Am 4. November 1980 gewinnt Ronald Reagan die Präsidentschaftswahl in den USA gegen den amtierenden Präsidenten Jimmy Carter. Die Inauguration findet am 20. Januar 1981 statt. Ich werde in dieser Arbeit versuchen, die Berichterstattung zu diesem Ereignis in verschiedenen Schweizer Tageszeitungen und in einer Schweizer Wochenzeitung kritisch zu analysieren. Wie wird berichtet? Welche Stimmen werden dabei berücksichtigt? Ist die Berichterstattung emotional? Wo findet man Meinungen, wo herrscht das Prinzip der möglichst grossen Objektivität? Gibt es eine einheitliche Stimmung in den analysierten Zeitungen gegenüber dem Wahlsieger? Und welche Argumente werden bei einer eventuellen Kritik der Kandidaten verwendet? Bei den erwähnten Medien handelt es sich um den ‚Tages-Anzeiger′, die ‚Neue Zürcher Zeitung′ (NZZ), die ‚Berner Tagwacht′ und die ‚Weltwoche′. Ich werde also nur Zeitungen aus der deutschen Schweiz analysiert, und auch da ist die Auswahl selektiv und lässt keinen Schluss auf die gesamte Presselandschaft der Deutschschweiz zu. Daher werde ich auch keine umfassende These aufstellen, sondern die Zeitungen einzeln analysieren und nur eine grobkörnige Gesamtdarstellung versuchen. Dennoch ist die Zeitungsauswahl nicht zufällig: mit der Wahl von Tages-Anzeiger und NZZ als zwei großen und damit vielbeachteten Tageszeitungen, der Berner Tagwacht als ein Repräsentant der linksorientierten Parteipresse und der Weltwoche als Wochenzeitung mit mehr Platz für Analysen soll ein relativ umfassendes Gebiet der Deutschschweizer Presselandschaft abgedeckt werden, welches dennoch den Umfang einer Proseminararbeit nicht sprengt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ronald Reagan, Jimmy Carter und die Medien - Vergleich zwischen der Berichterstattung in den USA und in der Schweiz
2. 1. Reagan und Carter in den amerikanischen Medien
2. 2. Die analysierten Schweizer Presseerzeugnisse im Vergleich
3. Die Berichterstattung der US-Präsidentschaftswahl von Ronald Reagan 1980 in ausgewählten Schweizer Zeitungen
3. 1. Allgemeine Merkmale
3. 2. Eigenheiten der einzelnen Zeitungen
3. 2. 1. Tages-Anzeiger
3. 2. 2. Neue Zürcher Zeitung
3. 2. 3. Berner Tagwacht
3. 2. 4. Die Weltwoche
4. Schlussbemerkungen
5. Literaturliste
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht kritisch, wie ausgewählte Schweizer Zeitungen über die US-Präsidentschaftswahl von 1980 und den Wahlsieg Ronald Reagans berichteten. Im Zentrum steht die Frage, ob sich in der Schweizer Presselandschaft eine ähnliche, durch Charisma und politische Manipulation geprägte Berichterstattung zeigt, wie sie für die US-Medien jener Zeit beschrieben wird.
- Vergleich der Berichterstattung zwischen den USA und der Schweiz.
- Analyse der redaktionellen Haltung von Tages-Anzeiger, NZZ, Berner Tagwacht und Weltwoche.
- Untersuchung der Rolle von US-Korrespondenten und der Gewichtung von Fakten versus Meinungen.
- Einfluss des Geiseldramas im Iran auf die Wahrnehmung der Kandidaten.
- Reflektion über die Rolle der Schweizer Distanz zur US-Innenpolitik.
Auszug aus dem Buch
2. 1. Reagan und Carter in den amerikanischen Medien
In dem Buch ‚On Bended Knee‘, welches 1987 erstmals erschien, versucht Mark Hertsgaard aufzuzeigen, wie das Verhältnis zwischen den US-amerikanischen Medien und Ronald Reagan beziehungsweise dessen Administration war und was dies für Auswirkungen auf Berichterstattung und Medieninhalte hatte. Hertsgaard Buch beruht auf etwa 175 Interviews, die er mit Persönlichkeiten aus Reagans Administration und aus den amerikanischen Medien gemacht hat. Urteile über die Berichterstattung beruhen zudem auf einer umfassenden Analyse hunderter Zeitungsartikel, vornehmlich aus ‚The Washington Post‘, ‚The New York Times‘, ‚Newsweek‘ und ‚Time‘.
Hertsgaards These geht davon aus, dass die Berichterstattung amerikanischer Medien über Reagan nicht neutral war, sondern dass die kritische Hinterfragung zugunsten einer positiven Darstellung der Regierung zurücktreten musste. So schreibt Hertsgaard: „Even with all that eventually went wrong - the Iran-contra scandal, the stock-market crash, the seemingly endless series of criminal investigations of former top White House officials - the overall press coverage of the Reagan administration was extraordinarily positive.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und der Zielsetzung, die Berichterstattung über die US-Wahl 1980 in verschiedenen Schweizer Medien zu untersuchen.
2. Ronald Reagan, Jimmy Carter und die Medien - Vergleich zwischen der Berichterstattung in den USA und in der Schweiz: Analyse der US-Medienlandschaft basierend auf Hertsgaards Arbeit sowie Einleitung des Vergleichs zur Schweizer Presse.
3. Die Berichterstattung der US-Präsidentschaftswahl von Ronald Reagan 1980 in ausgewählten Schweizer Zeitungen: Detaillierte Untersuchung der spezifischen Berichterstattung und Tendenzen der vier ausgewählten Schweizer Presseerzeugnisse.
4. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Reflexion über die Ergebnisse und Ausblick auf mögliche weiterführende Forschungsansätze.
5. Literaturliste: Auflistung der für die Arbeit verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Ronald Reagan, Jimmy Carter, Präsidentschaftswahl 1980, Schweizer Presse, Berichterstattung, Medienanalyse, Mark Hertsgaard, On Bended Knee, Tages-Anzeiger, Neue Zürcher Zeitung, Berner Tagwacht, Die Weltwoche, Objektivität, US-Aussenpolitik, Geiseldrama im Iran.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Schweizer Medien über die US-Präsidentschaftswahl von 1980 berichteten, bei der Ronald Reagan den amtierenden Präsidenten Jimmy Carter ablöste.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Medien zu politischen Akteuren, die Objektivität der Berichterstattung und der Vergleich zwischen US-amerikanischen Medienpraktiken und der Schweizer Presse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu prüfen, ob die Berichterstattung in der Schweiz ähnlich durch emotionale und parteiische Muster geprägt war, wie dies für die US-Medien jener Zeit belegt wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Vergleichsanalyse, die auf der Untersuchung von Zeitungsartikeln und einem theoretischen Rahmenwerk (Hertsgaard) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die vier Zeitungen Tages-Anzeiger, NZZ, Berner Tagwacht und Weltwoche individuell hinsichtlich ihrer Tendenzen und journalistischen Arbeitsweisen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Medienkritik, politische Berichterstattung, transatlantischer Vergleich und der Einfluss politischer Grundhaltungen auf die Objektivität.
Welche Rolle spielt der Tages-Anzeiger in der Analyse?
Der Tages-Anzeiger wird als linksorientiert und kritisch gegenüber Reagan eingestuft, wobei Roman Bergers Artikel als prägend für die skeptische Haltung identifiziert werden.
Warum nimmt die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) eine Sonderrolle ein?
Die NZZ zeichnet sich laut Analyse durch eine hohe Sachlichkeit aus und ist die einzige der untersuchten Zeitungen, die Reagan tendenziell eher wohlwollend gegenüberstand.
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- Jonas Morgenthaler (Author), 2002, Die US-Präsidentschaftswahl von Ronald Reagan 1980 im Spiegel ausgewählter Schweizer Zeitungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10670