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Die Annexionen von 1866 und die preußischen Liberalen

Title: Die Annexionen von 1866 und die preußischen Liberalen

Seminar Paper , 2002 , 14 Pages

Autor:in: Till Förster (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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1866 kam es zum Krieg zwischen Preußen und Österreich und ihren jeweiligen Verbündeten, bei dem Preußen schließlich den Sieg davon trug. Schleswig und Holstein wurden in Preußen eingegliedert. Und nicht nur das. Auch das Königreich Hannover wurde annektiert, ebenso Kurhessen und Nassau und die freie Stadt Frankfurt. Alle diese Staaten hatten im „Deutschen Krieg“ auf Seiten Österreichs gestanden.

Führende Liberale, speziell des nationalen Flügels der Fortschrittspartei, begrüßten diese Annexionen auch als Schritt hin zur nationalen Einigung. Doch andere Politiker der Partei, vor allem ihres linken Flügels, waren anderer Meinung.

Diese Arbeit will diese unterschiedlichen Positionen und ihre Gründe darstellen und sich damit beschäftigen, wie die Annexionen die Aufspaltung der Fortschrittspartei in eine linksliberale Partei und eine rechtsliberale, namens Nationalliberale Partei, möglicherweise förderten und beschleunigten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Situation 1866

3. Preußen und Deutschland - Die Annexionen als Schritt in Richtung Einheit

4. Einheit contra Freiheit

5. Bilanz

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Auswirkungen der preußischen Annexionen von 1866 auf das liberale politische Lager in Preußen und analysiert, wie diese Ereignisse die innerparteiliche Spaltung der Fortschrittspartei in einen linksliberalen und einen nationalliberalen Flügel maßgeblich beeinflussten.

  • Die Schleswig-Holstein-Frage als Ausgangspunkt liberaler Spannungen
  • Die Dynamik zwischen preußischem Machtstreben und liberaler Staatsphilosophie
  • Der Konflikt zwischen dem Postulat der nationalen Einheit und dem Wert der Freiheit
  • Die Bedeutung des Idemnitätsgesetzes als Zäsur für das liberale Lager
  • Opportunismus und ideologische Neuausrichtung preußischer Liberaler

Auszug aus dem Buch

Einheit contra Freiheit

Bereits in der Diskussion um die Zukunft Schleswig-Holsteins und einer möglichen Annexion durch Preußen wurde die Uneinigkeit der Liberalen deutlich. In einem Brief an Heinrich von Sybel schreibt Wilhelm Wehrenpfennig: „Unser Wahlspruch: durch Einheit zur Freiheit ist Ihnen nicht fremd. Sie werden zugestehen, dass noch notwendiger als die Einrichtung unserer Existenz nach den Regeln der Freiheit für uns Deutsche die Erwerbung dieser Existenz ist und dass wir im Ringen nach dieser Konzentration und ungewiß, ob es uns je gelingt, die sogenannte deutsche Frage in einem Schlage und nach der Schablone der Volkspolitik zu lösen – den kleinsten Fortschritt zur Einheit nicht verschmähen dürfen, der mit der Einverleibung der Herzogtümer gemacht wird.“ Drastisch drückte dagegen der Abgeordnete Julius Frese seine Kritik an der seiner Meinung nach unrechtmäßigen preußischen Annexions-Politik aus, indem er auch eine Verbindung herstellte zwischen der Außenpolitik und dem Verfassungskampf im Inneren: „Wenn es wahr wäre, dass die Unterstützung der gewaltsamen Annexionspolitik die „Macht und Zukunft“ des preußischen Staates bedinge, so wäre es nach meiner Überzeugung besser, dieser preußische Staat ginge heute unter als morgen; denn diese Politik widerspricht allen Grundsätzen des Volksrechtes und der Volksfreiheit. Wenn es wahr wäre, dass die Unterstützung der gewaltsamen Annexionspolitik Pflicht der preußischen Volksvertretung ist, so wäre dieser preußischen Volksvertretung besser gedient, sie löste sich selbst auf; denn jene Unterstützung hat zur notwendigen Voraussetzung, dass die preußische Volksvertretung ihrem Mannesworte untreu und somit ehrlos wird. Wenn es wahr wäre, dass die Unterstützung jener Politik Pflicht der preußischen Volksvertretung ist, so wäre unser Verfassungskampf fortan eine Unmöglichkeit; man macht nicht Rechtspolitik in Preußen und Unrechtspolitik in Deutschland, eines schließt das andere aus.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Schleswig-Holstein-Frage und die Rolle Otto von Bismarcks ein und skizziert die daraus resultierende Zersplitterung der Liberalen hinsichtlich der preußischen Annexionspolitik.

2. Die Situation 1866: Hier wird der militärische Verlauf des Konflikts zwischen Preußen und den mit Österreich verbündeten deutschen Staaten bis hin zum Friedensschluss und der offiziellen Eingliederung der annektierten Gebiete beschrieben.

3. Preußen und Deutschland - Die Annexionen als Schritt in Richtung Einheit: Dieses Kapitel beleuchtet den Wandel der liberalen Haltung, die zunehmend dem preußischen Patriotismus und der Hoffnung auf nationale Einigung unter preußischer Führung wich.

4. Einheit contra Freiheit: Das Kapitel analysiert den tiefen ideologischen Riss innerhalb des liberalen Lagers, der sich an der Frage entzündete, ob nationale Einheit unter Aufgabe liberaler Prinzipien erkauft werden darf.

5. Bilanz: Es wird dargelegt, wie die Annexionen und das Idemnitätsgesetz schließlich die Spaltung der Fortschrittspartei besiegelten und den deutschen Liberalismus langfristig schwächten.

Schlüsselwörter

Preußen, Liberalismus, Annexionen, Fortschrittspartei, Nationalliberale, Bismarck, Deutsche Einheit, Volkssouveränität, Verfassungskampf, Schleswig-Holstein-Frage, Idemnitätsgesetz, Einheitsfrage, Machtpolitik, 1866, Politik der Einverleibung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Haltung der preußischen Liberalen zu den Annexionen von 1866 und deren Auswirkungen auf die Parteienlandschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind der preußische Expansionismus, die ideologische Zersplitterung des Liberalismus und die Gewichtung von staatlicher Einheit gegenüber individueller Freiheit.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, inwiefern die Annexionen die Spaltung der Fortschrittspartei in eine linksliberale und eine nationalliberale Partei förderten und beschleunigten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin oder der Autor verwendet eine historisch-analytische Methode, basierend auf der Auswertung zeitgenössischer Briefe, politischer Reden und publizistischer Quellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die militärische Situation 1866, die Verschiebung liberaler Überzeugungen hin zum preußischen Patriotismus und die Debatten über das Verhältnis von Machtpolitik und Rechtsstaatlichkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Liberalismus, preußische Annexionen, Fortschrittspartei, Bismarck und den Konflikt zwischen Einheit und Freiheit geprägt.

Warum war die Annexion von Schleswig-Holstein für Liberale so zwiespältig?

Einerseits sahen Liberale darin einen Schritt zur nationalen Einigung, andererseits widersprach das Vorgehen Bismarcks ihren rechtsstaatlichen Prinzipien der Selbstbestimmung.

Wie reagierten die Liberalen auf das Idemnitätsgesetz?

Das Gesetz führte zu einer definitiven Spaltung: Während die Nationalliberalen Bismarcks Politik unterstützten, verblieb die linksliberale Fortschrittspartei in der Opposition.

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Details

Title
Die Annexionen von 1866 und die preußischen Liberalen
College
Humboldt-University of Berlin
Author
Till Förster (Author)
Publication Year
2002
Pages
14
Catalog Number
V109219
ISBN (eBook)
9783640074006
ISBN (Book)
9783640861583
Language
German
Tags
Annexionen Liberalen Fortschrittspartei Nationalliberale Partei Preußen 1866 Twesten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Till Förster (Author), 2002, Die Annexionen von 1866 und die preußischen Liberalen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/109219
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