Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit folgender Frage: Inwieweit ist es ethisch vertretbar, Flüchtlingskinder im Vorschulalter in Berliner multikulturellen Kindertagesstätten Krieg spielen zu lassen? Im Kontext der Pädagogik, des aktuellen Weltgeschehens und den Herausforderungen von geflüchteten Menschen wird das Verbot des Kriegspielens in Kindertagesstätten hinterfragt, in dem es als kindliche Form des Ausdrucks betrachtet wird. Hierbei wird sich auf modernes, psychologisches Wissen und altbekannte philosophische Ansätze bezogen. Nach dem Konzept der Urteilsfindung nach Eduart Tödt wird versucht, die ethische Frage zu beantworten und Richtung zu den möglichen Lösungen hin anzubieten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2.1 Kinder aus Kriegsgebieten in Deutschland
2.2 Traumatische Erfahrungen aus Sicht der Kinder
2.3 Definition von Traumatisierungen
3.1 Erziehung - und Bildungskontext in Kitas
3.2 Theorien der Sozialen
4.1 Exkurs Ethik
4.2 Ethik in der Sozialen Arbeit
4.3 Ethische Dimension der Bildung (ethisches Dilemma)
5.1 Tödt und sein Konzept
5.2 Tödts Schritte / Sachmomente in Bezug auf das Praxisbeispiel
6.1 Fazit
6.2 Eigenes Resümee
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Hausarbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit von Kriegsspielen bei Flüchtlingskindern im Vorschulalter in Berliner Kindertagesstätten und entwickelt auf Basis eines spezifischen philosophischen Konzepts Lösungsansätze für pädagogische Fachkräfte.
- Psychische Belastungen und Traumatisierungen bei geflüchteten Kindern
- Pädagogische Rahmenbedingungen und Bildungsauftrag in Kindertagesstätten
- Theoretische Grundlagen der Ethik in der Sozialen Arbeit
- Anwendung des Konzepts der sittlichen Urteilsfindung nach Eduard Tödt
- Reflexion pädagogischer Handlungsoptionen im Umgang mit Kriegsspielen
Auszug aus dem Buch
5.1 Tödt und sein Konzept
Eduart Tödt (1918-1991) genoss eine christliche Erziehung und wurde in seiner Jugend als potentieller NS- Parteinachwuchs ausgelesen und ausgebildet. Er entschied sich jedoch gegen die Karriere bei der NS um Theologie zu studieren . Als Professor für systemische Theologie , Ethik und Sozialethik in Heidelberg setzte er sich unter anderen stark für die Friedensforschung ein (Vgl. J.-H. Pörken, 2016, Abs.14.). In seinem 1988 herausgegebenen Buch „Perspektiven theologischer Ethik „, beschreibt er eine Theorie sittlicher Urteilsfindung in sechs Schritten. In diesem Kapitel beziehe ich mich ausschließlich auf dieses Buch.
Zunächst erklärt Tödt sein Verständnis vom Wort „Urteil“. Er bezieht sich hier auf die althochdeutsche Sprache, in der „urteilen“ soviel wie den „Wahrspruch erteilen“ hieß. Er erklärt dann weiter, dass „sittliche Urteile“ sich nicht auf das was ist, beziehen, sondern auf das was mit unserer Beteiligung werden soll. Er beschreibt , dass ein Mensch nur sittlich und vernünftig in einem handelt, wenn er der Maxime folgt, dass seine Handlungen für alle Gesetz werden könnte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin legt die Forschungsfrage dar, das ethische Dilemma von Kriegsspielen bei traumatisierten Flüchtlingskindern in Kindertagesstätten zu untersuchen.
2.1 Kinder aus Kriegsgebieten in Deutschland: Dieses Kapitel thematisiert die prekären Lebensumstände und psychischen Belastungen von geflüchteten Kindern nach ihrer Ankunft in Deutschland.
2.2 Traumatische Erfahrungen aus Sicht der Kinder: Hier werden die existenziellen Ängste und traumatischen Erlebnisse von Kindern aus Kriegsgebieten aus deren Perspektive beleuchtet.
2.3 Definition von Traumatisierungen: Es erfolgt eine fachliche Definition des Trauma-Begriffs sowie dessen Auswirkungen auf das Verhalten und die psychische Verfassung von Kindern.
3.1 Erziehung - und Bildungskontext in Kitas: Dieses Kapitel setzt sich mit dem Bildungsauftrag und den rechtlichen Rahmenbedingungen in Berliner Kitas auseinander.
3.2 Theorien der Sozialen: Es werden verschiedene Arbeitsfelder und theoretische Ansätze der Sozialen Arbeit im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe vorgestellt.
4.1 Exkurs Ethik: Dieses Kapitel führt in die Grundlagen der Ethik als philosophische Disziplin ein und spannt den Bogen zum Praxisbeispiel der Kriegsspiele.
4.2 Ethik in der Sozialen Arbeit: Hier wird das Spannungsfeld zwischen Ethik und beruflicher Praxis sowie die ethische Verantwortung von Fachkräften diskutiert.
4.3 Ethische Dimension der Bildung (ethisches Dilemma): Das Kapitel reflektiert moralische Dilemmata in der Pädagogik und die Herausforderung, zwischen verschiedenen Handlungsoptionen zu wählen.
5.1 Tödt und sein Konzept: Einführung in die Theorie der sittlichen Urteilsfindung nach Eduard Tödt als methodisches Modell.
5.2 Tödts Schritte / Sachmomente in Bezug auf das Praxisbeispiel: Anwendung der Urteilsfindungsschritte nach Tödt auf das konkrete Problem des spielerischen Umgangs mit Krieg in Kitas.
6.1 Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und abschließende Bewertung der pädagogischen Herausforderungen beim Umgang mit Kriegsspielen.
6.2 Eigenes Resümee: Die Autorin reflektiert ihren Erkenntnisgewinn und den persönlichen Lernprozess während der Erarbeitung dieser Hausarbeit.
Schlüsselwörter
Kriegsspiele, Flüchtlingskinder, Trauma, Soziale Arbeit, Ethisches Dilemma, Sittliche Urteilsfindung, Eduard Tödt, Kindertagesstätte, Pädagogik, Resilienz, Bildungsauftrag, Traumaverarbeitung, Moral, Kindeswohl, Bewältigungsstrategien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das ethische Dilemma, wie pädagogische Fachkräfte in Berliner Kindertagesstätten mit Kriegsspielen von traumatisierten geflüchteten Kindern umgehen sollten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die psychische Situation traumatisierter Flüchtlingskinder, die pädagogische Bildungsarbeit, ethische Theorien in der Sozialen Arbeit und Konzepte zur sittlichen Urteilsfindung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis der Theorie von Eduard Tödt ethisch begründete Handlungsstrategien für Fachkräfte zu entwickeln, die den Balanceakt zwischen Verbot und therapeutischer Begleitung meistern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur und philosophischen Ansätzen, kombiniert mit eigenen Beobachtungen aus der beruflichen Praxis in Berliner Bildungseinrichtungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Situation traumatisierter Kinder, die Darstellung des Bildungs- und Erziehungskontextes, eine ethische Einordnung sowie die methodische Anwendung des Konzepts von Eduard Tödt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kriegsspiele, Trauma, Flüchtlingskinder, Ethisches Dilemma, Soziale Arbeit und Urteilsfindung.
Warum wird das Konzept von Eduard Tödt angewendet?
Das Konzept von Tödt bietet ein systematisches, sechsstufiges Modell, um komplexe sittliche Probleme und Dilemmata in der Praxis strukturiert zu analysieren und zu einer fundierten Entscheidung zu gelangen.
Wie schätzt die Autorin die pädagogische Praxis ein?
Die Autorin kritisiert, dass oft ein schlichtes Verbot praktiziert wird, plädiert jedoch für eine differenzierte, fachlich begleitete Form des Spiels, da starre Verbote der Komplexität traumatisierter Kinder nicht gerecht werden.
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- Marieke Höfs (Autor), 2019, Erforschung eines ethischen Dilemmas nach Eduart Tödt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1059800