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Kulturwissenschaft in der Folge der Postmoderne. Die Kulturwissenschaft vor dem Hintergrund postmoderner Wissenschaft

Titre: Kulturwissenschaft in der Folge der Postmoderne. Die Kulturwissenschaft vor dem Hintergrund postmoderner Wissenschaft

Dossier / Travail de Séminaire , 2002 , 29 Pages , Note: sehr gut

Autor:in: Uwe Krzewina (Auteur)

Études Culturelles - Généralités et définitions
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Ziel des ersten Teils meiner Hausarbeit soll es sein, anhand einer Diskussion des inhaltlichen als auch des begrifflichen Aspekts der Kulturwissenschaft einerseits das historische Entstehen einer solchen Disziplin als Resultat zivilisatorischer Entwicklung darzustellen; andererseits soll aber auch das Dilemma aufgezeigt werden, in dem sich die Kulturwissenschaft befindet, und zwar hinsichtlich der Frage nach der Autonomie des Systems ‚Kulturwissenschaft’. Resultat dieses ersten Teils wird es sein, einen Begriff von Kulturwissenschaft darzustellen, der für die Literaturwissenschaft produktiv von Nutzen sein kann.
In einem zweiten Teil werde ich dann darstellen, welche Auswirkungen die Kulturwissenschaft auf die Literaturwissenschaft hat. Vor allem im Hinblick auf die Ausrichtung des Seminars, innerhalb dessen die vorliegende Arbeit entstanden ist, wird es insbesondere um die Frage gehen, ob Kulturwissenschaft auch als Literaturtheorie zu gebrauchen ist, also eine spezifische Lesart bereitstellt.
Zu einer praktischen Anwendung einer kulturwissenschaftlichen Lesart wird es in meiner Arbeit nicht kommen. Und zwar aus dem Grunde, da meine These hinsichtlich der Kulturwissenschaft als mögliche Lesart dahingehend lautet, dass es eine spezifisch kulturwissenschaftliche Lesart nicht gibt. Jedoch werden vorhandene Lesarten von ihr beeinflusst und ergänzend verändert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Kritik an den Geisteswissenschaften

2.1. Humboldts Bildungskonzept

2.1.1. Die Kritik an der Aufklärung – Idealismus als Ausgangsbasis

2.1.2. Die Entwicklung der Gesellschaft – Materialismus als Ausgangsbasis

3. Die Postmoderne und die Krise der Wissenschaft

3.1. Nation und Totalitarismus

3.2. Das Wissen in der Postmoderne

3.2.1. Die philosophische Legitimierung

3.2.2. Die politische Legitimation

3.2.3. Die Delegitimierung der großen Erzählungen

3.2.4. Postmoderne Legitimierung von Wissen

4. Die Kulturwissenschaft

4.1. Die Kulturwissenschaft als eine postmoderne Wissenschaft

4.2. Die Disziplin Kulturwissenschaft

4.3. Cultural Studies

4.4. Die Ethnologie als Kulturwissenschaft

4.5. Kulturwissenschaft als Lesart?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Status der Kulturwissenschaft im Kontext der Postmoderne und geht der zentralen Forschungsfrage nach, wie eine legitime Kulturwissenschaft in einer nachmodernen Gesellschaft konzipiert sein kann, ohne in die Problematik traditioneller Legitimationsdiskurse zu verfallen.

  • Historische Herleitung des Humbolddtschen Bildungskonzepts und dessen Kritik.
  • Analyse des gesellschaftlichen Transformationsprozesses von der Moderne zur Postmoderne.
  • Untersuchung der Legitimierung von Wissen nach Jean-François Lyotard.
  • Kritische Reflexion interdisziplinärer Ansätze wie Cultural Studies und Ethnologie.
  • Skizzierung einer postmodernen Kulturwissenschaft als interdisziplinäres "Spielfeld".

Auszug aus dem Buch

3.2.4. Postmoderne Legitimierung von Wissen

Es ist nun aber nicht so, dass die Gesellschaft in die Barbarei verfällt, weil ihr die großen Erzählungen abhanden gekommen sind: „Was sie daran hindert, ist ihr Wissen, daß die Legitimierung von nirgendwo anders herkommen kann als von ihrer sprachlichen Praxis und ihrer kommunikativen Interaktion.“ Der formale Ablauf einer solchen Legitimierung durch Sprache sieht folgendermaßen aus: Der Sender formuliert eigene Regeln für die Herstellung einer denotativen Aussage. Der Empfänger muss diese Regeln akzeptieren, und schon ist der Prozess der Hervorbringung einer wissenschaftlichen Aussage legitimiert. Diese Regelherstellung erfolgt in einer Metasprache. Es werden Bedingungen bestimmt, die einer Axiomatik formal genügen.

Als Eigenschaften für die Syntax eines formellen Regelsystems nennt Lyotard Konsistenz, syntaktische Vollständigkeit, Entscheidbarkeit und die Unabhängigkeit der Axiome voneinander. Dabei werden die Formalismen eines solchen Systems jedoch von der Sprache, der Alltagssprache begrenzt. Denn in der normalen Alltagssprache werden diese Regeln formuliert, wodurch Paradoxien entstehen können und somit jede einzelne der aufgezählten Eigenschaften relativiert wird. Entscheidend ist jedoch, dass sich über die Regeln geeinigt wird, unter denen die Hervorbringung wissenschaftlicher, denotativer Aussagen getroffen werden. Diese Regeln ihrerseits sind präskriptive Aussagen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Legitimation der Kulturwissenschaft und Darstellung der Zielsetzung.

2. Die Kritik an den Geisteswissenschaften: Analyse der historischen Voraussetzungen und der Kritik am klassischen Bildungskonzept Humboldts sowie der gesellschaftlichen Wandlungsprozesse.

3. Die Postmoderne und die Krise der Wissenschaft: Theoretische Untersuchung der Wissenskrise in der Postmoderne, insbesondere basierend auf Lyotards Konzepten von Metanarrativen und Legitimationsformen.

4. Die Kulturwissenschaft: Anwendung der erarbeiteten theoretischen Grundlagen auf die Disziplin der Kulturwissenschaft und Entwurf eines postmodernen Verständnisses derselben.

Schlüsselwörter

Kulturwissenschaft, Postmoderne, Lyotard, Humboldtsches Bildungskonzept, Legitimation, Wissenschaftstheorie, Cultural Studies, Ethnologie, Sprachspiel, Interdisziplinarität, Performativität, Moderne, Wissensgesellschaft, Literaturwissenschaft, Geisteswissenschaften.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Status der Kulturwissenschaft vor dem Hintergrund der Postmoderne und kritisiert traditionelle Selbstlegitimationsversuche dieser Disziplin.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen den Wandel von der Moderne zur Postmoderne, die Kritik am deutschen Idealismus, Theorien der Wissenslegitimierung und die interdisziplinäre Ausrichtung kulturwissenschaftlicher Forschung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Begriff einer „legitimen“ Kulturwissenschaft in der nachmodernen Gesellschaft unter Berücksichtigung von Jean-François Lyotards Theorien zu skizzieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine diskursanalytische Vorgehensweise, wobei insbesondere die Schriften von Jean-François Lyotard, Herbert Marcuse und Georg Simmel zur theoretischen Rahmung herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die gesellschaftliche Transformation, die Krise der wissenschaftlichen Wissenslegitimierung und die spezifische Rolle der Kulturwissenschaft als interdisziplinäres System untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Kulturwissenschaft, Postmoderne, Wissenslegitimierung, Sprachspiele, Performativität und Interdisziplinarität.

Inwiefern beeinflusst der Begriff des „postmodernen Balgs“ die Argumentation?

Der Begriff illustriert die Schwierigkeit, die Kulturwissenschaft als feste, homogene Disziplin zu definieren, da sie eher als offener Diskussionszusammenhang in einer postmodernen Wissensordnung fungiert.

Welche Rolle spielt die Literaturwissenschaft am Ende der Arbeit?

Die Literaturwissenschaft wird als Teilmenge einer postmodernen Kulturwissenschaft begriffen, deren Methoden (Lesarten) als variables „Spielfeld“ für wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung neu bewertet werden.

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Résumé des informations

Titre
Kulturwissenschaft in der Folge der Postmoderne. Die Kulturwissenschaft vor dem Hintergrund postmoderner Wissenschaft
Université
Free University of Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Cours
HS Literaturtheorien in der Praxis
Note
sehr gut
Auteur
Uwe Krzewina (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
29
N° de catalogue
V10672
ISBN (ebook)
9783638170369
ISBN (Livre)
9783638771122
Langue
allemand
mots-clé
Kulturwissenschaft Folge Postmoderne Kulturwissenschaft Hintergrund Wissenschaft Literaturtheorien Praxis
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Uwe Krzewina (Auteur), 2002, Kulturwissenschaft in der Folge der Postmoderne. Die Kulturwissenschaft vor dem Hintergrund postmoderner Wissenschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10672
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