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Das Verhältnis von Peer Culture und Schule

Eine kulturanalytische Rekonstruktion

Título: Das Verhältnis von Peer Culture und Schule

Tesis (Bachelor) , 2021 , 36 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor)

Pedagogía - General
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Ziel dieser Arbeit soll eine kulturanalytische Rekonstruktion des Schülerhandelns sein, um die Frage beantworten zu können, wie Peer-Culture im Verhältnis zur Schule steht. Nach einigen Begriffsklärungen und einer Skizzierung der Forschungshistorie soll sich anschließend näher mit Peers auseinandergesetzt werden, um deren Wirkung auf einzelne Kinder und Jugendliche besser nachvollziehen zu können. Danach folgt ein mikroperspektivischer Blick in das Klassenzimmer, welcher unter besonderem Fokus des Unterrichtsgeschehens versuchen soll, das Verhältnis von Peer-Culture und Schule herauszuarbeiten.

Es ist unschwer zu erkennen, dass Kinder und Jugendliche mittlerweile einen großen Zeitanteil in ihrem Leben in institutionellen Einrichtungen verbringen. Den größten Teil davon in der Schule. Wenn man jetzt mit seinem Blick auf Schule nicht mehr auf typische Forschungsfelder, wie zum Beispiel Lehrerbildung oder Unterrichtsforschung schaut, dann sollte dabei auffallen, dass hierbei die Sichtweise auf Schule als eine Alltagwelt für Kinder und Jugendliche, keine große Bedeutung erfährt. Schüler/innen besuchen nicht einfach nur jeden Tag die Schule, lassen mehrere Stunden Unterricht über sich ergehen, und gehen dann nach Hause. Für Kinder und Jugendliche ist Schule viel mehr als einfach nur Leistungserbringung. Sie bilden Freundschaften, bilden ihre Identität und agieren jeden Tag als Mitglied einer Schulklasse unter Einfluss von unfreiwilligen Beziehungen. Genauer gesagt: Sie leben einen großen Teil ihres Lebens in einem Klassenverband, welcher durch die Institution zusammengesetzt wird und mit dem sich jeder Schüler oder jede Schülerin täglich auseinandersetzen muss. Das aus dem angloamerikanischen Raum stammende Wort ‚peer‘ beschreibt diese Konstellation hier zutreffend, nämlich dass es sich um gleichaltrige beziehungsweise gleichgesinnte Gruppen von Personen dreht. Das schulische Leben von Kindern und Jugendlichen in der Rolle der Peers, steht demnach immer in Relation zu der Institution und stellt somit ein einzigartiges Phänomen dar, welches in dieser Arbeit als Schülerkultur beziehungsweise Peer-Culture verstanden werden soll. Im Rahmen der Peer-Culture Forschung wird dementsprechend Schule beziehungsweise Unterricht vom Schüler aus untersucht. Dieses Forschungsfeld brachte in den letzten Jahren einige nennenswerte Studien und Arbeiten hervor, die jedoch kaum, oder wenn überhaupt nur oberflächlich, in einen Gesamtzusammenhang gebracht wurden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen

2.1 Peers

2.2 Peer-Groups

2.3 Peer-Culture

3. Forschungshistorie

4. Peers und ihre Wirkung im Leben von Kindern und Jugendlichen

4.1 Unterschiede zwischen Peers und Familie im Kontext der Sozialisation

4.2 Die Wirkung von Peers in der Schule

5. Peer-Culture in jeder Schule gleich? Einflussfaktoren auf die Entfaltung einer Schülerkultur

5.1 Peer-Culture und Schulkultur

5.2 Peer-Culture in aufstrebenden Schulformen am Beispiel der Ganztagsschule

6. Peer-Culture in der Schule – ein mikroperspektivischer Blick

6.1 Die Perspektive der Schüler/innen auf die Institution Schule

6.2 Die Entstehung und Bedeutung von Peer-Culture in der Schule

6.3 Erwachsene in der Kultur von Peers – Die Verflochtenheit von Peer-Culture und Lehr kraft

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, eine kulturanalytische Rekonstruktion des Schülerhandelns vorzunehmen, um zu ergründen, wie Peer-Culture im Verhältnis zur Institution Schule steht. Dabei liegt der Fokus darauf, wie Kinder und Jugendliche innerhalb der schulischen Strukturen ihre eigenen sozialen Welten gestalten und inwiefern diese mit dem schulischen Alltag und dem Unterrichtsgeschehen interagieren.

  • Das Spannungsfeld zwischen offizieller schulischer Ordnung und inoffizieller Peer-Culture.
  • Die Sozialisation durch Peers im Vergleich zur familiären Prägung.
  • Einflussfaktoren der Schulkultur auf die Entfaltung von Schülerkulturen.
  • Die Rolle der Ganztagsschule als veränderter Interaktionsraum.
  • Mikroperspektivische Analyse des Unterrichtsgeschehens (Bühnenkonzept).
  • Die Lehrperson als Ressource oder Akteur innerhalb der Peerkultur.

Auszug aus dem Buch

6.2 Die Entstehung und Bedeutung von Peer-Culture in der Schule

Wenn man konkret einen Blick in das Klassenzimmer wirft, wird deutlich, dass die Institution Schule, mit ihrer spezifischen Struktur und ihren Regularien, einen gewissen Rahmen vorgibt. Dieser Rahmen lässt Kinder zu schulischen Akteuren werden und sie somit eine gewisse Rolle einnehmen, wenn sie zur Schule gehen, viel mehr aber noch, wenn sie das Klassenzimmer betreten (De Boer 2009 S.105). Dieses schulische Rollenhandeln stehe jedoch in einem Spannungsverhältnis zur Peer-Culture, da das Handeln als schulischer Akteur nicht aus freiem Willen erfolge, sondern ein, auf die auf die institutionelle Ordnung abgestimmtes, Verhalten sei (ebd.). Somit laufen gerade innerhalb des Unterrichts zwei Prozesse gleichzeitig ab: Zum einen das Agieren als Schüler/in und zum anderen das Verhalten als Peer. Um dieses Spannungsverhältnis greifbarer werden zu lassen, benutzte Jürgen Zinnecker gegen Ende des 20. Jahrhunderts das Bühnenkonzept des Soziologen Erving Goffman und setzte dieses in einen Zusammenhang mit dem Schulgeschehen (Breidenstein & Kelle 2002, S.318). Dieser theoretische Ansatz trennt also offizielles (Vorderbühne) und inoffizielles Geschehen (Hinterbühne) innerhalb des Schulalltages (ebd., S.318).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik und Darlegung der Zielsetzung, Peer-Culture als Phänomen im Kontext der schulischen Alltagswelt von Kindern und Jugendlichen zu untersuchen.

2. Begriffsdefinitionen: Klärung der zentralen Begriffe Peers, Peer-Groups und Peer-Culture, um ein einheitliches Verständnis für die Analyse zu schaffen.

3. Forschungshistorie: Überblick über die historische Entwicklung der schulpädagogischen Sichtweise auf Schülerkulturen, von der kritischen Betrachtung hin zur sozialisationstheoretischen Erforschung.

4. Peers und ihre Wirkung im Leben von Kindern und Jugendlichen: Analyse der Bedeutung von Peer-Beziehungen für die Sozialisation und deren differenzierte Wirkung auf den Einzelnen im Schulalltag.

5. Peer-Culture in jeder Schule gleich? Einflussfaktoren auf die Entfaltung einer Schülerkultur: Untersuchung, wie unterschiedliche Schulkulturen und Schulformen wie die Ganztagsschule die Ausprägung peerkultureller Aktivitäten beeinflussen.

6. Peer-Culture in der Schule – ein mikroperspektivischer Blick: Detaillierte Betrachtung des Unterrichtsgeschehens, insbesondere mittels des Bühnenkonzepts, um die Interaktion zwischen Schülern, Lehrkräften und institutionellen Anforderungen zu verdeutlichen.

7. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Synthese der Ergebnisse, die die Omnipräsenz von Peer-Culture als integrale Komponente des schulischen Lebens bestätigt.

Schlüsselwörter

Peer-Culture, Schule, Schülerkultur, Sozialisation, Peer-Group, Schulkultur, Unterrichtsgeschehen, Bühnenkonzept, Vorderbühne, Hinterbühne, Schülerhandeln, Interaktion, Ganztagsschule, Identitätsbildung, Schulleistungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Peer-Culture und Schule aus einer kulturanalytischen Perspektive und beleuchtet, wie Schülerinnen und Schüler den Ort Schule als Gestaltungsraum für ihre eigene Kultur nutzen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Sozialisation durch Gleichaltrige, die Bedeutung der Schulkultur für die Entfaltung von Schülerkulturen, die Interaktion im Unterricht sowie die Rolle der Lehrkräfte in diesem Gefüge.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist die kulturanalytische Rekonstruktion des Schülerhandelns, um die Frage zu beantworten, wie sich die informelle Kultur der Peers zur offiziellen institutionellen Ordnung der Schule verhält.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung ethnografischer Studien und wissenschaftlicher Beiträge, um das Phänomen aus einer mikroperspektivischen Sichtweise zu erklären.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit Begriffsklärungen, der Forschungshistorie, der Wirkung von Peers auf die Sozialisation, dem Einfluss verschiedener Schulkulturen sowie einer detaillierten Analyse des Unterrichtsalltags mittels des Bühnenkonzepts.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Peer-Culture, Schülerhabitus, Vorder- und Hinterbühne, Sozialisation sowie Schulkultur maßgeblich geprägt.

Wie unterscheidet sich die Peer-Kultur in verschiedenen Schulformen?

Die Untersuchung zeigt, dass beispielsweise leistungsorientierte Gymnasien weniger Spielraum für peerkulturelle Aktivitäten im Unterricht bieten als reformpädagogische Gesamtschulen oder Ganztagsschulen, wo sich neue Interaktionsräume ergeben.

Welche Rolle spielt die Lehrperson innerhalb der Peer-Culture?

Die Lehrperson dient Peers häufig als "Ressource" für Unterhaltung oder Gemeinschaftsbildung, wird aber auch zum Gegenstand der Evaluation, des Protests oder der ironischen Distanzierung, um die eigene Rolle zu definieren.

Was bedeutet das "Bühnenkonzept" im Kontext dieser Arbeit?

In Anlehnung an Goffman unterscheidet das Konzept zwischen der "Vorderbühne" (offizielles Unterrichtsgeschehen) und der "Hinterbühne" (inoffizielles, peerkulturelles Handeln), die oft gleichzeitig existieren.

Welche Bedeutung hat das "Zettel-Schreiben" als peerkulturelle Praxis?

Das Zettel-Schreiben fungiert als subversive Praxis, die es Peers ermöglicht, soziale Bindungen und Kommunikation innerhalb der offiziellen Unterrichtsordnung aufrechtzuerhalten, ohne diese direkt zu stören.

Final del extracto de 36 páginas  - subir

Detalles

Título
Das Verhältnis von Peer Culture und Schule
Subtítulo
Eine kulturanalytische Rekonstruktion
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz
Calificación
1,0
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2021
Páginas
36
No. de catálogo
V1059924
ISBN (Ebook)
9783346474711
ISBN (Libro)
9783346474728
Idioma
Alemán
Etiqueta
Peer-Culture Peers und Schule
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2021, Das Verhältnis von Peer Culture und Schule, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1059924
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Extracto de  36  Páginas
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