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Europäische Bestimmungen zum Schutz personenbezogener Daten

Titel: Europäische Bestimmungen zum Schutz personenbezogener Daten

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2002 , 31 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Carsten Schultz (Autor:in)

Informatik - Wirtschaftsinformatik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die digital vernetzte Welt eröffnet dem Menschen viele neue Möglichkeiten der Kommunikation, des Handelns und des Lernens. Dabei begrenzt sich der Mensch erstmals nicht auf territoriale oder kulturelle Räume, sondern nutzt die neuen Möglichkeiten für grenzübergreifende und vor allem zeitunabhängige neue Erfahrungen und Interaktionen.

Durch diese Entwicklung in der Informationsgesellschaft gewinnt die Ressource Information mehr und mehr an Bedeutung. Inzwischen sind Informationen neben Arbeit, Kapital und Rohstoffen zum vierten Produktionsfaktor geworden. Die damit gestiegenen Informationsbedarfe können nur noch mittels moderner Informations- und Kommunikationstechnik gedeckt werden ([Büll02] S. 45). Darüber hinaus erfordern Globalisierung und weltweite Kooperation, die insbesondere auf Informationsaustausch und Kommunikation beruhen, die Ausgestaltung einer globalen Kommunikations- und Informationsinfrastruktur.

Das Internet kann als erste Stufe der sich entwickelnden globalen Informationsinfra-struktur bezeichnet werden. Dabei bildet das World Wide Web (WWW) als modernste Benutzeroberfläche im Internet eine Basis für neue interaktive Multimedia-Dienste, dem E-Commerce.

So verwundert nicht das Bestreben der Anbieter, die gegebenen technischen Möglichkeiten im Internet zu nutzen, um Interessen, Vorlieben, Kaufgewohnheiten und Kaufkraft ihrer Kunden zu erfassen. Denn anders „als beim gewohnten Einkauf in der körperlichen Welt hinterlässt im Internet jeder Schritt in ein Kaufhaus und jeder Blick in ein Schaufenster eine Datenspur.“ ([Roßn02] S. 10) Die anfallenden Daten werden in vielfältiger Weise aufbereitet, strukturiert und in Verbindung mit öffentlich zugänglichen Daten zu umfassenden Konsumentenprofilen kombiniert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsabgrenzung Datenschutz

2.1. Definition und Aufgabe des Datenschutzes

2.2. Datenschutz und Privatheit

2.3. Datenschutz und IT-Sicherheit

2.4. Datenschutz und Verbraucherschutz

2.5. Datenschutz und E-Commerce

3. Datenschutz in Europa

3.1. Konzepte zur Sicherung des Datenschutz

3.2. Säulen des Datenschutzes in Europa

3.3. Die EU-Datenschutzrichtlinie

3.4. Die E-Commerce-Richtlinie

4. Datenschutz in Deutschland

4.1. Anwendung des TKG und TDSV

4.2. Anwendung des RStV

4.3. Anwendung des MDStV, TDG und TDDSG

5. Falllösung

6. Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert die europäische und deutsche Rechtslage zum Schutz personenbezogener Daten im Kontext des E-Commerce, um die Herausforderungen zwischen ökonomischen Dateninteressen und dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung aufzuzeigen.

  • Grundlagen des Datenschutzes und Abgrenzung zu IT-Sicherheit und Privatheit
  • Europäische Konzeptionen und Rechtsgrundlagen des Datenschutzes
  • Nationale Umsetzung und Anwendung spezialgesetzlicher Regelungen im Internet
  • Rechtliche Anforderungen an die Datenverarbeitung im Online-Handel
  • Perspektiven für datenschutzkonforme Geschäftsmodelle

Auszug aus dem Buch

2.1. Definition und Aufgabe des Datenschutzes

Der Datenschutz definiert sich durch seine zweckgebundene Aufgabe: „Ziel des Datenschutzes ist der Schutz des Persönlichkeitsrechts des einzelnen vor einer Beeinträchtigung durch die Verwendung von ihn betreffenden Daten.“ ([Herb01] S. 145)

Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) formuliert in § 1 Abs. 1 BDSG den Zweck des Gesetzes – und damit die Aufgabe des Datenschutzes – wie folgt: „Zweck dieses Gesetztes ist es, den Einzelnen davor zu schützen, dass er durch den Umgang mit seinen personenbezogenen Daten in seinem Persönlichkeitsrecht beeinträchtigt wird.“

Kernanliegen des Datenschutzes ist somit die Sicherung des Persönlichkeitsrechts, genauer das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Den Begriff informationelle Selbstbestimmung hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) im Volkszählungsurteil vom 15.12.1983 erstmals in dem Sinne verwendet, dass es sich bei dem Datenschutz um ein Grundrecht handelt. Das Gericht hat im 1. und 2. Leitsatz dazu ausgeführt: „Das Grundrecht gewährleistet insoweit die Befugnis des Einzelnen, grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner persönlichen Daten zu bestimmen. Einschränkungen dieses Rechts auf ‚informationelle Selbstbestimmung’ sind nur im überwiegenden Allgemeininteresse zulässig.“

Somit hat das BVerfG aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht in Zusammenhang mit der Menschenwürde die verfassungsrechtliche Grundlage für das Recht auf informationelle Selbstbestimmung manifestiert ([TiEh98] S. 83).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Informationen als Produktionsfaktor in der vernetzten Welt und die damit verbundenen Risiken für die Privatsphäre im E-Commerce.

2. Begriffsabgrenzung Datenschutz: Dieses Kapitel definiert Datenschutz als Schutz des Persönlichkeitsrechts und grenzt diesen von verwandten Konzepten wie der IT-Sicherheit und dem Verbraucherschutz ab.

3. Datenschutz in Europa: Es werden die europäischen Datenschutzkonzepte und die zentralen Säulen, insbesondere die EU-Datenschutzrichtlinie, als supranationaler Rahmen für den Datenverkehr erläutert.

4. Datenschutz in Deutschland: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen deutschen Gesetze wie das BDSG, TKG und TDDSG und deren Anwendung auf die verschiedenen Bereiche des Internets.

5. Falllösung: Anhand eines Praxisbeispiels aus dem Buchhandel wird die Anwendung der theoretischen Datenschutzvorgaben auf konkrete Fragestellungen der Datenerhebung und -weitergabe geprüft.

6. Ausblick: Der Ausblick diskutiert die Notwendigkeit, den Datenschutz nicht nur als regulatorische Last, sondern als wettbewerbsrelevanten Faktor für zukünftige Geschäftsmodelle zu begreifen.

Schlüsselwörter

Datenschutz, E-Commerce, informationelle Selbstbestimmung, BDSG, EU-Datenschutzrichtlinie, IT-Sicherheit, Verbraucherschutz, personenbezogene Daten, Nutzerprofile, Sitzlandprinzip, Safe-Harbor-Principles, Telemedien, Vertragsabschluss, Online-Handel, Datensparsamkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den rechtlichen Rahmen für den Schutz personenbezogener Daten im Umfeld des E-Commerce, sowohl auf europäischer als auch auf deutscher Ebene.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Definition des Datenschutzes, die EU-Rechtslage, spezialgesetzliche Regelungen wie TKG und TDDSG sowie die praktische Anwendung bei der Verarbeitung von Kundendaten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen im E-Commerce rechtssicher agieren können, ohne den Schutz des Persönlichkeitsrechts der Nutzer zu verletzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechts- und wirtschaftsinformatische Analyse, die auf einer Auswertung von Gesetzen, Verordnungen und Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die EU-Datenschutzrichtlinie, nationale Gesetze wie das BDSG und verschiedene Anwendungsbeispiele für Online-Dienste.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Datenschutz, informationelle Selbstbestimmung, E-Commerce, Rechtskonformität und Datensparsamkeit.

Welchen Einfluss haben Safe-Harbor-Principles auf den Datentransfer in die USA?

Diese Prinzipien ermöglichen amerikanischen Unternehmen, bei Einhaltung bestimmter Datenschutzkonzepte ein angemessenes Schutzniveau nachzuweisen, was den Datentransfer aus der EU in die USA rechtlich legitimiert.

Wie unterscheidet sich die rechtliche Situation für Internet-Radio im Vergleich zu Telediensten?

Internet-Radio wird teilweise als Rundfunk interpretiert und unterliegt damit strengeren Anforderungen, während Teledienste spezifischen Regelungen wie dem TDDSG unterliegen.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Europäische Bestimmungen zum Schutz personenbezogener Daten
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Informationssysteme und Datenbanken)
Veranstaltung
Seminar
Note
1,3
Autor
Carsten Schultz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
31
Katalognummer
V11061
ISBN (eBook)
9783638173278
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Datenschutz Privacy Privatheit Verbraucherschutz IT-Sicherheit EU-Datenschutzrichtlinie Europa BDSG TDDSG
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carsten Schultz (Autor:in), 2002, Europäische Bestimmungen zum Schutz personenbezogener Daten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11061
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Leseprobe aus  31  Seiten
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