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Zur Kritik des modernen Subjekts bei Adorno und Foucault

Titel: Zur Kritik des modernen Subjekts bei Adorno und Foucault

Hausarbeit , 2021 , 22 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Marleen Hascher (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll zuerst der Begriff des modernen Subjekts von Descartes über Kant zu Adorno und Foucault umfänglich erläutert werden, während im Anschluss Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Kritik von Adorno und Foucault herausgearbeitet werden. Aus den Subjektkritiken beider Autoren werden anschließend die Antworten auf die zentrale Frage der Möglichkeit von
emanzipatorischem Handeln in der Postmoderne bzw. im Spätkapitalismus abgeleitet. Zum Schluss dieser Arbeit wird darauf Position bezogen, ob Adornos oder Foucaults kritischer Ansatz bezüglich des Subjekts an die heutige Zeit und deren Handlungsmöglichkeiten anschlussfähiger ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1 Zum Gegenstand des modernen Subjekts

2 Zur Kritik des modernen Subjekts

2.1 Adornos Kritik des modernen Subjekts

2.2 Foucaults Kritik des modernen Subjekts

3 Gegenüberstellung der Kritiken Adornos und Foucaults am modernen Subjekt und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Konzepte des modernen Subjekts bei Theodor W. Adorno und Michel Foucault, um auf Basis ihrer jeweiligen Kritiken zu analysieren, inwiefern emanzipatorisches Handeln unter den Bedingungen von Spätkapitalismus und Postmoderne heute noch möglich ist.

  • Historische Entwicklung des Subjektbegriffs von Descartes über Kant bis zu Adorno und Foucault.
  • Kritik an der rationalisierten "verwalteten Welt" und der Rolle des Kapitalismus bei Adorno.
  • Analyse der Machtverhältnisse und Gouvernementalität bei Foucault.
  • Vergleich der Potenziale für Individuation und Widerstand gegenüber modernen Unterwerfungsmechanismen.

Auszug aus dem Buch

2.1 Adornos Kritik des modernen Subjekts

In seinem 1966 erschienen Werk „Die Negative Dialektik“ kritisiert Adorno Hegels Idee des ‚absoluten Geistes‘ als Weiterentwicklung von Kants Transzendentalphilosophie (Adorno 2020 [1966]: 16). Adorno stützt seine Kritik dabei besonders auf den Fundamentalismus von Hegels absolutem Geist, welcher laut Adorno das Denken von vornherein beschränkt. Hegels bekannten Ausspruch „Das Ganze ist das Wahre“ kehrte Adorno daher in „Das Ganze ist das Unwahre“ (Adorno 1985: 57) um. Adorno begründet diese Umkehrung mit dem Begriff der Identität, welche gegeben ist, wenn ein Begriff mit einer Sache übereinstimmt (A = A) (Philosophie Magazin: 2021). Kommt es bei Kant zu einem Widerspruch zwischen Sache und Begriff, so wird durch seine Argumentationsweise von einem Fehler ausgegangen. Bei Hegel hingegen kommen Sache und Begriff durch dialektische Widersprüche zu sich selbst und gehen im Absoluten auf. Diesen absoluten Fundamentalismus kritisiert Adorno folgendermaßen:

„Ihr Name [der der Dialektik] sagt zunächst nichts weiter, als daß die Gegenstände in ihrem Begriff nicht aufgehen, daß diese in Widerspruch geraten und mit der hergebrachten Norm der adaequatio. Der Widerspruch ist nicht, wozu Hegels absoluter Idealismus unvermeidlich ihn verklären, mußte: kein herakliteisch Wesenhaftes. Er ist Index der Unwahrheit von Identität, des Aufgehens des Begriffenen im Begriff. Der Schein von Identität wohnt jedoch dem Denken selber seiner puren Form nach inne. Denken heißt identifizieren. Befriedigt schiebt begriffliche Ordnung sich vor das, was Denken begreifen will. Sein Schein und seine Wahrheit beschränken sich. Jener läßt nicht dekretorisch sich beseitigen, etwa durch Beteuerung eines Anschichseienenden außerhalb der Totalität der Denkbestimmungen. Insgeheim liegt es in Kant, und wurde von Hegel gegen ihn mobilisiert, es sei das dem Begriff jenseitige An sich als ganz Unbestimmtes nichtig. Dem Bewußtsein der Scheinhaftigkeit der begrifflichen Totalität ist nichts offen, als den Schein totaler Identität immanent zu durchbrechen: nach ihrem eigenen Maß. Da aber jene Totalität sich gemäß der Logik aufbaut, deren Kern der Satz vom ausgeschlossenen Dritten bildet, so nimmt alles, was ihm nicht sich einfügt Widerspruch an. Der Widerspruch ist das Nichtidentische unter dem Aspekt der Identität; der Primat des Widerspruchsprinzips in der Dialektik mißt das Heterogene am Einheitsdenken. Indem es auf seine Grenze aufprallt, übersteigt es sich, Dialektik ist das konsequente Bewusstsein von Nichtidentität. Sie bezieht nicht vornweg einen Standpunkt“ (Adorno 2020 [1966]: 16 f).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in den Subjektbegriff ein, skizziert die historische Entwicklung der Subjektivität von der Antike bis zur Moderne und erläutert das Ziel der Arbeit, die Kritiken von Adorno und Foucault zu vergleichen.

1 Zum Gegenstand des modernen Subjekts: Das Kapitel definiert den Begriff des modernen Subjekts und erläutert die philosophischen Grundlagen durch Descartes und Kant, um die Entstehung von Autonomie und Vernunft nachzuvollziehen.

2 Zur Kritik des modernen Subjekts: Dieses Kapitel bereitet den Vergleich vor, indem es die soziokulturellen Herausforderungen des Kapitalismus und der verwalteten Welt als Ausgangspunkt für die kritischen Ansätze darstellt.

2.1 Adornos Kritik des modernen Subjekts: Adorno wird als Kritiker des hegelianischen Idealismus und des Tauschprinzips vorgestellt, wobei der Fokus auf dem "Nichtidentischen" und der ästhetischen Ausflucht in die Kunst liegt.

2.2 Foucaults Kritik des modernen Subjekts: Foucaults staats- und machttheoretische Perspektive wird anhand der Begriffe Gouvernementalität und Biopolitik entwickelt, um die Objektivierung des Subjekts durch Machtstrukturen zu analysieren.

3 Gegenüberstellung der Kritiken Adornos und Foucaults am modernen Subjekt und Fazit: Die Arbeit vergleicht die Ansätze, bewertet das Potenzial für Widerstand und schließt mit der Einschätzung, welcher Ansatz sich als anschlussfähiger für heutige emanzipatorische Möglichkeiten erweist.

Schlüsselwörter

Modernes Subjekt, Adorno, Foucault, Kapitalismus, Emanzipatorisches Handeln, Dialektik, Gouvernementalität, Biopolitik, Machtverhältnisse, Identität, Nichtidentisches, Verwaltete Welt, Aufklärung, Autonomie, Widerstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretische Kritik am modernen Subjekt durch Adorno und Foucault, um zu untersuchen, ob unter heutigen gesellschaftlichen Bedingungen ein emanzipatorisches Handeln des Individuums noch möglich ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung des Subjektbegriffs, der Einfluss des Kapitalismus auf das Individuum, staatliche Machtstrukturen (Gouvernementalität) sowie Möglichkeiten der Individuation im Kontext von Kunst und Widerstand.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Kritiken von Adorno und Foucault gegenüberzustellen und zu beurteilen, welcher theoretische Ansatz sich heute besser eignet, um Handlungsmöglichkeiten für Subjekte zu beschreiben, die unter gesellschaftlichen Zwängen stehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die primär auf der Literaturrecherche und dem komparativen Vergleich der philosophischen Konzepte von Adorno und Foucault basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst das kartesische und kantianische Subjektbild, dann Adornos Kritik an der Rationalisierung und Kulturindustrie sowie Foucaults Analyse der Gouvernementalität und Machtbeziehungen detailliert dargestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind das moderne Subjekt, Adorno, Foucault, Gouvernementalität, der Kapitalismus, das Nichtidentische, Biopolitik und emanzipatorisches Handeln.

Warum ist laut Adorno die Kunst für das Subjekt bedeutsam?

Adorno sieht in der Kunst eine Möglichkeit für das Subjekt, sich der totalen Rationalisierung und der "verwalteten Welt" zu entziehen, indem es in der ästhetischen Erfahrung versucht, zu einer eigenen Individuation zu gelangen.

Was unterscheidet Foucaults Machtverständnis von Adornos Kritik?

Während Adorno die kapitalistische Ökonomie und die "verwaltete Welt" als übergeordnete Strukturen kritisiert, konzentriert sich Foucault stärker auf mikrophysikalische Machtbeziehungen, institutionelle Objektivierungen und die Art und Weise, wie Subjekte durch Macht erst konstituiert werden.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zur Kritik des modernen Subjekts bei Adorno und Foucault
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Poststrukturalistische Politische Theorie
Note
1,7
Autor
Marleen Hascher (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
22
Katalognummer
V1106052
ISBN (eBook)
9783346479884
ISBN (Buch)
9783346479891
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Adorno Foucault Marx Kant Subjekt Descartes Ästhetische Theorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marleen Hascher (Autor:in), 2021, Zur Kritik des modernen Subjekts bei Adorno und Foucault, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1106052
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Leseprobe aus  22  Seiten
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