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Deutsche und US-amerikanische internationale Finanzmarktpolitik

Title: Deutsche und US-amerikanische internationale Finanzmarktpolitik

Thesis (M.A.) , 2001 , 85 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Ronald Reifert (Author)

Politics - Topic: Globalization, Political Economics
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Die Frage nach den deutschen und US-amerikanischen Konzepten zur internationalen Finanzmarktpolitik steht im Mittelpunkt der Arbeit. Dabei werden diese Konzepte vorgestellt und schematisiert. Allerdings werden sie eingebettet als eine Folge von wirtschaftlichen und politischen Ereignissen dargestellt und nicht losgelöst aus ihrem globalen Zusammenhang.

Zusammenfassend zu den Erkenntnissen der Arbeit lässt sich sagen, die Konzepte der USA und Deutschland sind vorrangig pragmatischer Natur. Die Vorschläge der USA tendieren dabei eher in eine liberale und marktorientierte Richtung. Ausgenommen von dieser Einschätzung bleibt der deutsche Vorschlag des damaligen Finanzministers Oskar Lafontaine. Dieser ist als dirigistisch einzuordnen, da er auf eine Zielzone zwischen den drei Weltwährungen hinauslief.
Es gibt sinnvolle Schemata um die Konzepte einzuordnen. Diese beinhalten die Unterscheidung in Vorbeugung und Management von Finanzkrisen, die Zuordnung zu vier unterschiedlichen Ansätzen (marktliberal, pragmatisch, “global governance“ und dirigistisch) sowie die Einordnung der ökonomischen Ebene (mikroökonomisch und makroökonomisch).
Eine Regulierung der IFA ist gegen die Interessen der Wall Street, da die Unternehmen in einem liberalisierten Finanzsystem ihre Gewinne steigern können. So versucht die Wall Street die Konzepte in Richtung marktliberaler Renovierungsmaßnahmen zu beeinflussen. Es gibt außerdem eine enge Verquickung zwischen dem US-Finanzsektor und der US-Regierung.
Die bisher umgesetzten Maßnahmen sind als sehr moderate Renovierungsarbeiten zu bezeichnen. Es kann noch nicht von einer umfassenden Regulierung gesprochen werden. Eine zukünftige umfassende Regulierung hängt vom Zusammenspiel erneuter Krisen und deren Auswirkungen, dem Willen der beteiligten Politiker und Institutionen sowie der Fähigkeit der Wall Street ihre Interessen durchzusetzen, ab. Aufgrund der divergierenden Ansichten zum Regulierungsbedarf und der bisherigen Erfahrung mit weitreichenden Vorschlägen ist eine umfassende Regulierung eher unwahrscheinlich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ein Überblick über die internationalen Finanzmärkte

3 Die Krisenanfälligkeit der internationalen Finanzmärkte

4 Die Regimetheorie

4.1 DEFIZITE DER REGIMETHEORIE

4.2 DIE REGIME DER INTERNATIONALEN WIRTSCHAFTSORDNUNG

5 Die Vorschläge zur Reform der internationalen Finanzarchitektur

5.1 UMFASSENDE WISSENSCHAFTLICHE REFORMKONZEPTE

5.2 DIE VORSCHLÄGE DER STAATENGEMEINSCHAFT

5.3 DIE VORSCHLÄGE VON INSTITUTIONEN UND REGIMEN

5.4 KRITIK EINZELNER VORSCHLÄGE

6 US-amerikanische und deutsche Vorschläge zur internationalen Finanzmarktregulierung

6.1 DIE US-AMERIKANISCHEN VORSCHLÄGE

6.1.1 Das amerikanisches Finanzministerium

6.1.2 Die amerikanische Zentralbank

6.1.3 Der Meltzer Report

6.1.4 Die Antwort des amerikanischen Finanzministeriums auf den Meltzer Report

6.2 DIE DEUTSCHEN VORSCHLÄGE

6.2.1 Die Bundesregierung

6.2.2 Deutsche Bundesbank

6.2.3 Der Vorschlag von Oskar Lafontaine

6.3 DIE NICHTREGIERUNGSORGANISATIONEN (NGO)

6.4 ÜBERSICHT ÜBER DIE REFORMVORSCHLÄGE

7 Reformhindernisse

8 Die umgesetzten Maßnahmen zur besseren Regulierung der internationalen Finanzarchitektur (IFA)

9 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit analysiert und systematisiert die deutschen und US-amerikanischen Konzepte zur internationalen Finanzmarktpolitik im Kontext globaler wirtschaftlicher Ereignisse, um Regulierungsbedarfe und die politische Umsetzbarkeit von Reformvorschlägen für die internationale Finanzarchitektur zu evaluieren.

  • Globalisierung der Finanzmärkte und ihre Auswirkungen auf die nationale Souveränität
  • Krisenanfälligkeit des Finanzsystems und die Rolle von Finanzkrisen als Reformtreiber
  • Regimetheoretische Einordnung internationaler Finanzinstitutionen und ihrer Kooperationsmodelle
  • Vergleichende Analyse der Reformvorschläge von USA (pragmatisch-liberal) und Deutschland (mit Ausnahme des dirigistischen Lafontaine-Ansatzes)
  • Interessenkonflikte und Einflussnahme gesellschaftlicher Akteure, insbesondere der "Wall Street", auf die Regulierungspraxis

Auszug aus dem Buch

Die Regimetheorie

Die IFA wird hauptsächlich durch Regime gebildet. Deshalb ist es wichtig, sich bei der Frage nach einer Regulierung der IFA mit der Regimetheorie auseinander zusetzen. Weiterhin lassen die bisherigen Erfahrungen mit Regimen Schlussfolgerungen hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit einer Reform der IFA zu. Es werden die Regime der internationalen Wirtschaftsordnung mit ihren Grundsätzen, Prinzipien, Normen und Regeln dargestellt. Zusätzlich werden die Widersprüche und Mängel dieser Regime aufgeführt, da die se auf einen zu deckenden Regulierungsbedarf hinweisen.

Basierend auf einem Modell der Kooperation sollen Regime die Konflikte zwischen konkurrierenden Nationalstaaten bearbeiten. Dieser Ansatz der Konfliktbearbeitung entwickelte sich zu einem der prägnantesten Beispiele für länderübergreifende Theoriebildung und problembezogene Forschung in der Disziplin der Internationalen Politik. Die steigende Bedeutung von Regimen, um mit Konflikten im Bereich der internationalen Politik umzugehen, lässt sich an ihrer zunehmenden Zahl erkennen. Im Bereich der internationalen Wirtschaft wurden unterschiedliche Regime gegründet. Es gibt ein Weltwährungsregime, ein Finanzhilferegime, ein Verschuldungsregime und ein Welthandelsregime. Deren Ziele beinhalten vor allem den Wunsch, das Funktionieren des Marktes zu gewährleisten. Gleichwohl geht es auch um die Korrekturen der unvermeidlichen Nebenfolgen einer Weltmarktwirtschaft (Marktversagen, Finanzmarktkrisen).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob und warum eine Regulierung der internationalen Finanzmärkte notwendig ist und welche Akteure diese Konzepte beeinflussen.

2 Ein Überblick über die internationalen Finanzmärkte: Dieses Kapitel erläutert die Globalisierung und die zentralen Institutionen der Finanzmärkte sowie die Akteure, die in diesen Netzwerken agieren.

3 Die Krisenanfälligkeit der internationalen Finanzmärkte: Hier werden die Ursachen und Auswirkungen von Finanzkrisen, insbesondere der Asienkrise, analysiert und als Treiber für die Debatte um eine neue Finanzarchitektur identifiziert.

4 Die Regimetheorie: Das Kapitel bietet einen theoretischen Rahmen, indem es Regime als institutionalisierte Kooperationsformen definiert und deren Rolle bei der internationalen Konfliktbewältigung im Wirtschaftsbereich untersucht.

5 Die Vorschläge zur Reform der internationalen Finanzarchitektur: Es erfolgt eine Systematisierung der verschiedenen Reformansätze, unterteilt in mikro- und makroökonomische sowie marktliberale und dirigistische Optionen.

6 US-amerikanische und deutsche Vorschläge zur internationalen Finanzmarktregulierung: Ein detaillierter Vergleich der konkreten Reformkonzepte der USA und Deutschlands sowie der Nichtregierungsorganisationen wird vorgenommen.

7 Reformhindernisse: Dieses Kapitel untersucht die politischen Widerstände und Interessenkonflikte, die eine umfassende Reform der internationalen Finanzordnung erschweren.

8 Die umgesetzten Maßnahmen zur besseren Regulierung der internationalen Finanzarchitektur (IFA): Hier wird kritisch bewertet, welche der bisherigen Reformvorschläge tatsächlich umgesetzt wurden und ob sie über "Schönheitsreparaturen" hinausgehen.

9 Zusammenfassung: Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengeführt und die Wahrscheinlichkeit zukünftiger weitreichender Reformen eingeschätzt.

Schlüsselwörter

Internationale Finanzarchitektur, Finanzmarktregulierung, Finanzkrisen, Regimetheorie, Asienkrise, Weltwährungsregime, IWF, Globalisierung, Kapitalverkehrskontrollen, Wall Street, Finanzmarktstabilität, Reformvorschläge, internationale Kooperation, Transparenz, private Sektoreinbindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Konzepte zur Regulierung der internationalen Finanzmärkte in Deutschland und den USA, eingebettet in den Kontext globaler politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Globalisierung, die Dynamik von Finanzkrisen, die Rolle internationaler Institutionen sowie die politische Ökonomie der Finanzmarktregulierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die systematische Vorstellung und Analyse von Reformvorschlägen für die internationale Finanzarchitektur und deren Einordnung in verschiedene theoretische und politische Ansätze.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Regimetheorie als theoretisches Analyseinstrument, um die Struktur internationaler Finanzkooperationen zu verstehen und die Reformfähigkeit der bestehenden Systeme zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Reformkonzepte der USA und Deutschlands, die Rolle der Nichtregierungsorganisationen sowie die Hemmnisse, die einer umfassenden Neuordnung entgegenstehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem die "impossible trinity", "moral hazard", Finanzmarktarchitektur, Regimetheorie und die Verquickung von Politik und Finanzsektor.

Welche Rolle spielt der Meltzer Report im Kontext der US-Vorschläge?

Der Report empfiehlt eine drastische Reduzierung der Aufgaben von IWF und Weltbank, was auf breiten Widerstand der US-Regierung stieß, da diese den IWF als zentrales Instrument amerikanischer Interessenpolitik betrachtet.

Wie bewertet der Autor die bisher umgesetzten Reformmaßnahmen?

Der Autor stuft die bisherigen Fortschritte lediglich als moderate "Schönheitsreparaturen" ein, die das bestehende System nicht grundlegend verändern.

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Details

Title
Deutsche und US-amerikanische internationale Finanzmarktpolitik
College
Martin Luther University  (Institut für Politikwissenschaft)
Grade
2,7
Author
Ronald Reifert (Author)
Publication Year
2001
Pages
85
Catalog Number
V1068
ISBN (eBook)
9783638106603
ISBN (Book)
9783638679404
Language
German
Tags
USA Deutschland Finanzmärkte Wirtschaft Regulierung Konzepte Finanzarchitektur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ronald Reifert (Author), 2001, Deutsche und US-amerikanische internationale Finanzmarktpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1068
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