In der Arbeit findet zunächst eine Auseinandersetzung mit dem Begriff „Gig-Economy“ statt. Anschließend wird die Funktionsweise anhand eines Beispiels erläutert, die Situation in Deutschland dargelegt sowie Chancen und Risiken diskutiert.
Plattformökonomie hat sich zu einem der Schlagworte der letzten Jahre entwickelt. Es handelt sich hierbei um „Arbeitsleistungen, die auf Arbeitsplattformen angeboten werden“. Diese Plattformen vermitteln bezahlte Arbeitsleistungen von Einzelpersonen, ohne dass ein Beschäftigungsverhältnis zwischen den Einzelpersonen und den Plattformen vorliegt.
Unaufhaltsam weitet sich die Digitalisierung auf alle Lebensbereiche aus und auch die Arbeitswelt bildet dabei keine Ausnahme. Nicht nur traditionelle Arbeitsprozesse werden digitalisiert, inzwischen basieren ganze Geschäftsmodelle auf Plattformen und damit verbundenen Algorithmen. Auch das Normalarbeitsverhältnis aus Arbeitgebenden und Angestellten unterliegt dieser Veränderung, besonders gefördert durch die plattformbasierte Vermittlung von kleinen, flexiblen Einheiten von Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Begriff „Gig-Economy“
2. Funktionsweise Gig-Economy am deutschen Beispiel Foodora
3. Gig-Economy am deutschen Arbeitsmarkt
4. Chancen und Risiken von Gigwork
5. Gig-Economy in Deutschland - Ein Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Gig-Economy in Deutschland, beleuchtet deren Funktionsweise anhand praktischer Beispiele und analysiert die daraus resultierenden arbeitsmarktpolitischen sowie sozialen Chancen und Risiken.
- Definition und Abgrenzung der Gig-Economy
- Algorithmische Steuerung und Arbeitsbedingungen am Beispiel Foodora
- Aktueller Status der Plattformökonomie auf dem deutschen Arbeitsmarkt
- Bewertung von Flexibilität vs. sozialer Absicherung
- Herausforderungen für Politik und zukünftige Forschung
Auszug aus dem Buch
Funktionsweise Gig-Economy am deutschen Beispiel Foodora
Zu den bekanntesten deutschen Plattformen zählt das 2014 in München gegründete Foodora, ein Fahrrad-Lieferservice für Restaurants. 2017 war Foodora bereits in über 65 Städten in mehr als zehn Ländern vertreten und beschäftigte circa 900 MitarbeiterInnen sowie zwischen 3000 und 4000 FahrerInnen, welche intern jedoch nicht als Teil des eigentlichen Foodora-Teams zählen (Schreyer, Schrape 2018). Als zentraler Koordinationsmechanismus dient ein Algorithmus, welcher den gesamten Auslieferungsprozess steuert. Sowohl die teilnehmenden Restaurants als auch die KundInnen zahlen im Falle eines erfolgreichen Matchings eine Provision an Foodora. Die gesamte Ausrüstung (Fahrrad, wetterfeste Kleidung, Smartphone, mobiles Internet) muss dabei durch die FahrerInnen selbst gestellt werden.
Nach dem „Matching“ erhalten die FahrerInnen durch das System einen Auftrag sowie die Adresse des Restaurants. Nach Empfangnahme der Ware im Restaurant wird die Adresse der KundIn freigegeben und dessen erfolgreiche Auslieferung in der App bestätigt (Schreyer, Schrape 2018).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Begriff „Gig-Economy“: Definiert die Grundlagen der Plattformökonomie, unterscheidet zwischen Cloudwork und Gigwork und diskutiert die soziologische Debatte um die „Uberization“ der Arbeitswelt.
2. Funktionsweise Gig-Economy am deutschen Beispiel Foodora: Erläutert anhand des Lieferdienstes Foodora die algorithmische Koordination, die Arbeitsbedingungen und die vertragliche Einordnung der FahrerInnen.
3. Gig-Economy am deutschen Arbeitsmarkt: Analysiert die aktuelle Datenlage zur Plattformökonomie in Deutschland und beleuchtet die rechtliche Grauzone bezüglich des Sozialversicherungsstatus.
4. Chancen und Risiken von Gigwork: Diskutiert die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, insbesondere hinsichtlich Flexibilität, unternehmerischem Risiko, Überwachung und fehlender sozialer Absicherung.
5. Gig-Economy in Deutschland - Ein Ausblick: Prognostiziert die zukünftige Entwicklung und betont die Notwendigkeit politischer Rahmenbedingungen sowie weiterer empirischer Forschung.
Schlüsselwörter
Gig-Economy, Plattformökonomie, Digitalisierung, Crowdwork, Foodora, Arbeitsmarkt, Algorithmische Steuerung, Soziale Sicherung, Flexibilität, Uberization, Selbstständigkeit, Prekarisierung, Arbeitsrecht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert das Modell der Gig-Economy in Deutschland, insbesondere die Veränderungen von Arbeitsstrukturen durch digitale Plattformen.
Welche Themenfelder stehen im Fokus?
Die zentralen Felder sind die Definition von Gigwork, die Funktionsweise plattformbasierter Algorithmen sowie die arbeitsrechtlichen und sozialen Herausforderungen für die Beschäftigten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Funktionsweise der Gig-Economy aufzuzeigen und eine kritische Diskussion über die Chancen und Risiken dieser neuen Erwerbsform zu führen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Literaturanalyse, die auf vorhandenen Studien und Fachartikeln basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung, die Fallstudie Foodora, eine Analyse der Marktgröße in Deutschland sowie eine Chancen-Risiko-Abwägung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Plattformökonomie, algorithmische Koordination, soziale Absicherung und digitale Transformation geprägt.
Welche Rolle spielt der Algorithmus bei Foodora?
Der Algorithmus fungiert als zentraler Koordinationsmechanismus, der Aufträge zuweist, Leistungen bewertet und somit das Arbeitsgeschehen sowie die Bezahlung der Fahrer maßgeblich steuert.
Wie ist die rechtliche Lage für Gigworker in Deutschland?
Die Lage ist derzeit weitgehend ungeklärt; viele Akteure fallen nicht unter klassische Arbeitnehmerverhältnisse, was den Zugang zu sozialer Absicherung erschwert.
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- Anonym (Autor), 2020, Gig-Economy in Deutschland. Riskant flexibel?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1064403