Begriffsbildung und Wissenserwerb durch Kategorisierung


Hausarbeit, 2006

13 Seiten, Note: 2


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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die drei Formen der inneren Repräsentation
1.1 Die handlungsmäßige Darstellung
1.2 Die bildhafte Darstellung
1.3 Die symbolische Darstellung

2. Eigenschaftsbegriffe
2.1 Die klassische Theorie
2.1.2 Probleme der klassischen Theorie
2.2 Die Prototypen Theorie
2.2.1 Probleme der Prototypen-Theorie

3. Resümee und Ausblick

4. Literaturverzeichnis

Einleitung

Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Thema der Kategorisierung, die unter anderem von dem amerikanischen Wissenschaftler Jerome S. Bruner untersucht und beschrieben wurde.

Wir benutzen Kategorien, um Gruppen von Objekten oder Ereignissen wie etwa Tiere, Menschen, Autos, Computer, Feiertage, Kriege, aufgrund ihrer Gemeinsamkeiten zusammenzufassen. Kategorien können konkrete Objekte wie zum Beispiel Tiere bezeichnen, sie können sich aber auch auf abstrakte Gebilde wie etwa Religionen beziehen. Es ist auch möglich Kategorien zu kombinieren, um so zu einer schier endlosen Zahl neuer Kategorien zu kommen. Wozu benötigen wir aber eigentlich Kategorien?

„Eine der wichtigsten Funktionen von Kategorien besteht darin, dass sie uns ermöglichen, neue Erfahrungen mit bereits vorhandenem Wissen in Kontakt zu bringen. Ohne Kategorien wären wir nicht in der Lage, uns in der Welt zu orientieren und von Erfahrungen zu profitieren. Wäre jedes Ereignis einzigartig, wüssten wir nicht, was wir tun sollten und welche Vorhersagen wir machen könnten. Erst die Zuordnung zu einer Klasse ähnlicher Objekte oder Ereignisse erlaubt es uns, angemessen zu reagieren.“ (Waldmann, 2002, S. 5)

Da Jerome S. Bruner ein Begründer dieser Theorie ist, werde ich zunächst kurz etwas zu seiner Biografie schreiben.

Bruner beginnt seine Karriere als Professor an den Universitäten Oxford und Harvard, wo er später das „Center for cognitive studies“ gründet. Mittlerweile anerkannt als einer der bedeutenden Psychologen der Gegenwart tätigt er seine Forschungen auf ganz unterschiedlichen Gebieten. Er befasst sich mit der Entwicklung des Denkens, er ist der Vater der modernen Entwicklungspsychologie und ein wichtiger Vertreter der klinischen und kulturvergleichenden Forschung. Im Bereich der Wahrnehmungspsychologie hat Bruner den „New Look“ durchgesetzt und 1960 veröffentlicht er sein Buch „The process of education“. (vgl. www.wikipedia.de, 15.11.2005)

Im ersten Kapitel dieser Hausarbeit werde ich die drei inneren Formen der Repräsentation von Dingen und Vorgängen im menschlichen Bewusstsein vorstellen.

Das zweite Kapitel der Eigenschaftsbegriffe unterteilt sich in zwei Abschnitte. Der erste Abschnitt erläutert die klassische Kategorien-Theorie und der zweite die Prototypen-Theorie. Beide Abschnitte beinhalten eine Problematisierung der jeweiligen Theorien.

Abschließend werde ich ein kurzes Resümee ziehen und einen Ausblick auf zukünftige Forschungsfelder geben.

1. Die drei Formen der inneren Repräsentation

Wie nehmen wir unsere Umwelt wahr und auf welche Art und Weise wird sie in unserem Bewusstsein dargestellt? Diese Fragestellung versucht das folgende Kapitel zu beantworten.

Zunächst einmal unterscheidet man drei Formen der Darstellung:

1. Die handlungsmäßige Darstellung
2. Die bildhafte Darstellung
3. Die symbolische Darstellung

Anschließend werden diese drei Repräsentationsformen, mit Bezug auf den entwicklungspsychologischen Aspekt, detailliert dargestellt.

1.1 Die handlungsmäßige Darstellung

Die handlungsmäßige Darstellung besagt, dass zum Beispiel der Begriff Fahrrad durch die Handlung des Fahrradfahrens dargestellt wird. So werden alle Begriffe mit einer typischen Handlung beziehungsweise Bewegung koordiniert.

Der handlungsmäßigen Repräsentation kommt eine besondere Bedeutung in den ersten sechs Lebensmonaten eines Kindes zu, denn die besondere Leistung dieser Kinder besteht in der Verbindung von wahrnehmen und bewegen (z.B. etwas festhalten, nach etwas greifen, etc.) Piaget bezeichnet diesen Abschnitt der kindlichen Denkentwicklung als Phase der „sensumotorischen Intelligenz“.

Die Objektpermanenz hat sich in dieser Phase noch nicht gebildet, so dass ein Kind keine Vorstellung mehr von einem Objekt hat sobald es aus seinem Blickfeld ist. Das Ende dieser Phase ist erst erreicht, wenn Objekte unabhängig von den dazu gehörigen Handlungen werden. (vgl. Edelmann, 1994)

1.2 Die bildhafte Darstellung

In der Phase der bildhaften Darstellung wird das Erfassen einer Sache langsam unabhängiger vom Handlungsschema. Ab einem Alter von circa einem Jahr setzt

nun die Objektpermanenz ein. Objekte die aus dem Blickfeld des Kindes verschwinden, können jetzt gedanklich wieder Bewusst gemacht werden.

Die Phase der bildhaften Darstellung ist unter anderem durch folgende Merkmale der Vorstellungsbilder gekennzeichnet:

- Vorstellungsbilder stehen in einem engen Bezug zur Handlung
- sie sind egozentrisch (auf das Kind bezogen)
- die Vorstellungsbilder sind recht flüchtig und durch wenige Oberflächenmerkmale gekennzeichnet
- sie sind konkret und nicht schematisch (vgl. Gibson Olum, 1960)

So wird zum Beispiel ein Storch als Tier mit großem Schnabel und langen Beinen wahrgenommen. Dieses konkrete Vorstellungsbild ist für eine Kategorisierung nach bestimmten Merkmalen eher problematisch. Denn wenn der Storch nur durch diese wenigen auffälligen Oberflächenmerkmale gekennzeichnet und vielleicht nur in einem bestimmten Zusammenhang präsent ist (z.B. „Der Storch bringt die Babys.“), dann ist es schwierig den Storch gemeinsam mit anderen Vögeln wie Adlern, Amseln und Tauben auf Grund gemeinsamer Merkmale in die Kategorie der Vögel einzuordnen.

Später treten allerdings auch schematische Vorstellungen auf, so dass schließlich doch große, kleine, bunte und schwarze Vögel zur allgemeinen Kategorie eines Vogels zählen (vgl. Edelmann, 1994).

13 von 13 Seiten

Details

Titel
Begriffsbildung und Wissenserwerb durch Kategorisierung
Hochschule
Universität Bremen
Veranstaltung
Grundlagen der Lernpsychologie
Note
2
Autor
Jahr
2006
Seiten
13
Katalognummer
V110928
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Begriffsbildung, Wissenserwerb, Kategorisierung, Grundlagen, Lernpsychologie
Arbeit zitieren
Maik Kolze (Autor), 2006, Begriffsbildung und Wissenserwerb durch Kategorisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110928

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