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Émile Durkheim und "Der Selbstmord". Suizid und Gesellschaft

Titel: Émile Durkheim und "Der Selbstmord". Suizid und Gesellschaft

Akademische Arbeit , 2021 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Lukas Strechel (Autor:in)

Soziologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit wird die Theorie um das Werk 'Der Selbstmord' von Durkheim einerseits einer Rekonstruktion unterworfen und andererseits nach Anschlussstellen zu aktueller psychologischer und soziologischer Forschung gesucht.

Zentral sind hier neben Durkheims Werk selbst die "Interpersonal Theory of Suicide" von Van Orden und Kollegen aus dem Jahr 2010 sowie weitere soziologische Studien. Die vier von Durkheim definierten Arten des Suizids werden einzeln beschrieben, rekonstruiert und mit aktuellen Erkenntnissen zum Thema Selbstmord in Verbindung gebracht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung - Warum Selbstmord?

1.1 Selbstmord als soziologisches Phänomen

1.2 Eine klare Definition

1.3 Integration und Regulation

2 Rekonstruktion und Vergleich

2.1 Der egoistische Selbstmord

2.2 Der altruistische Selbstmord

2.3 Der anomische Selbstmord

2.4 Der fatalistische Selbstmord

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, Émile Durkheims soziologische Suizidtheorie aus seinem Werk „Der Selbstmord“ (1897) zu rekonstruieren und diese in den Kontext moderner soziologischer und psychologischer Forschung einzubetten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern Durkheims Modell der vier Suizidtypen – egoistisch, altruistisch, anomisch und fatalistisch – auch heute noch geeignet ist, Suizid nicht als individuelles Schicksal, sondern als gesellschaftliches Phänomen zu begreifen.

  • Soziologische versus psychologische Betrachtungsweise von Suizid
  • Die Rolle von gesellschaftlicher Integration und Regulation
  • Differenzierung der vier Suizidtypen nach Durkheim
  • Empirische Überprüfung und aktuelle Relevanz der Theorie
  • Verknüpfung mit modernen Ansätzen wie der "Interpersonal Theory of Suicide"

Auszug aus dem Buch

1.1 Selbstmord als soziologisches Phänomen

Wer den Begriff „Selbstmord“ hört, denkt zunächst bestimmt nicht an eine soziologische Theorie, sondern an tragische Schicksale, zurückgebliebene Familien, vielleicht an Terrorakte oder Amokläufer. Durkheim allerdings befasst sich in seinem Werk „Der Selbstmord“ (1897) mit dem Freitod nicht als individuellem, sondern als gesellschaftlichem Problem und geht dabei mit einer sehr sorgfältigen und bedachten Genauigkeit auf die ihm damals zur Verfügung stehende Empirie ein – eine exemplarische Anwendung der vergleichenden Methode. Die durch die präzise Entschlüsselung von Zahlendaten entstandenen Aussagen haben einen sehr trockenen und wertfreien Charakter und vermögen das Thema Selbstmord aus einer gänzlich anderen Sicht zu betrachten als der, es handle sich um ein im Kern persönliches Problem des (angehenden) Suizidenten, und nur er oder ein Therapeut oder sein direktes, intimes und persönliches Umfeld könne Einfluss auf ihn und seine Handlungsentscheidungen und Verhaltensweisen bezüglich des Freitodes nehmen.

Er macht was Soziologen immer zu tun versuchen: Er richtet den Blick nicht auf ein einzelnes Subjekt, sondern auf die Gesamtheit der Individuen eines Landes, einer Religion, eines Alters, eines Geschlechts et cetera und kann durch dieses vergrößerte Sichtfeld Strukturen und Einflüsse beschreiben, die ausschließlich sozialer Natur sind und einen signifikanten Zusammenhang zu der entsprechenden Selbstmordrate haben. Dadurch entsteht schon rein definitorisch ein völlig neues Phänomen, mit neuen Erklärungsansätzen aus denen sich wiederum neue Forderungen an die Gesellschaft (allgemein gesprochen an „uns“) ergeben. Psychologische und soziologische Ansätze zur Bearbeitung des Themas werden hier klar getrennt, sie schließen sich dabei nicht aus, erklären zum gleichen Thema gehörende, aber doch grundlegend unterschiedliche Tatbestände: Die soziologische Betrachtung beschäftigt sich mit Selbstmord als Massenphänomen: Wo bringen sich welche Menschen häufiger (oder weniger häufig) um und warum ist dies der Fall? Welche Kausalzusammenhänge, Moderatoren und Mediatoren bezüglich der Selbstmordrate zeichnen sich durch eine empirische Analyse ab? Die psychologische Betrachtung dagegen beschäftigt sich offenkundig damit, warum diese oder jene Einflüsse bei diesen oder jenen Individuen eine die Suizidalität fördernde, bzw. diese inhibierende Wirkung vorweisen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung - Warum Selbstmord?: Dieses Kapitel führt in die soziologische Perspektive auf den Suizid ein, definiert den Begriff nach Durkheim und erläutert die Grundkonzepte der sozialen Integration und Regulation.

2 Rekonstruktion und Vergleich: Das Hauptkapitel analysiert detailliert die vier von Durkheim identifizierten Suizidtypen und setzt diese in Bezug zu empirischen Studien und modernen psychologischen Theorien.

3 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz zur heutigen Relevanz von Durkheims Modell und unterstreicht die Bedeutung der soziologischen Analyse für die Suizidprävention.

Schlüsselwörter

Suizid, Émile Durkheim, Soziologie, Integration, Regulation, Anomie, Egoistischer Suizid, Altruistischer Suizid, Fatalistischer Suizid, Interpersonal Theory of Suicide, Massenphänomen, Suizidprävention, Gesellschaftsstruktur, Soziale Kontrolle, Empirische Analyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit Émile Durkheims grundlegendem soziologischen Werk „Der Selbstmord“ von 1897 und untersucht die darin aufgestellte Theorie der Suizidtypen im Vergleich zu soziologischen und psychologischen Forschungsergebnissen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die zentralen Themen sind die sozialen Faktoren von Suizid, die Bedeutung der Integration in soziale Gruppen sowie die regulierende Wirkung gesellschaftlicher Normen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Durkheims Modell zu rekonstruieren und zu prüfen, inwieweit die theoretischen Konzepte wie Anomie oder soziale Integration heute noch zur Erklärung suizidalen Verhaltens beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturtheoretische Aufarbeitung und Rekonstruktion von Durkheims Werk vorgenommen, ergänzt durch den Vergleich mit aktuelleren empirischen Studien und psychologischen Modellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die vier Suizidtypen – der egoistische, altruistische, anomische und fatalistische Selbstmord – ausführlich definiert, analysiert und mit moderner Forschung verknüpft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind insbesondere Suizid, Anomie, soziale Integration, soziale Regulation, Durkheim und Soziologie.

Wie unterscheidet Durkheim den egoistischen vom altruistischen Selbstmord?

Der egoistische Suizid entspringt einer mangelnden Integration des Individuums in die Gesellschaft, während der altruistische Suizid aus einem Übermaß an Integration resultiert, bei dem das Individuum hinter die Gruppennormen zurücktritt.

Welche Rolle spielt die "Anomie" in der Suizidtheorie?

Anomie beschreibt einen Zustand der Regellosigkeit oder des Normverfalls, der in Zeiten wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Umbrüche auftritt und das Individuum orientierungslos macht, was die Suizidgefahr erhöht.

Wie wird die "Interpersonal Theory of Suicide" in die Arbeit eingebunden?

Die moderne psychologische Theorie wird als ergänzender Ansatz genutzt, um zu zeigen, dass Faktoren wie "Thwarted Belongingness" und "Perceived Burdensomeness" die soziologischen Überlegungen Durkheims auf individueller Ebene psychologisch untermauern können.

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Details

Titel
Émile Durkheim und "Der Selbstmord". Suizid und Gesellschaft
Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Note
1,0
Autor
Lukas Strechel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
17
Katalognummer
V1061366
ISBN (eBook)
9783346475794
ISBN (Buch)
9783346475800
Sprache
Deutsch
Schlagworte
durkheim selbstmord suizid gesellschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lukas Strechel (Autor:in), 2021, Émile Durkheim und "Der Selbstmord". Suizid und Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1061366
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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