Die Seminararbeit zielt darauf ab, Gestaltungschancen von Kulturpolitik im Mittleren Mecklenburg am Beispiel des Unterzentrums Laage zu veranschaulichen. Sie berücksichtigt dabei die Vorgaben des Regionalen Raumordnungsprogrammes, skizziert die kulturhistorischen Besonderheiten der Kleinstadt, erfasst der Bestand der Kulturszene in Laage und eruiert die Rolle der Stadtverwaltung. Am Schluss steht eine zusammenfassende Einschätzung mit Ausblick auf die Probleme der kommunalen Kulturpolitik.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung – Kulturpolitik im kommunalen Raum
2. Raumplanerische Ausgangsbedingungen – Die Lage in Laage
3. Kulturgeschichtliche Entwicklungen – Von der Ackerbürgerstadt zum Industriestandort
4. Kleinstädtische Kulturszene – Netzwerk und Akteure
5. Öffentliche Kulturförderung – Die Stadt Laage als Mittler, Koordinator und Förderer
6. Schluß – Problemkreis Kulturpolitik
7. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die kommunale Kulturpolitik am Beispiel des Unterzentrums Laage in Mecklenburg-Vorpommern. Ziel ist es, die strukturellen Rahmenbedingungen, die lokale Kulturszene sowie die Rolle der Stadtverwaltung bei der Förderung kultureller Aktivitäten zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.
- Kulturpolitik im kommunalen Raum
- Raumplanerische und kulturgeschichtliche Entwicklung der Stadt Laage
- Netzwerke und Akteure der lokalen Kulturszene
- Instrumente und Strategien der öffentlichen Kulturförderung
- Problemfelder kommunaler Kulturpolitik im ländlichen Raum
Auszug aus dem Buch
3. Kulturgeschichtliche Entwicklungen – Von der Ackerbürgerstadt zum Industriestandort
Die kulturelle Entwicklung einer Stadt wird sich wohl nur schwerlich an die normativen Vorgaben einer kaum 10 Jahre währenden Regionalplanung halten, zumal sich Stadtentwicklung über Jahrhunderte erstreckt. Die 1216 erstmalig urkundlich erwähnte Stadt Laage ist in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Damals hieß der Ort noch Lauena, ein Name der sich aus dem altslawischen Wort lawa (= Bank, Brücke) ableitet und mit Brückenort übersetzt werden könnte. Er spiegelt die naturräumliche Einbettung Laages in das Urstromtal der Recknitz wider und verweist auf eine mögliche Gründungsursache. Neben der Brückenfunktion über die Recknitz begünstigte sicher auch die berühmte Handelsstraße via regia nach Rostock, die durch den Ort führte, die Ansiedlung.
Zum Zeitpunkt der Befreiungskriege hatte die Ackerbürgerstadt rd. 1.000 EW und bereits eine wechselvolle Geschichte durchlebt. Bis ins 16. Jahrhundert existierte in Laage eine Vogtei, von der aus ein Stadtvogt die Landesregierung vertrat. „Zwei Bürgermeister und sechs Ratsherren waren für die städtischen Belange zuständig. Die Stadt wurde seit altersher in 3 Stadtteile aufgeteilt. Es gab das Mühlen-, das Pinnower und das Breesener Viertel. Das aufstrebende Bürgertum setzte durch, daß jedes Viertel zwei Vertreter wählte.“
Für das Elend und die Verwüstungen des 16., 17. und teilweise des 18. Jahrhunderts in Laage zeichneten sich nicht nur zwei große Stadtbrände (1569 und 1759), sondern auch Raub, Brandschatzung und Plünderung infolge durchziehender Kriegsheere verantwortlich. Während des 30jährigen Krieges wurde die Stadt völlig verheert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung – Kulturpolitik im kommunalen Raum: Diese Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Kommune als Kulturakteur und setzt den theoretischen Rahmen für die Analyse kommunaler Kulturpolitik im post-DDR Kontext.
2. Raumplanerische Ausgangsbedingungen – Die Lage in Laage: Das Kapitel beschreibt die raumplanerische Einordnung Laages als Unterzentrum und analysiert die lokale soziale und kulturelle Infrastruktur.
3. Kulturgeschichtliche Entwicklungen – Von der Ackerbürgerstadt zum Industriestandort: Hier wird der historische Wandel der Stadt von ihren Ursprüngen bis zur heutigen Identität als Industriestandort nachgezeichnet.
4. Kleinstädtische Kulturszene – Netzwerk und Akteure: Dieser Abschnitt inventarisiert die lokalen Akteure, Vereine und Einrichtungen, die das kulturelle Netzwerk der Stadt bilden.
5. Öffentliche Kulturförderung – Die Stadt Laage als Mittler, Koordinator und Förderer: Hier werden die finanziellen und konzeptionellen Instrumente der Stadtverwaltung zur Förderung kultureller Projekte untersucht.
6. Schluß – Problemkreis Kulturpolitik: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die generellen Herausforderungen kommunaler Kulturpolitik in strukturschwachen Regionen.
7. Literatur: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Primär- und Sekundärquellen auf.
Schlüsselwörter
Kulturpolitik, Laage, kommunale Kulturförderung, Vereinswesen, Stadtgeschichte, Mecklenburg-Vorpommern, Kulturmanagement, Infrastruktur, Raumplanung, Standortfaktor, Kulturarbeit, Kleinstadt, Soziokultur, Fördermittel, Netzwerkanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Strukturen, Akteure und Förderinstrumente der kommunalen Kulturpolitik am Beispiel der Kleinstadt Laage.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die kulturhistorische Entwicklung, die Vernetzung lokaler Akteure, die Rolle der Stadtverwaltung als Förderer sowie die allgemeine Problematik kommunaler Kulturpolitik im ländlichen Raum.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eine kleine Kommune trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen ein kulturelles Netzwerk aufrechterhält und entwickelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Fallstudie, die durch die Analyse von Haushaltsdaten, regionalplanerischen Dokumenten und lokaler Vereinsstrukturen gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestandsaufnahme der städtischen Infrastruktur, die Analyse des historischen Wandels sowie die detaillierte Darstellung der finanziellen Kulturförderung durch die Kommune.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kulturpolitik, Laage, Kulturförderung, Netzwerkanalyse, Standortfaktor und kommunale Selbstverwaltung sind zentrale Begriffe der Arbeit.
Warum ist das Beispiel Laage so aufschlussreich?
Laage ist besonders interessant, da es eine untypische fiskalische Ausnahmesituation nutzt, um trotz peripherer Lage ein überdurchschnittliches kulturelles Engagement zu finanzieren.
Welche Rolle spielen die lokalen Vereine?
Die Vereine fungieren in Laage als die primären soziokulturellen Träger und bilden das institutionelle Rückgrat für einen Großteil der kulturellen Initiativen.
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- Christian Schwießelmann (Author), 2002, Kulturpolitik im Mittleren Mecklenburg am Beispiel des Unterzentrums Laage, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11106