Analyse von angebotenen Glaubenskursen mit Blick auf ihre Eignung für verschiedene Zielgruppen in der EKiBB


Examensarbeit, 2002
47 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1 DIE SITUATION DER EVANGELISCHEN KIRCHE IN BERLIN-BRANDENBURG
1.1 GEOGRAFISCH-POLITISCH
1.2 GEISTLICH-RELIGIÖS
1.3 DIE ANTWORT DER EKIBB

2 DIE ZIELGRUPPEN
2.1 VERHÄLTNIS ZUR KIRCHE
2.2 VERHÄLTNIS ZU GOTT
2.3 DIE VORAUSSETZUNGEN FÜR GELINGENDE KOMMUNIKATION
2.4 WAS SIND DIE HÄUFIGSTEN EINWÄNDE GEGEN DAS CHRISTENTUM?

3 DIE ANGEBOTENEN KONZEPTE.
3.1 „ALPHA-KURS“
3.2 „CHRIST WERDEN - CHRIST BLEIBEN“
3.3 „STUFEN DES LEBENS“
3.4 „FRAGEN – GLAUBEN – FEIERN“
3.5 „AUFBRECHEN MIT FRED“.
3.6 „IMPACT“

4 DIE EIGNUNG VON GLAUBENSKURSEN FÜR ZIELGRUPPEN IN DER EKIBB
4.1 WAS IST EIN GLAUBENSKURS?
4.2 KRITERIEN DER EIGNUNG FÜR VERSCHIEDENE ZIELGRUPPEN
4.3 DIE GEMEINDLICHEN VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE DURCHFÜHRUNG VON GLAUBENSKURSEN
4.4 ANALYSE DES „ALPHA-KURSES“
4.5 ANALYSE DES KURSES „CHRIST WERDEN - CHRIST BLEIBEN“
4.6 ANALYSE DES KURSES „STUFEN DES LEBENS“
4.7 ANALYSE DES KURSES „FRAGEN – GLAUBEN – FEIERN“
4.8 ANALYSE DES KURSES „AUFBRECHEN MIT FRED“
4.9 ANALYSE DES KURSES „IMPACT“

5 DER ERTRAG

LITERATURVERZEICHNIS

ANHANG: KURZÜBERSICHT ÜBER DIE EIGNUNG DER KURSE

Einleitung

„Ich glaube an Gott! Wenn ich das meinem Mann erzähle.“

Diesen aus dem tiefsten Herzen kommenden Satz sagte eine Frau zu mir, während sie einen Glaubenskurs besuchte. Sie erlebte eine „Intensivbegegnung“1 mit Gott. Das Zusammensein mit Christen, die darüber Auskunft gaben, was sie trägt, hatten zu dieser Begegnung beigetragen. Das ist ein Beispiel für Mission heute.

Der Ruf nach Mission und Evangelisation erklingt überall in unserem Land und in unserer Kirche „und zwar nicht um der Rettung der Kirche willen, sondern um der Rettung der Menschen willen“2.

Ein „Signal“3 geht aus von der „Missionssynode“ der EKD in Leipzig 1999. Es sollen die „Herzrhythmusschäden“4 der Kirche angegangen werden. Der Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste des Diakonischen Werkes in der EKD (AMD) spricht von einem „Wunder“5, dass Mission zum Thema in vielen

Synoden, Gemeinden und Werken gemacht wird, mit der Absicht, „Menschen die Augen zu öffnen für die Wahrheit und die Schönheit der christlichen Botschaft“6.

Die Evangelische Kirche in Berlin - Brandenburg (EKiBB) hat in dieser Bewegung, mit ihrer schon 1998 erschienenen Schrift „Wachsen gegen den Trend“7 und den dann im Jahre 2000 beschlossenen „Leitlinien kirchlichen Handelns in missionarischer Situation“8 eine Vorreiterrolle eingenommen.

Zur Zeit befindet sich die EKiBB in einer Phase der „inhaltlichen Präzisierung des Missionsauftrages der Kirche ... (und auf der [H.K.]) Suche nach dafür geeigneten Handlungsformen“9.

Wie man die Menschen am besten erreicht, darüber kann man „trefflich streiten“10. Eins jedoch steht fest: die gute Nachricht von Jesus Christus muss mit der konkreten Lebenssituation der Menschen verbunden werden.11

Glaubenskurse als eine Handlungsform der Kirche spielen in der EKD bei diesem Ziel, seit geraumer Zeit eine wichtige Rolle.12 Auch einige Gemeinden in unserer Kirche haben mit diesem Instrument gute Erfahrungen gemacht.13 Vielen ist aber meines Wissens nicht bekannt, welche Fülle von Glaubenskursen angeboten wird. Die vorliegende Arbeit möchte interessierten Mitarbeitern die Möglichkeit geben, sich in kurzer, exemplarischer Form über verschiedene Konzepte von angebotenen Glaubenskursen und ihrer Eignung für verschiedene Zielgruppen zu informieren.

Die Arbeit bezieht sich auf die konkrete missionarische Situation der EKiBB (das missionarische Subjekt14).

Nach einer Darstellung der derzeitigen Lage der EKiBB wird der Frage nachgegangen, wie sie den ihr von Schrift (z.B.: Mt 28) und Bekenntnis (z.B. CA V und Barmen VI) her vorgegebenen Missionsauftrag15 heute und in Zukunft erfüllen will.

An zentraler Stelle soll dann gefragt werden, wen (das missionarische Objekt) die Kirche mit ihren missionarischen Bemühungen erreichen will. Ich beziehe mich dabei auf veröffentlichte Untersuchungen. Um die Fakten zu verdeutlichen, führe ich exemplarisch zur Illustration eigene Erfahrungen, Begegnungen und Erkenntnisse an.

Dann stelle ich dar, wie die Kirche Menschen missionieren kann. Gemäß meiner Aufgabenstellung beschränke ich mich auf Konzepte mit der Bezeichnung Glaubenskurs.

Nun erfolgt die Analyse der einzelnen Kurse im Blick auf ihre spezifische Leistungsfähigkeit und Eignung für die Zielgruppen der EKiBB.

Dann gebe ich eine zusammenfassende Antwort auf die Frage der Eignung von Glaubenskursen für verschiedene Zielgruppen in der EKiBB. Das Ergebnis wird im Anhang in einer Vergleichstabelle dargestellt.

Am Schluss möchte ich Handlungsvorschläge für den weiteren Umgang der EKiBB mit Glaubenskursen vorlegen.

1 Die Situation der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg

1.1 Geografisch-Politisch

Die EKiBB ist eine Kirche, die allein durch ihre geografische Lage (ein hauptstädtisch geprägtes Bundesland umschlossen von einem eher ländlich geprägten Flächenland) voller Spannungen und Gegensätze steckt. Da ist zum Einen der Gegensatz von Stadt und Land und zum anderen der von Ost und West.

Das macht sich durch die Mitgliederzahlen pro Gemeinde und Kirchenkreis stark bemerkbar. So hat z.B. eine Kirchengemeinde in Lichtenrade (Berlin) mit knapp

20.000 Gemeindegliedern16 mehr Mitglieder als die Kirchenkreise Finsterwalde oder Lehnin-Belzig.

Die EKiBB hat 1,3 Mill. Mitglieder. Davon leben 850.000 in Berlin und 450.000 in Brandenburg. In Berlin gibt es 271 Gemeinden mit 245 Kirchengebäuden. In Brandenburg dagegen 1.335 Gemeinden mit 1.486 Predigtstätten. Das heißt also, dass etwa ein Drittel der Gesamtmitglieder über 75 Prozent aller Kirchen zur Verfügung haben. Allein aus diesen Zahlen wird deutlich, wie sehr manche Gemeinde zeitlich und finanziell mit dem Erhalt der ererbten Gebäude belastet ist, wenn man dazu noch bedenkt, dass über 500 Gemeinden weniger als 100 Mitglieder haben.

Ein weiterer Punkt ist, dass durch die reinen Verwaltungsaufgaben und Pflichten einer Gemeinde sehr viel psychische und physische Kraft gebunden wird. Wenn zu einer Gemeinde vier Friedhöfe mit je eigener Wasserrechnung, die von allen Grabstelleninhabern kassiert werden muss, gehören, sind die oft wenigen Getreuen schon fast ausreichend beschäftigt.

Der prozentuale Anteil der Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung von Berlin-Brandenburg beträgt insgesamt 22,1%. Der Anteil in Brandenburg beträgt 20% und in Berlin 23,4%. Die Verteilung auf die Gebiete ist allerdings sehr unterschiedlich. So beträgt der Anteil der Kirchenmitglieder in bürgerlichen Bezirken im ehemaligen West-Berlin 40%. In weiter östlich gelegenen Bezirken wie Hellersdorf liegt der Anteil bei nur 7%. In Brandenburg gibt es allerdings auch Gebiete mit bis zu 30%.

Seiten).

Noch eine letzte Beobachtung zur Statistik: Der Anteil der Evangelischen in Berlin und Brandenburg an der Gesamtbevölkerung ist innerhalb von knapp 100 Jahren von ca. 85 Prozent auf 22 Prozent zurückgegangen.17 Der Anteil der Gottesdienstbesucher unter den Kirchenmitgliedern beträgt 2,5 Prozent. Es kommen, absolut gerechnet, 29 Gottesdienstbesucher auf einen hauptamtlichen Pfarrer.18 Und: in Berlin-Brandenburg kommen auf einen hauptamtlich bei der Kirche Beschäftigten 0,75 Gottesdienstbesucher.19

Schon allein an diesem kurzen und unvollständigen Gang durch die Zahlen und Fakten ist erkennbar, dass es äußerst dringlich ist, die bisherige Arbeitsweise der EKiBB, die als ihre „Mitte des Lebens“20 den Gottesdienst als Antwort auf das Tun Gottes in Christus benennt, daraufhin zu prüfen, ob sie noch weitere Elemente aufnehmen kann, die ihrer Mission dienen. Jede Form von Mission soll ja letztlich zum

Glauben an Jesus Christus und damit zur Dankbarkeit gegenüber Gott führen.

1.2 Geistlich-Religiös

Die EKiBB hat eine lange Geschichte hinter sich und ist fest verwurzelt und etabliert in der Region. Nicht zuletzt deswegen hat sie durch die Gnade Gottes auch im Osten trotz Repression überlebt. Sie verfügt über eine flächendeckende Logistik (Ortsgemeinden, Pfarrer etc.) zur Ausbreitung des Evangeliums. Die EKiBB ist in der Öffentlichkeit anerkannt als Organisation, die sich gerade um die Belange der Schwachen, Kranken, Benachteiligten und am Rande der Gesellschaft Stehenden professionell und mit Erfolg bemüht. Die Beteiligung am RU zeigt, „dass auch nach einer langen Phase der Entkirchlichung ein Interesse für religiöse Fragen vorhanden ist“21. Wenn es eine Neigung für Fragen des Glaubens und des Lebens gibt, ist die Kirche immer noch ein gefragter Ansprechpartner. Der der Kirche allgemein weiterhin gegebene Vertrauensvorschuss (im Gegensatz zu den Freikirchen und anderen religiösen Anbietern) ist ein Pfund, mit dem gerade beim Thema Mission gewuchert werden kann.

Für das Glaubensleben ist in Berlin „immer ein kritischer Geist kennzeichnend gewesen ..., kritisch auch gegenüber Religion, während in Brandenburg eher eine unsentimentale, nüchtern-praktische Frömmigkeit herrschte“22. In Brandenburg wurde die Religion und die religiöse Praxis der Menschen meist im Konsens mit dem jeweiligen Landesoder Gutsherrn bestimmt.23 In dieser Tradition stehend komplizierte sich natürlich das Verhältnis zur Kirche, als die „Herren“ Nazis oder Kommunisten wurden. Kurz nach der Wende beobachtete ich eine kurze Unsicherheit bei den Menschen, wer denn wohl die „neuen Herren“ seien. Einige vermuteten, dass es die Kirche wäre. Das hat sich aber nicht bewahrheitet und so treten aus diesem Grund die Menschen nicht wieder ein.

Das Verständnis, dass Kirche normal sei und zum Leben dazugehöre, ist in den vom Sozialismus geprägten Gebieten unserer Landeskirche fast vollständig weggebrochen. Der in Hellersdorf tätige Pfarrer Alexander Garth begegnet z.B. Menschen, „die erbost sind, dass jetzt die Kirche das Weihnachtsfest okkupiert, dass die Kirche den Menschen ihr Fest wegnimmt und daraus ein christliches Fest macht.“24

Wer in so einem Umfeld neu zur Kirche hinzukommen will, entscheidet sich oft gegen die Mehrheitsmeinung der im Wohngebiet lebenden Menschen. „Die Entscheidung für einen Kircheneintritt ist also gewissermaßen eine Entscheidung gegen den Strom des seit 40 Jahren anhaltenden und auch nach der Wende nicht gestoppten gesellschaftlichen Bedeutungsverlustes der Kirchen. Dabei verlangt der

Kircheneintritt vom einzelnen in besonderem Maße, daß er sich für diesen Schritt bewußt entscheidet.“25

Ein Hemmnis für die Vermittlung der Kirche ist immer noch, dass Menschen die Kirche in jahrhundertelanger Tradition als „die da oben“ oder „Moralaufsicht“ verstehen. In dieser Denkweise hat das Evangelium seine „herzenwendende Kraft“26 verloren.

Soll die religiöse Situation der EKiBB beschrieben werden, bestimmen neben einigen „Inseln der Hoffnung“ die Schlagworte Konfessionslosigkeit und Säkularisierung die Charakteristik. „Säkularisierung meint Leben ohne Gott bzw. Leben aus menschlichen Kräften und menschlichen Einsichten.“27 Konfessionslosigkeit beschreibt die Menschen, die in keiner Kirche sind und auch keinen Kontakt mit ihr haben bzw. haben wollen. Sie erkennen entweder überhaupt keinen Bedarf an Religion oder befriedigen bzw. verdrängen auf anderen Wegen ihre Bedürfnisse nach Sinn und Antwort auf Lebensfragen.

In dieser Situation ist die „Tatsache prägend, dass sich in der evangelischen Kirche

-nicht nur, aber natürlich auch in Berlin-Brandenburgseit den Sechzigerjahren ein Prozess der Selbstsäkularisierung vollzogen hat“28 -im Westen durch praktischmaterialistische Moderneim Osten Folge „des ideologischen Materialismus der SED-Kirchenpolitik“29. Oft fehlt den Gemeindegliedern die Kraft und der Mut angesichts von leeren Kirchenbänken oder als „Opfer eines epochalen moderngesellschaftlichen Säkularisierungsprozesses, in dessen Vollzug Religion und Kirche zunehmend an Bedeutung verlieren“30, nicht zu resignieren.

Hinsichtlich der Gefahr zu verzagen, gibt es keine Unterschiede zwischen Ost und West, Stadt und Land. Der Bischof der Kirchenprovinz Sachsen schreibt: „Hinsichtlich der Kirchenmitgliedschaft sind Ost und West gar nicht so auffällig unterschieden wie angenommen...“ und: „Wir müssen am Ende feststellen, wir sind genauso schwach und genauso menschlich, nur noch kräftig geschädigt.“31

1.3 Die Antwort der EKiBB

Die Situation der EKiBB ist, wenn man die vorangegangene Beschreibung ernst nimmt, klar: „Es fehlen der Kirche Menschen, die Auskunft geben können über ihren Glauben, die den Gestus des Bekenntnisses zu Jesus Christus in dieser Gesellschaft mit einem lebendigen, zeitgenössischen Zeugnis erfüllen.“32

Die EKiBB muss sich fragen, wie die Gemeindeglieder so auskunftsfähig werden können, dass sie die, die noch nicht in der Gemeinde sind, erreichen und „das, was nicht mehr selbstverständlich ist, neu verständlich machen“33.

„Auf keinen Fall aber dürfen wir das Evangelium verdünnen, immer mehr `Rabatte´ gewähren und Gottes Geschehen, wie bei einer Geschäftsauflösung, verschleudern. Wenn wir es aller Schärfe berauben und nur zulassen, was den Menschen sowieso lieb ist und keine Entscheidungen fordert, könnte das doch nur die Antwort provozieren: Dann brauche ich mich ja nicht zu ändern. Dann bleibt eben alles beim alten, d.h. bei mir selbst.“34

Die „Neubesinnung auf den Inhalt des christlichen Glaubens und eine geistliche Erneuerung der Kirche sind die entscheidenden Antworten“35 auf die Fragen, die die derzeitige Situation der EKiBB aufwirft.

Aus diesen Erkenntnissen heraus wurde in der EKiBB ein Prozess angestoßen, der die missionarische Kompetenz entscheidend verbessern soll.

Im Jahre 1998 wurde die Schrift „Wachsen gegen den Trend“36 als Grundlage für einen innerkirchlichen Dialog zum Thema „Mission“ den Gemeinden übergeben. Sie sollte als Anregung auch zur Auseinandersetzung innerhalb der Gemeinden dienen.

Die Schrift nähert sich unter den Fragen: „Wo kommen wir her? Was hat sich ver- ändert? Kirche - was ist das? Was ist zu tun? Kirche - wo ist ihr Platz?“ dem Thema an.

Gleich zu Beginn (5) wird formuliert, was der Auftrag der Christen gegenüber dem Anderen ist: Dem „anderen die Kirche aufzuschließen, andere mit in die Kirche zu nehmen, anderen von der Kirche zu erzählen, wenn diese fragen: Wozu denn Kirche? oder: Was ist Euch heilig?“ Diesen Auftrag zu erfüllen ist nicht Zugabe, sondern Wesen der Kirche. Alle Dinge, die die Gemeinde tut, ist als „Mission im Normalen“ (20) zu verstehen. Es wird dazu aufgerufen, genau hinzuschauen, ob wir Menschen aufsuchen, einladen und begleiten oder nicht. Einer Analyse der Gemeinde sollen Konsequenzen folgen (22), die der Sendung dienen. Eine Voraussetzung für die Gesendeten ist dabei die eigene Begeisterung. Der Begeisterung von Jesus Christus sollen die Gemeindeveranstaltungen dienen.

Neben der Mission im Normalen sollte es aber auch spezielle missionarische Veranstaltungen geben (24). Es wird auf die breite Fülle der Möglichkeiten verwiesen.

U.a. wird auch die Durchführung von Glaubenskursen ausdrücklich erwähnt (25). Nach gut 2 Jahren der Diskussion beschloss die Herbstsynode der EKiBB am 18.11.2000 als Ergebnis der Erörterung „Leitlinien kirchlichen Handelns in missionarischer Situation“37.

Zwölf Leitsätze wurden vorgestellt, biblisch begründet, auf ihre Notwendigkeit und ihre Praktikabilität befragt.

Die Leitlinien gehen auf die Situation der EKiBB ein und stellen Mission und Evangelisation als die Hauptaufgabe der Kirche dar. Mit einer Vielzahl von ermutigenden Beispielen wollen sie Mitarbeiter neu motivieren. Mission wird dabei als ein dialogisches Prozessgeschehen verstanden (10).

Glaubenskurse werden unter dem Punkt „Die Auskunftsfähigkeit fördern“ erwähnt. Sie sollen Christen befähigen, Antwort zu geben „auf die beiden Kernfragen: Was glaubt ihr Christen eigentlich? Und warum gehört ihr - noch oder wieder - dazu?“ (13).

Wie aber entsteht christlicher Glaube, zu dem ja die ganzen „normalen“ oder „speziellen“ missionarischen Aktivitäten der EKiBB rufen?

1.3.1 Die Entstehung von Glauben

Christlicher Glaube ist eine Vertrauensbeziehung38 zur Person Jesus Christus. Vertrauen ist dabei der Mittelpunkt. Jeder Mensch ist herausgefordert, sich der Frage zu stellen: Vertraue ich im Leben und im Sterben auf Jesus Christus? Dafür, wie dieses Vertrauen zum Ausdruck kommt, gibt es verschiedene Formen. Ob es erlebt wird wie es die blutflüssige Frau (Mt 9), der sinkende Petrus (Mt 14), Paulus und Silas im Gefängnis (Apg 16), der Vater mit dem Sohn, der einen sprachlosen Geist hatte (Mk 9) oder die ganze Wolke der Zeugen (Hebr 12) erlebt haben, ist nicht wichtig, aber irgendwann sind alle anderen Sicherheiten, Traditionen und Gewissheiten aufgebraucht. Dann stellt sich die Frage: Hat Jesus jetzt und in meiner Situation Kraft, mir beizustehen, mich zu tragen? Es muss klar werden: „Was glauben wir wirklich?, d.h. so, dass wir mit unserem Leben daran hängen?“39

Dass aber ein Mensch dieses Vertrauen hat, „Jesus Christus als Heiland und Herrn der Welt und seines eigenen Lebens erkennt und sich zu ihm bekehrt, lebendiges Glied der Kirche und ein Zeuge Jesu Christi wird, daß ein Mensch also, wie wir es kurz sagen, zum Glauben kommt, dieses Geschehen ist allein das Werk des Heiligen Geistes.“40

Das Werk des Heiligen Geistes aber ist kein magisches Geschehen. Sondern Gott wendet sich dem Menschen zu und der kann darauf reagieren, um so eine neue Wirklichkeit zu erfahren. Erkenntnis wird in der Bibel als Begegnung verstanden.

„Es ist sehr aufschlussreich, dass das Alte Testament für Erkenntnis das gleiche Wort (jada) benutzt wie für `Geschlechtsverkehr´.“41 Gott begegnet sowohl in der Schöpfung, als auch durch Jesus und lässt seine Wahrheit durch den Heiligen Geist in uns lebendig werden. Erkenntnis über die drei Begegnungsarten Gottes

(Trinität) können aus der Wissenschaft, der Bibel und der Erfahrung gewonnen werden.42

Auf diesen drei Feldern dürfen wir Menschen mittun. Das geschieht in der Verkündigung.43 Christen können dabei sein, durch sie kann einem Menschen Christus begegnen. Glaubende können einen Menschen, der noch nicht glaubt, auf seinem Weg begleiten und in der Jüngerschaft anleiten.44 Die Aufgabe umfasst also glaubensweckende Verkündigung (Klaus Eickhoff beschreibt so Evangelisation45) und Lebensbegleitung (Karl Nipkow beschreibt so Bildung46).

Durch die zusammengesetzten Worte „Glauben“ (Ziel der Evangelisation) und

„Kurs“ (ein Element der Bildung) sind bei den von mir zu untersuchenden Glaubenskursen die beiden in der gegenwärtigen Praxis der EKiBB oft noch getrennten Bereiche Evangelisation und Bildung scheinbar zusammengekommen. Die Frage ergibt sich, ob sie auch eine gelungene Synthese von Elementen der Evangelisation und der Bildung zur „evangelistischen Bildung“ sind.

Im Folgenden sollen wichtige Merkmale von Evangelisation und Bildung aufgeführt werden, um daran zu überprüfen, ob im Konzept der Glaubenskurse tatsächlich die beiden Bereiche zusammenkommen oder es der Name nur verspricht.

1.3.1.1 Evangelisation

Der Begriff bedeutet die Verkündigung des Evangeliums in einer Form, die den Glauben elementarisiert predigt und den Hörer ermutigt, bewusste und öffentliche Glaubensschritte zu vollziehen. In solcher Verkündigung wird deutlich „was Christsein heißt, und vor allem: wie man Christ werden kann“47.

Evangelisation geht davon aus, dass es im Leben eines jeden Menschen einen

„lebensgeschichtlichen Einschnitt“ gibt, „von dem an ´einst` und ´jetzt`“48 in bezug auf das Vertrauensverhältnis zum Retter Jesus Christus unterschieden werden können (Gal 4,8; Eph 2,11-13).

Dabei steht der Verkündiger in der Nachfolge Jesu und kann mit ihm sagen: „Meine Lehre ist nicht mein, sondern des, der mich gesandt hat. Wenn jemand will des Willen tun, der wird innewerden (erkennen), ob diese Lehre von Gott sei oder ob ich von mir selbst rede. Wer von sich selbst redet, der sucht seine eigne Ehre; wer aber sucht die Ehre des, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und ist keine Ungerechtigkeit an ihm“ (Joh.7,16 und 17).

Wenn wir verkündigen und Menschen uns zuhören, können sie ausprobieren, ob Jesus Christus sie trägt. Das ist das Erleben der Wahrheit des Glaubens. Dass die Menschen es hören und darauf reagieren, ist ein Geschenk Gottes, der den rechten Kairos für die Verkündigung schenkt.

Dabei beinhaltet die Verkündigung nicht nur Jesus Christus als Helfer und Stütze in Defizit-, Mangel-, Extrem-, Grenzoder Noterfahrungen, sondern auch ganz bewusst die Herausforderung zum „Abenteuer Christsein“ im normalen Leben. Denn nur bei diesem Wagnis gibt es einen Herrn, auf den man wirklich immer zählen kann (Gott), einen Auftrag, der wichtig ist (Reich Gottes) und eine Ausrüstung, die zur Aufgabe befähigt (geistliche Gaben).49

Sachgemäße Evangelisation verkündet die „Rettung des Menschen aus seiner Verlorenheit“50, sie lädt ein zur Versöhnung mit Gott durch Jesus Christus „damit niemand die Rettung verpasst“51 und zu einem „verbindlichen Schritt in den Glauben“52.

1.3.1.2 Bildung

„Bildung ist Lebensbegleitung, ist stetige lebensbegleitende Hilfe, um mit dem, was passieren kann und passiert, vorausblickend oder zurückblickend selbstständig zu Rande zu kommen“53, bringt es Karl Ernst Nipkow auf den Punkt.

Der Bildungsauftrag der Kirche lautet im Konzert der Bildungsträger, die Ermöglichung des Wissens über den Glauben. Denn wie sich ein Mensch „entscheidet und im einzelnen religiös fühlt, denkt und urteilt, ist seine Sache, aber er sollte möglichst eine begründete Haltung entwickeln“54.

Für die Bildung von Erwachsenen bedeutet das nun, sie „nicht nur fachtheologisch in Kenntnis (zu [H.K.]) setzen ..., sondern gleichzeitig auch Verstehen erschließen (zu lassen [H.K.]) und zu eigener, persönlicher Glaubenseinsicht“55 zu ermutigen. Inhaltlich ist bei der Bildung von Erwachsenen sehr genau nach den Interessen, Problemen und Lebenszusammenhängen der Teilnehmer zu schauen.56 Im Bereich des Glaubens kann das nicht ohne die Beachtung der „Stufen des Glaubens“57 mit oder ohne Religion geschehen. Jeder Mensch ist in seiner Subjektivität beachtet, wenn nicht „binnentheologisch oder kirchlich Wichtiges, sondern für die Daseinsund Wertorientierung sowie die Lebensgestaltung Bedeutungsvolles“58

Thema ist.

Es muss zu einer gemeinsamen Auseinandersetzung von Lehrenden und Lernenden kommen. Jede Form von Ersatzvornahme und Bevormundung ist zu vermeiden. Die Menschen haben alle ihre eigenen Lebensgeschichten. Der Rückbezug auf ihr Leben und die Deutung der Erlebnisse sollten durch „biographisches Lernen“59 ermöglicht werden.

Jede Bildungsaktivität ist darauf zu befragen, ob sie es dem Einzelnen ermöglicht, sich Geschichte anzueignen, Zusammenhänge zu erkennen, Macht und Herrschaft zu durchschauen, Standorte zu bestimmen, Handlungsmöglichkeiten einzuschätzen, Interessen zu erkennen, Erfahrungen aufzuarbeiten, Handlungsansätze zu entwickeln, Forderungen einzubringen, Gestaltungsmöglichkeiten zu erkennen.60

1.3.1.3 Evangelisation und Bildung – Bekehrung im Lebenslauf

Die Quelle von vielen unproduktiven Auseinandersetzungen zum Thema „Mission“61 auch in unserer Kirche ist die Verwechslung von Glaubensauffassung (faith) und dem Glaubensinhalt (belief), von Glaubensstufen und soteriologischen Stufen.62 Bei vielen Gesprächen verstehen sich die Teilnehmer nicht, weil beide Glauben sagen und die Einen Verstehen, Aneignung und Ausüben meinen und die Anderen das Geschehen der Rettung aus der Verlorenheit.

Fowler hat in seinem oben genannten Buch beschrieben, dass es einen Zusammenhang zwischen religiöser Entwicklung und dem Lebensalter gibt. Von dieser Theorie her kann jedes Handeln am Menschen als Begleitung an einem bestimmten Punkt der Glaubensentwicklung, die nicht unbedingt christlich sein muss, verstanden werden. Das ist das oben beschriebene Interesse von Bildung.

Bekehrung wird in diesem System als „bedeutungsvolle Neuausrichtung der früheren oder unbewussten Wertund Machtbilder eines Menschen und die bewusste Übernahme einer neuen Reihe von ´master stories` bei dem Entschluß, sein Leben in einer neuen Interpretationsund Handlungsgemeinschaft neu zu gestalten“63, verstanden. Die Neuausrichtung ist das Ziel der Evangelisation.

Untersuchungen ergaben, dass in den meisten Fällen, die Bekehrung keine Veränderung der Glaubensstufe bewirkte. Nur die Glaubensinhalte hatten sich verändert.64

Die Unterscheidung von Glaubensinhalt und Glaubensstufe könnte eine Allianz65 von fundierter Bildung und Evangelisation bei der Durchführung von Glaubenskursen erleichtern. Die Menschen werden in ihrer jeweiligen Situation erreicht. Gott weckt den rettenden Glauben wann er will durch das glaubensweckende Wort, das der jeweiligen Stufe des religiösen Verstehens gemäß verkündet wird.

2 Die Zielgruppen

„Zielgruppen“ beschreiben in der wissenschaftlichen Pädagogik eine Anzahl von Menschen, die gleiche „sozialstrukturelle Merkmale“66 besitzen. Es handelt sich um Geschlecht, Beruf, Wohnort, Sprache, Religion etc..

Meine Arbeit hat konkret die Bevölkerung in ihrer ganzen Vielfalt in der EKiBB im Blick. Es würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, eine Analyse aller sozialstrukturellen Merkmale in ihrer Bedeutung für die Religion der Menschen vorzunehmen.67 Solch eine Erhebung muss jede Gemeinde, die einen Glaubenskurs in ihrer spezifischen Situation in die Tat umsetzen will, unbedingt selber durchführen.

Bei den missionarischen Bemühungen der Kirche geht es darum, eine Veränderung des Verhältnisses der Menschen a) zu Gott und b) zur Kirche68 zu bewirken. Deshalb werde ich eine Bestandsaufnahme69 auf diesen Gebieten vornehmen.

Danach wird nach Voraussetzungen für das Gelingen von Kommunikation über den christlichen Glauben, in missionarischer Situation, gefragt.70

Zum Schluss möchte ich noch die im Gespräch von Christen und Nichtchristen am häufigsten gestellten Fragen auflisten. Meines Erachtens müssen sie bei allen Bemühungen, den Glauben zu vermitteln, aufgenommen werden.

2.1 Verhältnis zur Kirche

2.1.1 distanzierte Kirchenmitglieder

Distanzierte Kirchenmitgliedschaft ist ”eine vor allem volkskirchliche Form praktizierter Kirchenmitgliedschaft, die sich nicht in den gemeinschaftlichen Lebensformen der Kirche äußert”71. Wir haben es hier mit der Mehrheit der Kirchenmitglieder in der EKiBB zu tun. Sie bleiben der Kirche treu, wollen aber in ihrem „normalen“

Leben nichts mit ihr zu tun haben. Ihnen ist durch eine - wenn auch geringe - kirchliche Sozialisation das Evangelium „vertraut und fremd zugleich“72. Die „Menschen meinen längst zu wissen, was es sagt, und wenden sich ab, weil sie nichts Neues davon erwarten, oder sie wissen nichts davon und meinen, dabei auch nichts zu verpassen. So kommt Entfremdung in Gang“73. „Für einige hat die Kirche noch die Qualitäten einer `Ordnungsdistanz´, für andere ist es eine `gesellschaftliche Institution´, zu der man sich persönlich zustimmend oder ablehnend verhalten kann, die jedoch in ihren traditionellen Aufgabenbeschreibungen weitgehend nur als Kirche für die anderen erscheint.“74 Die anderen sind die Schwachen, Alten und Behinderten.

Persönlich wird die Kirche vor allem in „Grenzsituationen und an den Knotenpunkten des Lebens“75 in Anspruch genommen. Ein Kennzeichen von distanzierter Kirchlichkeit ist auch die Praktizierung einer offiziellen christlichen Religion. An hohen Festtagen und bei Kasualien nehmen die Mitglieder gern den Dienst der Kirche in Anspruch. Aber das, was für das Herz gebraucht wird, suchen sie in der Esoterik oder anderen religiösen Strömungen – als ihrer inoffiziellen Religion. Diese Haltung ist mir immer wieder während meines Gemeindevikariates in Berlin-Zehlendorf begegnet. Die Menschen berichteten mir begeistert von ihren nichtchristlichen religiösen Erfahrungen.

Eine Form der Distanz gibt es auch bei kirchlichem Personal. Ich bin mehrfach frustrierten und teilweise zynisch gewordenen Mitarbeiter begegnet. Wie sie mir teilweise selbst berichteten, hatten sie entweder nie ein persönliches Verhältnis zum christlichen Glauben und betrachteten die Kirche nur als Arbeitgeber oder ihr positives Verhältnis wurde durch persönliche Enttäuschungen massiv gestört. Abstand zum christlichen Glauben habe ich auch bei Pfarrern erlebt. Bei einem Konvent beschwor ein Pfarrer seine Kollegen regelrecht, ihr Tun nicht aus der Bibel zu begründen, weil sonst die ganze Bibel ernst genommen werden müsste. Zu meinem großen Erstaunen widersprach niemand.

2.1.2 Konfessionslose

Als konfessionslos76 werden Menschen bezeichnet, die nie in einer christlichen Gemeinschaft Mitglied waren oder aus ihr ausgetreten sind.

Ein Großteil der Konfessionslosen sagt von sich, dass Glaubensfragen für sie keine Wichtigkeit haben. Sie „sind davon überzeugt, dass Religion in ihrem Leben keine Rolle spielt. Religion wird kritisiert als Ablenkung von irdischen Gegebenheiten und Aufgaben, die Kirche gilt vielen als erstarrte bürokratische Organisation“77.

Von denen, ”die der Kirche – in Ostund Westdeutschland – den Rücken gekehrt haben, sind – unabhängig von Alter und Bildung – zu über 90 Prozent nicht zu neuen kirchlichen Kontakten bereit”78. Das liegt zum Teil auch an ihren Erfahrungen und Vorurteilen. Wann immer ich mit Konfessionslosen ins Gespräch komme, wird die Kirche oft als eine Institution, die vor allem Geld haben will, insgesamt verlogen und ohne jede Wichtigkeit ist, eingeschätzt. Wenn Erlebnisse berichtet werden, sind es Zeugnisse kirchlichen Lebens, die von Langeweile und Unwichtigkeiten erzählen.

2.1.2.1 Konfessionslose (Ost)

Im Ostteil der Landeskirche ist die Konfessionslosigkeit ein fest in der Bevölkerung verankertes Phänomen.79 Menschen gehören teilweise schon über drei Generationen keiner Kirche mehr an. Sie besitzen zu großen Teilen „keine Kenntnis über

Grundlagen, Grundaussagen, historische Wurzeln und gegenwärtige Praxis des christlichen Glaubens ... (und sind [H.K.]) im Herzen tief davon überzeugt, es mit einer überholten, quasi musealen Weltanschauung zu tun zu haben, die keine Bedeutung für (ihr [H.K.]) zukünftiges persönliches wie gesellschaftliches Leben hat“80.

2.1.2.2 Konfessionslose (West)

Die Konfessionslosen im Westen sind meist aus der Kirche ausgetreten. Als Begründung gibt es neben der Gleichgültigkeit die Auffassung, dass man sein Christsein ganz gut ohne die Kirche leben könnte. Aber auch die Höhe der Kirchensteuer hat damit zu tun.81 Oft können die Menschen mit dem ihnen bekannten

„Absolutheitsanspruch“ des christlichen Glaubens nichts anfangen. Ein allgemeines Misstrauen gegenüber Institutionen spielt aber auch eine Rolle.82

2.2 Verhältnis zu Gott

Da es bei Glaubenskursen um die Frage des Glaubens an Gott und seine Vermittlung geht, verwende ich hier die Terminologie der Umfrage von Klaus-Peter Jörns. Es ist die einzige mir zugängliche Untersuchung, die nicht vorrangig vom Verhältnis der Menschen zu einer Institution (wie z.B. Fremde Heimat Kirche) ausgeht, sondern von Weisen, „wie Menschen sich Gott und/oder transzendenten Mächten gegenüber verhalten“83. Es wird angesetzt „bei dem, was die Menschen wirklich glauben, bei den religiösen Realitäten“ (56).84

Aufgrund seiner Untersuchungen, vorwiegend in Berlin, unterscheidet er zwischen Gottgläubigen, Transzendenzgläubigen, Unentschiedenen und Atheisten. Die Gruppen sollen hier vorgestellt und bei der Analyse der Glaubenskurse verwendet werden.

2.2.1 Gottgläubige

Diese Gruppe85 ist „durch den Glauben an einen persönlichen Gott charakterisiert“ (56). Die Gottesbeziehung der Gottgläubigen drückt sich in großem Zutrauen darauf aus, „daß Gott der Welt zugewandt bleibt und im Gebet angesprochen werden kann“ (210). Sie haben ein selbstkritisches Menschenbild und sind zu ethischem Handeln bereit.

Im „Vordergrund der Gläubigen steht das Interesse daran, dieses Leben sinnvoll leben zu können - oder bescheidener: wenigstens nicht in Sinnlosigkeit versinken zu müssen“ (211). Die Untersuchung zeigte, dass bei Gottgläubigen „das traditionell Christliche nicht mehr als nur noch einen Bodensatz ausmacht“ (211). Das lässt sehr aufhorchen, da sich von den Befragten viele als bewusste Christen bezeichneten.

2.2.2 Transzendenzgläubige

Hier handelt es sich um eine Gruppe von Menschen, die „an transzendente Wesen oder Mächte, aber nicht ausdrücklich an einen persönlichen Gott“ (56) glaubt.

Ihr „Menschenbild ist skeptisch-(selbst)kritisch“ (213). Gott wird nicht benötigt im Leben und auch nicht im Sterben bzw. für ein Leben nach dem Tod. Mission muss unterbleiben. Die Kirchen sind ausschließlich für Alte, Kranke und Gebrechliche da. Für Transzendenzgläubige spielen übersinnliche Kräfte und Energien eine Rolle. Der Sinn des Lebens wird mit „seelischem Gleichgewicht gleichgesetzt“ (214).

„Der Glaube der Transzendenzgläubigen hat in seinem Zentrum nichts mit einer Erlösungsreligion zu tun. Die Bedeutung dieses Glaubenstyps bzw. neuen Gesichtes Gottes geht auch daraus hervor, dass 15% der Evangelischen und 13% der Katholiken zu den Transzendenzgläubigen gehören - und damit, theologisch gesehen, längst aus den Kirchen ausgewandert sind bzw. eine neue Konfession in der Kirche darstellen. Und immerhin finden sich auch bei den (mittlerweile) Religionslo-

[...]


1 Kruse, Martin: Distanz und Nähe, in: Freiheit verantworten, Festschrift für Wolfgang Huber, Hg.: Lütcke, KarlHeinrich, Gütersloh 2002, S.23-35, S.42.

2 Herbst, Michael (Hg.): Emmaus – auf dem Weg des Glaubens, Neukirchen-Vluyn 2002, S.6. (Bei Mehrfachzitierung werden die unterstrichenen Worte verwendet.)

3 EKD (Hg.): Reden von Gott in der Welt, Hannover 2000, S.41.

4 A.a.O.: S.15.

5 Bärend, Hartmut: Worte „von oben“ in der Praxis vor Ort, in: Brennpunkt Gemeinde, Studienbrief A 60, Stuttgart 2000, S.2.

6 EKD: Das Evangelium unter die Leute bringen, Texte 68, Hannover 2000, S.44.

7 EKiBB (Hg.): Wachsen gegen den Trend, Berlin 1998.

8 EKiBB (Hg.): Leitlinien kirchlichen Handelns in missionarischer Situation, Berlin 2001.

9 A.a.O.: S.8.

10 Noack, Axel: Die meisten Rezepte für Mission sind in Ostdeutschland unbrauchbar, in: Protestantismus - wohin?, Hg.: Hahn, Udo, Neukirchen-Vluyn 2001, S.247-257, S.255.

11 Vgl. dazu: Leitlinien, S.6, Leitsatz Nr.3.

12 Die meisten der von mir analysiertenGlaubenskurse werden im „Lesebuch“ der EKD (Hg.): Ermutigung zur Mission, Hannover 1999, auf den Seiten 55-59, kurz erwähnt.

13 Immer wieder konnte ich Hinweise in diversen Gemeindeblättern auf Glaubenskurse finden (so z.B. im Gemeindeblatt der Ev. Matthäuskirche Berlin-Steglitz (1/2002) und der Ev. Gemeinde Schlachtensee (5/2002).

14 Nur die Kirche als „Ort der Gegenwart Jesu Christi“ kann in die Nachfolge rufen, in der es [H.K.] „immer um die Entscheidung für oder gegen Jesus Christus“ geht. (Zitiert aus: Bonhoeffer, Dietrich: Nachfolge, in: DBW 4, Hg.: Bethge, Eberhard u.a., Gütersloh 1994, S.215f.).

15 Vgl. dazu: EKD/ Texte 68, S.17-22, (Hier wird in kurzer und treffender Weise der Missionsauftrag als grundlegend für die Kirche dargestellt. Den Ausführungen schließe ich mich an und verzichte daher auf eine eigene theologische Begründung von Mission.).

16 Ich beziehe mich hier und im Folgenden auf: Lütcke, Karl-Heinrich: Bericht aus der Region, unveröffentlichtes Manuskript, vorgetragen auf der Präsidialversammlung des DEKT in Goslar am 21.9.2001 (keine Numerierung der

17 Vgl. dazu die Angaben in: Henkel, Reinhard: Atlas der Kirchen und der anderen Religionsgemeinschaften in Deutschland, Berlin Köln 2001, S.88 u. 94.

18 Eigene Berechnungen, die sich auf Angaben aus dem Statistischen Jahrbuch 2001, Hg.: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2001, S.97, beziehen.

19 In der Zahl der hauptamtlich Beschäftigten sind die bei Kirche und Diakonie Beschäftigten zusammengefasst, weil beide einen Auftrag haben, „die Liebe Gottes zu seiner Welt, wie sie uns im Wirken Jesu Christi begegnet“ zu bezeugen. Die hier von mir verwendeten Zahlen und das Zitat stammen aus der Broschüre: EKiBB (Hg.): EKiBB – Entwicklungen, Aufgaben und Inhalte, Berlin 52001, S.19f. und S.42.

20 Evangelische Kirche der Union (Hg.): Ordnung des kirchlichen Lebens, Berlin 1999, S.23.

21 Huber, Wolfgang: Protestantisches Profil muss in der Öffentlichkeit erkennbar sein, in: Protestantismus - wohin?, Hg.: Hahn, Udo, Neukirchen-Vluyn 2001, S.148-159, S.157.

22 Lütcke/ Region.

23 So war der Kirchgang oft davon abhängig, ob der Gutsherr es seinen Arbeitern verbot, am Sonntag zu arbeiten oder nicht.

24 Garth, Alexander: Die missionarische Herausforderung der Großstadt, in: IDEA-Dokumentation 1/2001, S. 14-24, S.15.

25 Hartmann, Klaus: Wider den Strom – Kircheneintritte in Ostdeutschland, in: Pollack, Detlef; Pickel, Gert (Hg.): Religiöser Wandel in Ostdeutschland 1989-1999, Opladen 2000, S.276-293, S.278.

26 Krummacher, Bernd Dietrich: Kirche auf dem Pommerschen Dorf, in: Kirche ohne Zukunft?, Hg.: Schmoll, Heike, Berlin 1999, S.94-115, S.95.

27 Hempel, Johannes: Menschen werden auch in Zukunft nach einem verlässlichen Halt suchen, in: Protestantismus - wohin?, Hg.: Hahn, Udo, Neukirchen-Vluyn 2001, S.95-106, S.95.

28 Huber/ Protestantismus: S.157.

29 Ebd..

30 Kretzschmar, Gerald: Distanzierte Kirchlichkeit, Neukirchen-Vluyn 2001, S.3.

31 Noack: S.249.

32 EKD/ Ermutigung: S.42.

33 Huber, Wolfgang: Kirche in der Zeitenwende, Gütersloh 1998, S.11.

34 Schönherr Albrecht: Zeugnis und Dienst an dem Ort, an den uns der Herr geführt hatte, in: Freiheit verantworten, Festschrift für Wolfgang Huber, Hg.: Lütcke, Karl-Heinrich, Gütersloh 2002, S.23-35, S.31.

35 Huber/ Protestantismus: S.157.

36 Die nachfolgenden Seitenzahlen beziehen sich auf diese Schrift.

37 Die nachfolgenden Seitenzahlen beziehen sich auf diese Schrift.

38 Vgl. dazu: Wachsen S.28f..

39 Bonhoeffer/ Widerstand: S.559.

40 Hahn, Horst: Wie wird jemand Christ? Wie bleibt jemand Christ?, in: Teschner, Klaus (Hg.): Die Botschaft von der freien Gnade, Neukirchen-Vluyn 1990, S.111-116, S.112.

41 Schwarz, Christian: Die dreifache Kunst Gott zu erleben, Emmelsbühl 1999, S.6.

42 Vgl. dazu: a.a.O.: S.11.

43 Vgl.: Römer 10, 14-17.

44 Vgl.: Emmaus: S.11.

45 Vgl.: Eickhoff, Klaus: Gemeinde entwickeln, Göttingen 1992, S.84.

46 Vgl.: Nipkow, Karl Ernst: Bildung als Lebensbegleitung und Erneuerung, Gütersloh 1990, S.601.

47 Wachsen: S.25.

48 Christenson, Larry: Komm Heiliger Geist, Neukirchen-Vluyn 1989, S.68.

49 Vgl.: Strobel, S.126-136.

50 EKD/ Texte 68, S.18.

51 A.a.O.: S.18f..

52 Ebd..

53 Nipkow/ Begleitung: S. 601.

54 Nipkow, Karl Ernst: Bildung in einer pluralen Welt, Bd.2 Religionsunterricht im Pluralismus, Gütersloh 1998, S.243.

55 Hungs, Franz-Josef: Handbuch der theologischen Erwachsenenbildung, München 1991 , S.22.

56 Vgl.: Faulstich, Peter; Zeuner, Christine: Erwachsenenbildung, München 1999, S.47ff..

57 Vgl. dazu: Fowler, James W.: Stufen des Glaubens, Gütersloh 1991.

58 Grethlein, Christian: Gemeindepädagogik, Berlin/New York 1994, S.39.

59 Faulstich: S.167.

60 Vgl.: a.a.O., S.163.

61 Vgl. dazu: Pastoral-Theologie 4/2002 mit dem Heftthema: Mission!? – Reizwort in der praktisch-theologischen Diskussion.

62 In meiner Arbeit zum 1.Examen habe ich den Konflikt ausführlich beschrieben. „Evangelisation oder Lebensbegleitung“, Berlin 1997, unveröffentlicht, aber in der Bibliothek der EKiBB erhältlich.

63 Fowler: S.299.

64 Vgl.: a.a.O., S.302.

65 Diese Verbindung ist außerhalb des staatlichen Bildungssystems kein Problem. Die Kirche kann hier ihre Weltanschauung parteilich vertreten.

66 Faulstich: S.99.

67 Ein Einstieg in das Thema gibt sehr gut, auch mit statistischen Material: Pickel, Gert: Konfessionslose in Ostund Westdeutschland – ähnlich oder anders?, in: Pollack, Detlef; Pickel, Gert (Hg.): Religiöser Wandel in Ostdeutschland 1989-1999, Opladen 2000, S.206-235.

68 Hier konzentriere ich mich auf Konfessionslose als größte und auf die distanzierten Mitglieder als zweitstärkste Gruppe. Die sich bewusst und aktiv zur Gemeinde zählenden Mitglieder der Kirche sind eher als Mitarbeiter im Blick. In der Frage des Gottesverhältnisses werden sie aber sehr wohl bedacht.

69 Vgl. dazu: Wachsen, S.29.

70 Vgl. dazu: Strobel, Lee: Beim Wort zum Sonntag schalt ich ab, Wiesbaden 1995, S.45.

71 Kretzschmar: S.23.

72 EKD/ Texte 68: S.12.

73 Ebd..

74 Engelhardt, Klaus; Loewenich, Herrmann von; Steinacker, Peter: Fremde Heimat Kirche, Gütersloh 1997, S.189. Dass an dieser Stelle der von Bonhoeffer verwendete Begriff „Kirche für andere“ auftaucht, ist interessant. Denn aus Bonhoeffers Sicht kommen ja gerade erst durch eine Begegnung mit Jesus die „Anderen“ in den Blick. (Vgl. dazu z.B.: Bonhoeffer, Dietrich: Widerstand und Ergebung, DBW 8, Hg.: Bethge, Eberhard u. a., Gütersloh 1998, S.558.).

75 A.a.O.: S.11.

76 Der Begriff „Konfessionslosigkeit“ ist nicht unumstritten. (Vgl. dazu: Zeddies, Helmut: Konfessionslosigkeit im Osten Deutschlands, in Pastoraltheologie 4/2002, S.150-167, besonders S.151-154.) Das Wort unterstellt erst einmal einen Mangel, der von der angesprochenen Personengruppe auch wahrgenommen wird. Auf seiner Homepage beklagt ein Humanist, dass er mit seinem Glauben an die Menschlichkeit nicht ernst genommen wird, obwohl er sehr wohl alle seine Daseins und Zukunftsfragen beantworten kann. Vgl.: Kuhr, Rudolf: Konfessionslos oder humanistisch?, in: http://www.home.t-online.de/home/humanist.aktion. Ein anderer Aspekt ist, dass Forschungen ergeben haben, dass die meisten Menschen, die heute weltweit Christen werden, keiner Konfession angehören und sich auch keiner anschließen werden. Aus dieser Sicht ist das Wort Konfessionslosigkeit dann fast positiv besetzt. Vgl. dazu: Simson, Wolfgang: Gottes Megatrends, Emmelsbühl 1995, S.68ff.. Ich verwende den Begriff trotz aller Anfragen, weil er allgemein gebräuchlich und anerkannt ist.

77 EKD/ Texte 68: S.11.

78 Huber/ Zeitenwende: S.60.

79 Beispielhaft für diese Gruppe ist mir der Teenager im Gedächtnis, der mich, als ich vor einer Dorfkirche im Land Brandenburg die Straße fegte, fragte: „Das ist doch das Gefängnis, oder?“ (Die Kirche hatte als Schutz für die Bleiglasfenster Gitter vor den Fenstern.) Oder der Bauer, der mir erklärte: Der Hund jachzt (umgangssprachlich im Flä- ming für verkrampftes Bellen) an der Kette und der Pfarrer von der Kanzel. Beide kriegen ihr Fressen dafür.

80 Bärend, Hartmut: »Sie haben vergessen, daß sie Gott vergessen haben« Konfessionslosigkeit - eine missionarische Herausforderung, Bericht über eine Konsultation in Berlin am 7./8. Mai 2001 in: http://www.a-m-d.de/schritte.

81 Vgl.: Fremde Heimat, S.326f..

82 Eindrücklich war mir die Begegnung mit einem sehr gebildeten Konfessionslosen: Sein RU-Lehrer hatte ihm ausführlich erklärt, wie man aus der Kirche austritt. Als er 18 wurde probierte er es aus. Die Reaktionen von seiten der Kirche haben bei ihm den Eindruck hinterlassen, dass der Schritt richtig war.

83 Jörns, Klaus-Peter: Die neuen Gesichter Gottes, München 1997, S.56, (Die folgenden Seitenzahlen beziehen sich auf dieses Buch.).

84 Ob wirklich „realer“ Glaube, durch soziologische Untersuchungen aussagekräftig ermittelt werden kann, ist umstritten, da immer ganz persönliche und einzigartige Erfahrungen verallgemeinert werden. (Vgl. dazu: Giering, Matthias: Rezension zu "Gottes neue Gesichter" von Jörns, Klaus-Peter, in: Die Zeichen der Zeit 3/98, S.115.).

85 Jörns setzt sich meines Wissens nicht mit der Geschichte des Begriffes in der Zeit der Nationalsozialismus auseinander. Dort bezeichneten sich bekennende Nazis als „Gottgläubig“ im Gegensatz zu dem Gott der Offenbarung, den die Juden und Christen anbeten (mündliche Information vom Pfarrer i.R. Wackwitz). Hier in der Arbeit soll der Begriff aber im Sinne von Jörns gebraucht werden.

Ende der Leseprobe aus 47 Seiten

Details

Titel
Analyse von angebotenen Glaubenskursen mit Blick auf ihre Eignung für verschiedene Zielgruppen in der EKiBB
Autor
Jahr
2002
Seiten
47
Katalognummer
V107302
ISBN (eBook)
9783640055753
ISBN (Buch)
9783640870677
Dateigröße
539 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Analyse, Glaubenskursen, Blick, Eignung, Zielgruppen, EKiBB
Arbeit zitieren
Helmut Kautz (Autor), 2002, Analyse von angebotenen Glaubenskursen mit Blick auf ihre Eignung für verschiedene Zielgruppen in der EKiBB, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107302

Kommentare

  • Hans Fischer am 17.5.2011

    Sehr geehrter Herr Kautz! Ich habe mit Interesse Ihre Arbeit gelesen und auch mit Gewinn. Ihre theologischen Überlegungen haben mich sehr angesprochen. Ein sehr wichtiges Thema. Im Kindergottesdienst, im Kindergarten, Grundschule und allen weiteren Schularten spielt die Religion ja eine Rolle. Viel geht über den Kopf und das ist ja auch richtig so, denn der Glaube ist immer auch denkender Glaube, weil es ja keine Unmittebarkeit gibt, die wir anderen Menschen vermitteln können. Wir mit unsere Person sind die Vermittler. Ob die Kurse helfen, ich weiss nicht. Was hilft ist unser Lebensbeispiel und ein Mitleben mit den Menscehn, die uns zur Seite gestellt sind. Christen sollten dies wieder mehr in den Blick nehmen, in aller Bescheidenheit und Einfachheit und Kümmerlichkeit ihrer Existenz mit den Menschen um sie herum mit leben. Das sind meine Gedanken und wenn ich Ihre Ausführungen noch einige mal gelesen habe, schreibe ich vielleicht noch mal etwas. Bis dahin: Grüß Gott!Hans Fischer

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