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Gemeinwohlvorstellungen in der vorindustriellen Zeit

Titre: Gemeinwohlvorstellungen in der vorindustriellen Zeit

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2001 , 23 Pages , Note: 1

Autor:in: Adrian Arnold (Auteur)

Gestion d'entreprise - Histoire Economique et Sociale
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Daß sich Philosophie, Politik und Jurisprudenz bei dieser Thematik des Gemeinwoglbegriffs mischen, muß zunächst verdeutlicht werden. Meine Absicht ist also, die rein theoretischen Ideengebäude von der Antike bis 1800 chronologisch abzuhandeln; zu diesem Zeitpunkt setzt allmählich die Industrialisierung ein. Meine Arbeit endet bereits um 1800, weil nicht nur intellektuell- theoretisch, sondern auch im gesellschaftlichen Alltag das Aufziehen einer industriellen Revolution ab dann sichtbar wird. Vor allem England ist dabei Vorreiter.
Die zeitliche Abfolge unterbreche ich in im 10. bis 12. Jahrhundert, indem ich die Rezeption "Die lateinische Patristik" (4. - 7. Jahrhundert) ins Mittelalter einfüge. Das Wiederaufleben frühchristlicher Autoren, beispielsweise Augustinus, bildet nämlich für den Zeitraum vom 10. bis 12. Jahrhundert die breite konzeptionelle Grundlage für die Gemeinwohlterminologie. Außerdem fallen eigenständige Denkansätze in dieser Zeit so dürftig aus, daß im Groben nur die Patristik eine echte Konzeption darstellt. Gegensätzlich zur rein abstrakten Behandlung des Sozialwohlbegriffs habe ich den Exkurs über die Insel Utopia von Thomas Morus (1516) einfließen lassen, um ein praktisches, wenn auch imaginäres Beispiel für realisierte Gemeinnutzvorstellungen geben zu können.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

I. BEGRIFFSERKLÄRUNG

II. ANTIKE GEMEINWOHLBEGRIFFE

1.) In Griechenland

a) Platon

b) Aristoteles

2.) In Rom

a) Cicero

b) Seneca

III. GEMEINWOHLBEGRIFFE IM MITTELALTER

1.) Im 9. Jahrhundert

2.) 10. bis 12. Jahrhundert

a) Rezeption: Die lateinische Patristik

b) Gemeinwohltheorie

3.) Der Gemeinwohlbegriff zwischen 13. und 15. Jahrhundert

IV. GEMEINWOHLBEGRIFFE ZWISCHEN 1500 UND 1800

1.) Theoretische Stellung des Gemeinwohlbegriffs

2.) Exkurs: "Utopia" von Thomas Morus

ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Wandlungen des Gemeinwohlbegriffs von der Antike bis zum Beginn der Industrialisierung um 1800. Das primäre Ziel besteht darin, die Entwicklung staatstheoretischer Ideengebäude und die Verschiebung der Normen von einer am Gemeinnutz orientierten Ordnung hin zu einem stärker durch Eigennutz geprägten Verständnis zu analysieren.

  • Wandel des Gemeinwohlverständnisses von der Antike bis zur frühen Neuzeit.
  • Die Rolle der Tugendethik und des Rechts als Legitimationsgrundlagen politischer Herrschaft.
  • Wechselwirkungen zwischen christlicher Lehre und staatstheoretischen Konzepten im Mittelalter.
  • Die Auswirkungen wirtschaftlicher Veränderungen auf das Verständnis des öffentlichen Wohls.
  • Idealtypische Gegenentwürfe zur gesellschaftlichen Ordnung am Beispiel von Thomas Morus' "Utopia".

Auszug aus dem Buch

b) Aristoteles

Platons Schüler Aristoteles griff dessen idealisierte Konzeption vom gemeinen Nutzen auf und integrierte sie in seine rational- realistische Vorstellung einer polis als naturrechtlichen Organismus. Ausgangspunkt der staatsphilosophischen Konzeption stellt das natürliche Bedürfnis des Menschen nach politischem und sozialen Zusammenleben dar: der Mensch ist ein gemeinschaftliches Wesen (zoon politikon). Die polis repräsentiert einen natürlichen Organismus mit eigener Zielsetzung in Form des glücklichen Lebens, das sich auch in der vollkommenen Entfaltung des Menschen durch gelebte Tugend zeigt. Das gute Leben liegt ferner in der größtmöglichen Erfüllung seiner natürlichen Funktionen. Die Glückseligkeit im Gemeinwohl setzt sich aus "gut- Leben" und "sich- gut- Verhalten" zusammen, also durch ethische Sittlichkeit. Ferner ist der allgemeine Nutzen durch ein edles, würdiges Leben bestimmt.

Weiter nennt Aristoteles die Existenz eines Staatszweckes, das politisch Gute des Allgemeinwohls, insofern dieses vollkommene Gerechtigkeit und Teilhabe an einem würdigen Leben bedeutet. Auch Tugendhaftigkeit in der Politik ist Voraussetzung für eine Realisierung des gemeinen Besten. Träger des Gemeinwohls sind die Staatsmänner, die aufgrund ihrer herausragenden Tugendhaftigkeit regieren und für das Bürgerwohl sorgen können. Dazu dienen ihnen Gesetze, wobei bei deren Formulierung sowohl Gerechtigkeit als auch das Gemeinwohl beachtet werden müssen. Erst die Gesetze befähigen die Menschen zur Wahrnehmung und Verwirklichung eines tugendhaften Lebens. Dies wiederum ist eine Voraussetzung für Erreichung und Wahrung des Gemeinnutzes. Die Regierung muß mit den Mitgliedern der polis kooperieren, um die Inhaltlichen Bestandteile der optimalen irdischen Gesellschaftsordnung verwirklichen zu können. Die beste Verfassung gewährleistet nach Aristoteles die optimale politische Ordnung, das politisch Gute, d.h. das Gemeinwohl.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Darstellung der Zielsetzung, den Gemeinwohlbegriff von der Antike bis 1800 chronologisch unter Berücksichtigung verschiedener philosophischer und historischer Perspektiven zu untersuchen.

I. BEGRIFFSERKLÄRUNG: Definition des Gemeinwohls als eine auf Ausgleich und Gerechtigkeit basierende Ordnung, die über reine materielle Wohlfahrt hinausgeht.

II. ANTIKE GEMEINWOHLBEGRIFFE: Analyse der antiken Wurzeln durch Platon, Aristoteles, Cicero und Seneca, die das Gemeinwohl als politisches und ethisches Ordnungsprinzip etablieren.

III. GEMEINWOHLBEGRIFFE IM MITTELALTER: Untersuchung der Transformation antiker Ideen durch christliche Einflüsse und die Verschiebung von einer universalen hin zu einer personalen oder rechtlich-klerikalen Staatsauffassung.

IV. GEMEINWOHLBEGRIFFE ZWISCHEN 1500 UND 1800: Betrachtung des Wandels in der Neuzeit, in der das Gemeinwohl zunehmend durch den ökonomischen Eigennutz und die Herausbildung bürgerlicher Wirtschaftsstrukturen herausgefordert wird.

ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der wesentlichen Erkenntnisse über die historische Kontinuität und den Normenwandel des Gemeinwohlbegriffs über die behandelten Epochen hinweg.

Schlüsselwörter

Gemeinwohl, Gemeinnutz, Eigennutz, Staatstheorie, Antike, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Utilitas Publica, Gerechtigkeit, Tugendethik, Polis, Gesellschaftsstruktur, Industrialisierung, Utopia, politisches Handeln.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung und Interpretation des Gemeinwohlbegriffs als zentrales politisches und ethisches Konzept von der griechischen Antike bis zum Anbruch der Industrialisierung um 1800.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit deckt die philosophischen Grundlagen in der Antike, die christlich geprägte Staatstheorie des Mittelalters sowie den Wandel der gesellschaftlichen Normen und das Aufkommen des ökonomischen Eigennutzes in der frühen Neuzeit ab.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach dem Bezug zwischen Gemeinschaft und Gemeinwohl und untersucht, wie dieses Ideal über verschiedene Epochen hinweg realisiert und theoretisch begründet wurde.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor wählt einen chronologischen, ideengeschichtlichen Ansatz und stützt sich dabei auf einschlägige Fachliteratur und Quellentexte, um den Normenwandel des Begriffs nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei große Epochen: die Antike mit Fokus auf griechische und römische Denker, das Mittelalter unter Berücksichtigung patristischer Einflüsse und die frühe Neuzeit, welche den Übergang vom Gemeinnutz zum Eigennutz thematisiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Gemeinwohl, Eigennutz, Staatszweck, politische Gerechtigkeit, utilitas publica und der Wandel der Ständegesellschaft.

Welche Bedeutung hat das Beispiel "Utopia" von Thomas Morus für die Arbeit?

Thomas Morus dient als konkretes, wenn auch imaginäres Beispiel, um eine idealisierte Gemeinschaft zu illustrieren, in der Privateigentum abgeschafft ist und die Arbeitsteilung sowie soziale Versorgung strikt am Allgemeinwohl ausgerichtet sind.

Warum endet der zeitliche Rahmen der Arbeit um das Jahr 1800?

Der Autor setzt diesen Endpunkt, weil ab diesem Zeitpunkt die Industrialisierung einsetzt, welche die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und das Verständnis von Wirtschaft und Gemeinwohl grundlegend verändert hat.

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Résumé des informations

Titre
Gemeinwohlvorstellungen in der vorindustriellen Zeit
Université
University of Bamberg
Cours
PS Wirtschafts- u. Sozialgeschichte
Note
1
Auteur
Adrian Arnold (Auteur)
Année de publication
2001
Pages
23
N° de catalogue
V105497
ISBN (ebook)
9783640037896
ISBN (Livre)
9783640861996
Langue
allemand
mots-clé
Gemeinwohlvorstellungen Sozialgeschichte Vorindustrielle Zeit Ideengeschichte
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Adrian Arnold (Auteur), 2001, Gemeinwohlvorstellungen in der vorindustriellen Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105497
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Extrait de  23  pages
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