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Politischer Aktivismus im Netz

Titre: Politischer Aktivismus im Netz

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2003 , 8 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Mag. Medienwissenschaft Holger Koch (Auteur)

Medias / Communication - Mass média
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Résumé Extrait Résumé des informations

In der Republik polarisieren sich zwei Lager, die sich zum einen aus den am politischen Betrieb desinteressierten Durchschnittsbürgern und zum anderen aus den Bürgern, die die alltagsdemokratische Mitbestimmung forcieren, bilden. Letztere Gruppe steht für das Konzept der Gegenöffentlichkeit, für den informierten und informierenden Aktivbürger.
Entscheidend für die Generierung und Steuerung von Öffentlichkeit sind die Medien (Print- und Funkmedien generell). Die vom Journalismus produzierten Informationen zu gesellschaftsrelevanten Themen, die via Medien verbreitet werden, haben unlängst die alte Form der Versammlungsöffentlichkeit abgelöst. Die Produktionsweise und die Struktur der Medien nimmt eine strikte Trennung von Sender und Empfänger vor. Informationen werden an eine anonyme Masse verbreitet und Interaktivität ist quasi ausgeschlossen. Doch Interaktivität stellt die Basis für wahrhaft demokratische Verhältnisse, für alle Möglichkeiten der vielfältigen und differenzierten Meinungsäußerung.
Mit der Entwicklung und Verbreitung des Internet ist eine neue Plattform für die Demokratie entstanden. Die Vernetzung der Kommunikatoren, die Interaktivität als Prinzip und Wirkungsweise bietet dem Bürger die Möglichkeit, die herkömmliche Sender-Empfänger-Struktur zu durchbrechen und selbst aktiv zu werden. Die den Massenmedien immanenten Restriktionen wie Amateur vs. Profi, Alternativ vs. Mainstream und Privat vs. Öffentlich sind im Internet aufgehoben. Der Empfänger kann hier auch Sender sein, Sachverhalte aller Art thematisieren und somit zur Meinungsbildung beitragen. Diese Möglichkeit der Redemokratisierung und Meinungsbildung nutzt politischer Aktivismus im Netz.
Das Internet als Individualmedium ermöglicht aktives Handeln (Mailinglisten, Web-Sites, Digital Video etc.). Politischer Aktivismus im Netz ist aktives Handeln und schafft Gegenöffentlichkeiten. Die informierten und informierenden Bürger, die politischen Aktivismus im Netz betreiben, nutzen dieses als Beteiligungsdemokratie und üben Gesellschaftskritik. Dabei stehen vor allem Politik und Wirtschaft im Fokus der Kritik.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Politischer Aktivismus im Netz

1.1 Einleitung und demokratische Potenziale

1.2 Netzaktivismus: Definitionen und Formen

1.3 Taktiken des zivilen Widerstandes im Cyberspace

1.4 Fallbeispiele des Online-Aktivismus

1.5 Herausforderungen für Unternehmen und Sicherheit

1.6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel demokratischer Partizipation durch das Internet und analysiert, wie politischer Aktivismus als neue Form des zivilen Widerstands und der Gesellschaftskritik im digitalen Raum genutzt wird.

  • Die Entwicklung von Gegenöffentlichkeit durch das Internet.
  • Differenzierung zwischen den Formen des Netzaktivismus (Aktivism, Hacktivism, Cyberterrorism).
  • Die Methodik des „elektronisch zivilen Ungehorsams“ und virtueller Sit-ins.
  • Konfliktlinien zwischen Netzaktivisten, Unternehmen und staatlichen Sicherheitsbehörden.

Auszug aus dem Buch

Netzaktivismus: Definitionen und Formen

Beim Netzaktivismus differenziert man drei Formen, die sich hinsichtlich ihrer Wirkungsweise unterscheiden. „Aktivism“ umschreibt die Nutzung des Internets für aktiven, aber nicht aggressiven Protest – zum Beispiel das Versenden von Emails oder eine eigene Homepage zu einem Thema aufbauen. „Hacktivism“ ist eine Mischform aus Hacking-Techniken und Aktivismus, also die Störung eines Webauftrittes durch ein virtuelles Sit-in (Server-Blockade) oder durch eine Veränderung der Web-Site (z.B. der Eingriff von anonymen Antifaschisten auf der Homepage der österreichischen Partei FPÖ, die das Portrait von Jörg Haider mit einem Hitlerbärtchen verzierten). „Cyberterrorism“ bezeichnet die extreme Variante von Netzaktivismus, die Attacke auf einen Server, mit dem Ziel, möglichst viel Schaden anzurichten (z.B. die Übernahme eines Bordcomputers eines Flugzeugs durch Cyberterroristen).

Dennoch ist die Klassifizierung von Netzaktivismus hinsichtlich seiner Wirkungsweisen rein theoretisch, denn praktisch kann die Zerstörung eines Servers weitaus weniger Wirksamkeit erzielen als die Ketten-Email eines einfachen Aktivisten. Cyberterrorism stellt natürlich eine ernsthafte Bedrohung dar (die USA hatte schon 1998 zur „Verteidigung des virtuellen Vaterlandes aufgerufen“), doch das Internet ist auch zu einer großen Bühne geworden, auf der sich mehr und mehr Protestaktionen und Formen des zivilen Widerstandes zum Ausdruck bringen und nicht nur kriminelle Hacker.

Beim Hacktivism als Form der Gesellschaftskritik und des zivilen Widerstandes per Internet werden zwei Taktiken unterschieden. Ziel der einen Taktik ist die Unterbrechung der Kommunikationsfähigkeit des Gegners durch so genannte virtuelle Sit-ins, die eine Blockade des virtuellen Raumes darstellen. Ziel der anderen Taktik ist die Schwächung des Gegners durch Kommunikation über den Gegner und durch Datentransfer mit anderen Aktivisten. Hier bildet die Vernetzung und die Herstellung von Kommunikation die Plattform für die politischen Aktionen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Politischer Aktivismus im Netz: Einleitende Betrachtung über die Verschiebung von klassischer Öffentlichkeit hin zu digitalen Diskursräumen und die Rolle des informierten Aktivbürgers.

1.1 Einleitung und demokratische Potenziale: Untersuchung der durch das Internet ermöglichten Durchbrechung traditioneller Sender-Empfänger-Strukturen in der Demokratie.

1.2 Netzaktivismus: Definitionen und Formen: Systematisierung der verschiedenen Ausprägungen digitaler Proteste, von einfachem Aktivismus bis hin zu destruktivem Cyberterrorismus.

1.3 Taktiken des zivilen Widerstandes im Cyberspace: Analyse der technischen und strategischen Methoden, insbesondere des virtuellen Sit-ins und der Nutzung von Software wie dem „Flood Net“.

1.4 Fallbeispiele des Online-Aktivismus: Darstellung konkreter Aktionen, wie die der „Adbusters“ gegen die Konsumgesellschaft oder der Protest gegen die Lufthansa.

1.5 Herausforderungen für Unternehmen und Sicherheit: Diskussion über die Schutzbedürftigkeit digitaler Infrastrukturen und die rechtliche Bewertung von Netzattacken.

1.6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung des Internets als Chance für Demokratisierungsprozesse und künftige Entwicklung von Protestformen.

Schlüsselwörter

Politischer Aktivismus, Netzaktivismus, Gegenöffentlichkeit, Internet, Ziviler Ungehorsam, Hacktivism, Partizipation, Demokratie, Digitale Ökonomie, Informationsgesellschaft, Flood Net, Online-Aktivismus, Gesellschaftskritik, Cyberterrorism.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle des Internets als Werkzeug für politischen Aktivismus und der Veränderung der demokratischen Teilhabe durch digitale Medien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung von Nutzerkulturen im Netz, die Formen des digitalen Widerstands, sowie die Konflikte zwischen Netzaktivisten und etablierten Institutionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie politischer Aktivismus im Netz als legitime Form der Gesellschaftskritik und als Chance für Demokratisierungsprozesse verstanden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?

Die Arbeit nutzt einen medienwissenschaftlichen Ansatz zur Analyse von Kommunikationstheorien, ergänzt durch die Untersuchung von Fallbeispielen und die Kategorisierung digitaler Protesttaktiken.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Taktiken wie virtuelle Sit-ins, die Wirkungsweise der Software „Flood Net“ sowie die Abgrenzung von politisch motivierten Angriffen zu kriminellen Aktivitäten.

Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument am besten?

Die zentralen Schlagworte sind Netzaktivismus, Ziviler Ungehorsam, Partizipation und die Transformation von Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter.

Warum wird die Lufthansa als Fallbeispiel angeführt?

Die Protestaktion gegen die Lufthansa dient als exemplarisches Beispiel für ein virtuelles Sit-in, bei dem die Blockade der Website als Protestmittel gegen die Beförderung abgeschobener Asylbewerber eingesetzt wurde.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Hacker-Aktivismus und Kriminalität?

Die Arbeit stellt heraus, dass Netzaktivisten zumeist auf Sichtbarkeit und politischen Protest setzen, während staatliche Stellen oft keine Unterscheidung treffen, da die technische Schadenswirkung in beiden Fällen gegeben sein kann.

Inwiefern hat das Internet die „Sender-Empfänger“-Struktur verändert?

Durch das Internet kann der Empfänger von Informationen nun selbst zum Sender werden, was die traditionelle Trennung der Massenmedien aufhebt und individuelle Meinungsbildung sowie breite Partizipation ermöglicht.

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Résumé des informations

Titre
Politischer Aktivismus im Netz
Université
http://www.uni-jena.de/
Note
2,3
Auteur
Mag. Medienwissenschaft Holger Koch (Auteur)
Année de publication
2003
Pages
8
N° de catalogue
V108207
ISBN (ebook)
9783640064076
ISBN (Livre)
9783656293989
Langue
allemand
mots-clé
Politischer Aktivismus Netz
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Mag. Medienwissenschaft Holger Koch (Auteur), 2003, Politischer Aktivismus im Netz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/108207
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Extrait de  8  pages
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