Entwicklungsstörung. Zur Rolle des Erziehungsverhaltens bei ADHS-Symptomatik


Ausarbeitung, 2018

9 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erziehungsmaßnahmen

3. Kritische Beurteilung des Token- Systems

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ich werde mich im Folgenden mit Erziehungsstrategien auseinandersetzen, die Eltern bei Kindern mit der Aufmerksamkeits- Defizit- Hyperaktivitäts- Störung Symptomatik, kurz ADHS, anwenden können. Im kommenden Verlauf werden zunächst im Allgemeinen die Ansätze der Erziehungsmaßnahmen kurz angeschnitten. Darauf folgt eine kritische Auseinandersetzung mit dem Token- System, welches bei Erziehungsstrategien bei ADHS- Kindern häufiger genannt wird.

2. Erziehungsmaßnahmen

Im Folgenden werden allgemeine Erziehungsstrategien aufgelistet die Eltern im Alltag mit ihren Kinder, die von ADHS- Symptomatik betroffen sind, durchführen können, danach folgt ein kurzer Einblick in den Elternleitfaden von Döpfner, Schürmann und Lehmkuhl, der einen detaillierten Ablauf darstellt, den Eltern bei einer verzweifelten Ausgangsposition durchgehen können.

Eltern müssen sich zu Beginn bewusst werden, dass Kinder mit dieser Symptomatik weder krank noch in irgend einer Art und Weise beeinträchtigt, sondern sind Menschen mit einer „eigensinnigen“ Lebensgeschichte, dabei steht die Reduzierung der Verhaltensauffälligkeiten, und nicht die „Heilung“, im Vordergrund (vgl. Brandau; Kaschnitz; Pretis, 2014, S. 88 u. Gawrilow, 2016, S. 142).

Wichtig für die Eltern ist, dass diese sich stets an strukturelle Maßnahmen halten, da diese einen positiven Effekt auf diese Symptomatik haben, indem zum Beispiel alle festgelegten Termine in einem verbindlichen Kalender aufgezeichnet werden, an dem sich alle Familienmitglieder halten sollen oder selbst die Zeiten, in denen das Kind zu Bett geht oder zu denen gegessen wird, konsequent eingehalten werden. Im Allgemeinen können Eltern zusätzlich darauf achten, dass sie ihre Kinder stets loben und die sportliche Aktivität fördern, da mehrere Studien gezeigt haben, dass diese Kinder nach dem Sport weniger Verhaltensauffälligkeiten zeigen, indem sie direkt nach den Sporteinheiten konzentrierter und weniger ängstlich waren. Zusätzlich soll schulbasiertes Kampfsporttraining zu erhöhter Fähigkeit der Selbstregulation beitragen, da Kinder mit ADHS aufgrund dieser Symptomatik einen Mangel an dieser Fähigkeit haben (vgl. Gawrilow, 2016, S. 143- 148).

Die Selbstregulation spielt für Kinder eine wichtige Rolle, denn je besser ausgeprägt diese ist, desto besser sind die zukünftigen Leistungen und sozialen Erfolge eines Kindes. ADHS- Kinder haben Schwierigkeiten mit der Selbstregulation, welches sich durch temperamentvollere Handlungsweisen zeigt. Diese Besonderheit kann man auch am Neuropsychologischen Aspekt erkennen, da die Selbstregulation eine Funktion des Frontallappens ist, der veränderte Attribute aufweist bei Betroffenen der ADHS- Symptomatik. Während einer Studie konnte man erkennen, dass der Frontallappen und der Parietallappen, welche für genannte Kontrolle von Reaktionen, Aktionen und Aufmerksamkeit relevant sind, bei Betroffenen verzögert entwickelt ist (vgl. Gawrilow 2009, S. 26f. u. Konrad, 2014).

Der Elternleitfaden von Döpfner, Schürmann und Lehmkuhl im Buch „Wackelpeter und Trotzkopf‘ (2000) umfasst fünf Phasen mit insgesamt 14 einzelnen Schritten, die sich direkt an die Eltern richten, die von der anfänglichen Problemanalyse bis hin zum Punkteplan reichen, auf den ich später genauer eingehen werde. Als Alternative kann man das „Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten“ (kurz THOP) von Döpfner, Schürmann und Frölich nutzen, welches jedoch ein wenig umfangreicher ausfällt und gerade für Eltern, die wenig bis kein Fachwissen haben zu fordernd sein könnte.

Die wichtigsten Schritte des Elternleitfadens sind folgende; Zum einen sollte der Aufbau der Eltern- Kind- Beziehung, nachdem die eigentliche Problematik genaustens ermittelt wurde (vgl. Döpfner; Schürmann; Lehmkuhl 2000, S. 114- 129), im Vordergrund stehen, indem sich die Eltern bewusst werden, was sie an ihrem Kind mögen, was dieses Kind besonders macht. Danach sollten die Eltern eine feste Spielzeit mit dem Kind einlegen, bei dem ein Elternteil mit dem Kind ca. 20 Minuten lang spielt. Für diese Spielzeit gibt es feste Regeln, wie dass das Kind das Spiel komplett selbstständig bestimmt, dieses leitet, dass sich das Elternteil komplett auf das Spiel des Kindes einlässt, etc. (vgl. Döpfner; Schürmann; Lehmkuhl 2000, S. 139- 152).

Zum anderen sind Familieninterne Strukturen, wie oben bereits genannte Termine oder Familienregeln konsequent durchzusetzen. Wichtig dabei ist, dass festgelegte Regeln innerhalb der Familie, vor allem mit dem betroffenen Kind, ausführlich besprochen werden, sodass das Kind die Notwendigkeit für diese Regeln erkennt (vgl. Döpfner; Schürmann; Lehmkuhl 2000, S. 153- 164).

Zu beachten ist, dass bei Nichtbefolgung dieser Regeln oder Aufforderung eine natürliche Konsequenz erfolgt, dies bedeutet, dass bei einer Missetat eine Konsequenz erfolgt, die für das Kind verständlich ist, wieso genannte Sanktion nun erfolgt. Zwei Beispiele dazu; Das Kind verschüttet sein Trinken beim Mittagessen, anstatt dieses anzuschreien und zu befehligen, beim nächsten Mal besser aufzupassen, fordert man das Kind im ruhigen, freundlichen Ton auf das Verschüttete zu beseitigen. Oder wenn das Kind nach mehrmaligem Auffordern sein Zimmer nicht aufräumt, entfernt man das Spielzeug des Kindes für bestimmte Zeit aus dem Kinderzimmer (vgl. Brandau; Pretis; Kaschnitz 2014, S. 112).

Dazu sollte man das Kind unmittelbar nach Befolgung der Aufforderung authentisch loben, zusätzlich kann man dazu noch ein Abschlussgespräch abends am Bett des Kindes führen, bei dem man die positiven Aktionen des Kindes gesondert erwähnt (vgl. Döpfner; Schürmann; Lehmkuhl 2000, S.165ff.).

Als letzte große Instanz des Elternleitfadens bleibt noch der Punkte- Plan. Bei diesem ist das Kind in der Lage im Alltag für erledigte Tätigkeiten, wie aufräumen, gut gelungen Essenssituation etc., Punkte zu sammeln, die das Kind für diverse Gefälligkeiten, wie Eis essen gehen, ins Kino gehen, sich das Mittagessen aussuchen können, etc., einlösen kann. Dabei ist zu beachten, dass dieser Plan abermals genaustens mit dem Kind besprochen wird, wie die Aufgaben und Belohnungen ausfallen und wie die jeweilige Punkteverteilung auszusehen hat (vgl. Döpfner; Schürmann; Lehmkuhl 2000, S. 176- 188).

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Entwicklungsstörung. Zur Rolle des Erziehungsverhaltens bei ADHS-Symptomatik
Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
9
Katalognummer
V1064556
ISBN (eBook)
9783346480019
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entwicklungsstörung, rolle, erziehungsverhaltens, adhs-symptomatik
Arbeit zitieren
Marc- Robin Wunder (Autor:in), 2018, Entwicklungsstörung. Zur Rolle des Erziehungsverhaltens bei ADHS-Symptomatik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1064556

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