Seit ihrer Entstehung (1928) wird die Personalprälatur Opus Dei öffentlich kontrovers diskutiert. So wurde sie zum Beispiel in Belgien offiziell als "sektenähnlich" eingestuft.
Durch die päpstliche Anerkennung eines Wunders und die damit bevorstehende Heiligsprechung ihres Gründers Josemaria Escrivà ist das Opus Dei derzeit wieder mehr in die öffentliche Aufmerksamkeit gerückt worden. Eine Entwicklung, die man im Opus für wenig opportun hält. Innerhalb wie außerhalb der Kirche ist die Meinung über diese
Organisation gespalten. Während meiner Recherchen stieß ich immer wieder auf Tatsachen, die mich davon überzeugten, wie wichtig es ist, sich mit diesem Phänomen auseinander zu setzen: Wieso z.B. trifft man überall, also in Wirtschaft, Politik und auch in der Kirche, besonders in hohen Positionen auf Mitglieder oder zumindest starke Unterstützer des Opus Dei? Wie kommt es, dass grade das Opus, trotz seiner erst so kurzen Existenz, schon so groß (ca. 80000 Mitglieder) und vor allem einflussreich in der Kirche werden konnte? Ich habe mich ausgiebig mit den Positionen beider Parteien auseinandergesetzt und mir zum Ziel gemacht, eine möglichst objektive Darstellung des Opus Dei zu erstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Opus Dei.
2.1. Biographie des Gründers und Geschichte des Opus Dei
2.1.1. Heiligsprechung von Josemaria Escrivà
2.2. Zielsetzung des Opus Dei
2.2.1. Struktur des Opus Dei und der Weg zu Heiligkeit
2.2.2. Jugendarbeit
2.2.3. Die Rolle der Prälatur in Wirtschaft und Politik
2.2.4. Geheimhaltung
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht kritisch die Personalprälatur Opus Dei vor dem Hintergrund ihrer Geschichte, Struktur und gesellschaftlichen Rolle. Ziel ist eine möglichst objektive Darstellung der Organisation, um die kontrovers diskutierte Frage zu klären, wie eine so junge Gruppierung einen derart weitreichenden Einfluss in Wirtschaft, Politik und Kirche erlangen konnte.
- Historische Entwicklung und Gründungsmythos von Josemaria Escrivà
- Strukturelle Organisation und der geforderte Gehorsam der Mitglieder
- Methoden der Rekrutierung und Jugendarbeit
- Einflussnahmen in gesellschaftliche Führungspositionen
- Umgang mit Geheimhaltung und Zensur interner Strukturen
Auszug aus dem Buch
2.2. Zielsetzung des Opus Dei
Die ,,Prälatur vom heiligen Kreuz und Opus Dei" ist seit dem 28.11.1982 eine ,,internationale Personalprälatur der katholischen Kirche". Die Zielsetzung ist, nach dem Vorbild von Jesus auch dem Alltag eine christliche Bedeutung beizumessen. Gemeint ist, die Spaltung zwischen der Bedeutung Christi in der Kirche und im Alltag aufzuheben. Gott soll beim Gläubigen auch den Alltag, das Berufsleben, prägen. Eine Unterteilung dieser Bereiche ist nicht nur unnatürlich, sie widerspricht auch dem christlichen Gottesbild, in dem Gott ja nicht nur in der Kirche gegenwärtig ist. Glauben und tatsächliches Leben sollen miteinander übereinstimmen.
Die Aufgabe der Opus Dei Mitglieder ist es, dieses nicht nur zu erfüllen, sondern auch zu versuchen, es in ihrer sozialen Umgebung zu verbreiten und zu verwirklichen. Dies geschieht unter der Prämisse, dass jeder Getaufte zur Geistlichkeit berufen sei, was aber keinesfalls die hierarchischen Strukturen, die innerhalb der Kirche gelten, außer Kraft setzt. Es ist äußerst wichtig, dass das Opus sich nicht aus dem Alltagsleben zurück zieht, sondern grade dort den Evangelisierungsauftrag in vollem Maße erfüllt. Durch die Organisation sollen Christen in ihrem Glauben gestärkt und in ihrer Glaubenseinheit gefördert werden.
Überraschenderweise bleibt diese Zielsetzung des Opus auch bei den zahlreichen Kritikern der Organisation meist unangetastet. Genaugenommen passt sie auch genau in die offizielle päpstliche Lehrmeinung. Fraglich bleibt dennoch, in wie weit das Opus Dei zumindest in seiner ,,Führungsetage" tatsächlich nur das verfolgt, was nach außen hin verkündet wird, oder ob es einen Unterschied zwischen Programmatik und Alltagsleben im Opus Dei gibt. Wenn ja, , wie groß ist er und ist er gewollt oder nicht?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Der Autor erläutert den Anlass für die Untersuchung, insbesondere die päpstliche Anerkennung eines Wunders und die daraus resultierende Heiligsprechung des Gründers Josemaria Escrivà, und formuliert das Ziel einer objektiven Auseinandersetzung.
2. Das Opus Dei.: Dieses Hauptkapitel bietet eine tiefgehende Analyse der Biografie des Gründers, der offiziellen Zielsetzungen, der internen Hierarchiestrukturen, der Rekrutierungspraktiken, des politischen Einflusses sowie der Thematik der Geheimhaltung.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Praxis der Organisation stark von der offiziellen Selbstdarstellung abweicht und fundamentalistische Tendenzen innerhalb der Kirche fördert.
Schlüsselwörter
Opus Dei, Josemaria Escrivà, Personalprälatur, Katholische Kirche, Heiligung des Alltags, Gehorsam, Numerarier, Supernumerarier, Fundamentalismus, Geheimhaltung, Rekrutierung, Machtstrukturen, Religiosität, Sektenähnlichkeit, Heiligsprechung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Facharbeit bietet eine kritische Bestandsaufnahme der Personalprälatur Opus Dei, beleuchtet ihre Geschichte, ihre internen Machtstrukturen und ihren Einfluss auf die katholische Kirche sowie Politik und Wirtschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten zählen die Biografie von Josemaria Escrivà, das interne Regelsystem, die Rolle des Gehorsams, Praktiken der Jugendarbeit sowie der Umgang mit Zensur und Geheimhaltung.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es, das Phänomen Opus Dei objektiv darzustellen und zu hinterfragen, wie die Organisation trotz ihrer vergleichsweise geringen Mitgliederzahl einen solch großen Einfluss in gesellschaftlichen Schlüsselfeldern erreichen konnte.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von internen Dokumenten und Stellungnahmen, um die Diskrepanz zwischen der offiziellen Lehre und den tatsächlich praktizierten Strukturen aufzudecken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben der Geschichte des Gründers detailliert die verschiedenen Mitgliedsklassen, das tägliche Leben unter strengem Gehorsam sowie Vorwürfe bezüglich der Rekrutierungsmethoden bei Jugendlichen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Opus Dei, Gehorsam, Struktur, Macht, Fundamentalismus und kirchliche Praxis charakterisieren.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Opus Dei in der Wirtschaft?
Der Autor stellt fest, dass die hohe Anzahl an Mitgliedern in Führungspositionen zwar laut Opus Dei auf die individuelle Freiheit der Mitglieder zurückzuführen sei, jedoch faktisch eine Politik im Sinne der Prälatur begünstige.
Inwiefern spielt die "Heiligsprechung" eine Rolle für die Kritik an der Organisation?
Die Heiligsprechung von Escrivà wird als ein Mittel angesehen, durch welches sich die Organisation der kritischen Debatte entzieht, da eine Infragestellung des Werkes eines offiziell anerkannten Heiligen gesellschaftlich und innerkirchlich erschwert wird.
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- Christopher Kuhlmann (Autor), 2002, Eine Auseinandersetzung mit der Personalprälatur Opus Dei, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106075