Regimetheorie: Analyse des IWF


Seminararbeit, 2002

16 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Regimetheorien
2.1. Entstehung und Struktur internationaler Regime
2.2. Funktionen
2.3. Wirkung und Bedeutung

3. IWF – ein internationales Regime
3.1. Entstehung und Merkmale des IWF
3.2. Organisationsstruktur
3.3. Aktuelle Situation

4. Analyse
4.1. Ergebnisse
4.2. Schlussfolgerungen

Literaturangaben

Einleitung

In der heutigen Zeit mit ihrem rasanten Wandel in den ökonomischen, sozialen und politischen Strukturen, erscheint es wichtig, neben den innerstaatlichen Prozessen vor allem die zwischenstaatlichen Strukturen zu beleuchten. Viele dieser Veränderungen und die entstehende Abhängigkeit der Länder untereinander werden heute unter dem Sammelbegriff der „Globalisierung“ zusammengefasst.[1] Es darf dabei nicht außer acht gelassen werden, dass viele dieser Strukturen der internationalen Beziehungen schon lange bestehen. So alt wie die Staatenentwicklung ist, sind auch die Versuche zu zwischenstaatlichen Vereinbarungen mit unterschiedlichsten Zielen, Inhalten und Strukturen. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil internationaler Beziehungen und der Außenpolitik.

Es sind für die jüngere Zeitgeschichte die Gründung des Völkerbundes, als eine internationale Vorgängerorganisation der Vereinten Nationen (UNO) mit ihren Organisationen anzuführen.

Als jüngere Beispiele sind der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Welthandelsorganisation (WTO) zu nennen. Beide Organisationen basieren auf einer Idee John Maynard Keynes aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bis zu ihren Gründungen war es ein langer, beschwerlicher Weg. Mit ihrem Aufbau wurde ein Rahmen internationaler Beziehungen geschaffen, der aus heutiger Sicht unverzichtbar erscheint.

Die Politikwissenschaft bezeichnet ihre internationale Funktion und Wirksamkeit als „Internationale Regime“.

Man versteht nach Krasner[2] internationale Regime als norm- und regelgeleitete Formen der internationalen Kooperation zur politischen Bearbeitung von Konflikten in verschiedenen Bereichen der internationalen Beziehungen.

Gegenstand meiner Arbeit ist die Darstellung und Analyse verschiedener Regimetheorien.

In Fortführung der Arbeit wird eine Analyse des IWF anhand der Kriterien der Regimetheorie vorgenommen. Es soll die Frage beantwortet werden, ob die Tätigkeiten des IWF und seine Strukturen den aktuellen internationalen Anforderungen heute noch gerecht werden.

2. Regimetheorien

2.1. Entstehung und Struktur internationaler Regime

In der Fachdisziplin der Internationalen Beziehungen versteht man Regime als kooperative, internationale Institutionen oder Ordnungen[3]. Dieser Bergriff wurde vor allem durch die US – amerikanische Diskussion Anfang der achtziger Jahre geprägt und hat auch hier zu einem besseren und präziseren Verständnis beigetragen.

Krasner[4] 1983 versteht Regime als „ein Set von Prinzipien, Normen, Regeln und zugehörigen Entscheidungsprozeduren, welches das Verhalten internationaler Akteure in einem Problemfeld dauerhaft steuert und die Erwartungen der Akteure in Übereinstimmung bringt“ (Zitiert nach Holtmann,Polit.Lexikon,2.Aufl. Oldenburg Verlag München-Wien 1994,S.270)

Weitere Definitionen beschreiben internationale Regime als norm- und regelgeleitete Formen von internationaler Kooperation zur politischen Bearbeitung von Konflikten in verschiedenen Bereichen der internationalen Beziehungen.[5]

Die Entstehung eines sowie weiterer Regime und deren Entwicklung ist von zahlreichen komplex wirkenden internationalen Einflüssen abhängig. Für ihre Zielstellungen, die die Entwicklung bestimmen, sind die parallelen Interessen verschiedener Akteure erforderlich. Weitere Faktoren bestimmen (fördern oder hemmen in unregelmässigen Verläufen und Intensitäten wechselwirksam) die weiteren Entwicklungen. Sie sind durch eine Erwartungsunsicherheit bezüglich der Interessen- und Verpflichtungsbereitschaft sowie Stabilitätsverhalten weiterer Teilnehmer charakterisiert. Die Verteilung der Kosten und die nationalen Nutzungsvor- und Nachteile aus den angestrebten Kooperationen sind umkämpft und anfangs meist noch unklar. Beachtet werden muss auch immer, dass es Teilnehmer mit einer nutznießenden Außenseiterrolle geben wird.

Die internationalen Beziehungen werden über das Völkerrecht wirksam. Innerhalb des Regimes werden die Möglichkeiten und Bedingungen der Handlungen der internationalen Akteure offensichtlich.

Die Entstehung und Entwicklung eines Regimes wird mit verschiedenen theoretischen Ansätzen erklärt. Sie sind als Ausgangspositionen für die Analyse eines Regimes und seiner Wirksamkeit zu berücksichtigen.

Die Politikwissenschaft untergliedert diese Ansätze nach:

1. Systematischer Ansatz.

Ein dominanter Akteur , auch als Hegemon bezeichnet (Person, Personen, ein Staat, eine Staatengruppe) bildet den Ausgangspunkt für ein Regime. Jeder Machtverlust des Hegemons führt gleichzeitig zu einer Schwächung des von ihm dominierten Regimes.

2. Spieltheoretischer Ansatz

Die Lösungsmöglichkeiten von Konflikten werden spieltheoretisch nach möglichen Akteursverhalten kalkuliert und in Verbindung von Vor- und Nachteilserwägungen in Form von Auszahlungsmatrizen als Politikergebnis formuliert.

3. Funktionaler Ansatz

Hierbei wird von den erwarteten Folgen eines Regimes auf die Bedingungen seines Entstehens geschlossen.

4. Normativ- institutioneller Ansatz

Es werden nicht die Folgen, sondern die tatsächlichen Wirkungen von Normen und Kooperationsstrukturen bei der Regimeentstehung betrachtet. Diesem Ansatz wird generell ein hohes Gewicht bei der Regimeentstehung beigemessen.

5. Problemstruktureller Ansatz

Die Entstehung und Herausbildung eines Regimes wird direkt aus den zu bearbeitenden Konflikten und Problemfeldern abgeleitet.

6. Kognitiver Erklärungsansatz

Die veränderte Wahrnehmung eines Problems durch die politischen Entscheidungsträger führt zur Entstehung eines Regimes. Es ist also ein Lernprozess notwendig.

7. Subsystemische Erklärungsfaktoren

Durch Regierungswechsel in den beteiligten Staaten selbst kommt es zu Neuorientierungen, sowie Problemverschiebungen innerhalb des Akteurs und somit auch zur Veränderung oder Neubildung eines Regimes.

Es ist darauf zu achten, dass hier Regime betrachtet werden, die nicht durch zufälliges Aufeinandertreffen gleicher Interessen verschiedener Staaten entstehen, sondern Regime die sich durch bewusstes Handeln von Akteuren und Handlungsstrategien auszeichnen. Diesem Umstand liegt das Verständnis zugrunde, das regimekennzeichnende Merkmale Prinzipien, Normen, Regeln sowie Verhaltens- und Entscheidungsroutinen und der Bezug auf Konfliktgegenstände innerhalb eines Problemfeldes sind.[6]

Prinzipien werden dabei als der Sollzustand dargelegt, der im weitesten Sinne die Realität widerspiegelt in der kooperiert werden soll. Für die Akteure werden übereinstimmende Zustandsbestimmungen, Zielvorstellungen sowie Zweck – Mittel – Relationen formuliert. Die Normen legen die Verhaltensrichtlinien der Akteure durch Rechte und Pflichten fest. Die Regeln sind verbindliche Verhaltensvorschriften, die ein Regime formalisieren und damit grundlegend zu seinem Bestand und seine Entwicklung beitragen. Den Staaten wird hier ein Verzicht auf Souveränitätsrechte nahe gelegt. Des weiteren verpflichten sich die Staaten einen Teil der Kosten mit zu finanzieren. Die Verfahren benötigt ein Regime zur Anpassung an die Realität. Ein Regime muss sich ändern und Entwickeln können indem es z.B. neue Mitglieder aufnimmt oder bestimmte Strukturen verändert. Dafür benötigt es geregelte Verfahren und Prozesse um Konflikte regeln zu können oder Sanktionen zu verhängen.[7]

[...]


[1] Weizsäcker von, Carl Christian: „Die Zukunft der Wissenschaften, Eigennutz führt zu Gemeinnutz“, in Mitteldeutsche Zeitung v. 26.04.02.

[2] Krasner, Stephen: „International Regimes“ , Ithaca, N.Y. 1983.

[3] Rode, Reinhard: „Internationale Wirtschaftsbeziehungen“ , Halle 2000. S. 217ff

[4] Krasner, Stephen: „International Regimes“ , Ithaca, N.Y. 1983.

[5] Dr. Albrecht, Ulrich, „Internationale Politik“, München 1999.

[6] Dr. Kohler – Koch, Beate: „Regime in den Internationalen Beziehungen“ , Baden – Baden 1989.

[7] Rode, Reinhard: „Internationale Wirtschaftsbeziehungen“ , Halle 2000. S. 219

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Regimetheorie: Analyse des IWF
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Einführung in die Internationalen Beziehungen
Note
3,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
16
Katalognummer
V10674
ISBN (eBook)
9783638170383
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Regimetheorie, IWF
Arbeit zitieren
Alexander Müller (Autor), 2002, Regimetheorie: Analyse des IWF, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10674

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