Möglichkeiten der Industrie 4.0, Instrumente des Produktionscontrolling zu verbessern


Hausarbeit, 2021

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnisiii

Einleitung

1 Begriffe und Grundlagen
1.1 Produktionscontrolling
1.1.1 Aufgaben
1.1.2 Instrumente

1.2 Industrie 4.0
1.2.1 Definition
1.2.2 Merkmale und Konzepte

2 Produktionscontrolling im Kontext von Industrie 4.0
2.1 Die Auswirkung von Echtzeitdaten auf das Produktionscontrolling
2.2 Risiken der Auswirkungen von Industrie 4.0 begrenzen und Chancen mit Hilfe des Produktionscontrolling nutzen

3 Zusammenfassung und Ausblick

4 Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung

BMWi Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

ICV Internationaler Controller Verein

IGC International Group of Controlling

Einleitung

Der produzierende Sektor ist in Deutschland zweitgrößte Wirtschaftszweig und trägt mit 22,9% zum Bruttoinlandsprodukt bei(Vgl. Statista Research Department, 2021). Damit ist er eine wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft. Jedoch sieht sich dieser Wirtschaftssektor aufgrund aktueller Entwicklungen unter Druck. Auf der einen Seite die voranschreitende Globalisierung und eine steigende Variantenanzahl(Vgl. Schuh et al., 2007, S. 630). Auf der anderen Seite die voranschreitende Digitalisierung, ermöglicht durch immer neue Informationstechnologie. Diese wird im Konzept Industrie 4.0 zusammengefasst, welches erstmals auf der Hannover-Messe 2011 vorgestellt wurde(Vgl.Steinhoff, 2016, S. 1).

Diese Entwicklungen verlaufen für Unternehmen unterschiedlich ab und die Herausforderungen sind stark von individuellen Faktoren geprägt. Jedoch ändern sich für viele Unternehmen die Rahmenbedingungen ihrer Geschäftstätigkeiten. Die zentrale Aufgabe der Unternehmung bleibt aber bestehen. Um überlebensfähig zu sein, müssen sie Gewinn machen, hierfür muss die Wirtschaftlichkeit, bzw. Rentabilität gewährleistet sein(Vgl. Lübeck, 1971, S. 35). Daraus ergeben sich für die Unternehmenslenker immer wieder neue Fragestellungen auf die es Antworten zu finden gilt, hierbei spielt die Produktion und das damit verbundene Produktionscontrolling eine entscheidende Rolle.

Im Zentrum dieser Arbeit wird daher die Untersuchung der Auswirkungen der durch Industrie 4.0 hervorgerufenen Veränderungen auf das Produktionscontrolling am Beispiel der Verfügbarkeit von Echtzeitdaten stehen. Im ersten Abschnitt wird es um die begrifflichen Definitionen und Erläuterungen im Zusammenhang mit diesem Thema gehen, bevor im zweiten Teil auf die sich durch Industrie 4.0 bietetenden Möglichkeiten für das Produktionscontrolling näher eingegangen wird.

1 Begriffe und Grundlagen

In diesem Kapitel werden die grundlegenden Begriffe des Themas definiert und erläutert. Auf Basis dieser Grundlagen wird im zweiten Kapitel die Fragestellung der Arbeit strukturiert analysiert.

1.1 Produktionscontrolling

1.1.1 Aufgaben

Im Controller-Leitbilder der International Group of Controlling beschreibt diese die Angehörige des Controllings als „Partner“(Vgl.International Group of Controlling [IGC], 2013)des Managements. In ihrer Aufgabenrolle unterstützen sie nicht nur bei Planung und Kontrolle der ablaufenden Geschäftsprozesse, sondern sensibiliseren auch für zukünftige Chancen und Risiken(Vgl.IGC, 2013). Mit ihrer Arbeit sorgen sie für Transparenz und leisten damit einen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens(Vgl. Horváth/Gleich/Seiter, 2020, S. 26; IGC, 2013). Mittlerweile gibt es für die meisten Unternehmensfunktionen extra dafür ausgelegte Controllingbereiche, die beispielsweise im Marketing oder Vertrieb zu finden sind. Aber eben auch in der Produktion, auf deren Besonderheiten sich diese Ausarbeitung konzentriert(Vgl. Horváth/Gleich/Seiter, 2020, S. 27; IGC, 2013).

Das Produktionscontrolling ist innerhalb des Unternehmens eine Abteilung die das Produktionsmanagement und damit meist die Produktionsleitung unterstützt(Vgl.Klein & Schnell, 2012, S. 23). Die Hauptaufgabe ist hierbei mit seiner wirtschaftlich orientierte Arbeitsweise die erfolgreiche Unternehmensführung zu gewährleisten(Vgl.Bauer, 2017, S. 12; Vgl.Klein & Schnell, 2012, S. 23). Hierfür muss die Effizienz und Effektivität der Fertigung sichergestellt werden(Vgl.Klein & Schnell, 2012, S. 23). Das bestehende Spannungsfeld zwischen Kosten, Qualität und Terminen muss aus fertigungswirtschaftlicher wie auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht möglichst optimal gelöst werden(Vgl.Klein & Schnell, 2012, S. 23; Reichmann/Kißler/Baumöl, 2017, S. 361). Das Produktionscontrolling liefert hierzu mit seinen Instrumenten Unterstützung bei der Erfolgsmessung, so dass sich die Fertigungsleitung auf den technischen Teil der Produktion konzentrieren kann(Vgl.Klein & Schnell, 2012, S. 23).

Darüberhinaus ist es möglich die Aufgaben des Produktionscontrolling in strategische und operative Controllingaufgaben zu unterteilen(Vgl.Bauer, 2017, S. 13; Klein & Schnell, 2012, S. 25; Schwellnuß, 2021, 22f.).

1.1.2 Instrumente

Das Produktionscontrolling bedient sich in seiner unterstützenden Funktion, die weit über die einfache Kontrolle hinausgeht, einer Vielzahl an Instrumenten zur Messung der Zielerreichung. Da die große Anzahl dieser Instrumente den Rahmen dieser Ausarbeitung um ein Vielfaches überschreitet, werden hier exemplarisch lediglich zwei Instrumente vorgestellt. Diese werden im weiteren Verlauf der Arbeit noch einmal aufgegriffen, wenn es um die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Produktionscontrolling gehen wird.

Das erste hier vorgestellte Instrument sind Kennzahlen. Diese können in Kennzahlensysteme zusammengeführt werden und sind ein verbreitetes Instrument des Produktionscontrolling(Vgl.Bauer, 2017, S. 23; Götze/Krönert/Mikus, 2010, S. 10; Klein & Schnell, 2012, S. 85). Kennzahlen ermöglichen es quantitative Daten zu verdichten und diese als einen Wert anzugeben. Dadurch ermöglichen sie es entscheidungsrelevante Informationen beizutragen, aber auch Abweichungen zu erkennen und so Handlungsbedarfe aufzuzeigen(Vgl.Krieger et al., 2018; Reichmann/Kißler/Baumöl, 2017, 38f.). Eine Kennzahl erhält ihre Aussagekraft durch eine Vergleichsgröße(Vgl.Reichmann/Kißler/Baumöl, 2017, S. 40).

Außerdem bieten Kennzahlen vielfältige Einsatzmöglichkeiten an unterschiedlichen Stellen des Wertschöpfungsprozess. Sie können herangezogen werden, um den notwendigen Input oder den erzeugten Output der Fertigung in ein Verhältnis zu setzen und so eine Bewertung ermöglichen, aber auch der Produktionsprozess wird durch Kennzahlen transparenter(Vgl.Klein & Schnell, 2012, S. 86).

Ein weiteres Instrument des Produktionscontrolling ist die Kostenträgerrechnung(Vgl.Horváth/Gleich/Seiter, 2020, 257f.; Schwellnuß, 2021, S. 57). Im ersten Schritt werden hierzu alle anfallenden Kosten erfasst, dabei wird zwischen Einzelkosten, welche sich direkt auf ein Produkt anrechnen lassen und Gemeinkosten, die anteilig verteilt werden, unterschieden(Vgl.Schwellnuß, 2021, S. 56). Dies Verteilung erfolgt mit Hilfe der innerbetriebliche Leistungsverrechnung. Diese errechnet Zuschlagssätze, welche es ermöglichen die Gemeinkosten prozentual den Einzelkosten des jeweiligen Produkts hinzuzurechnen(Vgl.Schwellnuß, 2021, 56f.). Mit diesem Instrument ist es möglich die Selbstkosten des Unternehmens für ein Produkt zu errechnen. Davon ausgehend kann ein Angebot kalkuliert werden oder die Selbstkosten mit vorgegebenen Werten abgeglichen werden, um die Wirtschaftlichkeit der Produktion sicherzustellen(Vgl.Horváth/Gleich/Seiter, 2020, 258f.).

1.2 Industrie 4.0

1.2.1 Definition

Erstmals verwendet wurde der Begriff «Industrie 4.0» auf der Hannover Messe 2011(Vgl.Steinhoff, 2016, S. 1). Dabei bezieht sich der Begriff auf die vierte industrielle Revolution, (Vgl. Kagermann/Wahlster/Helbig, 2013, S.18)) welche auf Grund ihrer tiefgreifenden Veränderungen des industriellen Sektors also solche bezeichnet wird(Vgl.Kagermann/Wahlster/Helbig, 2013, S. 17; Obermaier, 2016, S. 4).

Der Begriff Industrie 4.0 besitzt keine einheitliche Definition,(Vgl.Bauer et al, 2014, S. 18)daher wird im Rahmen dieser Arbeit der Beschreibungsansatz von Kagermann, Wahlster und Helbig aus ihren Umsetzungsempfehlungen für das Zukunftsprojekt Industrie 4.0, welche im Jahr 2013 als Abschlussbericht des Arbeitskreises Industrie 4.0 veröffentlicht wurden, verwendet. Darin beschreiben die Autoren das Konzept von Industrie 4.0 als Digitalisierung der Industrieproduktion mittels Vernetzung von Maschinen, Anlagen, Produkten und Mitarbeiter über das Internet(Vgl.Kagermann/Wahlster/Helbig, 2013, S. 18).

Ermöglicht wird dieser durchgängige Datenaustausch entlang der Wertschöpfungskette durch den Einsatz von Cyber-Physischen Systemen. Diese setzen sich aus physischen, intelligenten und vernetzungsfähigen Komponenten zusammen(Vgl.acatech, 2011, S. 13). Durch den Einsatz dieser Systeme wird es möglich jedem realen Objekt ein virtuelles Abbild zuzuordnet. Dieser Zusammenschluss wird als Internet der Dinge bezeichnet(Vgl.Kagermann/Wahlster/Helbig, 2013, S. 18). Die daraus entstehende Fabrikstruktur wird als Smart Factory bezeichnet und ist ein zentraler Bestandteil des Konzepts Internet der Dinge(Vgl.Kagermann/Wahlster/Helbig, 2013, S. 23).

1.2.2 Merkmale und Konzepte

Die große Bedeutung der Digitalisierung der industriellen Produktion wurde in Deutschland bereits 2013 erkannt. In diesem Jahr wurde die Forschung zu Industrie 4.0 als eines der zehn Zukunftsprojekte in die Hightech-Strategie der Bundesregierung aufgenommen(Vgl.BMBF, 2014, S. 50). Im Zuge dessen wurde auch die «Plattform Industrie 4.0» ins Leben gerufen, welche dazu dient die Forschungsarbeit in diesem Bereich weiter voranzutreiben und Beratung(Vgl. BMWi & BMBF 2021; ICV, 2015, S.3f.).

Diese Arbeit beschäftigt sich im Schwerpunkt mit den Auswirkungen auf das Produktionscontrolling am Beispiel der Verfügbarkeit von Echtzeitdaten. Dieser Themenbereich wurde gewählt, da u.a. der Internationale Controller Verein der Übertragung von Echtzeitdaten in seinem Dreamcar zum Thema Industrie 4.0 besondere Bedeutung beimisst(Vgl.ICV, 2015, S. 5). Dadurch sei eine Steuerung der Prozess ohne zeitliche Verzögerunge möglich(Vgl.ICV, 2015, S. 5)und eine Verknüpfung zu einem „Wertschöpfungsnetzwerk“(ICV, 2015, S. 5)wird ermöglicht. Dies wiederum sorgt dafür, dass auf die Kundenwünsche flexibel reagiert werden kann(Vgl.ICV, 2015, S. 6).

Im darauf folgenden Kapitel wird diese Sichtweise durch weitere wissenschaftliche Artikel ergänzt, um so ein möglichst umfassendes Bild über die Möglichkeiten des Produktionscontrolling im Kontext von Industrie 4.0 am Beispiel der Echtzeitdatentransparenz zu geben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Möglichkeiten der Industrie 4.0, Instrumente des Produktionscontrolling zu verbessern
Hochschule
Hochschule Reutlingen  (ESB Business School)
Note
1,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
17
Katalognummer
V1059767
ISBN (eBook)
9783346471093
ISBN (Buch)
9783346471109
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Controlling, Industrie 4.0, Produktionscontrolling, Echtzeitdatensteuerung, Echtzeitdaten, Digitalisierung im Controlling
Arbeit zitieren
Jakob Schwarz (Autor:in), 2021, Möglichkeiten der Industrie 4.0, Instrumente des Produktionscontrolling zu verbessern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1059767

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Möglichkeiten der Industrie 4.0, Instrumente des Produktionscontrolling zu verbessern



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden