Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit ist die Frage, in welchem Umfang eine Balanced Scorecard als Bemessungsgrundlage in ein betriebliches Anreizsystem eingebunden werden kann und welche Effekte hiermit verbunden sind. Zunächst wird die Balanced Scorecard in ihrem Aufbau erläutert, Charakteristika erarbeitet und Anforderungen definiert. Dann wird die Stellung der Bemessungsgrundlage in betrieblichen Anreizsystemen dargestellt und ebenfalls Anforderungen hierzu formuliert. Schließlich werden beide Elemente zusammengeführt und eine mögliche Verknüpfung von beidem dargestellt, um im Anschluss aufgrund der vorangehend definierten Anforderungen einer Beurteilung unterzogen zu werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Kennzeichnung von Balanced Scorecard und Anreizsystemen
2.1 Darstellung der Balanced Scorecard
2.1.1 Grundidee und Aufbau
2.1.2 Perspektiven und Kennzahlen
2.1.3 Die Balanced Scorecard als Managementsystem
2.1.4 Anforderungen an die Balanced Scorecard
2.2 Bemessungsgrundlagen von Anreizsystemen
2.2.1 Anreizsysteme aus Sicht der Prinzipal-Agent-Theorie
2.2.2 Bemessungsgrundlagen als Element von Anreizsystemen
2.2.3 Anforderungen an Bemessungsgrundlagen
2.2.4 Grenzen traditioneller Bemessungsgrundlagen
3 Verknüpfung der Balanced Scorecard mit betrieblichen Anreizsystemen
3.1 Ausgestaltung der Verknüpfung
3.2 Kritische Analyse der Verknüpfung
4 Schlussbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Eignung der Balanced Scorecard (BSC) als Bemessungsgrundlage für betriebliche Anreizsysteme von Führungskräften. Ziel ist es, zu klären, ob die BSC die Schwächen traditioneller, rein finanziell orientierter Kennzahlen überwinden kann und welche Anforderungen an eine solche Verknüpfung gestellt werden müssen.
- Grundlagen und Aufbau der Balanced Scorecard als Managementsystem.
- Theoretische Anforderungen an Bemessungsgrundlagen aus Sicht der Prinzipal-Agent-Theorie.
- Implementierung der BSC in betriebliche Vergütungsstrukturen.
- Kritische Analyse potenzieller dysfunktionaler Anreizwirkungen.
Auszug aus dem Buch
3.2 Kritische Analyse der Verknüpfung
Zwangsläufig stellt sich die Frage, ob die von Kaplan und Norton vorgeschlagene und oben beschriebene Verknüpfung in der Lage ist die Anforderungen, die an Bemessungsgrundlagen von Anreizsystemen gestellt werden, zu erfüllen und ob sie darüber hinaus eine Perspektive zur Überwindung der unter Abschnitt 2.2.4 dargelegten Schwächen traditioneller Ansätze bietet.
Betrachtet man den Vorschlag zunächst vor dem Hintergrund der Controllability der BMG, so ist es möglich, dass insbesondere qualitative nicht-finanzielle Größen, wie z. B. Kundenzufriedenheitsindices, eine hohe umweltbedingte und somit vom Agenten nicht zu vertretende Beeinflussbarkeit aufweisen. Insbesondere Kundenzufriedenheit als psychologische Kennzahl dürfte stark vom konjunkturellen Umfeld abhängen. Als mögliche Konsequenz ergeben sich dysfunktionale Verhaltensweisen in Form von Substitutionseffekten innerhalb der Kennzahlen. Der Manager könnte somit versuchen, seine Anstrengung auf die Verbesserung anderer Messgrößen zu lenken, wenn er erkennt, dass die Kundenzufriedenheit von ihm nur unzureichend beeinflussbar ist, was gerade zu einer der BSC-Idee gegenläufigen Handlungsweise, die nicht auf die kommunizierte Unternehmensstrategie gerichtet ist, führt. Die Substitutionsrate zwischen den einzelnen Kennzahlen der BSC wird dabei von deren Gewichtung determiniert. Durch Festlegung der Gewichtungen ist somit eine Möglichkeit des Gegensteuerns gegeben, was jedoch nach Meinung des Verfassers nicht praktikabel ist, da hierdurch bereits eine Abkehr vom BSC-Konzept vollzogen werden würde, die den Mitarbeitern nicht kommunizierbar ist, denn diese Diskrepanz zwischen der kommunizierten Unternehmens-BSC und der als BMG verwendeten wäre nicht vermittelbar und hätte vermutlich wiederum dysfunktionale Effekte zur Folge.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Die Einleitung beleuchtet die strategische Relevanz der Anreizgestaltung für Führungskräfte und führt die Balanced Scorecard als Instrument zur Verbesserung der Strategieumsetzung ein.
2 Kennzeichnung von Balanced Scorecard und Anreizsystemen: Dieses Kapitel erläutert den konzeptionellen Aufbau der BSC sowie die theoretischen Anforderungen an Bemessungsgrundlagen von Anreizsystemen unter Anwendung der Prinzipal-Agent-Theorie.
3 Verknüpfung der Balanced Scorecard mit betrieblichen Anreizsystemen: Hier wird die praktische Implementierung der BSC in Anreizsysteme dargestellt und einer kritischen wissenschaftlichen Analyse hinsichtlich ihrer Wirksamkeit unterzogen.
4 Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die BSC primär als Instrument der Entscheidungsunterstützung statt als direkte Bemessungsgrundlage fungieren sollte.
Schlüsselwörter
Balanced Scorecard, BSC, Anreizsysteme, Bemessungsgrundlage, Prinzipal-Agent-Theorie, Unternehmensstrategie, Kennzahlen, Performance, Anreizkompatibilität, Controllability, Unternehmenssteuerung, Führungskräftevergütung, Management.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Möglichkeit, die Balanced Scorecard nicht nur als reines Managementsystem, sondern als Bemessungsgrundlage für die leistungsabhängige Vergütung von Führungskräften zu nutzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Konzepte der Balanced Scorecard, die Gestaltung betrieblicher Anreizsysteme und die Schnittstelle zwischen strategischer Unternehmensplanung und personalwirtschaftlicher Anreizsetzung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine systematische Analyse darüber, ob und wie eine Verknüpfung von BSC und Anreizsystemen gelingen kann und welche Risiken dabei für das Unternehmen entstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Anwendung betriebswirtschaftlicher Theorien, insbesondere der Prinzipal-Agent-Theorie, zur Evaluierung der Anforderungen an Bemessungsgrundlagen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Aufbau der BSC, definiert Anforderungen an Anreizsysteme, stellt bestehende Ansätze zur Verknüpfung vor und hinterfragt diese kritisch auf ihre Eignung und mögliche dysfunktionale Effekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Balanced Scorecard, Anreizkompatibilität, Prinzipal-Agent-Theorie, strategische Kennzahlen und Performance-Messung charakterisiert.
Warum reicht der Fokus auf rein finanzielle Kennzahlen laut Autor nicht aus?
Der Autor argumentiert, dass traditionelle Kennzahlen den Manager dazu verleiten können, langfristige Wachstumsinvestitionen wie Forschung und Entwicklung zu vernachlässigen, um kurzfristige finanzielle Ziele zu erreichen.
Welche Gefahr sieht der Autor bei der Verknüpfung der BSC mit Anreizen?
Es besteht die Gefahr von "Substitutionseffekten", bei denen Manager versuchen, einzelne, leichter beeinflussbare Kennzahlen zu optimieren, anstatt die ganzheitliche Strategie zu verfolgen, was zu dysfunktionalem Verhalten führt.
- Citar trabajo
- Kai Nekat (Autor), 2002, Die Balanced Scorecard als Bemessungsgrundlage für Anreizsysteme, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10554