In der aktuellen, von Wandel getriebenen Arbeitswelt spielt vor allem die Führungsebene eine zentrale Rolle, um Transformationen und Anpassungen der Unternehmen an die Umwelt voranzutreiben sowie zu etablieren. Um die Komplexität dieser bewältigen zu können, zentriert die vorliegende Forschungsarbeit zwei Aspekte. Im Rahmen einer Literaturanalyse wird der Shared Leadership Ansatz sowie die Organisationsform der Holakratie erforscht und als Konstrukte zur Förderung von Selbstorganisation der Mitarbeiter identifiziert. Insbesondere wird der Frage nachgegangen, inwiefern der Shared Leadership Ansatz adäquat ist, um in holakratischen Organisationen eingesetzt zu werden.
Die Ergebnisse legen nahe, dass eine geteilte Führung in der Holakratie durch die bestehende Unternehmenskultur und Strukturen eingesetzt werden kann und weitere Chancen bietet. Die Erkenntnisse weisen insgesamt darauf hin, dass Shared Leadership in der Holakratie bereits konsequent aufgegriffen wird und damit bereits verankert ist. Basierend darauf werden abschließend Handlungsoptionen für die Personalpraxis sowie Ansätze für weiterführende empirische Arbeiten formuliert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1. Problemstellung und Relevanz des Themas
1.2. Zielsetzung, Abgrenzung und Aufbau der Arbeit
2 Shared Leadership nach Pearce und Conger (2003)
2.1. Definition und Abgrenzung Shared Leadership
2.2. Charakteristika von Shared Leadership
2.3. Chancen von Shared Leadership
3 Holakratie
3.1. Governance Prozess und Verfassung
3.2. Kreisstruktur und Rollen
3.3. Meetings
4 Shared Leadership in der Holakratie
4.1. Führung in holakratischen Organisationen
4.2. Determinanten für die Einführung von Shared Leadership
4.3. Potenziale der Holakratie und Shared Leadership
4.4. Implikationen für das Human Resources Management
5 Diskussion der Ergebnisse
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Seminararbeit untersucht die Adäquatheit des Shared Leadership Ansatzes als Führungsstil in holakratischen Organisationsstrukturen. Ziel ist es, auf Basis einer Literaturanalyse Synergien und Herausforderungen für die Personalpraxis zu identifizieren, um die Komplexität der modernen, VUKA-geprägten Arbeitswelt besser bewältigen zu können.
- Analyse des theoretischen Konzepts von Shared Leadership.
- Untersuchung der Organisationsform Holakratie und ihrer Prinzipien.
- Synthese von Shared Leadership und holakratischen Strukturen.
- Ableitung von Handlungsoptionen für das Human Resources Management.
- Evaluation der Auswirkungen auf Führung, Unternehmenskultur und Selbstorganisation.
Auszug aus dem Buch
4.1. Führung in holakratischen Organisationen
In der Holakratie wird die Führungsverantwortung, im Unterschied zu traditionell hierarchisch organisierten Unternehmen, an die Rollen in den jeweiligen Kreisen übertragen. Hierbei wird die Führung als zeitlich begrenzt und aufgabenspezifisch verstanden. Gebunden ist die Selbstorganisation der Mitarbeiter allerdings auf die Erreichung des Zwecks der einzelnen Kreise und des Unternehmens (Deeken & Fuchs, 2018, S. 30). Dadurch existieren dennoch Hierarchien innerhalb der Holakratie, in Form der Rollen oder Kreise mit dem Unterschied, dass sie nebeneinander agieren. Beispielsweise gibt der Super-Kreis die Strategie vor (Göschlberger, 2018, S. 167; Kuhlmann & Horn, 2020, S. 217–218). In Shared Leadership kann die Führungsrolle ebenso nebeneinander agierend aufgeteilt sein, was für die Holakratie bedeuten würde, dass die geteilte Führung durch die Kreise bereits implementiert ist.
Wissen wird zwischen den Kreisen vermittelt, wobei allerdings die Entscheidungsmacht autonom in den einzelnen Kreisen verbleibt (Hofert, 2018, S. 55). Vergeben werden die Rollen an diejenigen Mitarbeiter, die das größte Potential, die Fähigkeiten und das Wissen für diese mitbringen (Kuhlmann & Horn, 2020, S. 216).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den dynamischen Wandel der Arbeitswelt und führt in die Thematik der Holakratie sowie Shared Leadership als Antwort auf zunehmende Komplexität ein.
2 Shared Leadership nach Pearce und Conger (2003): Dieses Kapitel definiert Shared Leadership theoretisch und arbeitet dessen wesentliche Charakteristika sowie die damit verbundenen Chancen heraus.
3 Holakratie: Hier werden die Grundlagen der Holakratie, insbesondere deren Governance-Prozess, die Kreisstruktur und das Meeting-System, erläutert.
4 Shared Leadership in der Holakratie: Der Hauptteil verknüpft die Konzepte miteinander und untersucht die praktische Anwendung der geteilten Führung sowie die daraus resultierenden Implikationen für HR.
5 Diskussion der Ergebnisse: Dieser Abschnitt reflektiert die theoretischen Verknüpfungen und bewertet die Anwendbarkeit des Shared Leadership Ansatzes in der holakratischen Praxis.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und skizziert potenzielle Ansatzpunkte für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen.
Schlüsselwörter
Shared Leadership, Holakratie, VUKA Welt, Selbstorganisation, Personalarbeit, Führung, Agilität, Organisationsentwicklung, Rollenmodell, Empowerment, Transformation, Teamleistung, Hierarchieabbau, Unternehmensstruktur, Change Management
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie der Ansatz von Shared Leadership dazu beitragen kann, Führung in einer holakratischen Organisation zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind moderne Führungsformen, die Funktionsweise von Holakratie, Selbstorganisation in Unternehmen und die Rolle der Personalentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, inwiefern Shared Leadership ein adäquater Führungsstil für holakratische Organisationen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, die aktuelle Theorien und Forschungsergebnisse zu Führungskonzepten synthetisiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Konzepte, verknüpft diese miteinander und leitet daraus spezifische Implikationen für das Human Resources Management ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Shared Leadership, Holakratie, Selbstorganisation, Agilität und Transformation der Personalarbeit.
Wie unterscheidet sich Führung in der Holakratie von klassischen Modellen?
Führung in der Holakratie ist an aufgabenspezifische Rollen gebunden und zeitlich begrenzt, anstatt an eine feste hierarchische Position gekoppelt zu sein.
Welche Rolle spielt die Trennung von Person und Rolle?
Die Trennung hilft, Bereichsegoismen und persönliche Konflikte zu minimieren und macht die Führungsrolle unabhängig von der individuellen Person, was die Implementierung von Shared Leadership begünstigt.
Warum ist das Human Resources Management in diesem Kontext gefordert?
HR muss transformiert werden, um neue Personalentwicklungssysteme und Anreizstrukturen zu schaffen, die auf Team- statt auf Individualebene funktionieren.
- Arbeit zitieren
- Alexandra Busz (Autor:in), 2021, Shared Leadership in holakratischen Organisationen. Ein adäquater Ansatz?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1064304