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Menschenrechte und humanitäre Intervention

Title: Menschenrechte und humanitäre Intervention

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 23 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Susanne Stangl (Author)

Politics - Topic: Public International Law and Human Rights
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Mit der UN-Charta 1945 wurde der Grundstein für den Ausbau eines weltweiten Schutzes der Menschenrechte gelegt – in den folgenden Entwicklungen sollte sich zeigen, daß dies ein ehrgeiziges und nur langsam zu erreichendes Ziel war und sich die verschiedenen Kulturen oft nur schwer auf gemeinsame Normen hinsichtlich des Menschenrechtsschutzes verständigen konnten. Nichtsdestotrotz konnte bis heute eine große Anzahl von Vereinbarungen geschlossen und auch Mechanismen zum Schutz dieser Vereinbarungen geschaffen werden. In dieser Arbeit sollen nun zunächst die wichtigsten Schritte des Menschenrechtsschutzes seit 1945 im Rahmen der UNO dargestellt werden, um anschließend die Grenzen und Möglichkeiten humanitärer Interventionen, die die UNO unter bestimmten Voraussetzungen als ultima ratio zum Schutz der Menschenrechte zur Verfügung stellt, zu beleuchten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Idee universeller Menschenrechte

2.1. Die UN-Charta und die „International Bill Of Rights“

2.2. Erreichter Standard

2.3. Überwachung

2.4. UN-Mechanismen

2.5. Fazit

3. Humanitäre Intervention

3.1. Das zwischenstaatliche Interventionsverbot und die Ausnahme

3.2. Ethische Überlegungen zur Problematik der „humanitären Intervention“

4. Beispiele

4.1. Der Fall Tschetschenien

4.2. Kosovo-Konflikt und Natoeinsatz

5. Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Wirksamkeit internationaler Menschenrechtsschutzmechanismen seit 1945 im Rahmen der Vereinten Nationen und analysiert kritisch die Möglichkeiten sowie Grenzen humanitärer Interventionen als Instrument der Konfliktlösung und des Schutzes von Menschenrechten.

  • Historische Entwicklung und Etablierung universeller Menschenrechtsstandards seit 1945.
  • Funktionsweise und Limitierungen von UN-Schutz- und Überwachungsmechanismen.
  • Ethische und völkerrechtliche Dilemmata humanitärer Interventionen unter dem Aspekt des Souveränitätsprinzips.
  • Vergleichende Analyse der Fallbeispiele Tschetschenien und Kosovo hinsichtlich ihrer internationalen Handhabung.
  • Bedeutung gesellschaftlicher Akteure für den Schutz der Menschenrechte.

Auszug aus dem Buch

3.2. Ethische Überlegungen zur Problematik der „humanitären Intervention“

Im folgenden sollen einige interventionsethische Ansätze dargestellt werden, die sich mit der Problematik der „humanitären Intervention“ befassen.

Zunächst ist in diesem Zusammenhang als älteste ethische Tradition die „bellum iustum-Doktrin“ zu nennen, die freilich durch die Tatsache, in der Vergangenheit sehr häufig als Instrument zur Rechtfertigung einzelstaatlicher Kriegsführung gedient zu haben, weitgehend ihre Überzeugungskraft verloren hat.

Um nach der „bellum-iustum-Doktrin“ „intervenieren“, bzw. legitim Krieg führen zu dürfen, bedarf es einer „legitimierten Obrigkeit“, eines „gerechten Grundes“ – zu verstehen als das Unrecht des Gegners – sowie einer „rechten Absicht“ – in Form von Wiedergutmachung bzw. Friedensschaffung. Obwohl sich dieser Gerechtigkeitsanspruch einer bestimmten Art von Angriffskriegen nicht weiter rechtfertigen läßt – weder rechtlich, denn es gibt keine allgemeinverbindliche Vorstellung zur Beurteilung der „Gerechtigkeit“ militärischer Maßnahmen, noch moralisch, denn die unglaubliche Zerstörungskraft moderner Waffensysteme sprengt jede rationale Zweckmittelrelation – fällt dennoch eine gewisse Anpassungsfähigkeit der „bellum-iustum-Tradition“ an aktuelle Situationen ins Auge:

Setzt man an die Stelle der „legitimierten Obrigkeit“ die internationale Gemeinschaft, so verändert sich auch die Bedeutung der anderen Rechtfertigungskriterien; als „gerechter Grund“ könnten zum Beispiel schwere Menschenrechtsverletzungen angeführt werden, die „rechte Absicht“ gemäß dem Ziel des UN-Systems (in diesem Zusammenhang die Wiederherstellung und Sicherung der Menschenrechte)... Bei diesem Gedankenexperiment darf freilich nicht das Kriterium der Verhältnismäßigkeit außer Acht gelassen werden: die Intervention darf keinesfalls mehr schaden als nutzen und militärische muß ultima ratio bleiben!

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über den Menschenrechtsschutz seit 1945 und stellt das Ziel auf, Grenzen und Möglichkeiten humanitärer Interventionen zu beleuchten.

2. Die Idee universeller Menschenrechte: Dieses Kapitel erläutert die Genese der internationalen Menschenrechte durch die UN-Charta und verschiedene Pakte, deren Überwachung und die damit verbundenen UN-Mechanismen.

3. Humanitäre Intervention: Hier werden das völkerrechtliche Interventionsverbot sowie ethische Legitimationsansätze und Spannungsfelder für humanitäre Interventionen diskutiert.

4. Beispiele: Anhand der Fälle Tschetschenien und Kosovo wird die internationale Praxis humanitärer Interventionen und deren Abhängigkeit von machtpolitischen Interessen untersucht.

5. Ausblick: Es wird reflektiert, dass UN-Mechanismen nur begrenzt wirksam sind, weshalb eine stärkere Einbindung gesellschaftlicher Kräfte für die Menschenrechtssicherung essenziell ist.

Schlüsselwörter

Menschenrechte, Humanitäre Intervention, Vereinte Nationen, UN-Charta, Souveränität, Sicherheitsrat, Völkerrecht, Tschetschenien, Kosovo-Konflikt, Internationale Politik, Menschenrechtsschutz, Ethische Legitimationsansätze, Interventionsverbot, NATO, Menschenrechtsorganisationen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Spannungsfeld zwischen dem weltweiten Menschenrechtsschutz im Rahmen der UNO und der Problematik humanitärer Interventionen bei massiven Menschenrechtsverletzungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung deckt die Entwicklung der universellen Menschenrechte, die rechtlichen Rahmenbedingungen der UN, ethische Begründungsmuster für Interventionen sowie die praktische Anwendung an konkreten Konfliktfällen ab.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen humanitärer Interventionen als „ultima ratio“ zum Schutz der Menschenrechte innerhalb des UN-Systems zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf einer Literatur- und Dokumentenauswertung (UN-Charta, Resolutionen, Pressemitteilungen) sowie einer diskursiven Betrachtung ethischer Interventionsansätze basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der UN-Menschenrechtsnormen und -mechanismen, die ethische Debatte über Interventionen sowie die Analyse der Fallbeispiele Tschetschenien und Kosovo.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie Menschenrechte, Humanitäre Intervention, UN-Sicherheitsrat, Souveränität, Völkerrecht und die Analyse machtpolitischer Einflussfaktoren charakterisiert.

Warum stellt der Fall Tschetschenien eine Herausforderung für humanitäre Interventionen dar?

Da Russland als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats über ein Vetorecht verfügt, ist eine international legitimierte Intervention im Sinne der UN-Charta faktisch ausgeschlossen, obwohl massive Menschenrechtsverletzungen dokumentiert sind.

Inwiefern unterscheidet sich der Kosovo-Einsatz der NATO von anderen Szenarien?

Der Kosovo-Einsatz wurde durch die Blockade des Sicherheitsrats und einen europäischen Konsens legitimiert, was zu einer kontroversen Diskussion über Interventionen ohne explizites UN-Mandat führt.

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Details

Title
Menschenrechte und humanitäre Intervention
College
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut für politische Wissenschaften)
Course
Hauptseminar IP: Krieg und Terrorismus
Grade
1,5
Author
Susanne Stangl (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V10913
ISBN (eBook)
9783638172158
Language
German
Tags
Menschenrechte Intervention Hauptseminar Krieg Terrorismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Stangl (Author), 2002, Menschenrechte und humanitäre Intervention, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10913
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