Fanden sich schon vor der II. Parteikonferenz vom 9 - 12. Juli 1952 sozialistische Strukturen in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) vor und welche Auswirkungen und Konsequenzen hatte diese Konferenz auf die Folgejahre?
Infolge dieser Fragestellung setzt diese Hausarbeit seinen Schwerpunkt auf den Aufbau des Sozialismus in der DDR. Dabei stehen die Maßnahmen und die Folgen für die ostdeutsche Bevölkerung besonders im Fokus dieser Arbeit.
Zunächst verstehe ich unter dem Begriff des „Aufbaus des Sozialismus“ eine wirtschaftliche, kulturelle, gesellschaftliche sowie politische Umwälzung eines Landes hin zu einem Staat nach sowjetisch-stalinistischem Vorbild. Die folgende Hausarbeit befasst sich vornehmlich mit der wirtschaftlichen Situation und Umgestaltung der DDR und lässt andere Felder der politischen Umwandlung außen vor.
Das Ziel wird erfüllt, indem wir vor allem unterschiedliche Historiker und Historikerinnen für die Bearbeitung dieses Themas hinzuziehen, um ein möglichst breites Meinungsspektrum zu erhalten und folglich keine Eindimensionalität entstehen zu lassen. Nennenswert ist hierbei vor allem das Werk „Deutsche Gesellschaftsgeschichte, 1949 – 1990, Band 5“ von Hans-Ulrich Wehler. Auch sollen Quellen, wie einzelne Befehle der Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) und der Beschluss der II. Parteikonferenz, Aufschluss über das Thema geben, sodass auch ein zeitgenössischer Bezug auf das Thema hergestellt wird.
Hinsichtlich des Aufbaus der vorliegenden Arbeit wird zunächst in Kapitel zwei die wirtschaftspolitische Vorgeschichte der DDR näher erläutert, bevor in Kapitel drei dann der Bezug auf die Quelle zum Beschluss der II. Parteikonferenz geschaffen wird. Folglich werden in Kapitel vier konkrete wirtschaftliche Maßnahmen der sozialistischen Umstrukturierung dargestellt. Im Anschluss stehen in Kapitel fünf die Folgen dieser Maßnahmen mit einer weiteren Quelle der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) im Vordergrund.
Abschließend wird ein Fazit zum Aufbau des Sozialismus gezogen sowie die Fragestellung aus dieser Einleitung wieder aufgegriffen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historische Kontextualisierung
2.1 Politische Vorgeschichte
2.2 Bodenreform und Demontage
3. Der Beschluss der II. Parteikonferenz der SED
4. Konkrete Maßnahmen zum Ausbau des Sozialismus in der DDR
4.1 Landwirtschaftliche Genossenschaften (LPG)
4.2 Außenhandel
5. Die unmittelbaren Folgen des Aufbaus des Sozialismus
5.1 Lebensstandard
5.2 Nahrungsmittelversorgung und die Folgen der fokussierten Förderung der Schwerindustrie
5.3 Landwirtschaft
5.4 Aufstand vom 17. Juli 1953
5.5 Fluchtbewegungen
5.6 Reaktionen der Sowjetunion
6. Fazit und Bewertung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den gezielten Aufbau sozialistischer Strukturen in der DDR, insbesondere unter Berücksichtigung der II. Parteikonferenz vom 9. bis 12. Juli 1952, um zu klären, inwieweit diese Maßnahmen die politische und wirtschaftliche Entwicklung des Staates prägten.
- Wirtschaftspolitische Maßnahmen der frühen DDR
- Die Rolle der sowjetischen Einflussnahme und Ideologie
- Folgen für die ostdeutsche Bevölkerung (Lebensstandard, Versorgung)
- Ursachen und Auswirkungen der Fluchtbewegungen und des Arbeiteraufstandes 1953
- Vergleichende Analyse der SED-Beschlüsse und sowjetischer Reaktionen
Auszug aus dem Buch
Die unmittelbaren Folgen des Aufbaus des Sozialismus
Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen wirkten sich auf die verschiedensten Bereiche der Industrie, Gesellschaft und Politik aus. Die Folgen des Aufbaus des Sozialismus waren vor allen durch einen niedrigen Lebensstandard, eine immer stärkere Misswirtschaft, Flucht und Aufstände gekennzeichnet.
Das Versprechen Ulbrichts auf der II. Parteikonferenz, dass der Lebensstandard im Zuge des Fünfjahresplans von 1951 bis 1955 dessen der BRD überlegen sein wird, konnte nicht gehalten werden. Zwar konnte sich der Lebensstandard von der Kriegslast erholen, sodass 1952 der Index wieder auf den Stand von 1936 stieg. Trotzdem lag man nicht nur weit hinter der BRD, welche einen Produktionsindex von 143 hatte, sondern auch die für die Versorgung wichtige Verbrauchsgüterwirtschaft konnte nicht den Vorkriegsstand erreichen.
Auch wenn das Durchschnittseinkommen von Arbeitern der DDR von 312 Mark auf 345 Mark brutto im Jahre 1955 stieg, lag das BIP pro Kopf nicht nur zu Beginn der DDR, sondern während seiner ganzen 40 jährigen Geschichte bei ca. 56 % hinter dem BIP/Kopf der BRD.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob sozialistische Strukturen bereits vor der II. Parteikonferenz 1952 existierten und welche Folgen diese für die DDR hatten.
2. Historische Kontextualisierung: Hier wird die wirtschaftliche Ausgangslage der DDR nach dem Zweiten Weltkrieg, einschließlich Bodenreform und Demontage, beleuchtet.
3. Der Beschluss der II. Parteikonferenz der SED: Dieses Kapitel analysiert die Zielsetzungen Walter Ulbrichts zum Aufbau des Sozialismus und die damit verbundene wirtschaftliche Neuausrichtung.
4. Konkrete Maßnahmen zum Ausbau des Sozialismus in der DDR: Der Fokus liegt auf der Implementierung volkseigener Betriebe, der Kollektivierung in der Landwirtschaft und der Integration in den Außenhandel.
5. Die unmittelbaren Folgen des Aufbaus des Sozialismus: Dieses Kapitel behandelt die negativen Auswirkungen der planwirtschaftlichen Fokussierung auf die Bevölkerung, den Arbeiteraufstand 1953 und die Fluchtbewegungen.
6. Fazit und Bewertung: Das Fazit fasst die Erkenntnis zusammen, dass der Aufbau des Sozialismus ein erzwungener, vielschichtiger Prozess war, der trotz wirtschaftlicher Fehlplanungen durchgesetzt wurde.
Schlüsselwörter
DDR, Sozialismus, II. Parteikonferenz, Walter Ulbricht, SED, Planwirtschaft, Schwerindustrie, Bodenreform, 17. Juni 1953, Sowjetunion, Wirtschaftspolitik, Kollektivierung, LPG, Mangelwirtschaft, Fluchtbewegungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht den Aufbau des sozialistischen Systems in der DDR, wobei der Schwerpunkt auf den wirtschaftlichen Entscheidungen der II. Parteikonferenz von 1952 liegt.
Welche zentralen Themenfelder deckt der Text ab?
Die zentralen Themen sind der forcierte Aufbau der Schwerindustrie, die Rolle der Landwirtschaft, die Auswirkungen auf den Lebensstandard der Bevölkerung und die politische Abhängigkeit von der Sowjetunion.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Autorin oder der Autor geht der Frage nach, ob sozialistische Strukturen bereits vor Juli 1952 bestanden und wie die Beschlüsse dieser Parteikonferenz die gesellschaftliche Realität beeinflussten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur sowie zeitgenössischen Quellen wie SED-Beschlüssen und Befehlen der Sowjetischen Militäradministration basiert.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil analysiert die konkreten Umsetzungsmaßnahmen wie Enteignungen, die Bildung landwirtschaftlicher Genossenschaften und die Folgen, wie sie in den Aufständen von 1953 und der Fluchtwelle gipfelten.
Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Sozialismus, Planwirtschaft, Mangelwirtschaft, SED-Politik und die wirtschaftliche Transformation geprägt.
Inwiefern hat die Rohstoffknappheit die DDR-Wirtschaft beeinflusst?
Der Text zeigt auf, dass die Staatsführung die Realität fehlender Rohstoffe ignorierte, was zu einer einseitigen und ineffizienten Förderung der Schwerindustrie führte.
Wie reagierte die Sowjetunion auf die Krise in der DDR?
Die Führung der UdSSR erkannte die Fehlentwicklungen, reagierte jedoch oft erst zeitverzögert und widersprüchlich auf die durch die eigene Politik mitverursachten Probleme.
- Arbeit zitieren
- Joost Klenner (Autor:in), 2021, Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der II. Parteikonferenz vom 9.-12. Juli 1952. Gab es den den Sozialismus in der DDR seit 1952 oder doch schon früher?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1066528