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Psychiatrie im Faschismus

Titre: Psychiatrie im Faschismus

Essai , 1992 , 7 Pages

Autor:in: Dr. phil. Walter Grode (Auteur)

Psychologie - Divers
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Dieses bereits 1986 erschienene, jedoch noch immer sehr lesenswerte Buch ist Ergebnis eines dreijährigen Forschungsprojekts von Lehrenden und Lernenden an der Fachhochschule Frankfurt, aus dem u.a. auch mehr als ein halbes Dutzend Diplomarbeiten hervorgingen. Neben der medizinhistorischen Perspektive, am Beispiel der " T4"-Tötungsanstalt Hadamar grundlegende Einsichten über die Rolle der Psychiatrie im NS und das Wesen faschistischen Umgangs mit psychisch Kranken und geistig behinderten Menschen vermitteln zu können, ist es vor allem der Anspruch der Herausgeber dieser Studie " einen Schlüssel ... zum besseren Verständnis der immer schwieriger und widersprüchlicher sich entwickelnden psychosozialen Versorgung hier und heute" liefern zu wollen, durch den dieser umfangreiche Sammelband auch weiterhin Aufmerksamkeit verdient. Um diesem hohen Anspruch gerecht zu werden und gleichzeitig eine Orientierungsgrundlage für die Einordnung der spezifischen Gegenstände zu schaffen, die in den folgenden acht Detailstudien untersucht werden, stellen Dorothee ROER und Dieter HENKEL, als Leiter des Projekts, eine theoretische Abhandlung zur " Funktion bürgerlicher Psychiatrie und ihre besondere Form im Faschismus" an den Beginn des Bandes.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen: Funktion bürgerlicher Psychiatrie und ihre besondere Form im Faschismus

3. Empirische Untersuchungen der Hadamar-Studie

3.1 Arbeit und Vernichtung im Faschismus

3.2 Zwangsarbeiter in Hadamar

3.3 Arbeit und Zwang im Leben der Hadamarer Patienten

3.4 Geschichte der Anstalt Hadamar 1933-1945

3.5 Zwangsterilisation an Hadamarer Anstaltsinsassen

3.6 Kinder in Hadamar

3.7 Die Opfergruppe der Gewohnheitsverbrecher

3.8 Beteiligung von Schwestern und Pflegern an den Morden in Hadamar

4. Schlussbetrachtung und Kontinuitäten

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert die Rolle der Psychiatrie im Nationalsozialismus anhand der „Hadamar-Studie“. Ziel ist es, die ökonomischen Funktionen der Anstaltspsychiatrie, die Mechanismen der Ausgrenzung und Vernichtung sowie die psychosozialen Bedingungen der Täterbeteiligung kritisch zu beleuchten.

  • Ökonomische Verwertungslogik der Psychiatrie im Faschismus
  • Die Rolle der Zwangsterilisation und "Euthanasie"
  • Schicksale von Zwangsarbeitern und als "Gewohnheitsverbrecher" stigmatisierten Personen
  • Strukturen der Täterbeteiligung beim Pflegepersonal

Auszug aus dem Buch

Funktion bürgerlicher Psychiatrie und ihre besondere Form im Faschismus

ROER und HENKEL charakterisieren das Spezifikum faschistischer Psychiatrie vor allem durch die totale Reduktion des Menschen auf seinen Wert als Arbeitskraft und die drastische Senkung der Kosten speziell im Anstaltsbereich: "Neuinvestitionen wurden nicht mehr getätigt, Anstalten aufgelöst, parallel dazu die Pflegesätze kontinuierlich gesenkt." (23) Darüberhinaus erfolgte im Anstaltsbetrieb eine weitere Verschärfung der Trennlinien von Heilen und Verwahren und es seien schließlich "alle aus humanitären und religiösen Traditionen stammenden Relativierungen des immer den letztendlichen Orientierungspunkt bildenden Merkmals der Arbeitsfähigkeit so weit in den Hintergrund (getreten), daß praktisch allein dieses Kriterium über das Schicksal der Menschen in der Psychiatrie entschied." (24) Arbeitsunfähige wurden zu Niedrigstkosten, die sich "ab 1939, zynisch gesprochen gegen Null entwickelten" (24) verwahrt. Bereits mit ihrer Beteiligung am Programm der Zwangssterilisation hatten Psychiatrie und Psychiater ab 1933 eine gesellschaftliche Aufwertung erfahren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Forschungsprojekt der Fachhochschule Frankfurt und die Bedeutung der Aufarbeitung der Psychiatriegeschichte.

2. Theoretische Grundlagen: Funktion bürgerlicher Psychiatrie und ihre besondere Form im Faschismus: Analyse der ökonomischen Logik hinter der Ausgrenzung psychisch Kranker und deren Reduktion auf ihre Arbeitskraft.

3. Empirische Untersuchungen der Hadamar-Studie: Detaillierte Fallstudien zu verschiedenen Opfergruppen und Aspekten des Anstaltsbetriebs in Hadamar.

4. Schlussbetrachtung und Kontinuitäten: Reflexion über die historische Aufarbeitung und die Bedeutung der Untersuchung für künftige gesellschaftliche Diskurse über Ausgrenzung.

Schlüsselwörter

Psychiatrie, Nationalsozialismus, Hadamar, Euthanasie, Zwangssterilisation, Zwangsarbeit, Anstaltswesen, Vernichtungspolitik, Arbeitsfähigkeit, NS-Bevölkerungspolitik, Täterforschung, Gewohnheitsverbrecher, Psychiatriegeschichte, Sozialdarwinismus, Opfergruppen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Psychiatrie im Faschismus am Beispiel der Anstalt Hadamar und beleuchtet die Mechanismen der NS-Vernichtungspolitik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die ökonomische Instrumentalisierung der Psychiatrie, die Vernichtung "lebensunwerten" Lebens und die Analyse von Täterschaft im Pflegebereich.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Verknüpfung von ökonomischer Verwertungslogik und der systematischen Ausgrenzung sowie Vernichtung von Menschen in psychiatrischen Einrichtungen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine interdisziplinäre Aufarbeitung, die theoretische Ansätze mit einer Vielzahl spezifischer empirischer Fallstudien zu den Zuständen in der Anstalt Hadamar kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden unter anderem die Zwangsarbeit, die "Kindereuthanasie", das Schicksal der als "Gewohnheitsverbrecher" stigmatisierten Personen und die Rolle des Pflegepersonals bei den Morden untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Psychiatrie, Nationalsozialismus, Hadamar, Euthanasie, Zwangssterilisation und Täterforschung sind die prägenden Begriffe.

Warum spielt der Begriff der "Arbeitsfähigkeit" eine zentrale Rolle?

Der Begriff war das entscheidende Kriterium für den Wert eines Menschen im faschistischen Anstaltswesen; wer nicht arbeiten konnte, galt als unproduktiv und wurde vernichtet.

Was zeigt die Untersuchung über das Pflegepersonal?

Die Studie verdeutlicht, dass die Beteiligung an den Morden weniger auf sadistischen Persönlichkeitsstrukturen als auf Anpassungsbereitschaft, unreflektiertem Gehorsam und dem Wunsch nach Arbeitsplatzsicherung basierte.

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Résumé des informations

Titre
Psychiatrie im Faschismus
Auteur
Dr. phil. Walter Grode (Auteur)
Année de publication
1992
Pages
7
N° de catalogue
V110614
ISBN (ebook)
9783640087778
ISBN (Livre)
9783656244837
Langue
allemand
mots-clé
Psychiatrie Faschismus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dr. phil. Walter Grode (Auteur), 1992, Psychiatrie im Faschismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110614
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