Ziel dieser Arbeit ist es die Zusammenhänge zwischen flexiblen Arbeitsbedingungen (Flextime und Flexplace) und Beeinträchtigungen (WFC) einerseits und Bereicherungen (WFE) andererseits zu beleuchten.
Die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung und Aufmerksamkeit gewonnen. Die steigende Zahl berufstätiger Frauen, Alleinerziehender, und Doppelverdiener in der Arbeitswelt führt dazu, dass mehr und mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor der Herausforderung stehen, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Das Thema Vereinbarkeit von Arbeit und Familie beinhaltet viele wichtige Implikationen für Unternehmen, Individuen und Gesellschaft und wurde daher in zahlreichen Forschungsarbeiten untersucht. Dabei wurde vor allem den negativen Aspekten, wie dem Arbeits-Familien-Konflikt, Aufmerksamkeit geschenkt. Neuere Forschung widmet sich zunehmend auch positiven Gesichtspunkten, wie der Arbeits-Familien-Bereicherung. In der vorliegenden Arbeit wollen wir beide Blickwinkel betrachten und der Frage nachgehen, wie sich zeitliche und örtliche Flexibilität am Arbeitsplatz auf Bereicherung und Beeinträchtigungen im Privatleben auswirken.
In der vorliegenden Arbeit verwenden wir Arbeits-Familien-Bereicherung (abgekürzt WFE von „work-family enrichment“) als globales Konstrukt und fassen die verschiedenen Operationalisierungen von Arbeits-Familien-Bereicherung darunter zusammen. Bereicherung liefert die am breitesten gefächerte Konzeptualisierung der positiven Seite des Wechselspiels zwischen Arbeits- und Familienleben. Arbeits-Familien-Bereicherung kann definiert werden als das Ausmaß, in dem die Erfahrungen, die in einem bestimmten Lebensbereich gemacht werden, die Lebensqualität in einem anderen Bereich verbessern.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Theoretischer Hintergrund und Herleitung der Hypothesen
Methode
Ergebnisse
Diskussion
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss von zeitlicher und örtlicher Flexibilität am Arbeitsplatz auf das Erleben von Arbeits-Familien-Konflikten sowie die Möglichkeiten der Arbeits-Familien-Bereicherung. Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie verschiedene flexible Arbeitsgestaltungen das Wohlbefinden und die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben beeinflussen.
- Untersuchung von Auswirkungen zeitlicher und örtlicher Flexibilität (Flextime und Flexplace)
- Analyse der Dynamik von Arbeits-Familien-Konflikten (WFC)
- Erforschung der Konzepte zur Arbeits-Familien-Bereicherung (WFE)
- Überprüfung der Zusammenhänge mittels empirischer Korrelationsanalysen
- Identifikation von Faktoren für eine gelungene Work-Life-Balance
Auszug aus dem Buch
Arbeits-Familien-Konflikt und Arbeits-Familien-Bereicherung
Arbeits-Familien-Konflikt und Arbeits-Familien-Bereicherung stellen zwei distinkte Phänomene dar, die unabhängig voneinander sind (Carlson, Grzywacz & Kacmar, 2010; Greenhaus & Powell, 1985). In ihrem Auftreten sind sie nicht aneinander gebunden und stehen nicht in Zusammenhang. Sie können bei einem Individuum gleichzeitig auftreten und haben unterschiedliche Folgen und Vorläufer (van Steenbergen, Ellemers, & Mooijaart, 2007).
Arbeits-Familien-Bereicherung hat positive Auswirkungen auf die Arbeitsleistung (van Steenbergen, Ellemers, & Mooijaart, 2007), Arbeitszufriedenheit (Carlson, Grzywacz, & Kacmar, 2010) und das Ausmaß, in dem sich Arbeitnehmende emotional an das Unternehmen gebunden fühlen und sich mit ihm identifizieren können, auch affektives Commitment genannt (McNall, Nicklin, & Masuda, 2010). Eine Erklärung hierfür liefert die Theorie des sozialen Austauschs („Social Exchange Theory“) von Blau (1964): Erhalten Individuen Hilfe und Unterstützung, handeln sie reziprok, d.h. sie wollen den Gefallen erwidern. Umgekehrt vertrauen Individuen darauf, dass jemand, dem sie einen Gefallen getan haben, erwidern wird, ohne dass diese Obligation explizit ausgesprochen oder spezifiziert werden muss.
Für das Spannungsfeld Arbeit-Familie bedeutet das, dass Arbeitnehmende fleißiger und gewissenhafter arbeiten, wenn sie das Gefühl vermittelt bekommen, dass das Unternehmen sich bemüht, ihnen entgegen zu kommen und sie dabei unterstützt, Arbeit und Familie miteinander zu vereinen. Somit kann das Bereitstellen flexibler Arbeitsbedingungen nicht nur für den Arbeitnehmer, sondern auch für den Arbeitgeber eine wertvolle Ressourcenquelle sein. Das Thema flexible Arbeitsbedingungen und Vereinbarkeit von Arbeit und Familie ist also auch auf Unternehmensseite von praktischer Relevanz.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Relevanz der Vereinbarkeit von Arbeit und Familie ein und definiert die zentralen Konstrukte Arbeits-Familien-Konflikt sowie Arbeits-Familien-Bereicherung.
Theoretischer Hintergrund und Herleitung der Hypothesen: Hier werden die wissenschaftlichen Grundlagen dargelegt und die Forschungsannahmen zur Wirkung von Zeit- und Ortsflexibilität auf die untersuchten Konflikt- und Bereicherungsformen abgeleitet.
Methode: Dieser Abschnitt beschreibt das Studiendesign, die Stichprobenzusammensetzung sowie die verwendeten psychometrischen Instrumente zur Datenerhebung.
Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die statistischen Auswertungen, einschließlich Korrelationsanalysen, präsentiert und im Hinblick auf die aufgestellten Hypothesen interpretiert.
Diskussion: Abschließend werden die Befunde kritisch reflektiert, Limitationen der Studie aufgezeigt und Implikationen für die zukünftige Forschung sowie die praktische Arbeitsgestaltung abgeleitet.
Schlüsselwörter
Arbeits-Familien-Konflikt, Arbeits-Familien-Bereicherung, Zeitliche Flexibilität, Örtliche Flexibilität, Work-Life-Balance, Flextime, Flexplace, Arbeitszufriedenheit, Vereinbarkeit, Ressourcenmanagement, Burn-Out, Psychisches Wohlbefinden, Organisationspsychologie, Spillover-Theorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Zusammenspiel von Arbeitswelt und Privatleben und untersucht, wie flexible Arbeitsformen die Vereinbarkeit dieser beiden Lebensbereiche beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf den Auswirkungen von zeitlicher (Flextime) und örtlicher (Flexplace) Flexibilität auf das Entstehen von Konflikten sowie auf dem Potenzial für eine Bereicherung des Privatlebens durch berufliche Ressourcen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel besteht darin, herauszufinden, ob flexible Arbeitsbedingungen tatsächlich geeignet sind, Arbeits-Familien-Konflikte zu reduzieren und ob sie positive Effekte auf die Lebenszufriedenheit haben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Querschnittsstudie mit 242 Probanden durchgeführt, bei der mittels eines standardisierten Fragebogens Daten erhoben und diese anschließend mittels Korrelationsanalysen statistisch ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Herleitung der Hypothesen unter Einbezug von Modellen wie dem „Model of Conservation of Resources“ und der „Social Exchange Theory“, gefolgt von der methodischen Durchführung und der statistischen Ergebnispräsentation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Arbeits-Familien-Konflikt, Arbeits-Familien-Bereicherung, zeitliche und örtliche Flexibilität (Flextime/Flexplace) sowie das allgemeine Wohlbefinden der Arbeitnehmenden.
Welche Rolle spielt die „Social Exchange Theory“ in dieser Arbeit?
Sie dient als theoretische Basis, um zu erklären, warum Arbeitnehmende auf entgegenkommende, flexible Arbeitsbedingungen oft mit höherem Engagement (Commitment) und Gewissenhaftigkeit reagieren.
Warum wird zwischen „work-interfering-family“ und „family-interfering-work“ unterschieden?
Die Unterscheidung ist notwendig, um die Richtung der Konflikte zu bestimmen – also ob die Arbeit das Privatleben stört oder umgekehrt das Privatleben die berufliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigt.
- Citar trabajo
- Vivien Thiermeyer (Autor), 2015, Die Auswirkungen von zeitlicher und örtlicher Flexibilität auf Arbeits-Familienkonflikt und -bereicherung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1106703