1. Ortsbeschreibung:
- Aralsee ➔ nördliche Halbkugel ➔ Zentralasien, nördlicher Teil des Sees gehört zu Kasachstan, südlicher Teil gehört zu Usbekistan, See befindet sich östlich des kaspischen Meers
2. Fakten:
- Aralsee gilt als eines der schlimmsten ökologischen Krisengebiete der Erde:
- spektakulärstes man-made disaster (vom Menschen selbst erzeugt)
- 36000 km² sind zu reinen Salz- und Säurewüste geworden
- Hatte vor wenigen Jahren noch die Größe der Schweiz
- Vor 40 Jahren: Fläche ca. 66900 km2 (4grösste Binnensee der Erde), Volumen: 1056 km³
Heute: Fläche geschrumpft auf 30900 km2 (etwas mehr als die Hälfte geschrumpft), Volumen auf 255 km3
- Wasserspiegel: sank von 1960 - 1990 um 13 m
- See teilte sich in einen kleineren südlichen und einen größeren nördlichen Teil/ See
- Seeufer verschoben sich mancherorts um 120 km, Aralsk befindet sich heute sogar 200 km vom Seeufer entfernt
- Salzkonzentration im Wasser: von 10 g/l auf 36 g/l (See ist Abflusslos) ➔ an diesen Zahlen wird gewaltiges Ausmaß der ökologischen Krise rund um den Aralsee deutlich
3. Die Naturkatastrophe:
- See droht in den nächsten Jahrzehnten völlig auszutrocknen
- Entlang der Zuflüsse Amu-Darja (mündet südlich in den See) und Syrdarja (mündet nördlich in den See ein): Böden vergiftet - dadurch sind die dort lebenden Menschen zum Teil schwer erkrankt
- Grund: In den 50er Jahre begann die zentralistische Sowjetregierung in Moskau mit der Erschließung von Neuland in Mittelasien und Kasachstan, dabei sollten die Anbauflächen für Weizen, Reis, Obst und Gemüse und vor allem Baumwolle ausgedehnt werden
- dies wollte man dadurch erreichen, indem man dieses Gebiet, ( Gebiet besteht hauptsächlich aus Steppen, Halbwüsten und Sandwüsten) bewässert
- dieses Wasser, welches zur Bewässerung notwendig war, kam vom Fluss Amudarja (Fluss ist Zufluss des Aralsees) und Syrdarja, welche angezapft wurden
- außerdem wurde vom Amudarja der Karakumkanal abgeleitet ➔ Wasserzufluss des Aralsee wurde drastisch verringert, See begann auszutrocknen
- weitere Gründe für die Katastrophe/ Austrocknung waren:
- Keine Achtung auf wassersparende Bewässerungstechniken, da man dachte, es stehen unerschöpfliche Wassermengen zur Verfügung
- Rund 2/3 des Wassers verdunsten in den Sommermonaten im Karakumkanal
- Die meisten Felder erhielten mehr Wasser, als sie benötigten ➔ da benötigte Entwässerungsgräben fehlten (sog. Drainagen), stieg der Grundwasserspiegel
- ➔ im Sommer verdunstete das Wasser während den heißen Sommermonaten und hinterließ eine Salzschicht
- ➔ versalzte Böden sind wiederum weitestgehend unfruchtbar ➔ um dies zu ändern, wollte man die Böden spülen, jedoch wurde dadurch neben dem Salz auch Düngemittel und Spritzmittelrückstände zurück in die Flüsse geleitet ➔ Vergiftung der Flüsse
- ➔ man leitete das Wasser, um es zu entgiften (oder es nicht in den Aralsee zurückleiten zu müssen), in natürlich entstandene Senken ➔ somit entstanden riesige Seen, der größte ist sogar 6mal so groß wie der Bodensee (Sarakymyschsee)
- die dort lebenden Menschen (Karakulpaken) hatten sehr darunter zu leiden:
- Böden laugten aus und waren vergiftet ➔ viele Flächen war für den Anbau unbrauchbar geworden
- Erträge des Baumwollanbaus wurden immer geringer, weil durch die schlechteren Böden die Produktionskosten stiegen
- Fischereiwirtschaft brach völlig zusammen, da es kaum mehr Fische gab, bzw. diese ungenießbar waren
- Erkrankungen der Menschen (Krebs, Lungenerkrankungen) durch Pflanzenschutzmittel (jedes 10. Kind stirbt bereits im 1. Lebensjahr)
- Arbeitslosigkeit durch die zerstörten Fischereibetriebe, beträgt 90% (in Aralsk)
- Ein von zwei Kindern ist krank und keines weiß, das es da draußen eine andere Welt gibt
- Aralsee = Beispiel für ein Denken und Handeln, das auf gigantische Fehlplanungen nur mit ebenso gigantischen neuerlichen Fehlplanungen antworten kann, wie die Vorstellungen des "Komitees zur Rettung des Aralsees" aus den GUS-Staaten belegen
- Bevölkerung versteht nicht, warum sie mit Wasser sparsamer umgehen soll, warum alle immer kranker werden und warum überhaupt alles immer schlechter wird
- Man hat sich dort an die Situation „gewöhnt“, 1/5 der Mädchen im Alter von 13-19 leiden an Schilddrüsen- und Nierenkrankheit
5. Maßnahmen:
- Internationale Hilfe ist erwünscht
- Aralkrise = globale Krise ➔ die gesamte Menschheit, die gesamte Welt müsse mithelfen, erklärte der Präsident, erklärte auch, das der See im Jahr 2010 ausgetrocknet ist, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden
- Viele Pläne entstanden:
- z.B. Kanal zwischen dem kaspischen Meer und dem Aralsee, zum Ausgleich
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Aralsee und wo liegt er?
Der Aralsee liegt auf der nördlichen Halbkugel in Zentralasien. Der nördliche Teil des Sees gehört zu Kasachstan, der südliche Teil zu Usbekistan. Er befindet sich östlich des kaspischen Meeres.
Warum gilt der Aralsee als ökologisches Krisengebiet?
Der Aralsee gilt als eines der schlimmsten ökologischen Krisengebiete der Erde, ein spektakuläres "man-made disaster". Rund 36000 km² sind zu reiner Salz- und Säurewüste geworden. Die Fläche des Sees hat sich stark verkleinert.
Wie stark ist der Aralsee geschrumpft?
Vor 40 Jahren hatte der Aralsee eine Fläche von ca. 66900 km2 und ein Volumen von 1056 km³. Heute ist die Fläche auf 30900 km2 und das Volumen auf 255 km3 geschrumpft. Der Wasserspiegel sank von 1960 bis 1990 um 13 Meter. Die Ufer haben sich um bis zu 120 km verschoben, Aralsk liegt heute sogar 200 km vom Ufer entfernt.
Was ist die Ursache für die Austrocknung des Aralsees?
In den 50er Jahren begann die Sowjetregierung mit der Erschließung von Neuland in Mittelasien und Kasachstan für den Anbau von Weizen, Reis, Obst, Gemüse und Baumwolle. Dazu wurden die Flüsse Amu-Darja und Syrdarja, die Zuflüsse des Aralsees, zur Bewässerung angezapft. Außerdem wurde vom Amudarja der Karakumkanal abgeleitet, was den Wasserzufluss des Aralsees drastisch verringerte.
Welche weiteren Faktoren trugen zur Katastrophe bei?
Es wurde wenig auf wassersparende Bewässerungstechniken geachtet, da man von unerschöpflichen Wassermengen ausging. Rund 2/3 des Wassers verdunsteten im Sommer im Karakumkanal. Viele Felder erhielten mehr Wasser als nötig, und fehlende Drainagen führten zu einem steigenden Grundwasserspiegel und Versalzung der Böden. Zur Spülung der Böden wurden Düngemittel und Spritzmittelrückstände in die Flüsse geleitet.
Welche Folgen hat die Austrocknung für die Menschen in der Region?
Die Böden sind ausgelaugt und vergiftet, viele Flächen sind für den Anbau unbrauchbar geworden. Die Erträge des Baumwollanbaus sind gesunken. Die Fischereiwirtschaft ist zusammengebrochen. Es gibt vermehrt Erkrankungen wie Krebs und Lungenerkrankungen durch Pflanzenschutzmittel. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, besonders in Aralsk (90%).
Welche Maßnahmen wurden zur Rettung des Aralsees vorgeschlagen?
Es gab viele Pläne, darunter der Bau eines Kanals zwischen dem kaspischen Meer und dem Aralsee sowie die Ableitung sibirischer Flüsse (Ob, Jenissei) über einen Kanal zur Bewässerung und zur Füllung des Aralsees.
Wie ist die aktuelle Situation und welche Perspektiven gibt es?
Der Aralsee droht in den nächsten Jahrzehnten völlig auszutrocknen. Die Aralkrise wird als globale Krise betrachtet, die internationale Hilfe erfordert. Die Bevölkerung versteht oft nicht die Notwendigkeit von Wassersparmaßnahmen oder die Ursachen der zunehmenden Erkrankungen.
- Arbeit zitieren
- Philipp Müller (Autor:in), 2001, Raumbeispiel Aralsee - ökologische Verwüstung der SU, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/104509