Um im internationalen Geschäft erfolgreich zu sein, müssen die Interessen des Anbieters mit denen der Nachfrager und der Nachfragerländer koordiniert und geplant werden. Da sich ausländische Märkte häufig in wirtschaftlichen, politischen, rechtlichen und geographischen aber auch kulturellen und sozialen Bereichen stark unterscheiden, wird zur Erkundung der unterschiedlichen Marktgegebenheiten die internationale Marketingforschung erforderlich.1 Der internationale Marketingforschungsprozess unterscheidet sich formal nicht von dem des nationalen Prozesses. In beiden Fällen werden die gleichen Phasen durchlaufen, um dem Marketing-Management Informationsgrundlagen bereitzustellen, die zur Lösung bestimmter nationaler oder internationaler Marketingprobleme nötig sind.2 In der internationalen Marketingforschung ergeben sich im Vergleich zur nationalen Marketingforschung umfangreichere und komplexere Unterschiede, die aus den speziellen Anforderungen, Besonderheiten, Problemen und Äquivalenzbedingungen bzgl. der internationalen Marketingforschung entstehen. In der internationalen Marketingforschung ergeben sich u.a. Übersetzungsprobleme, die teilweise sogar in Ländern des gleichen Sprachraumes auftauchen. Andere Probleme für die internationale Marketingforschung entstehen durch fremde und teilweise völlig unterschiedlichen Umweltstrukturen, Kulturen oder Verhaltensmuster anderer Nationen, die von der internationalen Marketingforschung erkannt und beachtet werden müssen, damit es dann überhaupt möglich ist, verschiedene Nationen miteinander vergleichen zu können.3 Die Ausweitung des Marketing auf die internationale Dimension erfordert einen erweiterten Informationsbedarf, dessen Deckung die Aufgabe der internationalen Marketingforschung ist.4 Auf die o.g. Probleme und Besonderheiten wird in den folgenden Kapiteln näher eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. VORWORT
2. ERLÄUTERUNGEN ZUR INTERNATIONALEN MARKTFORSCHUNG
2.1. VERÄNDERTER INFORMATIONSBEDARF BEI INTERNATIONALER MARKETINGTÄTIGKEIT
2.2. DEFINITION DER INTERNATIONALEN MARKETINGFORSCHUNG
2.3. ROLLE UND AUFGABE DER INTERNATIONALEN MARKETINGFORSCHUNG
2.4. FORMEN DER INTERNATIONALEN MARKETINGFORSCHUNG UND UNTERSCHIEDLICHE MARKFORSCHUNGSINSTITUTE
3. INTERNATIONALE SEKUNDÄR- UND PRIMÄRFORSCHUNG
3.1. CHARAKTERISTIK DER INTERNATIONALEN SEKUNDÄRFORSCHUNG
3.2. CHARAKTERISTIK DER INTERNATIONALEN PRIMÄRFORSCHUNG
4. ANSPRUCH AN DIE INTERNATIONALE SEKUNDÄR- UND PRIMÄRFORSCHUNG
4.1. ZUVERLÄSSIGKEIT VON DATEN
4.2. GÜLTIGKEIT VON DATEN
4.3. VERGLEICHBARKEIT DER DATEN
5. DURCH DIE INTERNATIONALITÄT BEDINGTE BESONDERHEITEN IN DER SEKUNDÄR- UND PRIMÄRFORSCHUNG
5.1. SOZIOKULTURELLE UNTERSCHIEDE ZWISCHEN NATIONALEN UMWELTSITUATIONEN
5.2. INFRASTRUKTURELLE UNTERSCHIEDE ZWISCHEN NATIONALEN UMWELTSITUATIONEN
5.3. PRODUKTBEZOGENE UNTERSCHIEDE ZWISCHEN NATIONALEN UMWELTSITUATIONEN
5.4. INFORMATIONSMARKTBEZOGENE UNTERSCHIEDE ZWISCHEN NATIONALEN UMWELTSITUATIONEN
6. SCHLUSS
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit befasst sich mit der internationalen Marktforschung und analysiert die spezifischen Herausforderungen und Besonderheiten, die sich bei der Gewinnung und Auswertung von Informationen im globalen Kontext gegenüber nationalen Märkten ergeben.
- Methodische Grundlagen der internationalen Sekundär- und Primärforschung
- Anforderungskriterien an die Datenqualität (Reliabilität, Validität, Vergleichbarkeit)
- Soziokulturelle und infrastrukturelle Einflussfaktoren auf den Forschungsprozess
- Produktbezogene und informationsmarktbezogene Besonderheiten im internationalen Vergleich
Auszug aus dem Buch
5.1. Soziokulturelle Unterschiede zwischen nationalen Umweltsituationen
Die soziokulturellen Unterschiede der verschiedenen Nationen ergeben sich in der internationalen Marketingforschung schon alleine durch die Existenz unterschiedlicher Sprachen, die manchmal bereits in nur einem einzigen Land unterschiedlich sind (wie z.B. Kanada, Schweiz, Belgien...).
Diese Sprachunterschiede bereiten Probleme in der Übersetzung und Kommunikation sowie teilweise auch in der Organisation. Eine zusätzlich Problematik entsteht, wenn viele unterschiedliche Mikro-Märkte in nur einem Land oder sogar auch nur einer Stadt, wie z.B. in Paris, nebeneinander existieren („co-Existenz“). In Paris entstanden diese durch Einwanderer aus den unterschiedlichsten Ländern, die sich fast ausschließlich in bestimmten geographisch Gebieten, hauptsächlich im 19. und 13. Arrondissement, niederließen.
Aufgrund der demographischen Evolution entwickelten sich aus einem französischen Massenmarkt mit „Durchschnitts-Franzosen“ mehrere sehr verschiedene Mikro-Märkte mit unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten, Hobbys und Lebenszielen. So war es nötig, ein ethnisches Marketing („marketing-ethnique“) zu entwickeln, dass sich an eine Gesellschaft wendet, in der vielfältige Mikro-Gruppen ihre eigene Kultur leben. „Kulturelle Charakteristika liefern die Erklärung für viele Verhaltensweisen von Käufern, .. Wettbewerbern, Regierungen, .. [und] Arbeitnehmern ..“. In verschiedenen Länder existieren gleiche Bedürfnisse wie z.B. zu essen, sich zu kleiden und zu wohnen. Es hängt aber von der jeweiligen Kultur ab, in welcher Art und Weise dieser Bedarf gestillt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. VORWORT: Einleitung in die Notwendigkeit internationaler Marketingforschung aufgrund komplexerer Anforderungen im Vergleich zum nationalen Geschäft.
2. ERLÄUTERUNGEN ZUR INTERNATIONALEN MARKTFORSCHUNG: Definition der Begriffe und Erläuterung des veränderten Informationsbedarfs durch die internationale Dimension sowie unterschiedliche Formen der Forschungsdurchführung.
3. INTERNATIONALE SEKUNDÄR- UND PRIMÄRFORSCHUNG: Charakterisierung der methodischen Ansätze zur Datengewinnung und deren spezifische Anwendung im internationalen Kontext.
4. ANSPRUCH AN DIE INTERNATIONALE SEKUNDÄR- UND PRIMÄRFORSCHUNG: Erläuterung der Qualitätskriterien für Daten, insbesondere im Hinblick auf Zuverlässigkeit, Gültigkeit und Vergleichbarkeit.
5. DURCH DIE INTERNATIONALITÄT BEDINGTE BESONDERHEITEN IN DER SEKUNDÄR- UND PRIMÄRFORSCHUNG: Detaillierte Analyse soziokultureller, infrastruktureller, produktbezogener und informationsmarktbezogener Unterschiede, die den Forschungsprozess beeinflussen.
6. SCHLUSS: Zusammenfassendes Fazit über die Notwendigkeit, bei der Planung internationaler Marktforschung stets länderspezifische Besonderheiten und Erfahrungswerte einzubeziehen.
Schlüsselwörter
Internationale Marktforschung, Marketing, Informationsbedarf, Sekundärforschung, Primärforschung, Datenqualität, Reliabilität, Validität, Vergleichbarkeit, Soziokulturelle Unterschiede, Infrastruktur, Produktverwendung, Marktexpansionsstrategie, Internationales Marketing
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die grundlegenden Konzepte und spezifischen Herausforderungen der internationalen Marktforschung im Gegensatz zur nationalen Marktforschung.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Zentrale Themen sind der veränderte Informationsbedarf von Unternehmen im internationalen Geschäft, die methodische Abgrenzung von Sekundär- und Primärforschung sowie die Qualitätsanforderungen an internationale Datensätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Unterschiede und Besonderheiten bei der Marktforschung in einem internationalen Umfeld aufzuzeigen, damit Entscheidungsträger Strategien zur Vermeidung von Fehlern entwickeln können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der systematischen theoretischen Ableitung von Faktoren, die den internationalen Marketingforschungsprozess beeinflussen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Methoden der Informationsgewinnung, Kriterien für die Datenqualität sowie komplexe Einflussfaktoren wie Kultur, Infrastruktur und spezifische Produktverhaltensmuster.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind internationale Marktforschung, Informationsbedarf, Vergleichbarkeit, Soziokulturelle Unterschiede und Datenqualität.
Wie wirkt sich die Sprache auf den Forschungsprozess aus?
Sprachunterschiede führen zu Problemen bei der Übersetzung von Fragen, Instruktionen und Antworten, was eine sorgfältige Kategorisierung und Anpassung an kulturelle Äquivalente erforderlich macht.
Was versteht die Arbeit unter dem „Drittpersoneffekt“?
Dies beschreibt ein Phänomen in Gesellschaften mit starken Statusunterschieden, bei dem lokale Autoritäten als Erste befragt werden wollen und dadurch die Antworten nachfolgender Teilnehmer maßgeblich beeinflussen oder determinieren.
- Arbeit zitieren
- Petra Schlunz (Autor:in), 2002, Besonderheiten der internationalen Marktforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10478