Was war Ovid für ein Mensch? Was an seinem Auftreten, seiner Persönlichkeit und seinem künstlerischen Schaffen war für die Verbannung verantwortlich? Wie verlief sein Leben nach der Ausweisung? Diese Fragen werden in dieser Arbeit erörtert und analysiert. Zu Beginn wird Ovids Leben beschrieben, damit man sich ein Bild davon kreieren kann, was Ovid für ein Mensch war, wie sein Dichterleben verlief und was für eine Lebensphilosophie er in seinen Werken verarbeitete. Weiterhin wird dargestellt, welche Beweggründe zu seiner Verbannung führten. Außerdem wird darauf eingegangen, in welchem Zusammenhang seine Persönlichkeit, die in seinen Werken deutlich wird, mit der Verbannung steht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ovid - sein Leben , Wirken und seine Werke
3. Das Leben im Augustinischen Zeitalter
3.1. Leben in der Kaiserzeit und neue Gesetze
3.2. Die neuen Ehe- und Moralgesetze bezüglich Ovid
4. Ovids Verbannung
4.1. Allgemeines
4.2. Carmen
4.3. Error
4.3.1. Mehrere Spekulationen
4.3.2. Der Sittenskandal um Iulia
4.3.3. Die Nachfolgeschaft bezüglich Ovids Verbannung
5. Ovids Stellungnahme zu seiner Verbannung in seinen Werken
6. Der (un)schuldige Dichter?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe der Verbannung des römischen Dichters Ovid durch Kaiser Augustus im Jahr 8 n. Chr. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern Ovids literarisches Schaffen und seine persönliche Haltung zu den augusteischen Moralvorstellungen zu seiner Relegation führten und ob die verhängte Strafe aus heutiger Sicht als gerechtfertigt betrachtet werden kann.
- Analyse des Lebens und Wirkens von Ovid im Kontext des augusteischen Zeitalters
- Untersuchung der augusteischen Ehe- und Moralgesetze und deren Einfluss auf Ovids Werk
- Eingehende Beleuchtung der Ursachen „carmen et error“ als Gründe für die Verbannung
- Diskussion der Schuldfrage basierend auf Ovids Selbstzeugnissen in den Exilwerken
Auszug aus dem Buch
4.2. Carmen
Mit „Carmen“ meint der Dichter eines seiner Werke oder eventuell mehrere. Die Forschung ist sich an dieser Stelle uneinig, welches Werk oder welche Werke Ovid in seinen Versen als Ursache meint. Am häufigsten wird die Ars Amatoria in Betracht gezogen, weil Ovid in den Tristen diese am häufigsten thematisiert.
Da die Ars eine Art Anleitung für Liebende ist, ist sie das der Politik des Augustus am deutlichsten gegenüberstehende Werk und damit womöglich mit „Carmen“ gemeint. Allerdings lässt sich dies nicht mit Gewissheit sagen, da auch andere Werke Ovids als „Carmen“ in Frage kommen.
Auch sein größtes Werk die Metamorphosen könnte gemeint sein, da Ovid ebenfalls sehr freidenkerisch schreibt. Bei den Metamorphosen handelt es sich um 250 kunstvolle Verwandlungssagen. Im Wesentlichen werden das Dasein des Menschen sowie das Verhältnis und der Einfluss auf seine Umwelt thematisiert. Der Mensch stellt hierbei ein Objekt dar, welches sich aufgrund seiner Erfahrungen im Leben besonders in Bezug auf Liebesbeziehungen verwandelt und entwickelt. Anhand sprachlicher und erzählerischer Gestaltungsmittel bringt Ovid seine Haltung bezüglich Politik, Moralvorstellungen und Lebensweisen zum Ausdruck. Spielerisch verschleiert der Poet in den Verwandlungsgeschichten, wie er Gesellschaft, Menschen, Götter, Leben und Tod sowie Gefühle wie Hass und Liebe wertet und sieht.
Um sein Schicksal und sein Leben im Exil zu verarbeiten schreibt er in den Tristen eine Art fortlaufende Erzählung seiner Metamorphosen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Verbannung Ovids ein, stellt die Forschungsfrage und erläutert den Aufbau der Arbeit.
2. Ovid - sein Leben , Wirken und seine Werke: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Biografie des Dichters, seine Ausbildung und seine bedeutendsten literarischen Schöpfungen vor der Verbannung.
3. Das Leben im Augustinischen Zeitalter: Es wird der Wandel des römischen Staates unter Augustus beschrieben, wobei der Fokus auf den neuen sozialen Regelungen und Moralgesetzen liegt.
4. Ovids Verbannung: Dieses Hauptkapitel analysiert die Gründe für die Relegation, unterteilt in die literarische Komponente „Carmen“ und die spekulativen Hintergründe des „Error“.
5. Ovids Stellungnahme zu seiner Verbannung in seinen Werken: Hier wird untersucht, wie Ovid in seinen Exilwerken Tristia und Epistulae ex Ponto seine Verbannung verarbeitet und seine Schuld oder Unschuld reflektiert.
6. Der (un)schuldige Dichter?: Das abschließende Kapitel diskutiert die Gesamtthematik und zieht ein Fazit bezüglich der Gerechtigkeit der Verbannung sowie der Rolle Ovids als kritischer Geist.
Schlüsselwörter
Ovid, Publius Ovidus Naso, Augustus, Verbannung, Relegation, Tomis, Carmen et error, Ars Amatoria, Metamorphosen, Tristia, Epistulae ex Ponto, Ehegesetze, Römische Geschichte, Exil, Schuldfrage.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Verbannung des römischen Dichters Ovid im Jahr 8 n. Chr. und untersucht die historischen sowie persönlichen Hintergründe dieses Ereignisses.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die augusteische Politik, die moralischen Reformgesetze des Kaisers, Ovids literarisches Schaffen und die Analyse seiner Exilwerke.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Beweggründe für die Verbannung zu ergründen und kritisch zu diskutieren, ob diese Strafe aus heutiger Sicht als gerechtfertigtes Urteil angesehen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse, wobei primär Ovids Werke (Tristia, Epistulae ex Ponto) sowie historische Sekundärliteratur herangezogen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Situation unter Augustus, die Untersuchung von „Carmen und Error“ sowie Ovids literarische Auseinandersetzung mit seinem Schicksal im Exil.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Ovid, Verbannung, Augustus, Carmen, Error, Ehegesetze und Exilliteratur.
Welche Rolle spielt die „Iuliahypothese“ in der Arbeit?
Die Iuliahypothese ist eine der zentralen Spekulationen zum Motiv des „Error“, bei der vermutet wird, dass Ovid in einen Sittenskandal um die Enkelin des Augustus verwickelt war.
Warum wird der Vergleich zwischen Ovid und dem Charakter Actaeon gezogen?
Ovid nutzt die Geschichte des Actaeon aus den Metamorphosen, um Parallelen zu seinem eigenen Schicksal als unschuldiges Opfer einer übermächtigen Autorität zu ziehen.
Welche Bedeutung hatten die Ehegesetze des Augustus für Ovid?
Die Gesetze förderten ein traditionelles Familienbild, während Ovid in Werken wie der Ars Amatoria eine freiere, „unschickliche“ Lebensweise darstellte, was als Provokation oder Widerstand gegen die kaiserliche Moral gedeutet wurde.
Wie bewertet die Autorin die Schuld Ovids?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Ovid aus heutiger Sicht unschuldig ist, da er lediglich durch seine Dichtung den Vorstellungen des Kaisers missfiel und als politisch störendes Element entfernt wurde.
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- Bachelor of Arts Sophie Krause (Autor), 2016, Ovids Verbannung. Das Leben im Augustinischen Zeitalter, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1059577