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Der Epiphänomenalismus auf dem Prüfstand

Betrachtung und Auswertung der klassischen Argumente gegen den Epiphänomenalismus

Title: Der Epiphänomenalismus auf dem Prüfstand

Term Paper , 2020 , 12 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Charlotte Mann (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Summary Excerpt Details

Die subjektive Wahrnehmung unserer Rolle in der Welt besteht unter anderem darin, dass wir mit unseren Absichten und Überzeugungen unser Verhalten und damit auch die Welt um uns herum beeinflussen können. Demzufolge haben mentale Phänomene eine kausale Wirkungskraft auf die physische Welt. Wie aber ist es möglich, dass geistige Ereignisse in die materielle Welt eingreifen und dort Veränderungen verursachen können?
Dies ist Teil eines Problems, das Philosophen schon seit der Antike beschäftigt. Das Leib-Seele-Problem beschäftigt sich mit eben diesen Fragen, die das Verhältnis zwischen mentalen und Physischen Phänomenen beschäftigen: Sind mentale und physische Phänomene identisch? Und wenn nicht, wie stehen sie zueinander in Verbindung?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Leib-Seele-Problem

3. Der Epiphänomenalismus

4. Einwände gegen den Epiphänomenalismus

4.1 Kontraintuitivität

4.2 Qualia und die Evolution

4.3 Fremdpsyche und epistemische Asymmetrie

4.4. Das Bewusstsein über Bewusstseinsereignisse

5. Wie das Gehirn lernt

6. Der Epiphänomenalismus auf dem Prüfstand

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Plausibilität des Epiphänomenalismus, welcher mentale Phänomene als kausal wirkungslose Begleiterscheinungen physischer Gehirnprozesse betrachtet, und analysiert hierzu die klassischen philosophischen Einwände sowie neurowissenschaftliche Erkenntnisse.

  • Das Leib-Seele-Problem und die Position des Epiphänomenalismus.
  • Klassische Einwände wie Kontraintuitivität und epistemische Asymmetrie.
  • Die Rolle von Qualia im Kontext der Evolutionstheorie.
  • Neurobiologische Aspekte des Lernens als Basis für die Diskussion.
  • Kritische Bewertung der aktuellen Beweislage im philosophischen Diskurs.

Auszug aus dem Buch

4.4. Das Bewusstsein über Bewusstseinsereignisse

Da der Epiphänomenalismus mentalen Ereignissen keine kausale Wirkung zuspricht, diese jedoch für den Erkenntnisakt vonnöten sind, schließt der Epiphänomenalismus aus, dass wir von unseren eigenen Bewusstseinszuständen überhaupt wissen, geschweige denn und darauf beziehen können. Es entsteht ein praktischer Widerspruch, der entweder dazu führt, dass wir unsere eigenen mentalen Ereignisse nicht kennen können, oder aber dass unser Wissen über sie nicht dazu führen kann, dass wir über sie sprechen (was ein physischer Akt wäre).17

Karl Popper behauptet hierzu, der Epiphänomenalismus sei regelrecht selbstzerstörend:

„Denn der Epiphänomenalismus muß argumentieren, daß Argumente und Gründe nicht wirklich zählen. Sie können unsere Handlungsdispositionen […] nicht wirklich beeinflussen, genausowenig wie die Handlung selbst. […] Auf diese Weise führt das epiphänomenalistische Denken zur Erkenntnis der eigenen Belanglosigkeit.“18

Epiphänomenalistisch wirksam könnte der Einwand, das eigene Bewusstsein sei nicht erfassbar, erklärt werden, indem man sich darauf beruft, dass die Begriffe für mentale Ereignisse gelernt werden müssen. Dieser Akt des Lernens hängt mit Gehirnaktivitäten zusammen, genauso wie mit Korrelationen zwischen Ereignissen im Gehirn und dem lernenden Subjekt. 19

Jacksons Gegenargument in diesem Fall bestätigt, dass das Wissen über den eigenen Bewusstseinszustand keine Kausalität benötigt. Er stimmt damit überein, dass das Wissen über den eigenen Bewusstseinszustand von neuronalen Spuren im Gehirn übermittelt wird.20

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Leib-Seele-Problem ein und stellt die zentrale Forschungsfrage zur kausalen Rolle mentaler Phänomene sowie das Ziel der Arbeit vor.

2. Das Leib-Seele-Problem: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des dualistischen Trilemmas und die drei sich ausschließenden Annahmen über mentale und physische Phänomene.

3. Der Epiphänomenalismus: Es wird die historische Entwicklung der Theorie durch Thomas Huxley sowie deren Einordnung in das Leib-Seele-Trilemma beschrieben.

4. Einwände gegen den Epiphänomenalismus: In diesem Teil werden zentrale Gegenargumente, darunter die Kontraintuitivität, evolutionäre Probleme mit Qualia und das Wissen über eigene Bewusstseinszustände, kritisch dargelegt.

5. Wie das Gehirn lernt: Ein Exkurs in die Neurobiologie verdeutlicht die Mechanismen synaptischer Veränderungen und die neuronale Basis von Lernprozessen.

6. Der Epiphänomenalismus auf dem Prüfstand: Die Argumente pro und contra werden unter Einbeziehung neuer Aspekte erneut abgewogen und diskutiert.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass aktuell weder die Philosophie noch die Hirnforschung eine abschließende Antwort auf die Gültigkeit des Epiphänomenalismus geben können.

Schlüsselwörter

Epiphänomenalismus, Leib-Seele-Problem, Mentale Verursachung, Dualismus, Physikalismus, Qualia, Bewusstsein, Hirnforschung, Benjamin Libet, neuronale Korrelate, Evolution, Neurobiologie, Erkenntnistheorie, Mentale Zustände, Kausalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophische Theorie des Epiphänomenalismus, welche besagt, dass mentale Phänomene zwar existieren, aber keinen kausalen Einfluss auf die physische Welt oder unser Verhalten haben.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Felder sind die Philosophie des Geistes, das Leib-Seele-Problem, die evolutionäre Bedeutung von Bewusstsein sowie neurobiologische Grundlagen von Gehirnprozessen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Stichhaltigkeit des Epiphänomenalismus kritisch zu prüfen und zu bewerten, ob mentale Phänomene tatsächlich nur "Begleiterscheinungen" physischer Abläufe sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Analyse, die bestehende Argumente (wie die von Frank Jackson oder Karl Popper) mit neurowissenschaftlichen Erkenntnissen (z. B. Libet-Experiment) abgleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die klassischen Einwände gegen den Epiphänomenalismus und untersucht, wie Gehirnaktivitäten und Lernprozesse die Debatte über mentale Kausalität beeinflussen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Epiphänomenalismus, mentale Verursachung, Leib-Seele-Problem, Qualia und neuronale Korrelate sind für das Verständnis der Argumentation entscheidend.

Inwiefern beeinflusst das Libet-Experiment die Argumentation der Arbeit?

Das Experiment dient dazu, die epiphänomenalistische Position zu stützen, da gemessene Gehirnaktivitäten dem bewussten Willensakt zeitlich vorausgehen, was auf die Kausalität physischer Prozesse hinweist.

Warum wird die Biologie des Lernens als Exkurs hinzugezogen?

Der Exkurs dient dazu, die neurobiologischen Zusammenhänge zwischen physischen Gehirnveränderungen (Synapsenwachstum) und mentalen Inhalten zu beleuchten, um die philosophische Diskussion empirisch zu erden.

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Details

Title
Der Epiphänomenalismus auf dem Prüfstand
Subtitle
Betrachtung und Auswertung der klassischen Argumente gegen den Epiphänomenalismus
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Philosophisches Institut)
Course
Fortgeschrittenenkurse Theoretische Philosophie
Grade
1,7
Author
Charlotte Mann (Author)
Publication Year
2020
Pages
12
Catalog Number
V1059974
ISBN (eBook)
9783346472229
ISBN (Book)
9783346472236
Language
German
Tags
Epiphänomenalismus Leib-Seele-Problem Qualia epistemisch mentale Phänomene mental physisch Gehirnvorgänge Dualismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Charlotte Mann (Author), 2020, Der Epiphänomenalismus auf dem Prüfstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1059974
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