Die Arbeit beginnt mit einer begrifflichen Grundlage von Racial Profiling, auf der im späteren Verlauf die Beurteilung, in welchen Fällen es sich um Racial Profiling handelt, basieren soll. Anschließend wird ein beispielhaftes Gerichtsurteil zu einem Racial Profiling-Fall des Oberlandesgerichts Koblenz angeführt, um die rechtliche Situation beispielhaft darzustellen.
Auf diesen Ausführungen baut schließlich die konkrete Fallanalyse der Polizeikontrollen in der Silvesternacht 2016/2017 auf, die zum Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit erklärt werden. Es handelt sich bei diesen um eine Folgereaktion auf die Geschehnisse des Vorjahres, die dadurch begründet ebenfalls einer kurzen Darstellung bedürfen. Es gilt zu überprüfen, ob die von Amnesty International geäußerte Kritik, es habe sich 2016/2017 um Racial Profiling gehandelt, zu unterstützen ist.
Des Weiteren werden etwaige Handlungsalternativen der Polizei aufgezeigt, die die Berechtigung der Aktionen entweder unterstützen oder zurückweisen. Um ein differenziertes Meinungsbild zu schaffen, wird auch die Legitimation der Handlungen durch die Polizei angeführt.
Abschließend wird, ausgehend von der vorherigen Auseinandersetzung, ein Fazit gezogen, in dem beurteilt wird, ob es sich bei den Polizeikontrollen in der Silvesternacht 2016/2017 um Racial Profiling handelte
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffliche Grundlage: Racial Profiling
2.1 Definition
2.2 Urteil
3. Silvesternacht 2016/2017
3.1 Einordnung der Geschehnisse
3.2 Überprüfung der Kritik
3.3 Alternative Handlungsmöglichkeiten
3.4 Legitimation seitens der Polizei
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, ob die Polizeikontrollen in der Silvesternacht 2016/2017 als Racial Profiling einzustufen sind. Dabei wird analysiert, inwieweit das polizeiliche Handeln vor dem Hintergrund des Grundrechts auf Gleichheit sowie bestehender Ermessensspielräume rechtlich und moralisch zu bewerten ist und welche alternativen Methoden der Gefahrenabwehr existiert hätten.
- Definition und theoretische Einordnung von Racial Profiling.
- Analyse der polizeilichen Maßnahmen während der Kölner Silvesternacht 2016/2017.
- Rechtliche Bewertung anhand von Grundgesetz und Gerichtsurteilen.
- Untersuchung alternativer Strategien wie Social und Criminal Profiling.
- Kritische Reflexion der Legitimation polizeilichen Handelns.
Auszug aus dem Buch
3.1 Einordnung der Geschehnisse
In der Silvesternacht 2015/2016 wurden in Köln zahlreiche Straftaten, darunter vor allem Sexual- und Eigentumsdelikte, verübt. Die Täter wurden von den meisten Opfern als „nordafrikanisch-arabisch oder südländisch“ aussehend beschrieben. Trotz oder gerade wegen ihrer Anzahl wurden jedoch kaum Straftaten aufgeklärt. Auf diese Übergriffe folgten umfangreiche gesellschaftliche und politische Diskussionen. Besonders in der Kritik stand das Verhalten der Polizei in dieser Nacht. Nach Meinung der Bürger gab es viel zu wenig Polizeipräsenz und die Opfer sexueller Übergriffe fühlten sich hilflos und von der Polizei allein gelassen. Ein Opfer berichtet beispielsweise: „Ich habe einem Polizisten geschildert, was mir passiert ist und habe ihm auch die Männer gezeigt, die dies waren. Ich habe ihn aufgefordert, hier einzugreifen, was er allerdings nicht getan hat. Er sagte zu mir persönlich: Da kann ich nichts machen“. Dies ist nur eine von vielen Anzeigen, die explizit das Verhalten, bzw. Das Nicht-Eingreifen der Polizei kritisierten.
Wahrscheinlich maßgeblich begründet durch diese Vorwürfe, setzte die Polizei im Folgejahr auf eine deutlich erhöhte Präsenz und den vermehrten Einsatz von Polizeikontrollen. Diese führten jedoch erneut zu hoher Aufruhe in der Bevölkerung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Spannungsfeld zwischen polizeilicher Gefahrenabwehr und dem Vorwurf des Racial Profiling ein und benennt die zentrale Fragestellung der Arbeit anhand eines Fallbeispiels.
2. Begriffliche Grundlage: Racial Profiling: Dieses Kapitel definiert Racial Profiling theoretisch und verdeutlicht die Problematik anhand eines relevanten Gerichtsurteils des Oberlandesgerichts Koblenz.
3. Silvesternacht 2016/2017: Der Hauptteil analysiert die Polizeikontrollen nach der Silvesternacht 2015/2016, prüft die Kritik von Amnesty International und diskutiert alternative polizeiliche Handlungsmöglichkeiten.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beurteilt, inwieweit die Kontrollen in der Silvesternacht 2016/2017 als Racial Profiling einzustufen sind.
Schlüsselwörter
Racial Profiling, Polizei, Silvesternacht, Diskriminierung, Gefahrenabwehr, Grundgesetz, Gleichheit, Polizeikontrollen, Köln, Nafris, Social Profiling, Criminal Profiling, Vorurteil, Migrationshintergrund, Menschenwürde
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik des Racial Profilings durch die Polizei am Beispiel der Kölner Silvesternacht 2016/2017.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die polizeiliche Praxis der Selektion von Personen, die rechtliche Einordnung durch das Grundgesetz sowie die Abgrenzung zu anderen Profiling-Methoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Berechtigung des Vorwurfs von Racial Profiling bei den Polizeikontrollen in der Silvesternacht 2016/2017 zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie die Untersuchung eines konkreten Fallbeispiels und dessen rechtliche Würdigung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil behandelt die historische Einordnung der Silvesternacht, die rechtliche Prüfung der Polizeimaßnahmen und stellt Handlungsalternativen vor.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Racial Profiling, Diskriminierung, Gefahrenabwehr, institutionelles Verhalten und der rechtliche Ermessensspielraum der Polizei.
Inwieweit spielt der Begriff "Nafri" eine Rolle in der Argumentation?
Der Begriff wird als Indiz für eine polizeiliche Zuschreibung von Eigenschaften basierend auf phänotypischen Merkmalen gewertet, was die Definition von Racial Profiling stützt.
Welche Rolle spielt das Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz für die Arbeit?
Es dient als rechtliche Referenz, um zu verdeutlichen, dass selektive Polizeikontrollen, die allein auf äußerlichen Merkmalen basieren, gegen das Grundgesetz verstoßen.
Zu welchem Ergebnis kommt die Autorin im Fazit?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass es sich in der Silvesternacht 2016/2017 teilweise um Racial Profiling handelte, da die Unterscheidung zwischen dem Bekannten und dem Fremden auf Kosten der Minderheiten ging.
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- Anonym (Author), 2021, Racial Profiling der Polizei in der Silvesternacht 2016/2017, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1045217