1 Pfund

Schmalz

12 000- 12 400

1 Pfund

Rindertalg

9 2000- 10 000

1 Pfund

Pflanzenfett

9 000- 9 500

1 Pfund

Speisekartoffeln

112- 130

1 Pfund

Kaffee, geröstet

26 000- 36 000

1 Pfund

Tee

30 000- 48 000

1

Ei

800- 810

1 Pfund

Zucker

1 400- 1 550

Einen Vorteil brachte die Inflation, der Staat konnte sich auf einmal von seinen Schulden entledigen. Auch Schuldner und Realvermögenseigentümer (Mietshäuser und Fabriken) hatten gute Einnahmechancen.
Verhungern taten aber wortwörtlich solche, die Lebensversicherungen, Sparguthaben oder andere Geldvermögen besaßen. Ebenfalls die, die von Staatsrente abhängig waren.

Reparationen waren der größte Schaden für die deutsche Wirtschaft. Zu dem kamen noch Schutzzölle für den Export hinzu, die das einnehmen von Geldern verringerten. Die fehlenden einnahmen hatten viele Entlassungen zur Folge und dadurch wieder Steuereinnahmen verloren gehen ließen.

Schließlich wurde am 15. November 1924 wird die Rentenmark eingeführt. Die Stabilität der Währung hing von den politischen Verhältnissen ab. Weil die Rentenmark nicht auf Gold gedeckt war wurden Hypotheken auf Grundbesitz, Industrie, Handel und Banken an das Reich in Höhe von 32 Milliarden Goldmark zur Sicherung herangezogen. Die Rentenbank durfte nur 24 Milliarden Rentenmark herausgeben. Trotz allem bleibt die Papiermark ein weiteres Zahlungsmittel.
Etwas später wurde dann der Dawesplan [Reparationsplan] aufgestellt. Er erlaubte der Wirtschaft sich zu erholen. Leider stieg zu der Zeit ebenfalls die Arbeitslosigkeit noch mehr an, und zwar einzig allein durch die Stabilisierung.
Aber erst 1926 waren die Wechselkurse in fast ganz Europa wieder stabil. Und erst zwei Jahre darauf hatte sich die Weltwirtschaft weitgehend erholt.


Dollarnotierungen zwischen 1914 und 1923


Juli 1914

4,2 Mark

Januar 1919

8,9 Mark

Juli 1919

14,0 Mark

Januar 1920

64,8 Mark

Juli 1920

39,5 Mark

Januar 1921

64,9 Mark

Juli 1921

76,7 Mark

Januar 1922

191,8 Mark

Juli 1922

493,2 Mark

Januar 1923

17 972,0 Mark

Juli 1923

353 412,0 Mark

August 1923

4 620 455,0 Mark

September 1923

98 860 000,0 Mark

Oktober 1923

25 260 208 000,0 Mark

15. November 1923

4 200 000 000 000,0 Mark

9. November - Hitlerputsch in Bayern

Schon nach dem Parteitag der NSDAP diskutiert die ,,Vossische Zeitung" am 27.Januar ob, Hitler einen Putsch plane, da er auf dem Parteitag forderte den Friedensvertrag für ungültig zu erklären und der Schlagzeile :"Nieder mit den Novemberverbrechern".
April 1923, Hitler stattet dem Reichswehrgeneral Otto von Lossow in München fast täglich Besuche ab. Er versucht erfolglos ihn für Bürgerkrieg und einen Marsch auf Berlin zu gewinnen. Selbst in öffentlichen Reden läßt er seinem Haß auf die Regierung Luft. Am 10. April sagt er in einer Rede: ,,Zur Befreiung gehört mehr als Wirtschaftspolitik, gehört mehr als Fleiß, zum frei werden gehört Stolz, Wille, Trotz, Haß und wieder Haß!"
1.Mai. In München starten die Nationalsozialisten einen Putschversuch. Die ,,Arbeitergemeinschaft der vaterländischen Kampfverbände" war mit 20 000 Mann auf dem Oberwiesenfeld aufmarschiert. Sogar aus den weiter entfernteren Städten waren bewaffnete SA- Trupps eingetroffen. Adolf Hitler und Ernst Röhm hatten mit der Unterstützung der Reichswehr gerechnet, doch General Otto von Lossow macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Er ist dagegen den Nationalsozialisten Waffen der Reichswehr zum Losschlagen zur Verfügung zu stellen. So muss Hitler den Angriff auf Berlin vor Tausenden Anhängern abblasen.
Hitler zieht sich für einige Wochen aus der Öffentlichkeit zurück.
5.November. Die von Generalstaatskommissar Gustav Ritter von Kahr und General Otto von Lossow in Bayern geplanten Putschpläne, geraten ins stocken.
Am 6.November beschließt Adolf Hitler, mit der SA, jede günstige Putschgelegenheit zu nutzen auch ohne Beihilfe von Kahr und von Lossow.
Als zwei Tage darauf Kahr im Bürgerbräuhaus eine Versammlung mit seinen Parteigänger (darunter auch der Chef der Landespolizei, Seisser) abhält, dringt Hitler mit seinen Anhängern in den Saal ein. Mit einer Pistole feuert er einen Schuß mitten in die Saaldecke ab, um sich Ruhe zu verschaffen und erklärt die bayrische und die Reichsregierung für abgesetzt. Kahr und Lossow versucht er dann im Nebenzimmer zum Putsch gegen Berlin zu überreden. Der von Hitler geholte General Erich von Ludendorff stellt sich ,,Kraft eigenen Rechts zur Verfügung". Auch Kahr, Lossow und Seisser sagen zu.
Allerdings ergreifen sie nach Verlassen des Bürgerbräukellers Gegenmaßnahmen. Am darauffolgenden Morgen erscheint nicht nur Hitlers Proklamation ein Appell Kahrs mit dem Widerruf der ,,abgepreßten Erklärung" von der Nacht zuvor. Die Polizei ist in Alarmbereitschaft. Dadurch ist der Putsch gescheitert.
Um doch noch die Situation zu ihren Gunsten zu ändern, rufen Hitler und Ludendorff am 9.November zu einem Demonstrationszug zur Innenstadt auf. Die Demonstranten werden auf der Höhe der Feldherrnhalle von der Polizei auseinander getrieben. Ludendorff wird festgenommen aber Hitler flieht. Nach zwei Tagen wird aber auch er verhaftet. Die ,,Nationale Revolution" endet mit Verwundeten und 16 Toten.
In der Nacht vom 8. Zum 9. November überträgt Friedrich Ebert die vollziehende Gewalt im Reich an den Chef der Heeresleitung, von Seeckt.

Konsequenzen des Putsches

Hitler gelang es nachher aus dem gescheiterten Putsch Kapital zu schlagen. Das war der Verdienst der deutschen Justiz, die bot ihm nämlich die Möglichkeit mit dem Ereignisberichten zu werben, andererseits ließen sie seine Strafe gering ausfallen, da er ein ,,Rechter" war. Unter Vermerk des ,,rein vaterländischen und des edelsten selbstlosen Willens des Angeklagten" wurde am 1.April 1924 nur die Mindeststrafe für Hitlers Vergehen ausgesprochen. Hitler und drei weitere Angeklagte, erhielten fünf Jahre Festungshaft in Landsberg. Hitler wurde allerdings schon am 20.Dezember 1924 vorzeitig entlassen. General Ludendorff wurde frei gesprochen.

Beteiligte des Putsches und ihre ,,Rollen":
1. Adolf Hitler, er war der Anführer des Putsches
2. Gustav von Kahr, er war Generalstaatskommissar
3. General Hans von Seeckt, war Oberbefehlshaber der Reichswehr
4. Hans von Seisser, war der Leiter der bayrischen Landespolizei

· Bertelsmann Volkslexikon (Herausgegeben vom Bertelsmann Lexikon Verlag)

· Chronik des 20. Jahrhunderts (,,die Goldenen Zwanziger" von Dr. Irmtraut Rippel - Manß)

· Internet: www.hausarbeiten.de/archiv/geschichte/geschichte-text19.shtml

· Internet: www.hausarbeiten.de/archiv/geschichte/geschichte-text27/geschichte-text27.shtml

Annika Maronde Seite 09.09.01

->

www.hausarbeiten.de/archiv/geschichte/geschichte-text27/geschichte-text27.shtml

Annika Maronde Seite 09.09.01

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Details

Titel
Das Jahr 1923 - Hitlerputsch und Inflation
Autor
Jahr
2001
Seiten
7
Katalognummer
V104485
Dateigröße
353 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Inflation 1923, Hitlerputsch
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Annika Maronde (Autor), 2001, Das Jahr 1923 - Hitlerputsch und Inflation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104485

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