Die Kreuzzüge


Referat / Aufsatz (Schule), 2002

10 Seiten, Note: 15 Punkte


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I. Einleitung

Das Thema meines Referates sind die sieben Kreuzzüge zwischen 1096 und 1270. Da dieses Themengebiet jedoch sehr umfangreich ist, habe ich mich bei der Bearbeitung auf die wesentlichen Fakten beschränkt. Besondere Bedeutung habe ich dabei den Geschehnissen des Ersten und des Vierten Kreuzzuges beigemessen. Da ich in der Literatur abweichende Angaben über die genauen Daten der sieben Kreuzzüge gefunden habe, sind meinem Referat noch zwei weitere Kreuzzüge angegliedert.

Kursiv gedruckte Begriffe und Namen finden im Anhang genauere Erläuterung. Außerdem finden sich dort die Fundstellen von Zitaten.

Um die Geschehnisse im Zuge der sieben Kreuzzüge zu verstehen, muss man über den geschichtlichen Hintergrund informiert sein, deshalb werde ich versuchen in dem nun folgenden Text diese Informationen zu vermitteln.

Der geschichtliche Hintergrund

Während des 11. Jahrhunderts hatten tiefgreifende wirtschaftliche Umwälzungen stattgefunden, die besonders das gemeine Volk und den niederen Adel schwer trafen. Zudem wurde die wirtschaftliche Lage durch das starke Bevölkerungswachstum und mehrere Missernten verschlechtert. Aus dieser schlechten wirtschaftlichen Lage heraus hatte sich außerdem die Primogenitur1 durchgesetzt. Jüngere Söhne wurden nun nicht mehr ausreichend mit Besitz versorgt, um eine Aufsplitterung zu vermeiden und so breitete sich auch das Fehdewesen immer weiter aus.

Doch nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Religion hatten sich tiefgreifende Veränderungen gezeigt. Die Entfremdung zwischen der West- und der Ostkirche wurde immer stärker. So erkannte die Kirche in Konstantinopel zwar grundsätzlich die Vorrechte Roms, sie lehnten aber die Rechtsansprüche des Papstes Leo IX. und seiner Nachfolger ab. Die Kirche in Konstantinopel war dadurch gekennzeichnet, dass der weltliche Herrscher gleichzeitig auch das kirchliche Oberhaupt ist (Caesaropapismus), die westliche Kirche lehnte dies jedoch ab. 1054 wurde der Patriarch von Konstantinopel exkommuniziert, was als Exkommunikation der gesamten griechischen Kirche gewertet wurde.

II. Die Kreuzzüge

I. Gründe für die Kreuzzüge

Die Gründe, warum zu den Kreuzzügen aufgerufen wurde und warum viele Menschen diesen Aufrufen folgten sind äußerst vielfältig. Im Wesentlichen spielten aber drei Faktoren eine Rolle: Religion, Wirtschaft und Politik.

Die Religion war immer das Grundmotiv aller Kreuzzüge. Die Kreuzritter hatten die eschatologische2 Hoffnung auf Erlösung im Heiligen Land, außerdem hatte Papst Urban II. ihnen die Tilgung ihrer Sündenschuld in Aussicht gestellt. Das Papsttum erhoffte sich von den Kreuzzügen außerdem eine Wiedervereinigung der West- mit der Ostkirche, da die Christen des Westens denen des Ostens zu Hilfe kamen.

Die wirtschaftliche Lage in Europa war im 11. Jahrhundert ziemlich schlecht. Besonders das ärmere Volk hatte darunter zu leiden. Durch weiteres Bevölkerungswachstum hatten viele Menschen keine Hoffnung mehr auf eine Besserung ihrer Lage. Von den Kreuzzügen erhofften sie sich deshalb nicht nur himmlischen, sondern auch materiellen Lohn. Aber auch für den niederen Adel war die Situation nicht viel besser. Durch die Primogenitur wurde zwar eine Zersplitterung des Besitzes vermieden, aber jüngere Söhne wurden nur noch unzureichend mit Besitz ausgestattet. Des Weiteren war Europa relativ dicht besiedelt, was es ihnen unmöglich machte neuen Besitz zu erwerben. In den Kreuzzügen sahen sie dann ihre Chance sich im Kampf zu bewähren und Besitz zu erlangen.

Zu guter Letzt spielten natürlich auch politische Interessen eine große Rolle für die Kreuzzüge. So versuchten europäische Mächte ihren Machtbereich weit in den Mittelmeerraum auszudehnen und ihre Macht dann auch zu erhalten. Andere Kreuzfahrer versuchten sich überhaupt erst Besitz und Macht zu verschaffen und diese dann auch zu konsolidieren.

Die unterschiedlichen Interessen der Kreuzfahrer sollten sehr bald zu Konflikten untereinander führen, die keine unerhebliche Rolle im späteren Scheitern der Kreuzzüge haben sollten.

2. Die Kreuzzüge

2.1. Der Erste Kreuzzug

Noch vor dem ersten offiziellen Kreuzzug begann 1095 der sogenannte Kreuzzug der Armen, oder auch Bauernkreuzzug. Seit 1071 waren die bedeutenden christlichen Städte Bethlehem, Jerusalem und Galiläa in der Hand türkischer Seldschuken. Papst Urban II. rief 1095 zu einem Kreuzzug auf, der die "Heiden aus dem Heiligen Land"a vertreiben sollte. Das Volk war begeistert und so wurden sogleich Heere zusammengestellt und Waffen gehortet. Der Mönch Peter von Amiens startete Anfang 1096 von Köln aus in Richtung Jerusalem. Allerdings begannen sie ihren Kreuzzug bereits im eigenen Land und es kam zu Massakern an Juden, die sich nicht bekehren lassen wollten. Diese Bauernhorden waren jedoch unorganisiert, schlecht ausgerüstet und reizbar. Es kam oft zu offener Gewalt und Plünderungen. Auf ihrem Weg durch Ungarn stießen die Bauernhorden jedoch auf Widerstand und es gab auf beiden Seiten zahlreiche Tote. Dennoch erreichte ein Teil der Bauern das Oströmische (Byzantinische) Reich, traf dann aber auf die kampferprobten türkischen Heere. Die wenigen Bauern, die dieses Zusammentreffen überlebten, flohen zurück ins Oströmische Reich, unter ihnen auch Peter von Amiens.

Anlass zum Auszug des ersten regulären Kreuzfahrerheeres war 1085 ein Hilferuf Alexios I. Komnenos. Seit Mitte des 11. Jahrhunderts wurde sein Reich durch die türkischen Seldschuken bedroht, 1076 hatten diese Jerusalem von den Ägyptern erobert und 1085 Antiocheia. Schon Papst Gregor VII. hatte seinerzeit einen Kreuzzug geplant, konnte dieses Vorhaben jedoch nicht in die Tat umsetzen, da er von einem Streit mit Heinrich IV. ganz in Anspruch genommen wurde. Papst Urban II. reagierte auf den Hilferuf Alexios' auf der Synode in Clermont. Er rief die Christen zu einer "Heerfahrt gen Osten"b auf, um die Christen aus der "heidnischen Herrschaft zu befreien". Im August 1096 brachen die Kreuzfahrer dann in Richtung Konstantinopel auf. Anführer dieses Unternehmens waren Gottfried von Bouillon, Bohemund von Tarent, Raimund von Toulouse, Robert von Flandern und Gottfrieds Bruder Balduin I von Boulogne. Ritter aus Spanien, die ihre Dienste anboten wurden jedoch zurückgeschickt, um die Christen in Spanien der "heidnischen Tyrannei der Sarazenen 3 " c zu entreißen. Der Papst sah in diesem Unternehmen eine Wallfahrt, gestattete jedoch das Tragen von Waffen für diesen Sonderfall. Er musste bei diesem Kreuzzug auf die Unterstützung des deutschen Kaisers Heinrich IV. und des französischen Königs Philipp verzichten, da diese aus der Kirche ausgeschlossen waren. Die Menschen, die nicht vorhatten gen Osten zu ziehen fingen mit dem Kreuzzug gleich im eigenen Land an und erschlugen die Juden als "Erzfeinde" und "Mörder Christi"d.

Als die Kreuzfahrtheere in Konstantinopel ankamen, wurden sie von Alexios zwar freundlich, aber doch misstrauisch begrüßt. Er hatte sich Söldner erhofft, die sich seinen Befehlen unterordnen und keine selbstbewussten Ritterheere. Sein Misstrauen wurde erst durch einen Lehenseid besänftigt. Die Ritter schworen das eroberte Land dem Byzantinischen Reich zu überlassen, allerdings hatten nicht alle Ritter wirklich vor den geleisteten Eid auch zu befolgen. Dieser Lehenseid war deshalb Anlass ständiger Konflikte zwischen dem byzantinischen Reich und den Kreuzrittern, aber auch unter den Kreuzrittern selbst.

Im Frühjahr 1097 zogen die Kreuzritter endlich weiter und griffen im Mai das von Seldschuken besetzte Nicäa (Nikaia) an. Die Stadt ergab sich im Juni dem Byzantinischen Reich. Am 1. Juli 1097 trafen die Kreuzritter bei Dorylaeum auf das Hauptheer der Seldschuken und schlugen diese vernichtend. Im Oktober desselben Jahres wurde mit der Belagerung von Antiocheia begonnen, das im Juni 1098 eingenommen wurde. Während ihres Zuges durch Kleinasien verfolgten die Kreuzritter jedoch immer wieder ihre eigenen Interessen. So zog Bohemund von Tarent beispielsweise gar nicht erst bis nach Jerusalem, sondern gründete in Antiocheia ein Fürstentum. Aber auch Balduin I. von Boulogne erreichte Jerusalem nicht. Ihn erreichte noch auf dem Weg dorthin ein Hilferuf des christlichen Armeniers Thoros aus Edessa. Er versprach ihm zu helfen, falls Thoros ihn adoptierte und als seinen Erben einsetzte. Nach der Eroberung Edessas verbündete sich Balduin mit den Feinden Thoros' und ließihn ermorden. Edessa wird der erste Kreuzfahrerstaat 4.

Im November 1098 zieht das Hauptheer weiter nach Jerusalem und richtet nach vierwöchiger Belagerung ein grausames Blutbad unter der jüdischen und muslimischen Bevölkerung an. Nach der Eroberung Jerusalems wird Gottfried von Bouillon von den Kreuzrittern zum König von Jerusalem gewählt, er lehnt diesen Titel jedoch ab und nennt sich stattdessen "Beschützer des Heiligen Grabes". Nach einer Schlacht bei Askalon gegen ein muslimisches Heer kehrt ein Teil der Kreuzritter nach Europa zurück, andere lassen sich in den neu gegründeten Kreuzfahrerstaaten nieder. Nach mehr als 400 Jahren unter muslimischer Herrschaft war Jerusalem nun wieder in der Hand der Christen und der Erste Kreuzzug somit erfolgreich verlaufen. Urban II. stirbt 1099, sein Nachfolger wird Paschalis II. Im Juli 1100 stirbt Gottfried und Balduin übernimmt sein Erbe in Jerusalem, er nimmt den Titel König von Jerusalem an.

2.2. Der Zweite Kreuzzug

Der Erfolg des Ersten Kreuzzuges zeigte vor allem, dass es möglich ist Besitz und Macht im Heiligen Land zu erweben und so fanden sich auch für den Zweiten Kreuzzug genügend Anhänger. Streitigkeiten unter den Kreuzfahrerstaaten schwächten die Kreuzfahrer, was die türkischen Seldschuken 5 zu nutzen wussten. 1144 eroberten sie Edessa, woraufhin ein Aufschrei durch Europa ging. Papst Eugen III. rief deshalb 1145 zum Zweiten Kreuzzug auf. Doch den Erfolg dieses Aufrufes hatte man vor allem dem Abt Bernhard von Clairvaux (dem heiligen Bernhard) zu verdanken, der es wie kein anderer verstand die Massen für diesen Kreuzzug zu begeistern. Er war es auch, der es schaffte den Massakern an den Juden in der Rheinregion (hier war das Volk extrem hart von der wirtschaftlichen Lage getroffen) Einhalt zu gebieten.

Ludwig VII, Konrad III. und Roger II. folgten diesem Aufruf, wohl auch aus materiellen Gründen. Im Frühsommer 1147 brachen die Heere in Richtung Jerusalem auf. Konrads Truppen wurden jedoch bereits bei Dorylaeum geschlagen und viele kehrten entmutigt um. Nur ein kleiner Teil des Heeres erreichte überhaupt das Heilige Land. Balduin III. von Jerusalem, Ludwig VII. und Konrad III. entschieden sich für einen Angriff auf Damaskus, was sich als folgenschwerer strategischer Fehler herausstellte. Damaskus war damals zwar unter muslimischer Herrschaft, aber die Einwohner hatten bisher immer zu Jerusalem und seinen christlichen Bewohnern gehalten. Nach vier Tagen wurde die Belagerung erfolglos abgebrochen, allerdings stand Damaskus von nun an auf muslimischer Seite. Ohne besonders große Erfolge verzeichnen zu können kehrten Konrad III. und Ludwig VII. 1149 in ihre Heimat zurück. Was von diesem Kreuzzug blieb, war der Hass auf Byzanz, obwohl das Byzantinische Reich den Status eines Puffers zwischen Christentum und Islam innehatte.

2.3. Der Dritte Kreuzzug

Das Scheitern des Zweiten Kreuzzuges stärkte die Macht der muslimischen Fürsten. 1171 eroberte Saladin Ägypten und Syrien und dehnte seinen Machtbereich auch weiterhin aus. Im Mai 1187 fiel er im Königreich Jerusalem ein und erobert die Stadt selbst am 2. Oktober 1187. Die letzte verbliebene Festung der Kreuzritter war nun Tyros. Der Verlust Jerusalems war ein Schock für das gesamte christliche Abendland. Am 29. Oktober 1187 rief deshalb der neue Papst Gregor VIII. in einer Enzyklika zum Dritten Kreuzzug auf. Diesem Aufruf folgten der deutsche Kaiser Friedrich I. Barbarossa, König Philipp-Augustus II. von Frankreich und der englische König Richard I. Löwenherz 1189. Friedrich bricht mit seinem Heer als erster auf, er hatte sich für den Landweg entschlossen. Allerdings kam der größte Teil seines Heeres niemals im Heiligen Land an, da Friedrich I. Barbarossa auf dem Weg ums Leben kam (er ertrank beim Baden am 10. Juni 1190 im Saleph). Da er das Heer zusammengehalten hatte kehrte ein Großteil der Ritter demotiviert ins Heimatland zurück. Philipp-Augustus II. und Richard I. Löwenherz dagegen, hatten sich für den Seeweg entschieden. Philipp erreichte das Heilige Land als erster, da Richard noch schnell Zypern eroberte und zum 5. Kreuzfahrerstaat machte. Gemeinsam eroberten sie Akko 1191. Sie gerieten jedoch sehr bald in Streit miteinander und so kehrte Philipp zurück nach Frankreich. Richard indes handelte mit Saladin einen Waffenstillstand aus und die Erlaubnis für Pilgerbesuche in Jerusalem (1192). Jerusalem blieb allerdings weiterhin in muslimischer Hand.

Am 4. März 1193 stirbt Saladin im Alter von nur 25 Jahren in Damaskus.

2.4. Der Vierte Kreuzzug

Da Jerusalem sich immer noch unter der Kontrolle der muslimischen Fürsten befand, rief Papst Innozenz III. 1198 zum Vierten Kreuzzug auf, da er es für seine Pflicht hielt die heiligen Stätten zurückzuerobern. Daraufhin machte sich ein Heer von Fürsten, Adelsherren und Rittern auf den Weg nach Jerusalem. Die Kreuzritter erreichten allerdings nie das Heilige Land, sondern blieben in Venedig hängen. Die Venezianer verlangten einen hohen Betrag für die Schiffspassage, den die Kreuzritter allerdings nicht bezahlen konnten Um ihre Schulden zu tilgen schlug der Doge Enrico Dandolo vor, dass die Kreuzfahrer die dalmatinische Stadt Zara erobern sollten. Zara war 1186 von Ungarn besetzt worden. Gegen den Willen des Papstes überfielen die Kreuzritter daraufhin die christliche Stadt Zara, die von einem christlichen König regiert wurde. Daraufhin exkommunizierte der Papst die Venezianer, die sich aber nicht besonders daran störten

Der junge Alexios IV. machte den Kreuzfahrern ein Angebot. Er erklärte sich bereit deren Schulden zu bezahlen, wenn sie ihm den Thron beschaffen würden. Außerdem bot er ihnen militärischen Beistand im Kampf gegen Ägypten und bei der Eroberung des Heiligen Landes an. Dandolo, der insgeheim den Untergang des byzantinischen Reiches wollte und ihre Habgier brachten die Kreuzritter schließlich dazu nach Konstantinopel zu ziehen. Nur wenige Ritter waren ihrem Gelübde treu und versuchten die heiligen Stätten zu erobern, sie bezahlten für ihre Treue mit dem Leben (1203). Am 17. Juli 1203 nahmen die Kreuzfahrer Konstantinopel ein, plünderten und brandschatzten die Stadt. Isaak wurde Kaiser und der junge Alexios IV. wurde zu seinem Mitkaiser ernannt. 1204 riss jedoch Alexios V. die Macht an sich, der den Lateinern nicht wohlgesonnen war. Das Ende des Byzantinischen Reiches war damit besiegelt. Am 12. April 1204 wurde die Stadt Konstantinopel eingenommen und der Graf von Flandern und Hennegau, Balduin IX. wurde als Balduin I. zum Kaiser gekrönt. Das war der Beginn des Lateinischen Kaiserreiches. Das die Zerschlagung des Byzantinischen Kaiserreiches gleichzeitig den letzten Puffer zwischen Islam und Christentum vernichtet hatte, erkannten die Kreuzfahrer nicht.

2.5. Der Kreuzzug von 1217/18

Dieser Kreuzzug wird in der Literatur meist nicht mitgezählt, deshalb zähle auch ich ihn nicht als Fünften Kreuzzug. Trotzdem sind die Ereignisse der Jahre 1217/18 durchaus erwähnenswert.

Innozenz III. ließauf dem Vierten Lateralkonzil von 1215 verkünden, der Kreuzzug habe 1217 stattzufinden. Daraufhin marschierte der König von Ungarn 1217 in Richtung Palästina, kehrte aber nach kurzer Zeit ohne Resultat wieder um. Andere Kreuzritter landeten 1218 in Palästina, wo sich der damalige König von Jerusalem, Johann von Brienne, an ihre Spitze stellte. Damit begann der Einmarsch nach Ägypten. Im Juni 1218 begann die Belagerung von Damiette, die Stadt fällt am 5. November 1219. Nach diesen anfänglichen Erfolgen, trafen die Kreuzfahrer in den Folgejahren auf heftigen Widerstand der Ägypter. Im August 1221 wurde das Heer von einer Nilflut überrascht und komplett vernichtet. Mit der Vernichtung des Kreuzfahrerheeres endete dieser Kreuzzug.

2.6. Der Fünfte Kreuzzug

Friedrich II. hatte bereits 1215 ein Kreuzzugsgelübde abgelegt und dieses 1220 erneuert, konnte allerdings wegen innenpolitischer Schwierigkeiten nicht zum Kreuzzug aufbrechen. Erst als Papst Gregor IX. ihm mit der Exkommunikation6 drohte, machte er sich im August 1227 auf den Weg ins Heilige Land. Eine schwere Krankheit zwang ihn aber nach kurzer Zeit zur Rückkehr und so wurde er, wie angedroht, exkommuniziert.

Trotz dieses Bannes macht er sich dann im Juni 1228 wieder auf den Weg nach Jerusalem. In Akko beginnt er Verhandlungen mit dem Sultan Al Kamil und erreicht durch diplomatisches Geschick eine friedliche Übergabe von Jerusalem, Nazareth und Bethlehem. Er sicherte den Moslems freien Zugang zu ihren heiligen Stätten zu und schloss ferner ein Waffenstillstandsabkommen über zehn Jahre. 1229 krönt sich Friedrich II. selbst zum König von Jerusalem.

2.7. Der Sechste Kreuzzug

Schon 1244 hatten Muslime Jerusalem zurückerobert und lösten damit 1248 den 6. Kreuzzug aus. Trotz des schlechten Rufes der Kreuzzüge wurde er von Ludwig IX. (dem Heiligen) finanziert und organisiert. Ende August 1248 segelt Ludwig IX. nach Zypern und landet am 5. Juni 1249 in Ägypten, wo er am folgenden Tag Damiette erobern konnte. Der Angriff auf Kairo (1250) endete jedoch in einem Desaster. Sein Heer wurde vernichtend geschlagen ein Großteil seines Heeres fand bei diesem Unternehmen den Tod. Einige, darunter auch Ludwig selbst gerieten jedoch nach ihrer Kapitulation im April 1250 in muslimische Gefangenschaft. Ludwig kam erst gegen ein hohes Lösegeld und die Übergabe von Damiette wieder auf freien Fuß. Er begab sich im Mai 1250 nach Akko, wo er die Verwaltung neu organisierte und einige Festungen bauen ließ. Im Frühjahr 1254 kehrte er zurück nach Frankreich und beendete damit den 6. Kreuzzug. Ein Ergebnis dieses Kreuzzuges, der ein Fehlschlag war, war das Interesse Frankreichs an Palästina, das sich bis in unser Jahrhundert gehalten hat ( Sykes- Picot-Abkommen 1916).

2.8. Der Siebte (und letzte) Kreuzzug

1266 begannen die Mamelucken 7 unter Baibars den Angriff auf