Das Ziel dieser empirischen Studie bestand in der Feststellung, wie sich ein achtwöchiges Training, welches auf Schnelligkeit und Schnellkraft abzielt, auf Fußballspieler auswirkt. Hierzu wird eine Herrenmannschaft aus der Regionalliga Nord, welche als Experimentalgruppe fungiert, und eine Herrenmannschaft aus der Oberliga Hamburg, Kontrollgruppe, überprüft.
Diese Arbeit versucht demzufolge durch eine Intervention im deutschen Amateurfußball, welche durch plyometrisches Training und Sprinttraining gestaltet wird, Leistungssteigerungen einer Experimentalgruppe im Vergleich einer Kontrollgruppe zu erfassen. Ein besonderer Fokus liegt auf den folgenden Merkmalen: Sprunghöhe beim Counter Movement Jump (hCMJ), Bodenkontaktzeit sowie Sprunghöhe und dem daraus resultierenden Reactive Strength Index (RSI) beim Drop Jump, benötigte Zeit für einen Lichtschrankenlauf (s5m, s20m) und der Schussgeschwindigkeit (v).
Der Fußball nimmt in seiner Außendarstellung einen rasanten Wandel an. Fußball wird immer mehr zum Geschäft und von Unsummen an Geld dominiert und gelenkt. Doch auch auf dem Rasen hat sich der Fußball innerhalb der letzten 40 bis 50 Jahren revolutioniert. Besonders auffällig ist das Spieltempo. Es ist deutlich zu beobachten, dass Spieltempo und die Spielintensität sich verändert haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Schnellkraft
2.2 Reaktivkraft
2.3 Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus (DVZ)
2.4 Sprünge
2.5 Schnellkrafttraining
2.6 Aktueller Forschungsstand
3. Fragestellung und Hypothesen
4.Methodik
4.1 Studiendesign
4.2 Stichprobe
4.3 Untersuchungsablauf
4.4 Testverfahren
4.4.1 Testverfahren Sprünge
4.4.2 Testverfahren Counter Movement Jump (CMJ)
4.4.3 Testverfahren Drop Jump (DJ)
4.4.4 Lichtschrankenläufe
4.4.5 Testverfahren Schussstärke
4.5 Messsysteme
5. Mathematische-statistische Auswertung
6. Ergebnisse
6.1 Messergebnisse CMJ
6.2 Messergebnisse DJ
6.3 Messergebnisse 5m Sprint
6.4 Messergebnisse 20m Sprint
6.5 Messergebnisse Schussstärke
7. Diskussion
7.1 Diskussion der Hypothesen
7.2 Generalisierbarkeit und Limitierung der Untersuchung
8. Fazit
9. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen eines achtwöchigen, spezialisierten Trainingsprogramms auf die Schnelligkeit und Schnellkraft von Fußballspielern im Amateur-Herrenbereich. Durch den Vergleich einer Experimentalgruppe mit einer Kontrollgruppe soll empirisch belegt werden, ob gezieltes plyometrisches Training und Sprinttraining zu signifikanten Leistungssteigerungen in relevanten motorischen Testverfahren führen.
- Evaluierung von Schnelligkeits- und Schnellkraftleistungen im Fußball
- Einsatz plyometrischer Trainingsformen zur Leistungsoptimierung
- Vergleich zwischen Experimental- und Kontrollgruppe im Amateurbereich
- Messung von Sprungkraft (CMJ, DJ) und Sprintgeschwindigkeiten
- Analyse der Schusskraft als leistungsbestimmender Faktor
Auszug aus dem Buch
2.1 Schnellkraft
In Sportarten, in der oftmals Millimeter oder Hundertstelsekunden über Tor oder kein Tor, über Sieg oder Niederlage oder über ersten und zweiten Platz entscheiden, spielt die Schnellkraft eine entscheidende Rolle. Die Schnellkraft ist u. a. entscheidend wie stark ein Boxer zuschlagen kann, wie stark ein Torschuss ist oder wie schnell ein Sprinter aus dem Startblock kommt. Alle beschriebenen Bewegungen sind eine Kombination aus Geschwindigkeit und Kraft und sind daher beschreibende Momente für die Schnellkraft. Die Schnellkraft ist überall in der Sportpraxis abzurufen, wo es darum geht, Sportgeräte (z.B. Kugel, Speer), den eigenen Körper (z.B. Sprint, Sprung) oder einzelne Körperteile mit oder ohne Gerät (Boxen, Fußball, Handball) im möglich höchstem Tempo zu beschleunigen (Pampus, 2001).
Es wird deutlich, dass es sich um ruckartige Bewegungen, in denen ein hoher Kraftaufwand nötig ist, handelt. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Sprinter sich im höchsten Tempo aus dem Startblock in den Lauf, der Boxer seine Fäuste aus der Deckung in eine Gerade oder der Fußballspieler zum Kopfball springend, umsetzen muss. Alle Bewegungsformen zeichnen sich durch eine Kombination aus Geschwindigkeit und Kraft aus. Die Sportler müssen extrem schnelle und intensive Leistungen erbringen. Daher wird die Schnellkraft als Fähigkeit des neuromuskulären Systems, in einer Zeiteinheit einen möglichst großen Impuls zu erzeugen betitelt (Grosser et al., 2004).
Um die Bewegung perfekt auszuüben, verlangt es ein optimales Kraft- und Geschwindigkeitsniveau. Das Verhältnis der beiden Parameter wird in folgender Abbildung aufgezeigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den Wandel des Fußballs hin zu einem tempo- und intensitätsgeprägten Spiel und begründet die Relevanz von Schnelligkeit und Schnellkraft als Leistungsfaktoren.
2. Theoretischer Hintergrund: Erläutert die physiologischen Grundlagen von Schnellkraft, Reaktivkraft, Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus (DVZ) sowie den aktuellen Stand der Forschung im Bereich plyometrischen Trainings.
3. Fragestellung und Hypothesen: Formuliert die zentralen Forschungsfragen sowie die spezifischen Hypothesen zur Leistungssteigerung durch Sprint- und plyometrisches Training.
4.Methodik: Detailliert das Studiendesign, die Charakteristika der Stichprobe (Interventions- vs. Kontrollgruppe) sowie die verwendeten Testverfahren und Messsysteme.
5. Mathematische-statistische Auswertung: Beschreibt die statistische Vorgehensweise und die Kriterien zur Bewertung der Signifikanz und Effektstärke der erhobenen Daten.
6. Ergebnisse: Präsentiert die empirisch ermittelten Daten und vergleicht die Fortschritte beider Gruppen in den verschiedenen Testkategorien.
7. Diskussion: Analysiert die Ergebnisse kritisch im Kontext der Hypothesen und reflektiert die Generalisierbarkeit sowie die Limitationen der Untersuchung.
8. Fazit: Fasst die Kernergebnisse zusammen und gibt eine Handlungsempfehlung für die Integration des Trainings in den Vereinsalltag.
Schlüsselwörter
Fußball, Schnelligkeit, Schnellkraft, Plyometrisches Training, Intervention, Leistungssteigerung, Counter Movement Jump, Drop Jump, Reaktivkraft, Sprinttraining, Schussstärke, Amateurfußball, Sportbiomechanik, Leistungsdiagnostik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie ein acht-wöchiges, spezialisiertes Schnellkraft- und Schnelligkeitstraining die sportliche Leistungsfähigkeit von Fußballspielern in einer Amateur-Herrenmannschaft beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Arbeit verknüpft sportwissenschaftliche Theorie, wie den Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus, mit praktischen Trainingsmethoden aus dem Plyometrie-Bereich und einer detaillierten Leistungsdiagnostik.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, durch eine kontrollierte Intervention zu prüfen, ob gezielte Sprung- und Sprintübungen zu einer messbaren und statistisch signifikanten Steigerung der körperlichen Leistungsmerkmale von Fußballern führen.
Welche wissenschaftlichen Methoden wurden angewandt?
Es wurde ein Versuchsdesign mit einer Interventionsgruppe und einer Kontrollgruppe gewählt, bei dem Prä- und Posttests mittels standardisierter Messsysteme (OptoJump, Lichtschranken) durchgeführt und mit IBM SPSS statistisch ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine methodische Beschreibung des Studiendesigns inklusive der Trainingsinhalte sowie eine präzise Auswertung und Diskussion der Messergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Plyometrisches Training, Schnelligkeit, Schnellkraft, Fußball-Leistungsdiagnostik, Intervention und Leistungssteigerung.
Wie unterschieden sich die untersuchten Fußballmannschaften in ihrem Leistungsniveau?
Die Interventionsgruppe spielte in der Regionalliga Nord, während die Kontrollgruppe in der Oberliga Hamburg antrat. Trotz des nominellen Ligunterschieds wiesen beide Mannschaften ein ähnliches Leistungsniveau auf.
Warum zeigte der 5m Sprint keine signifikante Veränderung?
Der 5m Sprint erwies sich aufgrund der sehr kurzen Distanz und der daraus resultierenden wenigen Schritte als nicht ausreichend sensibel für die statistische Erfassung der erreichten Verbesserungen im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Welche Empfehlung gibt der Autor für die Praxis in Amateurvereinen?
Der Autor empfiehlt Vereinen, einen spezialisierten Athletiktrainer zu verpflichten, um mit professionell geleiteten Einheiten die physischen Leistungsgrenzen der Spieler gezielt zu erweitern.
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- Fynn Buggenthien (Autor), 2019, Schnelligkeit und Schnellkraft bei Fußballspielern. Eine Machbarkeitsstudie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1059612