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Film als Kunst. Die Laokoon Debatte und Martin Scorseses Kritik an der Filmindustrie

Titel: Film als Kunst. Die Laokoon Debatte und Martin Scorseses Kritik an der Filmindustrie

Seminararbeit , 2021 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Maximilian Ahrens (Autor:in)

Kunst - Allgemeines, Kunsttheorie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit stellt eine analytische Zusammenführung der Laokoon-Debatte des 18. Jahrhunderts mit Martin Scorseses Kritik am Marvel-Franchise und der Filmindustrie im Hinblick auf das sehr ähnliche Kunst- und Ästhetikverständnis, das sich aus beiden Diskursen herauskristallisiert, dar. Herausgearbeitet werden Scorseses Kunstbegriff und sein Anspruch ans Kino als Kunstform in Abgrenzung zum Unterhaltungsfilm.

Um als Kunstform auf Augenhöhe mit älteren Ausdrucksformen wie der Literatur oder der Malerei stattfinden zu können, muss der Film Scorsese zufolge nach einem bestimmten Ideal streben. Von der größten Einheit, dem Film als Gesamtwerk, bis hin zum kleinsten Bestandteil der audiovisuellen Präsentation, muss das Streben nach einer möglichst hohen Prägnanz, die nur unter den medialen Bedingungen des Films entstehen kann, als Maxime gelten. Für den Film als Medium, das viele künstlerische Disziplinen und multimediale Ebenen in sich vereint und aufeinander beziehen muss, gelten dabei besondere Regeln. Folgt man Scorseses Argumentation, muss auf diese Regeln ein neues Licht geworfen werden, um die Kunstform Kino klar vom Unterhaltungsfilm abzugrenzen. So kann die Grundlage geschaffen werden, um neue Räume für das Kino als Kunstform zu denken.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hintergründe

2.1 Die Laokoon-Debatte und der prägnante Moment

2.2 Voraussetzungen für den Film als Kunst

2.3 Scorseses Kritik - audiovisuelle Unterhaltung und Kino

3 Der fruchtbare Moment im Kino

3.1 Cineastische Ideale entlang der Laokoon-Debatte

3.2 Scorseses cineastische Prägnanz - The Irishman

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das von Martin Scorsese definierte Ideal des Kinos als Kunstform in Abgrenzung zur reinen audiovisuellen Unterhaltung, indem sie eine Brücke zur historischen Laokoon-Debatte des 18. Jahrhunderts schlägt und das Konzept des "fruchtbaren Moments" auf zeitgenössische Filme anwendet.

  • Die ästhetische Debatte um die Laokoon-Gruppe und deren Übertragbarkeit auf den Film.
  • Die Analyse von Martin Scorseses Kritik an modernen Franchise- und Superheldenfilmen.
  • Die Definition des "fruchtbaren Moments" als Qualitätsmerkmal filmischer Kunstwerke.
  • Die Untersuchung von "The Irishman" als exemplarisches Beispiel für cineastische Prägnanz.
  • Die sozioökonomische Bedeutung von Kinohäusern als Orte der kulturellen Diskurskultur.

Auszug aus dem Buch

3.2 Scorseses cineastische Prägnanz - The Irishman

Ein Beispiel für cineastische Prägnanz findet sich in Scorseses jüngstem Film The Irishman, der bezeichnenderweise nur eine minimale Auswertung im Kino erfuhr, bevor er auf Netflix zur Verfügung gestellt wurde. In der letzten Szene des Films bittet der altersschwache Gangster Frank Sheeran einen Pfarrer, der ihm gerade einen letzten Besuch vor Weihnachten im Altersheim abstattet, die Tür einen Spaltbreit offen zu lassen. Der Pfarrer verlässt den Raum und man sieht Frank durch den Türspalt, wie er einsam auf seinem Sessel zurückbleibt, nur noch einmal unterbrochen durch eine Nahaufnahme seines verhärmten, müde ausdruckslosen Gesichts. Nur seine Augen lassen einen Anflug von Trauer erkennen. Die letzten Zeilen des Drehbuchs lauten:

FRANK Christmas is in a few weeks? VOICE Yeah. FRANK Okay. Give my love to your family. VOICE I will. I’ll see you later. FRANK I’m not going anywhere.

From outside the room, the door starts to close, but stops just short of covering up our view of Frank in the room. We can just make him out, in the sliver of light between the edge of the door and the frame, sitting alone in his wheelchair.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Debatte um Martin Scorseses Kritik an modernen Franchise-Filmen ein und etabliert die Relevanz der Untersuchung des Films als eigenständige Kunstform.

2 Hintergründe: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen durch die historische Laokoon-Debatte und medientheoretische Ansätze von Rudolf Arnheim gelegt, um Scorseses Forderung nach einem "Kino" als Kunstform zu untermauern.

2.1 Die Laokoon-Debatte und der prägnante Moment: Hier wird die historische Diskussion um die Laokoon-Skulptur und das ästhetische Ideal des "fruchtbaren Moments" nachgezeichnet, die als Vergleichsmaßstab für die Filmästhetik dient.

2.2 Voraussetzungen für den Film als Kunst: Basierend auf Rudolf Arnheims Ansichten werden die spezifischen Herausforderungen und Bedingungen beleuchtet, die ein Werk erfüllen muss, um als eigenständiges filmisches Kunstwerk zu gelten.

2.3 Scorseses Kritik - audiovisuelle Unterhaltung und Kino: Dieses Kapitel analysiert Scorseses Argumente gegen die Vorherrschaft datenbasierter Unterhaltungsprodukte und für die Bedeutung des Kinos als Ort der individuellen künstlerischen Vision.

3 Der fruchtbare Moment im Kino: Hier werden die zuvor erarbeiteten ästhetischen Ideale direkt auf das Medium Film angewendet, um die Anforderungen an eine künstlerisch wertvolle Inszenierung zu definieren.

3.1 Cineastische Ideale entlang der Laokoon-Debatte: Dieses Kapitel verknüpft die Anforderungen an die Darstellung menschlicher Natur und Energie mit den Möglichkeiten der filmischen Erzählweise und Kadrage.

3.2 Scorseses cineastische Prägnanz - The Irishman: Anhand einer detaillierten Analyse der Schlussszene des Films "The Irishman" wird aufgezeigt, wie Scorsese das Ideal des fruchtbaren Moments cineastisch umsetzt.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Notwendigkeit einer neuen kuratorischen Praxis für Kinos, um Filmkunst im Sinne Scorseses zu bewahren.

Schlüsselwörter

Kino, Kunstform, Martin Scorsese, Laokoon-Debatte, fruchtbarer Moment, Filmästhetik, The Irishman, Franchise-Filme, audiovisuelle Unterhaltung, Regie, Bildgestaltung, Filmtheorie, Filmanalyse, Prägnanz, Kinohaus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Martin Scorseses kritische Position gegenüber dem modernen Blockbuster-Kino und setzt diese in Bezug zu klassischen ästhetischen Theorien über Kunst und Literatur.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft die Filmgeschichte und aktuelle Debatten um die Filmindustrie mit kunstgeschichtlichen Konzepten wie dem "fruchtbaren Moment" und der Rolle des Regisseurs als Künstler.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, ein theoretisches Fundament zu erarbeiten, mit dem man Scorseses Forderung nach einem "Kino" als Kunstform abgrenzend zu reinen Unterhaltungsprodukten begründen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die historische ästhetische Diskursbeiträge mit zeitgenössischer Filmtheorie und einer konkreten Filmanalyse verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Hintergründe der Laokoon-Debatte, definiert medientheoretische Voraussetzungen für Filmkunst und analysiert Scorseses Kritik sowie deren Umsetzung in dem Film "The Irishman".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kino, Filmkunst, der fruchtbare Moment, ästhetisches Ideal, Regievision und die Abgrenzung zum rein kommerziellen Unterhaltungsprodukt.

Warum bezieht sich der Autor explizit auf die Laokoon-Debatte?

Die Debatte aus dem 18. Jahrhundert liefert eine fundierte ästhetische Begründung für die Auswahl spezifischer Momente, die als künstlerisch besonders wirkungsvoll gelten, was Scorsese auf die Filmgestaltung überträgt.

Was macht "The Irishman" für die Argumentation des Autors so besonders?

Der Film wird als ein Beispiel angeführt, das durch seine ästhetische Reduktion und Mehrdeutigkeit genau jene künstlerische Vision verkörpert, die Scorsese in aktuellen Superheldenfilmen vermisst.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Film als Kunst. Die Laokoon Debatte und Martin Scorseses Kritik an der Filmindustrie
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Veranstaltung
Bild und Einbildung. Zur Geschichte der Bildbetrachtung
Note
1,3
Autor
Maximilian Ahrens (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
18
Katalognummer
V1060074
ISBN (eBook)
9783346472410
ISBN (Buch)
9783346472427
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Martin Scorsese Marvel Diskursanalyse Laookon Debatte Kulturkritik Goethe Schiller Winckelmann Herder Bildbetrachtung Kino Semiotik Bildsprache Arnheim neuer laokoon filmkritik Filmindustrie Adorno the irishman Netflix Unterhaltungsindustrie Mainstream Lessing theme parks film als kunst kinofilm prägnant prägnanz fruchtbar Superheld Superhelden Superheldenfilm Iron Man Subjekt Herrschaftsverhältnisse Hagesandros Polydoros Athenodoros bildende große Seele literarisch Aristoteles Energie Franchise Literatur Ausdruck küntlerisch Kunstwerk New Hollywood transitorisch poesie poetisch malerisch kunstfertigkeit laocoon
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GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maximilian Ahrens (Autor:in), 2021, Film als Kunst. Die Laokoon Debatte und Martin Scorseses Kritik an der Filmindustrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1060074
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Leseprobe aus  18  Seiten
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