Einleitung
„Ich glaube an Gott! Wenn ich das meinem Mann erzähle.“
Diesen aus dem tiefsten Herzen kommenden Satz sagte eine Frau zu mir, während sie einen Glaubenskurs besuchte. Sie erlebte eine „Intensivbegegnung“(1) mit Gott.
Das Zusammensein mit Christen, die darüber Auskunft gaben, was sie trägt, hatten zu dieser Begegnung beigetragen. Das ist ein Beispiel für Mission heute. Der Ruf nach Mission und Evangelisation erklingt überall in unserem Land und in unserer Kirche „und zwar nicht um der Rettung der Kirche willen, sondern um der Rettung der Menschen willen“(2).
Ein „Signal“(3) geht aus von der „Missionssynode“ der EKD in Leipzig 1999. Es sollen die „Herzrhythmusschäden“(4) der Kirche angegangen werden. Der Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste des Diakonischen Werkes in der EKD (AMD) spricht von einem „Wunder“(5), dass Mission zum Thema in vielen Synoden, Gemeinden und Werken gemacht wird, mit der Absicht, „Menschen die Augen zu öffnen für die Wahrheit und die Schönheit der christlichen Botschaft“(6).
Die Evangelische Kirche in Berlin - Brandenburg (EKiBB) hat in dieser Bewegung, mit ihrer schon 1998 erschienenen Schrift „Wachsen gegen den Trend“(7) und den dann im Jahre 2000 beschlossenen „Leitlinien kirchlichen Handelns in missionarischer Situation“(8) eine Vorreiterrolle eingenommen. Zur Zeit befindet sich die EKiBB in einer Phase der „inhaltlichen Präzisierung des Missionsauftrages der Kirche ... (und auf der [H.K.]) Suche nach dafür geeigneten
Handlungsformen“(9).
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(1) Kruse, Martin: Distanz und Nähe, in: Freiheit verantworten, Festschrift für Wolfgang Huber, Hg.: Lütcke, Karl-Heinrich, Gütersloh 2002, S.23-35, S.42.
(2) Herbst, Michael (Hg.): Emmaus – auf dem Weg des Glaubens, Neukirchen-Vluyn 2002, S.6. (Bei Mehrfachzitierung werden die unterstrichenen Worte verwendet.)
(3) EKD (Hg.): Reden von Gott in der Welt, Hannover 2000, S.41.
(4) A.a.O.: S.15.
(5) Bärend, Hartmut: Worte „von oben“ in der Praxis vor Ort, in: Brennpunkt Gemeinde, Studienbrief A 60, Stuttgart
2000, S.2.
(6) EKD: Das Evangelium unter die Leute bringen, Texte 68, Hannover 2000, S.44.
(7) EKiBB (Hg.): Wachsen gegen den Trend, Berlin 1998.
(8) EKiBB (Hg.): Leitlinien kirchlichen Handelns in missionarischer Situation, Berlin 2001.
(9) A.a.O.: S.8.
Inhaltsverzeichnis
1 DIE SITUATION DER EVANGELISCHEN KIRCHE IN BERLIN-BRANDENBURG
1.1 GEOGRAFISCH-POLITISCH
1.2 GEISTLICH-RELIGIÖS
1.3 DIE ANTWORT DER EKIBB
2 DIE ZIELGRUPPEN
2.1 VERHÄLTNIS ZUR KIRCHE
2.2 VERHÄLTNIS ZU GOTT
2.3 DIE VORAUSSETZUNGEN FÜR GELINGENDE KOMMUNIKATION
2.4 WAS SIND DIE HÄUFIGSTEN EINWÄNDE GEGEN DAS CHRISTENTUM?
3 DIE ANGEBOTENEN KONZEPTE
3.1 „ALPHA-KURS“
3.2 „CHRIST WERDEN - CHRIST BLEIBEN“
3.3 „STUFEN DES LEBENS“
3.4 „FRAGEN – GLAUBEN – FEIERN“
3.5 „AUFBRECHEN MIT FRED“
3.6 „IMPACT“
4 DIE EIGNUNG VON GLAUBENSKURSEN FÜR ZIELGRUPPEN IN DER EKIBB
4.1 WAS IST EIN GLAUBENSKURS?
4.2 KRITERIEN DER EIGNUNG FÜR VERSCHIEDENE ZIELGRUPPEN
4.3 DIE GEMEINDLICHEN VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE DURCHFÜHRUNG VON GLAUBENSKURSEN
4.4 ANALYSE DES „ALPHA-KURSES“
4.5 ANALYSE DES KURSES „CHRIST WERDEN - CHRIST BLEIBEN“
4.6 ANALYSE DES KURSES „STUFEN DES LEBENS“
4.7 ANALYSE DES KURSES „FRAGEN – GLAUBEN – FEIERN“
4.8 ANALYSE DES KURSES „AUFBRECHEN MIT FRED“
4.9 ANALYSE DES KURSES „IMPACT“
5 DER ERTRAG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Angebot und die Eignung verschiedener Glaubenskurse im Kontext der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg (EKiBB), um Mitarbeitern eine Orientierungshilfe für die missionarische Praxis zu geben. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie diese Kurse als Handlungsform der Kirche gestaltet sein müssen, um unterschiedliche Zielgruppen in ihrer konkreten Lebenssituation zu erreichen und einen Prozess der Glaubenserneuerung anzustoßen.
- Analyse der missionarischen Situation der EKiBB
- Systematisierung der Zielgruppen hinsichtlich ihrer Beziehung zu Kirche und Gott
- Vergleichende Untersuchung gängiger Glaubenskurs-Konzepte
- Bewertung der Eignung von Glaubenskursen für verschiedene soziologische Gruppen
- Entwicklung von Handlungsvorschlägen für den kirchlichen Einsatz von Glaubenskursen
Auszug aus dem Buch
1.3.1.2 Bildung
„Bildung ist Lebensbegleitung, ist stetige lebensbegleitende Hilfe, um mit dem, was passieren kann und passiert, vorausblickend oder zurückblickend selbstständig zu Rande zu kommen“53, bringt es Karl Ernst Nipkow auf den Punkt.
Der Bildungsauftrag der Kirche lautet im Konzert der Bildungsträger, die Ermöglichung des Wissens über den Glauben. Denn wie sich ein Mensch „entscheidet und im einzelnen religiös fühlt, denkt und urteilt, ist seine Sache, aber er sollte möglichst eine begründete Haltung entwickeln“54.
Für die Bildung von Erwachsenen bedeutet das nun, sie „nicht nur fachtheologisch in Kenntnis (zu [H.K.]) setzen ..., sondern gleichzeitig auch Verstehen erschließen (zu lassen [H.K.]) und zu eigener, persönlicher Glaubenseinsicht“ 55 zu ermutigen.
Inhaltlich ist bei der Bildung von Erwachsenen sehr genau nach den Interessen, Problemen und Lebenszusammenhängen der Teilnehmer zu schauen.56 Im Bereich des Glaubens kann das nicht ohne die Beachtung der „Stufen des Glaubens“57 mit oder ohne Religion geschehen. Jeder Mensch ist in seiner Subjektivität beachtet, wenn nicht „binnentheologisch oder kirchlich Wichtiges, sondern für die Daseins- und Wertorientierung sowie die Lebensgestaltung Bedeutungsvolles“58 Thema ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 DIE SITUATION DER EVANGELISCHEN KIRCHE IN BERLIN-BRANDENBURG: Analyse der geografisch-politischen und geistlich-religiösen Rahmenbedingungen, die die missionarische Arbeit in der EKiBB prägen.
2 DIE ZIELGRUPPEN: Differenzierung der Bevölkerung nach ihrem Verhältnis zur Kirche und zu Gott, um ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse potenzieller Glaubenskurs-Teilnehmer zu gewinnen.
3 DIE ANGEBOTENEN KONZEPTE: Detaillierte Vorstellung von sechs ausgewählten Glaubenskursen, deren Geschichte, Formalien, Themen und beispielhafte Veranstaltungsabläufe analysiert werden.
4 DIE EIGNUNG VON GLAUBENSKURSEN FÜR ZIELGRUPPEN IN DER EKIBB: Kritische Untersuchung der Kursangebote anhand spezifischer Eignungskriterien für unterschiedliche Zielgruppen unter Berücksichtigung gemeindlicher Voraussetzungen.
5 DER ERTRAG: Zusammenfassende Bewertung des Nutzens von Glaubenskursen und Ableitung konkreter Empfehlungen für den weiteren Umgang der EKiBB mit diesem Instrument.
Schlüsselwörter
Glaubenskurs, EKiBB, Mission, Evangelisation, Erwachsenenbildung, Alpha-Kurs, Lebensbegleitung, Zielgruppen, Kircheneintritt, Konfessionslose, Glaubenserneuerung, Jesus Christus, Gemeindearbeit, Bildungsauftrag, Kirchenentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Glaubenskurse als ein Instrument zur missionarischen Arbeit in der EKiBB und prüft deren Leistungsfähigkeit für verschiedene gesellschaftliche Zielgruppen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der kirchlichen Situation in Berlin-Brandenburg, der Einteilung von Zielgruppen in religiöse Typen und der didaktischen Untersuchung verschiedener Kurskonzepte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Mitarbeitern aufzuzeigen, wie sie durch den Einsatz von Glaubenskursen Menschen ansprechen und in die christliche Gemeinschaft einladen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor verbindet eine kirchensoziologische Bestandsaufnahme mit praktischen Beobachtungen und einer exemplarischen Analyse von Kursinhalten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Zielgruppen, die detaillierte Darstellung der Kurskonzepte und deren spezifische Analyse hinsichtlich ihrer Eignung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Glaubenskurs, Mission, Evangelisation, EKiBB, Zielgruppenorientierung und Bildungsarbeit.
Wie bewertet der Autor den Alpha-Kurs?
Der Alpha-Kurs wird als sehr gut geeignet für Menschen außerhalb der Gemeinde hervorgehoben, da er eine starke Christuszentriertheit mit einem beziehungsorientierten Ansatz verbindet.
Welche Bedeutung misst der Autor dem Gebet bei?
Der Autor sieht im gemeinsamen hörenden Gebet das notwendige Fundament für jede missionarische Aktivität, um die Weckung des Glaubens dem Wirken Gottes zu überlassen.
- Quote paper
- Helmut Kautz (Author), 2002, Analyse von angebotenen Glaubenskursen mit Blick auf ihre Eignung für verschiedene Zielgruppen in der EKiBB, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/107302