Hierbei handelt es sich um die Abschlussarbeit des Modules Museumsmanagement, angeboten an der Universität Hamburg. Das Modul vermittelt praxisnah Grundlagen des Museumsmanagements in ihrer Vielfalt und in Verknüpfung mit Inhalten, Methoden und Techniken der Museumskunde/Museologie.
Die Vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Berufsfeldern und Tätigkeiten im Rahmen der Arbeit in einem Museumsdepot, unter anderem im Kontext des Beispiels eines historischen Kunstkämmerers. Vorab wird das Depot als "Wissensgenerator" sowie der Wandel der Objektbedeutung im Rahmen der durchlaufenden Tätigkeiten betrachtet. In eine abschließendem Fazit wird die Bedeutung der Bestandserhaltung kurz zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DAS DEPOT ALS VERWAHRUNGSORT UND WISSENSGENERATOR
3. TÄTIGKEITEN IM BEREICH DER MUSEUMSARBEIT ALS „SCHATTEN- UND HAUSARBEIT“
4. BERUFSPROFILE UND TÄTIGKEITSFELDER IM MUSEUMSDEPOT
4.1 DAS HISTORISCHE BERUFSFELD UND TÄTIGKEITSPROFIL DES „KUNSTKÄMMERERS“
4.2 HEUTIGE BERUFSFELDER IN MODERNEN MUSEUMSDEPOTS
4.2.1 Depotverwalter*innen:
4.2.2 Präparator*innen:
4.2.3 Präventive Konservator*innen:
4.2.4 Restaurator*innen:
4.2.5 Arbeiter*innen in der Reinigung:
4.2.6 Gebäudetechniker*innen:
4.2.7 Weitere Berufe mit engem Depotkontakt:
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Museumdepot nicht nur als Ort der reinen Verwahrung, sondern als dynamischen Wissensgenerator und Schauplatz hochspezialisierter, oft unsichtbarer Arbeitsprozesse. Dabei wird analysiert, wie sich das Anforderungsprofil von der historischen Figur des "Kunstkämmerers" hin zu modernen, interdisziplinären Fachberufen gewandelt hat, um den Anforderungen der Bestanderhaltung gerecht zu werden.
- Wissenschaftliche Funktionen und Wissensgenerierung im Depot
- Konzeptualisierung von Depotarbeit als "Schatten- und Hausarbeit"
- Historische Entwicklung der Depotberufe vom Kunstkämmerer zur Gegenwart
- Detaillierte Analyse moderner Berufsbilder (Depotverwaltung, Konservierung, Restaurierung)
- Vernetzung von Depot, Sammlung und Ausstellung in modernen Museen
Auszug aus dem Buch
Das Depot als Verwahrungsort und Wissensgenerator
Anfangs soll jedoch die Aufgabe des Depots als solches betrachtet werden und dessen Rolle in der wissenschaftlichen Sammlungsarbeit dargestellt werden. Die ethischen Richtlinien für Museen von ICOM bilden auch die Grundlagen für die Arbeit in Museumsdepots. In diesem Fall greifen im Speziellen die „Sicherheitsanforderungen“ nach Punkt 1.7.: „Der Träger soll geeignete Sicherheitsmassnahmen[sic!] ergreifen, um die Sammlungen in Ausstellungsräumen, Depots und Arbeitsräumen sowie während des Transports vor Diebstahl und Beschädigung zu schützen.“
Die Richtlinie 2.23: „Vorbeugende Konservierung“, welche besagt, dass „vorbeugende Konservierung [...] ein wichtiges Element der Museumstätigkeit und den Sammlungspflege [ist]. Es ist eine wesentliche Verantwortung der Museumsmitarbeiter/innen, ein schützendes Umfeld für die in ihrer Obhut befindlichen Sammlungen zu schaffen und zu erhalten, sei es im Depot, bei der Präsentation oder beim Transport.“
Und der unter Punkt 3 zusammenfassende Grundsatz: „Museen bewahren elementare Zeugnisse zur Gewinnung und Erweiterung von Wissen“ zusammenfassende Grundsatz „Museen tragen eine besondere Verantwortung für Pflege, Präsentation, Zugänglichkeit (auch im Depot) und Erforschung der gesammelten elementaren Zeugnisse, die sich in ihren Sammlungen befinden.“
In dieser, stark gekürzten, Auswahl zeigen sich bereits die drei Hauptaufgaben eines Depots als ‚Lagerstätte‘. Die dort gelagerten Objekte müssen sicher gelagert (im Sinne von äußeren Einflüssen wie Feuer, Wasser aber auch Diebstahl), gepflegt (d.h. die Einlagerung darf die ursprüngliche Beschaffenheit der ‚Güter‘ nicht nachträglich verändern, bzw. diese muss regelmäßig überprüft und sichergestellt werden) werden. Zudem muss zeitgleich auch eine möglichst freie Zugänglichkeit gewährleistet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die wissenschaftstheoretische Relevanz des Museumsdepots und ordnet es als zentralen Ort der Objektbiografie sowie als "Schattenwelt" des Museumsbetriebs ein.
DAS DEPOT ALS VERWAHRUNGSORT UND WISSENSGENERATOR: Dieses Kapitel definiert die ethischen und praktischen Anforderungen an Depotflächen unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten, Konservierung und der Funktion des Depots als Wissensspeicher.
TÄTIGKEITEN IM BEREICH DER MUSEUMSARBEIT ALS „SCHATTEN- UND HAUSARBEIT“: Hier wird der Begriff der "Schattenarbeit" nach Ivan Illich auf die Depotpflege angewendet, um die oft unsichtbare, aber essenzielle Arbeit an den Beständen theoretisch einzuordnen.
BERUFSPROFILE UND TÄTIGKEITSFELDER IM MUSEUMSDEPOT: Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung des Kunstkämmerers und stellt das heutige Spektrum der Spezialberufe in modernen Museumsdepots detailliert dar.
Schlüsselwörter
Museumsdepot, Bestanderhaltung, Kunstkämmerer, Schattenarbeit, vorbeugende Konservierung, Depotverwaltung, Sammlungsmanagement, Objektschutz, Restaurierung, Präparation, museale Praxis, Sammlungspflege, Wissenstransfer, Museumsbetrieb
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle des Museumsdepots als zentralem Ort der Sammlungsarbeit, der weit mehr als eine reine Lagerstätte ist, sondern als ein Ort der Wissensgenerierung und des professionellen Handelns fungiert.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretische Einordnung des Depots, die Charakterisierung der dort stattfindenden Tätigkeiten als "Schattenarbeit" und die detaillierte Vorstellung heutiger Berufsbilder in der Depotverwaltung und Konservierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die meist im Hintergrund bleibenden Tätigkeiten in Museumsdepots sichtbar zu machen und den Bedeutungswandel der dort arbeitenden Berufsgruppen von historischer zu heutiger Zeit aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine kulturwissenschaftliche Analyse sowie die Auswertung museologischer Fachliteratur, ethischer Richtlinien (ICOM) und historischer Quellen zur Entwicklung des Berufsstandes.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Im Hauptteil stehen die verschiedenen spezialisierten Berufsgruppen im Vordergrund, wie Depotverwalter, Präparatoren, Konservatoren, Restauratoren und Gebäudetechniker, deren spezifische Anforderungen und Aufgaben beleuchtet werden.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Museumsdepot, Bestanderhaltung, Schattenarbeit, Sammlungsmanagement und die Transformation von Objekten vom "Lager-" zum "Ausstellungsstück".
Welche Bedeutung hat der Wandel vom „Kunstkämmerer“ zum heutigen Museumspersonal?
Der Wandel zeigt eine zunehmende Spezialisierung und Dezentralisierung der Aufgaben, bei der die universelle Gelehrsamkeit des historischen Kunstkämmerers durch ein interdisziplinäres Team von Fachkräften ersetzt wurde.
Was ist mit dem Begriff „Schattenarbeit“ in diesem Kontext gemeint?
Er beschreibt Tätigkeiten, die für den Erhalt der Sammlung elementar sind, jedoch für die Öffentlichkeit und den Museumsbesucher meist unsichtbar bleiben und wenig "Glamour" ausstrahlen.
Warum ist das Depot als „Wissensgenerator“ bezeichnet?
Weil es durch die fortlaufende Pflege, Dokumentation, Erforschung und Neuinterpretation der eingelagerten Bestände ständig neues Wissen über die Exponate produziert und deren Kontextualisierung ermöglicht.
- Citar trabajo
- Oliver Timm (Autor), 2021, Arbeiten in Museumsdepots. Berufsfelder, Arbeiten und Tätigkeitsbereiche in Zusammenhang mit der Lagerung von musealen Objekten., Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1112037