In jedem Unternehmen, unabhängig der jeweiligen Branche und Größe, stellt die Beschaffung einen Geschäftsprozess dar, welcher stets auf dieselbe Weise aufgebaut ist. Dabei besteht das Ziel stets in der Beschaffung der gewünschten Produkte und Dienstleistungen zum gewünschten Termin in der benötigten Menge mit den geforderten Eigenschaften (Qualität) zu geringstmöglichen Kosten. Zur Erreichung dieses Ziels bedarf die Fülle an Aufgaben, auf welchen die Beschaffung aufbaut, einem Management, dem sogenannten Beschaffungsmanagement.
Im Folgenden wird daher die kurzfristige Bestellmengenplanung als Instrument eines Beschaffungs- bzw. Bestellmanagements unter Betrachtung der zugrunde liegenden Ausprägungen und Einsatzbedingungen erläutert werden. Im Anschluss wird anhand eines Anwendungsbeispiels eine kritische Würdigung vorgenommen werden, welche möglicherweise auftretende Probleme bzw. Grenzen analysiert, sowie auch mögliche Stärken des Instruments aufzeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einordnung der kurzfristigen Bestellmengenplanung
3. Ausprägungen und Einsatzbedingungen
3.1 Die optimale Bestellmenge
3.2 Bestellpunktverfahren
3.3 Bestellrhythmusverfahren
4. Kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die kurzfristige Bestellmengenplanung als operatives Instrument innerhalb des Beschaffungsmanagements, um eine kostenoptimale Balance zwischen Bestell- und Lagerhaltungskosten zu finden. Dabei werden theoretische Modelle und deren praktische Anwendung anhand eines Beispiels analysiert, um die Grenzen und Herausforderungen der Instrumente aufzuzeigen.
- Grundlagen der kurzfristigen Bestellmengenplanung in der Materialwirtschaft
- Methodik der "Andler-Formel" zur Ermittlung der optimalen Bestellmenge
- Vergleichende Analyse des Bestellpunktverfahrens und des Bestellrhythmusverfahrens
- Praktische Anwendungsbeispiele zur Bestandsentwicklung
- Kritische Würdigung der Modellprämissen und Restriktionen
Auszug aus dem Buch
3. Ausprägungen und Einsatzbedingungen
Da wie bereits erläutert die Notwendigkeit der Bestimmung eines kostenoptimalen Kompromisses zwischen der Beschaffung großer Mengen in großen zeitlichen Abständen und der Beschaffung kleiner Mengen in kleinen zeitlichen Abständen besteht wurde das Konzept der optimalen Bestellmenge entwickelt. Diese lässt sie sich als Bestellmenge mit minimalen Beschaffungs- und Lagerkosten beschreiben. Zugrunde liegt dabei die Annahme, dass sich die Höhe der Beschaffungskosten entgegengesetzt der Bestellmenge entwickelt, wobei jedoch eine Zunahme der Lagerkosten mit zunehmendem Bestellvolumen berücksichtigt werden muss.
Dieser Sachverhalt lässt sich gut anhand dieser Grafik darstellen, da somit die entgegengesetzte Entwicklung der Lagerhaltungs- und Beschaffungskosten ersichtlich ist. Daraus lässt sich ableiten, dass sich die kostenoptimale Bestellmenge im Schnittpunkt der beiden Kurven befindet. Jedoch gelten einige Prämissen für die Anwendbarkeit dieses Modells, wie die Kenntnis der Bedarfsmengen, der direkten und indirekten Beschaffungskosten, sowie der Lagerhaltungskosten. Des Weiteren werden die Kostenfaktoren als konstant betrachtet und ein kontinuierlicher Lagerabgang vorausgesetzt. Außerdem werden Restriktionen in Bezug auf Lagerung und Finanzierung außer Acht gelassen. Ist die Kenntnis jener Faktoren gegeben kann aus verschiedenen Modellrechnungen zur optimalen Bestellmenge gewählt werden. So ist je nach gegebener Art der Bedarfsmenge zwischen der statischen oder dynamischen Art der Bestellmengenrechnung zu unterscheiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung definiert die Beschaffung als essenziellen Prozess im Unternehmen und stellt die kurzfristige Bestellmengenplanung als Instrument des Beschaffungsmanagements zur Kostenoptimierung vor.
2. Einordnung der kurzfristigen Bestellmengenplanung: Das Kapitel verortet das Thema im operativen Beschaffungsmanagement innerhalb der verbrauchsorientierten Disposition und grenzt es von der programmorientierten Disposition ab.
3. Ausprägungen und Einsatzbedingungen: Hier werden das Konzept der optimalen Bestellmenge (Andler-Formel), das Bestellpunktverfahren sowie das Bestellrhythmusverfahren anhand von Formeln und tabellarischen Beispielen detailliert erläutert.
4. Kritische Würdigung: Der abschließende Teil hinterfragt die theoretischen Prämissen der Modelle hinsichtlich ihrer Realitätsnähe und diskutiert die notwendige Komplexität sowie die EDV-gestützte Anwendung in der betrieblichen Praxis.
Schlüsselwörter
Bestellmengenplanung, Beschaffungsmanagement, Materialwirtschaft, Andler-Formel, Lagerhaltungskosten, Bestellpunktverfahren, Bestellrhythmusverfahren, Optimale Bestellmenge, Vorratsbeschaffung, Sicherheitsbestand, Meldebestand, Fehlmengen, Materialbedarf, operative Disposition, Materialwirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kurzfristigen Bestellmengenplanung als zentralem Instrument des operativen Beschaffungsmanagements.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Berechnung der optimalen Bestellmenge, dem Bestellpunktverfahren und dem Bestellrhythmusverfahren inklusive ihrer jeweiligen Vor- und Nachteile.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Analyse der Möglichkeiten zur kostenoptimalen Steuerung der Bestellmengen unter Berücksichtigung verschiedener betrieblicher Rahmenbedingungen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte theoretische Herleitung sowie mathematische Berechnungsmodelle, ergänzt durch beispielhafte Szenarien zur Veranschaulichung der Bestandsentwicklung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil erfolgt die mathematische Herleitung der Andler-Formel sowie die detaillierte Darstellung und der Vergleich von Bestellpunkt- und Bestellrhythmus-Verfahren anhand von Tabellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen zählen Bestellmengenplanung, Andler-Formel, Lagerhaltungskosten, Bestellpunktverfahren und Bestellrhythmusverfahren.
Warum spielt die "Andler-Formel" in diesem Dokument eine zentrale Rolle?
Sie dient als rechnerische Grundlage für die Bestimmung der kostenoptimalen Bestellmenge und bildet das mathematische Fundament für die weiteren Verfahren im Text.
Welche Herausforderung bei der Anwendung des Bestellrhythmusverfahrens wird im Beispiel deutlich?
Das Beispiel zeigt, dass schwankende Bedarfe bei festen Intervallen zu unvorhergesehenen Fehlmengen führen können, wenn der Lagerbestand nicht ausreicht.
- Arbeit zitieren
- Mattis Fritzowsky (Autor:in), 2020, Die kurzfristige Bestellmengenplanung als Instrument eines Bestellmanagements. Ausprägungen, Einsatzbedingungen und kritische Würdigung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1060769