Die vorliegende Arbeit geht folgender Frage nach: Welche Maßnahmen können Unternehmen und Berufstätige ergreifen, um gegen das Eintreten und die Zunahme von Burnout vorzugehen?
Zunächst werden Anforderungen und Belastungen, mit welchen Beschäftigte in der modernen Arbeitswelt konfrontiert sind, beschrieben. Daraufhin werden die daraus resultierenden Folgen für die psychische Gesundheit dargestellt und die Bedeutung des Burnout Syndroms erläutert. Der folgende Teil der Arbeit zeigt sowohl Ansätze im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) auf, als auch Maßnahmen, die Beschäftigte in Eigenverantwortung ergreifen können, um gegen das Gesundheitsproblem Burnout anzugehen. Abschließend wird ein Resümee über die Bedeutung der vorgestellten Maßnahmen gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Arbeitsbelastungen und Gesundheitszustand
2.1 Belastungen in der digitalisierten Arbeitswelt
2.2 Folgen für die psychische Gesundheit und Burnout
3 Staatliche Verantwortung und Eigenverantwortung
3.1 Maßnahmen des Unternehmens
3.2 Persönliche Maßnahmen
4 Diskussion und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zunehmende Belastungssituation durch psychische Erkrankungen in der modernen Arbeitswelt und analysiert, welche Strategien Unternehmen sowie Beschäftigte anwenden können, um dem Burnout-Syndrom präventiv entgegenzuwirken.
- Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf Arbeitsformen und Belastungen
- Zusammenhang zwischen arbeitsplatzbedingtem Stress und Burnout
- Rolle des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM)
- Bedeutung der gesundheitlichen Eigenverantwortung von Beschäftigten
- Zusammenspiel von betrieblichen Strukturen und individuellen Präventionsmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
2.1 Belastungen in der digitalisierten Arbeitswelt
Die heutige moderne Arbeitswelt ist u.a. aufgrund der Digitalisierung und neuer Technologien von Veränderungen der Arbeitsformen gekennzeichnet (Ahlers, 2018, S. 2).
Im Laufe der letzten Jahre hat sich die Anzahl der Informations- und Kommunikationstechnologien rasant verändert. Dies ermöglicht es in der heutigen Arbeitswelt, zeit- und ortsabhängig zu arbeiten (ebd.). In Deutschland nutzen drei Viertel der Befragten des Fehlzeitenreports-2019 den Computer bzw. Laptop oder das Tablet bei der Arbeit (Waltersbacher, Maisuradze und Schröder, 2019, S. 87). So sind Menschen ständig erreichbar, hochflexibel und mobil (Waltersbacher et al., 2019, S. 78). Einerseits eröffnet dies eine selbstständige Gestaltung des Arbeits und Alltags, andererseits kann das tägliche Leben soweit beeinflusst werden, dass die Arbeitswelt und das Privatleben von Berufstätigen ineinander verschwimmen. Es droht eine Arbeitsintensivierung, wenn in Folge bspw. Termine und Verpflichtungen zunehmend in der Freizeit Platz finden (Ahlers, 2018, S. 2-4).
Die Entwicklung von Information- und Kommunikationstechnologien bringt eine Beschleunigung der Arbeitswelt mit sich (Rosa, 2005, S. 246). Arbeits- und Geschäftsprozess werden in Unternehmen digitalisiert (Ducki, 2019, S. 3) und Servicedienstleistungen aufgrund der globalen Vernetzung ausgebaut. Außerdem können große Informationsmengen in Echtzeit schneller übermittelt und aufgerufen werden (Rosa, 2005, S. 336), was bedeutet, dass Arbeitstätigkeiten insgesamt komplexer werden (Gerdenitsch & Korunka, 2019, S. 16). Somit entsteht die Anforderung an Beschäftigte, sich an die Beschleunigung von diversen Prozessen im Arbeitsalltag anzupassen (Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, 2017, S. 35). Es steigt der Druck ein größer werdendes Arbeitspensum, welches in Verbindung mit hohen Informationsmengen steht, in kürzerer Zeit schaffen zu müssen. Etwa zwei Drittel der Befragten einer Studie, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Dienstleistungsunternehmens in Deutschland umfasst, geben an, diese Arbeitsintensität und Arbeitsverdichtung „oft [oder] fast oft“ (Baeriswyl, Dorsemagen, Krause und Mustafić, 2018, S.162) zu erfahren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Relevanz psychischer Erkrankungen und Burnout im Kontext der modernen Arbeitswelt und formuliert die Forschungsfrage nach effektiven Gegenmaßnahmen.
2 Arbeitsbelastungen und Gesundheitszustand: Dieses Kapitel analysiert die durch Digitalisierung veränderten Anforderungen am Arbeitsplatz und deren direkte Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und die Entstehung von Burnout.
3 Staatliche Verantwortung und Eigenverantwortung: Hier werden präventive Lösungsansätze diskutiert, unterteilt in betriebliche Strategien (BGM) und individuelle Verhaltensweisen zur Förderung der eigenen Gesundheit.
4 Diskussion und Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Zusammenspiels von betrieblicher Gesundheitsförderung und persönlicher Eigenverantwortung, um Burnout wirksam zu verhindern.
Schlüsselwörter
Burnout, Psychische Gesundheit, Betriebliches Gesundheitsmanagement, BGM, Digitalisierung, Arbeitsintensivierung, Prävention, Eigenverantwortung, Stressbewältigung, Arbeitsbelastung, Arbeitsschutzgesetz, Gesundheitsförderung, Psychische Erkrankungen, Stressfaktoren
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Zunahme von arbeitsplatzbedingten psychischen Belastungen und dem daraus resultierenden Burnout-Syndrom in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Digitalisierung der Arbeitswelt, die Folgen für die psychische Gesundheit sowie die Möglichkeiten der Prävention durch Unternehmen und den Einzelnen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche Maßnahmen Unternehmen und Berufstätige ergreifen können, um dem Eintreten und der Zunahme von Burnout vorzubeugen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Erstellung gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken, wie PubMed und dem Onlineserver der Universitätsbibliothek Bielefeld, unter Verwendung gezielter Schlagwörter.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Stressfaktoren in der digitalen Arbeitswelt sowie konkrete Ansätze wie das Betriebliche Gesundheitsmanagement und die gesundheitliche Eigenverantwortung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Burnout, Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), Stress, psychische Gesundheit, Digitalisierung und Eigenverantwortung.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen betrieblicher Verantwortung und Eigenverantwortung?
Betriebliche Verantwortung bezieht sich auf die Gestaltung gesundheitsförderlicher Strukturen durch das Unternehmen, während Eigenverantwortung die individuelle gesundheitsbewusste Lebensführung des Beschäftigten umfasst.
Warum ist das Thema Burnout heute relevanter als früher?
Durch die Digitalisierung und damit einhergehende Beschleunigung, ständige Erreichbarkeit und Arbeitsverdichtung sind Beschäftigte neuen psychischen Belastungen ausgesetzt, die das Burnout-Risiko erhöhen.
Welche Rolle spielt die WHO bei der Definition von Burnout in diesem Kontext?
Die WHO hat Burnout im Jahr 2019 als eigenständiges Syndrom, resultierend aus chronischem Stress am Arbeitsplatz, konkretisiert, was die wissenschaftliche Relevanz der Thematik unterstreicht.
Warum ist die Beteiligung der Beschäftigten laut Fazit so essenziell?
Ein erfolgreiches BGM kann nur funktionieren, wenn die Maßnahmen auf die Bedürfnisse der Beschäftigten abgestimmt sind und diese sich aktiv an den Prozessen beteiligen.
- Quote paper
- Enie Schwenke (Author), 2020, Staatliche Verantwortung vs. Eigenverantwortung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1045163