Ausgangssituation
Die Vielzahl der in der jüngsten Vergangenheit aufgetretenen Unternehmenstransaktionen legt den Schluß nahe, daß sich die Unternehmen mit veränderten Bedingungen konfrontiert sehen. Diese beruhen dabei auf Veränderungen des Unternehmensumfeldes,
auf Veränderungen, die in den Unternehmen zu suchen sind, und schließlich auf Veränderungen des Marktes für Unternehmenskäufe und –verkäufe. Die nachstehenden Ausführungen zur Ausgangssituation lehnen sich an JANSEN an.(1)
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1 Vgl. JANSEN, S. A. (2000), S. 1 ff.
Inhaltsverzeichnis
1. Ausgangssituation
2. Möglichkeiten der Unternehmenstransaktionen
2.1 Unternehmensvereinigungen
2.2 Unternehmenskooperationen
3. Motive und Ziele von Unternehmenstransaktionen
3.1 Motive
3.2 Ziele von Unternehmenstransaktionen
3.2.1 Ziele des Verkäufers
3.2.2 Ziele aus Sicht des Käufers
3.2.2.1 Steigerung des ökonomischen Wertes
3.2.2.2 Erreichung persönlicher Ziele
4. Strategische Bedeutung von Unternehmenstransaktionen
4.1 Normstrategien
4.2 Strategische Zielsetzungen und der Beitrag zu den Normstrategien
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Motive und strategischen Ziele hinter Unternehmenstransaktionen (Mergers & Acquisitions) und analysiert, wie diese als Instrumente einer wertorientierten Unternehmensstrategie eingesetzt werden können, um Wettbewerbsvorteile zu generieren.
- Grundlagen und Formen von Unternehmenstransaktionen
- Unterscheidung zwischen Unternehmensvereinigungen und -kooperationen
- Analyse der Zielsetzungen aus Sicht von Käufer und Verkäufer
- Die Rolle der wertorientierten Unternehmensführung und des Shareholder Value
- Strategische Einordnung von Akquisitionen in den Kontext von Normstrategien
Auszug aus dem Buch
3.2.2.1 Steigerung des ökonomischen Wertes
Die Steigerung des ökonomischen Wertes der beteiligten Unternehmen sollte stets das Ziel einer jeden Unternehmenstransaktion sein. Doch werden meist mehrere Zielsetzungen mit einem Merger oder einer Akquisition verfolgt. Diese Ziele wirken im besten Fall zusammen auf das gemeinsame Oberziel der Wertsteigerung hin.
Befindet sich ein Unternehmen in der Situation, in der der Bestand an liquiden Mittel den Bedarf überschreitet (Überdeckung), muß sich die Unternehmensführung überlegen, wie diese überschüssigen Mittel gewinnbringend eingesetzt werden können. Dabei ist zu beachten, daß bei einer in der Regel geringen Verzinsung der überschüssigen Liquiditätsreserven kein optimaler Einsatz dieser Mittel erfolgt. Um eine ausreichende Verzinsung zu erzielen, können diese Mittel auch in eine andere Gesellschaft in Form einer Unternehmenstransaktion investiert werden. Das Ziel ist dann die Anlage liquider Mittel.
Die Voraussetzungen für Unternehmen zur Kapitalbeschaffung können durch eine Unternehmenstransaktion wie eine Großfusion entscheidend beeinflußt werden. Neben den natürlichen Vorteilen großer Unternehmen bei umfangreicheren Kapitalmarkttransaktionen und den entsprechend reduzierten Durchschnittskosten ist es wahrscheinlich, daß ein Großunternehmen auf ausgeweiteten Finanzmarktsegmenten attraktiveren Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung gegenübersteht.
Die Fremdkapitalbeschaffung kann sich bei einer Fusion zum Beispiel dadurch verbessern, daß hinterher die Kreditlimiten der beteiligten Unternehmen gemeinsam genutzt werden. Weiter wird davon ausgegangen, daß sich das Konkursrisiko vermindert, was geringere Fremdkapitalkosten zur Folge hat. Ist die kritische Größe zum Zugang zu einem nationalen oder internationalen Kapitalmarkt noch nicht erreicht, so kann dies durch einen Zukauf erfüllt werden. Multinational tätigen Unternehmen bieten sich auch Möglichkeiten, währungsbedingte Kosten zu reduzieren. Wird größenabhängigen Finanzierungsmöglichkeiten wie bspw. der Aktie große Bedeutung seitens der Unternehmensführung und des Kapitalmarkts beigemessen, so kann daraus ein Ziel einer Unternehmenstransaktion resultieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ausgangssituation: Es wird dargelegt, dass sich Unternehmen durch Globalisierung, technologischen Wandel und neue Marktstrukturen zunehmend gezwungen sehen, Unternehmenstransaktionen als Anpassungsinstrument zu nutzen.
2. Möglichkeiten der Unternehmenstransaktionen: Dieses Kapitel definiert M&A-Aktivitäten und unterscheidet detailliert zwischen Unternehmensvereinigungen (wie Fusionen und Übernahmen) und Unternehmenskooperationen.
3. Motive und Ziele von Unternehmenstransaktionen: Es wird eine theoretische Einteilung in ökonomische und nicht-ökonomische Motive vorgenommen sowie die Differenzierung zwischen den Zielen von Käufer- und Verkäuferseite erarbeitet.
4. Strategische Bedeutung von Unternehmenstransaktionen: Hier wird der Zusammenhang zwischen verschiedenen Normstrategien wie Diversifikation oder Kostenführerschaft und dem Einsatz von Unternehmenstransaktionen zur Wertrealisierung untersucht.
5. Resümee: Das Fazit stellt fest, dass viele Transaktionen aufgrund persönlicher Managerinteressen oder falscher Einschätzungen scheitern und betont die Notwendigkeit konsequenter Planung am Oberziel der ökonomischen Wertsteigerung.
Schlüsselwörter
Mergers & Acquisitions, Unternehmenstransaktion, Fusion, Akquisition, Wertorientierte Strategie, Shareholder Value, Unternehmenskooperation, Diversifikation, Markteintritt, Synergieeffekte, Kapitalbeschaffung, Wettbewerbsvorteil, Integrationsrichtung, Risikoreduktion, Managementinteressen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht M&A als Instrument zur Umsetzung einer wertorientierten Unternehmensstrategie und beleuchtet die Beweggründe hinter solchen Transaktionen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Formen von Unternehmenszusammenschlüssen, die Motivation von Akteuren sowie die Einordnung von Transaktionen in strategische Unternehmenskonzepte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen durch Transaktionen Wettbewerbsvorteile aufbauen und den ökonomischen Wert des Gesamtunternehmens steigern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse und Systematisierung bestehender theoretischer Ansätze zur Motivation und Zielsetzung bei Unternehmenstransaktionen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Transaktionsformen, die unterschiedlichen Ziele von Käufern und Verkäufern sowie die strategische Bedeutung von M&A für die Unternehmensentwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mergers & Acquisitions, Wertsteigerung, Shareholder Value, strategische Allianzen und Unternehmensvereinigung.
Warum unterscheiden sich die Ziele von Käufer und Verkäufer bei M&A?
Während Käufer primär auf ökonomische Wertsteigerung und Synergien fokussieren, sind bei Verkäufern oft persönliche Motive wie Nachfolgeprobleme oder der Wunsch nach Liquidität treibend.
Welche Rolle spielt das Management bei den Transaktionen?
Das Management spielt eine zwiespältige Rolle; es soll zwar den Unternehmenswert steigern, verfolgt jedoch oft eigene Interessen wie Machtzuwachs, Risikominderung oder die Sicherung des eigenen Arbeitsplatzes.
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- Stephan Sauer (Author), 2001, Motive für Unternehmenstransaktionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1108