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John Locke: Theorie der Erkenntnis

Title: John Locke: Theorie der Erkenntnis

Term Paper , 1992 , 10 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Martin Gabel (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Summary Excerpt Details

Lockes Philosophie wird noch heute allgemein als platter "Empirismus" mißverstanden, wobei `Empirismus' in dieser Auffassung charakteristischerweise reduziert wird auf die angebliche Lehre von "Sinnesdaten", die analog zu Dingen im Raume von dem Bewußtsein als einer Art Behälter aufgenommen würden. Dieses Mißverständnis wird auch dem häufig zitierten Leitspruch des Empirismus: "Nihil est in intellectu quod non (prius) fuerit in sensibus" untergeschoben. Eine genauere Betrachtung der Philosophie Lockes führt dagegen zu einem tieferen Verständnis der Weise, in der das in der Wahrnehmung "Gegebene" als Bewußtsein "erfahren" wird und führt so aus einem tieferen Verständnis der Sache zu einer Distanz zu den üblichen Verstellungen des Verständnisses der Lockeschen Philosophie, die selbst oftmals Ausdruck einer das Unverständnis hervorrufenden Unaufmerksamkeit sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der allgemeine Charakter der Philosophie Lockes: Selbstvergewisserung und Selbstbescheidung des Denkens

2. Lockes Erkenntnislehre: Die Apriorität des Aposteriorischen

2.1. Lockes erkenntnistheoretische Kritik der apriorisch konstruierenden dogmatischen Metaphysik im ersten Buch des Essay

2.2. Die Darstellung der Kraft in der Erscheinung des Raums

2.3. Die Vergänglichkeit der Erscheinung als Zeitlichkeit der Reflexion

2.4. Die gemischten modi, die Substanzideen und die metaphysische Fundierung des Wissens bei Locke

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den philosophischen Ansatz von John Locke mit dem Ziel, das verbreitete Missverständnis eines platten Empirismus zu korrigieren. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Weise, in der das Bewusstsein in der Wahrnehmung erfährt und wie es in seiner Endlichkeit zu einer Selbstbescheidung und einem unverfügbaren Wissen um Gott gelangt.

  • Kritik an der erkenntnistheoretischen Fehlinterpretation des Lockeschen "Empirismus"
  • Analyse der Verschränkung von apriorischen und aposteriorischen Elementen
  • Untersuchung der Rolle von Raum, Zeit und Reflexion im Erkenntnisprozess
  • Die metaphysische Dimension des Wissens und die Bedeutung der Gotteslehre

Auszug aus dem Buch

1. Der allgemeine Charakter der Philosophie Lockes: Selbstvergewisserung und Selbstbescheidung des Denkens

Lockes Philosophie wird noch heute allgemein als platter "Empirismus" mißverstanden, wobei `Empirismus' in dieser Auffassung charakteristischerweise reduziert wird auf die angebliche Lehre von "Sinnesdaten", die analog zu Dingen im Raume von dem Bewußtsein als einer Art Behälter aufgenommen würden. Dieses Mißverständnis wird auch dem häufig zitierten Leitspruch des Empirismus: "Nihil est in intellectu quod non (prius) fuerit in sensibus" untergeschoben. Eine genauere Betrachtung der Philosophie Lockes führt dagegen zu einem tieferen Verständnis der Weise, in der das in der Wahrnehmung "Gegebene" als Bewußtsein "erfahren" wird und führt so aus einem tieferen Verständnis der Sache zu einer Distanz zu den üblichen Verstellungen des Verständnisses der Lockeschen Philosophie, die selbst oftmals Ausdruck einer das Unverständnis hervorrufenden Unaufmerksamkeit sind.

Der ernsthaften Betrachtung wird deutlich, daß Lockes Denken zu den ursprünglichen Bemühungen des Geistes sich über sein Wesen klar zu werden gehört. Es ist gerade darin menschlich groß, daß es aus seiner Einsicht in seine Endlichkeit zu Selbstbescheidung und Glauben findet. Lockes Philosophie muß aus ihrem zeittypischen Bestreben verstanden werden, das Bewußtsein in seiner neuzeitlichen Verunsicherung gegenüber der dogmatisch aufgefaßten "äußeren" Realität der als Glaubenswahrheiten und metaphysischen Sätze dargestellten Auffassungen von Subjekt, Welt und Gott zu beruhigen, indem durch eine Vergewisserung des Bewußtseins selbst über seine ihm selbst verfügbaren Kräfte eine neue Basis des Welt- und Selbstverständnisses gewonnen werden sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der allgemeine Charakter der Philosophie Lockes: Selbstvergewisserung und Selbstbescheidung des Denkens: Das Kapitel stellt Lockes Philosophie als einen Beitrag zur Selbstaufklärung des Bewusstseins dar und widerlegt das gängige Vorurteil eines rein rezeptiven Empirismus.

2. Lockes Erkenntnislehre: Die Apriorität des Aposteriorischen: Hier wird die notwendige Verschränkung von Erfahrung und Verstand erläutert, wobei Locke als Kritiker einer dogmatischen Metaphysik positioniert wird.

2.1. Lockes erkenntnistheoretische Kritik der apriorisch konstruierenden dogmatischen Metaphysik im ersten Buch des Essay: Es wird analysiert, wie Locke gegen die Lehre von den "ideae innatae" argumentiert und Wissen durch Selbstreflexion begründet.

2.2. Die Darstellung der Kraft in der Erscheinung des Raums: Das Kapitel thematisiert, wie Raum und Wahrnehmung als Bedingungen des Bewusstseins zusammenwirken, wobei das reflexive Wissen als Ausgangspunkt dient.

2.3. Die Vergänglichkeit der Erscheinung als Zeitlichkeit der Reflexion: Der Autor erörtert hier die zeitliche Struktur des menschlichen Wollens und Vorstellens als Ausdruck der Endlichkeit.

2.4. Die gemischten modi, die Substanzideen und die metaphysische Fundierung des Wissens bei Locke: Dieses Kapitel behandelt die Bildung komplexer Ideen und den Stellenwert der Gottesidee als notwendige Grundlage für die eigene Existenz.

Schlüsselwörter

John Locke, Empirismus, Erkenntnistheorie, Bewusstsein, Wahrnehmung, Reflexion, Metaphysik, Endlichkeit, Gotteslehre, Apriorität, Aposteriorisch, Substanzideen, Selbstaufklärung, Existenz, Idee

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Erkenntnistheorie von John Locke, um das Missverständnis zu korrigieren, er habe einen rein passiven Empirismus vertreten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Kritik an dogmatischer Metaphysik, die Struktur des Erkenntnisvollzugs, die Rolle von Sensation und Reflexion sowie die metaphysische Verankerung des Wissens.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Lockes Philosophie durch die Einsicht in die eigene Endlichkeit zu einer neuen Form der Selbstvergewisserung und zum Glauben an Gott findet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-hermeneutische Analyse, die sich intensiv mit den Originaltexten von Locke auseinandersetzt und diese in ihrem historischen und systematischen Kontext interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die erkenntnistheoretischen Grundlagen, die Bedeutung von Raum und Zeit für die Reflexion sowie die metaphysische Fundierung des Wissens durch Substanzideen diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Locke, Empirismus, Erkenntnistheorie, Reflexion, Endlichkeit und die Verschränkung von Erfahrung und Verstand.

Wie bewertet der Autor Lockes Gotteslehre?

Der Autor versteht Lockes Gotteslehre nicht als rationale Dogmatik, sondern als einen Versuch, die durch die Erkenntniskritik gewonnene Einsicht in die Endlichkeit mit der religiösen Tradition zu vereinen.

Welche Bedeutung kommt der "Nichtigkeit" des Bewusstseins zu?

Die Erfahrung der eigenen Nichtigkeit führt bei Locke zu einem Wissen um Gott, da der Mensch in seiner Begrenztheit ein Bedürfnis nach einem Halt entwickelt, den nur Gott bieten kann.

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Details

Title
John Locke: Theorie der Erkenntnis
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Course
Fachbereich 12: Philosophie/Pädagogik
Grade
1,0
Author
Martin Gabel (Author)
Publication Year
1992
Pages
10
Catalog Number
V110722
ISBN (eBook)
9783640088836
ISBN (Book)
9783656370055
Language
German
Tags
John Locke Theorie Erkenntnis Fachbereich Philosophie/Pädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Gabel (Author), 1992, John Locke: Theorie der Erkenntnis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110722
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