Kindererziehung in Politeia


Seminararbeit, 2000
16 Seiten, Note: gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Zur Person Platon

3. Staatsmodell Politeia
3.1 In welche Gesellschaftsform mündet Politeia ?
3.2 Kindererziehung in Politeia
3.3 Sizilien

4. Schluß
4.1 Vergleich mit „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley
4.2 Einbettung in den historischen Kontext
4.3 Fazit

5. Literaturangabe

1. Einleitung

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Kindererziehung im Idealstaate Platons.

Die Hauptwerke, auf die sich diese Arbeit gründet ist die Primärliteratur „Der Staat“ und der siebte Brief.

Die Gliederung sieht folgendermaßen aus.

Beginnen werde ich mit der Person Platon. Anschließend wird das Staatsmodell ‘Politeia’ und mehrere Meinungen im Bezug auf die Gesellschaftsform, in die Politeia mündet, vorgestellt. Darauf folgend wird auf die Kindererziehung in diesem Staate eingegangen. Des weiteren wird von dem siebten Brief Platons berichtet, in dem er von seinen Reisen nach Sizilien schreibt. Hier versuchte er seinen Idealstaat umzusetzen.

Zum Schluß ein Vergleich mit dem utopischen Roman von Aldous Huxley, eine Einbettung der Kindererziehung in den historischen Kontext und das Fazit.

2. Zur Person Platon

Über die Biographie Platons ist im Gegensatz zu seinem umfangreichen Werk wenig bekannt.

Platon war ein griechischer Philosoph, der

427 v.Chr. in Athen geboren wurde und dort im Jahre 348/ 347 v.Chr. starb. Er stammte von einem adligen Geschlecht ab. Durch seinen Lehrer Sokrates wurde er zum philosophischen Fragen nach den ‘Tugenden’ geführt und nachhaltig beeinflußt. Platon lernte von Sokrates die Hebammenkunst (Maieutik), die er in seinen Dialogen festgehalten hat. Von großer Bedeutung war die Gründung einer Akademie in Athen um 387 v.Chr., als deren bekanntester Schüler Aristoteles hervorging. In seinen zahlreichen erhaltenen Schriften, die meist in Dialogen verfaßt wurden, führt weitgehend Sokrates das Gespräch. Platon reiste drei Mal nach Sizilien, etwa 388- 387; 366-365 und 361-360 v.Chr.(s. 7.Brief)

Durch seinen Staatsentwurf ‘Politeia’ wurde Platon zum Vater der Utopie.

Mit seinen Werken ‘Politeia’ (Der Staat) und ‘Nomoi’ (Die Gesetze) stellte er einen Erziehungsstil auf, der die Bildung des Einzelwesens ganz dem Staatsziel unterordnete.

Seinen Idealstaat ‘Politeia’ hat er nicht verwirklichen können.

Die pädagogisch wichtigsten Schriften Platons

sind ‘Staat’, ‘Gesetze’, ‘Menon’ und ‘Symposion’.

Die letzten Lebensjahre verbrachte er in Athen mit ununterbrochener Lehrtätigkeit bei seinen Schülern.

http://www.gutenberg.aol.de/platon/politeia/politeia.htm.

3. Das Staatsmodell Politeia

Der Dialog Politeia wurde im 4. Jahrhundert v.Chr. nach der Gründung der Akademie verfaßt und fällt in die mittlere Schaffensperiode Platons. Wichtig in diesem Zusammenhang ist noch das Werk „Gesetze“, in dem er seine Forderungen von „Politeia“ abschwächt.

Platon verfaßte Politeia, da er eine Gefahr erkannte, die dem Staatsganzen aus der individualistischen, nur auf den Erfolg des Einzelnen gerichteten Bildungsweise der Sophisten erwuchs. Durch die Sophisten kam es zu einer Loslösung des Einzelwesens von der Bindung an Normen und Ordnungen der Gemeinschaft. Platon war der Überzeugung, daß alle Staaten seiner Zeit schlecht regiert würden.

Er wollte den Staat Athens, der eine Niederlage gegen Sparta und eine „innere Entartung“, d.h. Individualismus, Gewaltherrschaft der dreißig Tyrannen nach dem Kriege und die Hinrichtung Sokrates’, erlebt hatte, durch eine radikale innere Reform retten. Er strebte eine Verknüpfung von starker Staatsautorität und philosophischem Geist an. Um eine Verbesserung der Lebensumstände hervorzurufen, stellte er in seinem „Staat“ und den „Gesetzen“ ein Erziehungsmodell auf, in dem der Einzelne ganz dem Staatsziel untergeordnet wurde.

Mit Politeia hat er als erster ein bewußtes, systematisch geformtes Ideal der Erziehung und der Kultur geschaffen. Dabei sollten Philosophie und Wissenschaft den Staat führen und die höchste Bildungsmacht darstellen.

Sein Idealstaat sollte von Philosophen regiert werden, und alle Güter, einschließlich der Frauen, sollten der Allgemeinheit gehören.

Im vierten Buch heißt es bezüglich dieser Forderung: „[...]das Heiraten und die Ehen und die Kindererzeugung, nämlich daß dies alles unter dem Sprichwort: ‘unter Freunden herrscht Besitzgemeinschaft’“.

Das Privateigentum wurde abgelehnt, denn Reichtum und Armut erzeuge „Üppigkeit und Faulheit und Neuerungssucht, diese außer der Neuerungssucht auch niedere Sinnesart und minderwertige Arbeitsleistung.“ Außerdem wäre es eine „kindliche Vorstellung“, daß Glück im Besitz liege. Diese Regelung trifft aber nur den ersten und den zweiten Stand, nicht die Vollbürger, denn „der dritte Stand [...] ist von allen politischen und militärischen Geschäften und von allen politischen Rechten ausgeschlossen.“

Trotz der ökonomischen Gleichheit wird eine Hierarchie festgelegt. Den Herrschenden sei bei der Geburt Gold, den Beihelfern (=Wächtern) Silber und den Ackerbauern und sonstigen Handarbeitern Erz beigemischt worden.

In dem Staat tut jeder „das Seinige“, d.h. das seiner Anlage am besten entsprechende. Somit müßten alle Berufe vertreten sein.

Es bedarf einer Arbeitsteilung, denn wenn jeder nur „selbst für sich selbst das Seine“ tun würde, käme es zu einer niedrigen und schlechteren Produktion.

Es ergibt sich eine Einteilung in die drei Stände der Philosophen, der Wächter und der Vollbürger.

Die meisten Menschen, die Vollbürger, sind für die erwerbstätigen Berufe geeignet. Die Mutigen, d.h. die Wächter, für den Krieg und die wenigen Hochbegabten, d.h. die Philosophen, für das schwierige Amt des Regierens.

Ebenso wie die Gliederung des Staates in drei Teile, wurde auch die menschliche Seele in die drei Kräfte Vernunft, Mut und Begierde eingeteilt. Jeder einzelne Mensch trägt „die [...] drei Grundformen (des Staates) in seiner Seele.“

Daraus ergibt sich folgende Darstellung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese Dreigliederungen gründet Platon auf die menschliche Natur.

Es gibt aber die Möglichkeit für ein Mitglied des zweiten Standes, in den ersten Stand der Philosophen aufgenommen zu werden. Dies ist der Fall, wenn jemand „ohne weiteres bereit ist sich jedes Wissensfaches zu bemächtigen und mit

Lust ans Lernen geht und nicht genug davon haben kann“.

Außerdem ist es möglich, daß ein Nachkomme aus dem goldenen Stand silbern ist, oder ein Nachkomme des silbernen Standes golden.

Der dritte Stand allerdings ist von diesen Möglichkeiten ausgeschlossen.

Sklaven sind in allen Schichten so selbstverständlich, daß Platon sie gar nicht erwähnt. Außerdem empfiehlt Platon für alle Stände Euthanasie, d.h. Töten chronischer Kranker (aber mit deren Einverständnis), da sie nur noch eine Last für den Staat und für sich selbst seien.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Kindererziehung in Politeia
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur)
Note
gut
Autor
Jahr
2000
Seiten
16
Katalognummer
V106640
ISBN (eBook)
9783640049196
ISBN (Buch)
9783640118755
Dateigröße
392 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kindererziehung, Politeia
Arbeit zitieren
Tina Brackmann (Autor), 2000, Kindererziehung in Politeia, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/106640

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