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Das Augsburger und Nürnberger Patriziat im Vergleich

Title: Das Augsburger und Nürnberger Patriziat im Vergleich

Intermediate Examination Paper , 1995 , 35 Pages , Grade: 1

Autor:in: Gerald Böke (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Das Thema der vorliegenden Arbeit ist das Patriziat der Reichsstädte Augsburg und Nürnberg in Mittelalter und Früher Neuzeit. Ziel soll es sein, anhand eines Vergleichs die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Entwicklung und Konstitution des Patriziats beider Städte herauszustellen. Einer solchen Zielsetzung kommt schon deshalb Relevanz zu, weil sich die zahlreichen bisher zum Thema erschienenen Abhandlungen i.d.R. auf eine einzelne Stadt oder einen eingegrenzten geographischen Raum konzentrierten - weitgehend, ohne detailliertere Vergleiche zwischen zwei Städten anzustellen. So ist bisher keine ausführliche Untersuchung zum Augsburger und Nürnberger Patriziat veröffentlicht worden. Aufgrund des engen Rahmens der vorliegenden Darstellung wird diese Lücke nur zu einem kleinen Teil geschlossen werden können. Vielmehr ist beabsichtigt, einige Aspekte genauer zu untersuchen. Vor allem die Entstehung und die ständischen Besonderheiten des jeweiligen Patriziats im Vergleich zueinander und zum deutschen Patriziat als solchen sollen deshalb Gegenstand der Untersuchung sein. Dabei ist die Quellenlage zur Entstehung des Patriziats in Augsburg eher unzureichend. Da die Quellen über die gesellschaftliche Entwicklung Augsburgs im 10. und 11. Jh. nur recht vage und undifferenzierte Angaben machen. Besser wird die Quellenlage zur weiteren Entwicklung dann ab dem 12. Jh. mit dem Aufkommen zusätzlicher Quellen, die ein recht genaues Bild vermitteln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das deutsche Patriziat

2.1 Definition

2.2 Der ständische Charakter des Patriziats

2.3 Der Ursprung des Patriziats und seine Entwicklung bis zum Ende des Alten Reiches

3. Das Augsburger Patriziat

3.1 Die Entstehung und die politische Geschichte des Augsburger Patriziats

3.1.1 Die Vorgeschichte und der Ursprung

3.1.2 Die politische Entwicklung bis zur Mediatisierung

3.2 Die ständisch-soziale Dimension

4. Das Nürnberger Patriziat

4.1 Die Entstehung und die politische Entwicklung

4.2 Die ständisch-soziale Dimension

5. Augsburg und Nürnberg im Vergleich

5.1 Die Entstehung und die Geschichte der Geschlechter im Vergleich

5.2 Ständisches Ansehen und ständische Abgrenzung

6. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Patriziat der Reichsstädte Augsburg und Nürnberg in Mittelalter und Früher Neuzeit, um durch einen direkten Vergleich Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer Entwicklung sowie ständischen Konstitution aufzuzeigen.

  • Theoretische Grundlagen und Definition des deutschen Patriziats
  • Analyse der Entstehung und politischen Entwicklung des Augsburger Patriziats
  • Analyse der Entstehung und politischen Entwicklung des Nürnberger Patriziats
  • Vergleichende Untersuchung der ständischen Strukturen und Exklusivitätsstrategien

Auszug aus dem Buch

3.2. Die ständisch-soziale Dimension

"Bereits vor der Abfassung und königlichen Anerkennung des zweiten Stadtrechts 1276 waren wesentliche Rechte und Ämter unter dem Einfluß oder im Besitz einer sozial deutlich abgestuften städtischen Bürgergemeinde gekommen. Entscheidenden Anteil daran hatte eine zahlenmäßig geringe Schicht einflußreicher und vermögender Bürger, das Amts- oder Verwaltungspatriziat."97 Dieses Patriziat war jedoch noch nicht abgeschlossen, sondern nur durch Konnubium verbunden. Deshalb war es wirtschaftlich zumindest gleichrangigen Personen möglich durch Einheirat ins Patriziat aufzusteigen. So konnten von 1250 an im Handel reich gewordene Familien in das Patriziat hineinwachsen und damit ratsfähig werden. Neben der alleinigen Ratsfähigkeit erhielten die Patrizier 1316 das Recht, wie Landadelige und Reichsministeriale zu Gericht zu sitzen.80 In den folgenden Jahren konnten die reichen Geschlechter zahlreiche auch adelige Lehensgüter erwerben81; wodurch sie zumindest passiv lehensfähig wurden und damit eines der Adelskriterien erfüllten.82 Ab 1368 war das Patriziat infolge der Zunftrevolution nicht mehr exklusiv ratsfähig.83 Um den politischen Machtverlust durch soziale Exklusivität zu kompensieren und ihren Stand zu bewahren, organisierten sich die Geschlechter in einer Gesellschaft, die 1383 geschlossen wurde; mit einer "Herrentrinkstube" als gesellschaftlichem Zentrum.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Zielsetzung der Arbeit sowie Erläuterung der Quellen- und Literaturlage zum Vergleich der Patriziate beider Städte.

2. Das deutsche Patriziat: Theoretische Definition des Begriffs Patriziat im Mittelalter und der Frühen Neuzeit unter Berücksichtigung von Ratsfähigkeit, Ansehen, Abstammung und Reichtum.

3. Das Augsburger Patriziat: Untersuchung der Entstehung, der politischen Geschichte und der sozio-ständischen Dimension der Augsburger Führungsschicht.

4. Das Nürnberger Patriziat: Analyse der Entstehung und Entwicklung der Nürnberger Oberschicht sowie ihrer Besonderheiten in der ständisch-sozialen Ausprägung.

5. Augsburg und Nürnberg im Vergleich: Direkte Gegenüberstellung der Entstehungsbedingungen, der Machtverhältnisse im Rat und der unterschiedlichen Ausprägung des ständischen Anspruchs.

6. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Reflexion über die unterschiedlichen Entwicklungswege der beiden städtischen Eliten.

Schlüsselwörter

Patriziat, Augsburg, Nürnberg, Stadtgeschichte, Reichsstadt, ständische Gesellschaft, Ratsfähigkeit, Stadtrecht, Geschlechter, Zunftrevolution, Sozialstruktur, politische Führungsschicht, Landesgeschichte, Frühe Neuzeit, Mittelalter

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Patriziat der Reichsstädte Augsburg und Nürnberg in der Zeit des Mittelalters und der Frühen Neuzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung der städtischen Führungsschichten, die Frage der ständischen Exklusivität, Heiratskreise, politische Privilegien und die Abgrenzung zum Adel.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist ein vergleichender Überblick, der Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Konstitution und Entwicklung des Patriziats in beiden Städten herausarbeitet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende historische Sozial- und Verfassungsgeschichtsanalyse, die auf der Auswertung bestehender Fachliteratur und Primärquellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zum deutschen Patriziat, gefolgt von der detaillierten Analyse der Augsburger bzw. Nürnberger Verhältnisse sowie einem abschließenden direkten Vergleich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Patriziat, Ratsfähigkeit, soziale Exklusivität, Reichsstadt und Geschlechtergesellschaft.

Warum blieb das Augsburger Patriziat weniger exklusiv als in Nürnberg?

In Augsburg führten soziale Unruhen und die politische Benachteiligung im Zuge der Zunfterhebung zu einer anderen Konstellation, die den Patriziern weniger Spielraum als in Nürnberg ließ.

Welche Rolle spielte der Adel für das Selbstverständnis der Patrizier?

Die Patrizier strebten nach adeliger Lebensweise und Ebenbürtigkeit, wobei es dem Nürnberger Patriziat im 18. Jahrhundert durch die Anerkennung als Geburtsstand und den Erwerb von Titeln besser gelang, sich dem Adel anzunähern.

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Details

Title
Das Augsburger und Nürnberger Patriziat im Vergleich
College
Bielefeld University  (Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie)
Course
Zwischenprüfung
Grade
1
Author
Gerald Böke (Author)
Publication Year
1995
Pages
35
Catalog Number
V10532
ISBN (eBook)
9783638169271
ISBN (Book)
9783638728188
Language
German
Tags
Augsburg Nürnberg Stände Honoratioren Patrizier
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gerald Böke (Author), 1995, Das Augsburger und Nürnberger Patriziat im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10532
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