Transition. Bildung im Spannungsfeld von Übergangsräumen

Transition vom Kindergarten in die Schule


Hausarbeit, 2020

11 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Übergang in die Schule
2.1 Veränderungen und Entwicklungen innerhalb der Familie
2.2 Veranstaltungen zur Erleichterung des Übergangs
2.3 Bedeutung der Überganges

4. Fazit

5. Reflexion der Moderationskompetenzen

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema des Übergangs des Kindes, vom Kindergarten in die Schule aus der Sicht der Eltern. Da Übergänge und somit Erstsituationen ca. 20% der Erinnerungen ausmachen, geht damit einher, dass in solchen Erstsituationen viele Emotionen, sowohl negative als auch positive, mitwirken (vgl. Schneider 2015, S. 203). Solche Erstsituation sind, vor allem in der Entwicklung des Kindes, ein sensibles Thema. Somit ist es auch für Fachkräfte wichtig, dass Eltern in der Begleitung ihrer Kinder ins Schulalter unterstützt werden, indem man sich mit den Sorgen von Müttern und Vätern auseinander setzt, da eine qualitativ hochwertige Partizipation der Eltern beim Übergang in die Schule, einen positiven Effekt auf die Schulleistung des Kindes hat (vgl. Graßhoff, Ullrich, Binz, Pfaff, Schmenger 2013, S. 25f.).

Ich habe mich unteranderem für dieses Thema im gesamten Spektrum der Übergänge entschieden, da die Elternarbeit eine meiner persönlichen Schwächen in meiner bisherigen Tätigkeit als angehender Kindheitspädagoge ist. Daher möchte ich für mich erarbeiten, welche Bedürfnisse Eltern bei der Begleitung des Übergangs ihrer Kinder in die Schullaufbahn haben, um sie gezielt unterstützen zu können. Somit erhoffe ich mir, dass ich nachhaltig meine Schwächen in der Arbeit mit Eltern ausgleichen kann.

Im folgenden Verlauf wird sich diese Arbeit genauer mit den Aufgaben der Eltern während des Übergangs, welche Veränderungen in der Familie bewältigt werden müssen, welche Veränderungen konkret durch den Schuleintritt auftreten und welche Veranstaltungen Eltern bei der Bewältigung des Übergangs unterstützen können, beschäftigen. Primär werde ich mich in diesem Kapitel auf die Studie von Graßhoff, Ullrich, Binz, Pfaff und Schmenger aus dem Jahre 2013 beziehen. Denn diese hat sich gezielt mit dem Thema „Eltern als Akteure im Prozess des Übergangs vom Kindergarten in die Grundschule“ befasst. In einem abschließenden Fazit werde ich meine, bis zu diesem Zeitpunkt, endgültigen Erkenntnisse und Eindrücke erläutern. Zum Schluss folgt eine Reflexion meiner Fähigkeiten im Aspekt des Präsentierens.

2. Übergang in die Schule

2.1 Veränderungen und Entwicklungen innerhalb der Familie

Im folgenden Kapitel, werden die Veränderungen dargestellt, die mit dem Schuleintritt einhergehen, dabei müssen die Eltern nicht nur ihre Kinder in den verschiedensten Formen unterstützen, sondern gehen dabei selbst diverse persönliche Entwicklungen durch, die sich in drei verschiedene Ebenen (Ebene des Einzelnen, Ebene der Beziehungen und Ebenen der Lebensumwelt) aufteilen.

Zunächst kommen auf die Eltern Aufgaben zu, die sich mit der Ebene des Einzelnen beschäftigt; demnach findet eine Veränderung der Identität statt, indem sich die Mütter und Väter nun als Elternteil eines Schulkindes sehen. Dabei müssen sie sich mit der schwindenden Kontrolle über ihr heranwachsendes Kind auseinandersetzen, da dieses sich nun mit diversen Sachverhalten, wie eigenständig den Schulweg zu bestreiten, befassen müssen.

In der Ebene der Beziehung müssen die Eltern, wie das Kind, den Verlust der alltäglichen Beziehung zur bisherigen Erzieherin oder Erzieher verkraften und müssen im selben Atemzug eine neue Beziehung zur Lehrkraft aufbauen. Gerade dieser Punkt hat ein enormes Gewicht, da Beziehungen zu Lehrkräften während der Jahre im Schulalltag eher belastet werden, da Probleme in der Schule meistens Hintergründe von Gesprächen zwischen Eltern und Lehrkräften sein könnten. Dieser Sachverhalt könnte ein Nährboden für potentielle Spannungsfelder bieten, was sich eventuell verhindern ließe, indem man für einen positiven Beziehungsauftakt zwischen Lehrkräften und Eltern sorgt, bzw. die Bedeutung einer solchen Beziehung zwischen allen Beteiligten ausreichend kommuniziert (vgl. Buse 2017, S. 104f.).

Zuletzt kommen auf die Eltern Aufgaben auf der Ebene der Lebensumwelt zu, welche ein Zusammenführen von Schule, Familie und eventueller Erwerbstätigkeit beinhaltet. Außerdem wird den Eltern ein außerordentliches Organisationstalent abverlangt, da Mütter und Väter durch die Veränderung der Tages- und Jahresabläufe ihrer Kinder eventuell ihre Arbeitszeiten anpassen müssen und bei Bedarf außerschulische Betreuung, wie Hort etc., arrangieren müssen (Griebel, Niesel 2011, S. 119f.).

Abseits der persönlichen Veränderungen liegen die Aufgaben der Eltern nahe am Kind, da das Thema Schule einen hohen Gesprächsanteil innerhalb der Familie bei angehenden Schulkindern einnimmt. Außerdem sehen sich die Eltern in der Rolle ihre Kinder auch inhaltlich auf die Schule vorzubereiten, indem sie ihren Kindern Kulturtechniken, wie Lesen, Schreiben, Rechnen, beibringen oder zumindest Grundsteine, für ein Erwerben solcher Kompetenzen, legen. Denn rund ein Drittel der Eltern denken, dass die Vorbereitung auf die Schulzeit innerhalb des Kindergartens bisher nicht ausreichend stattfindet. Daher versuchen Mütter und Väter die genannten Inhalte in ein spielerisches Lernen im Alltag mit einzubauen, damit dies zu keiner allzu großen Belastung im späteren Verlauf für ihre Kinder wird (vgl. Graßhoff, Ullrich, Binz, Pfaff, Schmenger 2013, S. 123- 126).

Der Schuleinstieg wird von den Eltern, was die Entwicklung der Kinder betrifft, als enormen Einschnitt wahrgenommen. Denn während der Kindergarten als ein Ort des freibestimmen Spielens und Entfaltung registriert wird, wird die Schule zwar als Ort des Lernens und der Möglichkeiten, aber auch als ein Ort des Zwangs wahrgenommen. Daher äußern Eltern, dass Schule und Kindergarten nicht besonders anschlussfähig sind, sprich ist der Übergang zu fordernd. Jedoch wird der Schulanfang, trotz der genannten Befürchtungen, als ein positives Ereignis beschrieben (vgl. Graßhoff, Ullrich, Binz, Pfaff, Schmenger 2013, S. 123- 134).

Diese Vorstellung, dass die Vorbereitung im Kindergarten nicht ausreichend sei und die Wahrnehmung, dass der Übergang von der Schule zum Kindergarten hin, in seiner Anschlussfähigkeit ungenügend ist, bietet Stoff für eine engere Zusammenarbeit mit den Eltern, die mit der Arbeit des Kindergartens in dieser Hinsicht unzufrieden sind. Dies lässt sich erreichen, indem man deren Wünsche aufgreift oder auf externe Förderstellen verweist. Zusätzlich kann man die Eltern über die bereits stattfindende Vorbereitung auf den Schuleintritt, in Form von ersten Literacy Erfahrungen, und was diese für die Entwicklung des Kindes bedeuten, und dem Legen von Grundsteinen für Freude am lebenslangen Lernen, aufklärt (vgl. Niedersächsisches Kultusministerium 2018, S. 45ff.). In einem weiteren Schritt könnte man die mangelnde Anschlussfähigkeit individuell ausbessern; mehr dazu im nächsten Kapitel.

2.2 Veranstaltungen zur Erleichterung des Übergangs

Es gibt bereits diverse Veranstaltungen, die sowohl den Eltern als auch deren Kindern beim Übergang von dem Kindergarten in die Schule helfen sollen. Dazu gehören Elternabende (sowohl in Kindertagesstätten als auch in Schulen), Schulvormittage, Elternstammtische und Infonachmittage. Genannte Veranstaltungen werden durch das aktive Einbeziehen der Eltern positiv wahrgenommen. Besonders stechen da Elternstammtische heraus, da vor allem Eltern, die zum ersten Mal ein Kind einschulen, Gespräche mit anderen Eltern, die bereits Kinder eingeschult haben, eine zusätzliche Wichtigkeit zuschreiben.

In Einzelgesprächen mit Erzieherinnen und Erzieher können die Kompetenzen der Kinder analysiert und erläutert werden, was zur Einschätzung der Schulfähigkeit dient. Dies kann zur zusätzlichen Entlastung der Eltern dienen. Bei größeren Festen können Kinder und Eltern ebenfalls entweder vom Kindergarten Abschied nehmen, oder die zukünftige Schule näher in einem entspannteren Rahmen kennenlernen (vgl. Graßhoff, Ullrich, Binz, Pfaff, Schmenger 2013, S. 134 ff.).

In der genannten Studie von Graßhoff, Ullrich, Binz, Pfaff und Schmenger äußern Eltern, dass Hospitationsmöglichkeiten in der Schule und eventuelle Anteilnahme am Unterricht zu den hilfreichsten Mitteln gehören. Aber gerade diese Möglichkeiten werden in Form von Frequenz, Qualität und Varietät am meisten bemängelt. Da vor allem die Eltern, die zum ersten Mal ein Kind einschulen, sich über diesen Aspekt am meisten beklagen. Sie wünschen sich, dass sie eher mit den zukünftigen Klassenlehrern und Klassenlehrerinnen ihrer Kinder in Kontakt kommen. Sie wollen jeweils getrennt und gemeinsam mit ihren Kindern die Schule und den Unterricht besuchen, damit auch deren Kinder eher in Kontakt mit der Schule und den zukünftigen sozialen Konstrukten, in Form von Klassenkameraden, kommen. Wichtig dabei ist zu beachten, dass die Eltern stets in den aktiven Prozess mit einbezogen werden wollen, sprich äußern sie das Bedürfnis sich an der Organisation von Ausflügen, Festen, etc zu. beteiligen (vgl. Graßhoff, Ullrich, Binz, Pfaff, Schmenger 2013, S. 134f., 139f., 147f.).

Gerade der Aspekt des Kennenlernens der Lehrkräfte erweist sich als entscheidend, denn Eltern bringen auch eigene Bildungserfahrungen mit, die sowohl mit positiven als auch negativen Schulerfahrungen verknüpft sind. Diese sind zu beachten, da die Veränderung des Kindes zum Schulkind unbewusst die Beziehung zur zukünftigen Lehrkraft beeinflussen kann (vgl. Buse 2017, S. 87f.). Und wie bereits in Kapitel 2.1 beschrieben, ist ein positiver Beziehungsauftakt zur Lehrkraft entscheidend, damit diese nicht im Laufe der zukünftigen Schuljahre, durch eventuell auftretende Probleme (durch sinkende Schulleistung des Kindes etc.) all zu sehr belastet wird (vgl. Buse 2017, S. 104f.).

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Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Transition. Bildung im Spannungsfeld von Übergangsräumen
Untertitel
Transition vom Kindergarten in die Schule
Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Veranstaltung
Kindheitspädagogik
Note
2,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
11
Katalognummer
V1064559
ISBN (eBook)
9783346479990
Sprache
Deutsch
Schlagworte
transition, bildung, spannungsfeld, übergangsräumen, kindergarten, schule
Arbeit zitieren
Marc- Robin Wunder (Autor:in), 2020, Transition. Bildung im Spannungsfeld von Übergangsräumen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1064559

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