Emotionale Entwicklung über die Lebensspanne - Die Entwicklung des Gesichtsausdrucks und wie Kinder lernen, mit ihren Emotionen umzugehen


Seminararbeit, 2005

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

“The Miniaturization of Expression in the Development of Emotional Self- Regulation”
von Manfred Holodynski
Das Internalisierungsmodell
Vorangegangene Studien
Holodynskis Hypothesen
Die Studie
1. Erzwungene Unterscheidung zwischen Ausdruck und Gefühl (Basic Level)
2. Fähigkeit zur Perspektivenübernahme bei voraussagbaren Emotionen (Basic Level)
3. Ungezwungene Unterscheidung zwischen Ausdruck und Gefühl (Advanced Level)
4. Fähigkeit zur Perspektivenübernahme hinsichtlich der Kontrolle des Ausdrucks (Advanced Level)
Ergebnisse

„Seine Gefühle handhaben lernen. Über den Umgang mit Ärger“ von Maria von Salisch

Zusammenfassung

Anlage

Einleitung

Beobachtet man Kinder und Erwachsene bei freudigen oder traurigen Anlässen, fällt auf, dass Kinder stärker ihre Emotionen zeigen als Erwachsene. Kinder stampfen mit dem Fuß auf, wenn sie sich ärgern oder zeigen ihre Freude, indem sie begeistert in die Hände klatschen. Wenn Erwachsene emotional reagieren, geschieht dies innerlich. Zum Beispiel fluchen sie nicht laut, sondern innerlich, sie lachen nicht ausgelassen, sondern lächeln in sich hinein. Wieso kommt es zu so einer Internalisierung? Ist diese in allen Situationen gleich, oder macht es einen Unterschied, ob man in einer Alleinsituation oder einer interpersonellen Situation ist? Der Aufsatz von Manfred Holodynski „The Miniaturization of Expression in the Development of Emotional Self- Regulation“ befasst sich mit dem Thema, wie sich der Gesichtsausdruck in Allein- und interpersonellen Situation über die Alterspanne von 6 bis 8 Jahren entwickelt. Dies wurde untersucht, indem man die Emotionen Freude und Enttäuschung bei Kindern forciert und ihre Emotionen auf einer Skala eingeordnet hat. Maria von Salisch geht in ihrem Aufsatz speziell auf das Thema ein, wie Kinder mit Ärger umgehen. Beide Aufsätze beschäftigen sich mit dem Ausdruck von Gefühlen und wie sich dieser entwickelt.

“The Miniaturization of Expression in the Development of Emotional Self- Regulation” von Manfred Holodynski

Holodynski geht der Frage nach, inwiefern man den Verkleinerungseffekt von Emotionen in Alleinsituationen erklären kann. Er teilt seinen Aufsatz folgendermaßen ein: Er beginnt mit einer kurzen Erklärung des Internalisierungsmodell, geht auf vorangegangene Studien ein, stellt dann seine Hypothesen vor und beschreibt seine durchgeführte Studie, die die Hypothesen beweisen soll.

Das Internalisierungsmodell

Holodynski erklärt zunächst sein Internalisierungsmodell, welches den Verkleinerungseffekt in Alleinsituationen als ein Produkt von einer Internalisierung des emotionalen Ausdrucks ansieht, anders gesagt, wegen der Verinnerlichung von Emotionen in Alleinsituationen, zeigt man weniger Emotionsausdruck. Der Ausdruck, der in interpersonellen Situationen als Appell dient, wird in Alleinsituationen überflüssig, da keine anderen Personen im Raum sind, an die der Appell gerichtet sein kann.

Kinder lernen im Laufe der Zeit, allein mit ihren Emotionen umzugehen, ihre Gefühle in passende Aktionen umzuwandeln und ihre Emotionen selbst zu regulieren. Der Gesichtsausdruck als erkennbares Zeichen einer Emotion verliert seine Hauptfunktion, den Appell an andere Leute, und wird somit überflüssig. Während bei Säuglingen die Ausdruckszeichen als Signale des Gefühls gedeutet werden und die Bezugsperson daraufhin entsprechend des Appells handelt, können Erwachsene Bewältigungshandlungen selbständig ausführen. Ausdruckszeichen sind somit Kommunikationsmittel, die es ermöglichen, anderen Personen seine Gefühle zu offenbaren.

Ab dem 6. Lebensjahr vollzieht sich eine Internalisierung des Ausdrucks, Gefühle werden nicht mehr offen gezeigt. Man kann sagen, dass die offene Gefühlswelt zur privaten Gefühlswelt wird.

Vorangegangene Studien

Holodynski geht in seinem Aufsatz kurz auf vorangegangene Studien ein. Fridlund hat 1991 herausgefunden, dass Erwachsene in Alleinsituationen einen schwächeren Emotionsausdruck gezeigt haben als in interpersonellen Studien. Hess und Jakobs fanden heraus, dass im Gegensatz zu Erwachsenen, Kinder es vermeiden allein zu sein, wenn sie ein Gefühl in einer Alleinsituation erfahren, da sie weniger dazu fähig sind, sich selbst zu regulieren. Cole hat eine Studie mit 4-6 Jahre alten Kindern durchgeführt, wobei gezeigt wurde, dass Kinder in Alleinsituationen einen vergleichbar starken Ausdruck zeigten wie in interpersonellen.

Holodynskis Hypothesen

Manfred Holodynski stellt sechs Hypothesen auf, die er dann mit seiner durchgeführten Studie beweisen möchte.

Hypothese 1: Eine stärkere Emotion wird von einem stärkeren Gefühl und einem stärkeren Ausdruck begleitet.

Hypothese 2: Die Intensität des Ausdrucks von Emotionen nimmt ab dem Alter von 6 Jahren ständig ab.

Hypothese 3: Falls die Intensität des Gefühls in interpersonellen Situationen stabil bleibt, bleibt auch der Ausdruck stabil.

Hypothese 4: Bei Sechsjährigen sollte die Intensität von Gefühl und Ausdruck in Alleinsituationen genau so stark sein wie in interpersonellen Situationen, weil der Prozess der Verinnerlichung der Emotion jetzt erst beginnt.

Hypothese 5: Achtjährige sollten weniger Intensität von Ausdruck in einer Alleinsituation als in einer vergleichbaren interpersonellen Situation zeigen.

Hypothese 6: Die Verringerung von Emotionen in Alleinsituationen geht einher mit der Fähigkeit, zwischen Ausdruck und Gefühl zu unterscheiden.

Die Studie

Holodynskis Studie versucht diese Hypothesen zu belegen. Getestet wurden drei Gruppen mit je 20 Kindern zwischen 6 und 8 Jahren. Das Experiment wurde in einem Hort durchgeführt, welchen die Kinder nach der Schule besuchen. Während des Experimentes wurden die Kinder mit einer Kamera gefilmt.

Die Studie befasst sich mit folgenden Faktoren: dem Verringerungseffekt von Emotionen und dem Wissen der Kinder über Emotionen. Es wurden drei unabhängige Variablen festgelegt. Erstens die Qualität der verursachten Emotion, bei diesem Experiment wurden die Emotionen Freude, größere Freude und Enttäuschung forciert, zweitens das Alter, die Kinder waren ausschließlich zwischen sechs und acht Jahre alt, und drittens der Kontext. Dieser variierte von der Alleinsituation, in welcher die Emotion keine kommunikative Funktion hat und in einer interpersonalen Situation, in welcher die Emotion ein Appell an den Partner ist. Darüber hinaus beinhaltete die Studie vier Variablen, die von der Kinderbewertung abhängig waren, jeweils die Qualität und Intensität von Gefühl und Ausdruck.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Emotionale Entwicklung über die Lebensspanne - Die Entwicklung des Gesichtsausdrucks und wie Kinder lernen, mit ihren Emotionen umzugehen
Hochschule
Universität Lüneburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V110863
ISBN (eBook)
9783640090099
Dateigröße
555 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Emotionale, Entwicklung, Lebensspanne, Entwicklung, Gesichtsausdrucks, Kinder, Emotionen
Arbeit zitieren
Katharina Göring (Autor:in), 2005, Emotionale Entwicklung über die Lebensspanne - Die Entwicklung des Gesichtsausdrucks und wie Kinder lernen, mit ihren Emotionen umzugehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110863

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