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Resozialisierungsprozesse männlicher Inhaftierter im Strafvollzug für Erwachsene

Title: Resozialisierungsprozesse männlicher Inhaftierter im Strafvollzug für Erwachsene

Bachelor Thesis , 2019 , 59 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Verena Dakota Krüger (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Frage, inwieweit die Resozialisierungsprozesse männlicher Inhaftierte im Strafvollzug für Erwachsene gelingen. Es wird erörtert, welche Maßnahmen es aktuell gibt, um eine Legalbewährung gelingen zu lassen.
Welche Lösungsansätze gibt es, um Rückfälle zu vermeiden und zu verringern und den Straftätern während und auch nach der Haft die Ressourcen zu geben, um ihnen eine Legalbewährung zu erleichtern? Ist zu erwarten, dass Personen nach einem Haftaufenthalt resozialisiert sind und ein straffreies Leben führen? In dieser Arbeit wird geklärt, was der Strafvollzug erreichen will, und was tatsächlich erreicht wird.

Das zweite Kapitel widmet sich der Resozialisierung als Ziel des Strafvollzugs. Der Begriff wird für den Rahmen dieser Arbeit definiert. Resozialisierung wird als Prozess beleuchtet und die Wirksamkeit des Strafvollzugs wird mit Fokus auf die Rückfälligkeit der Entlassenen genauer untersucht. Um den Strafvollzug wirkungsorientiert gestalten zu können und die Resozialisierung überprüfbar zu machen, wird im Kapitel 2.2 die Wirksamkeit des Strafvollzugs geklärt. Diese wird in verschiedene Ziel-Kategorien eingeordnet und der Rückfallbegriff wird mithilfe einer Rückfallstatistik genauer betrachtet.

Darauf aufbauend werden im dritten Kapitel Maßnahmen während und nach der Haft beschrieben. Zu den Behandlungsmaßnahmen während der Inhaftierung gehören Arbeitsmaßnahmen, Bildungsmaßnahmen sowie der offene Vollzug und Vollzugslockerungen. Hierbei liegt der Schwerpunkt besonders auf den Arbeits- und Bildungsmaßnahmen während der Haft. Dessen Vor- und Nachteile werden mit Bezug auf Resozialisierungsprozesse näher erklärt.
Um die Entlassungsvorbereitung und die erste Zeit nach der Haft genauer einschätzen zu können, wird im Anschluss das Übergangsmanagement betrachtet. Es wird eine Studie aufgeführt, welche Indikatoren der Entlassenen aufzeigt, die zu einer Reduktion von Rückfällen führen können. Hiernach wird auf Maßnahmen nach der Entlassung eingegangen.

Im ersten Teil der Arbeit wird demnach der Ist-Zustand beschrieben: Welche Vorschriften, Maßnahmen und Gesetze gibt es? Der zweite Teil beschäftigt sich mit den daraus resultierenden Problemen. Die im zweiten Kapitel beleuchteten Kontroversen der Resozialisierung werden, zusammen mit den Maßnahmen aus dem dritten Kapitel, im vierten Kapitel aufgegriffen und die Hürden der Resozialisierung werden aufgelistet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Resozialisierung als Ziel des Strafvollzugs

2.1 Der Diskurs über Resozialisierung

2.2 Rückfälligkeit - Die Wirksamkeit des Strafvollzugs

3 Maßnahmen während und nach der Haft

3.1 Behandlungsmaßnahmen während der Inhaftierung

3.1.1 Arbeitsmaßnahmen

3.1.2 Bildungsmaßnahmen

3.1.3 Offener Vollzug und Vollzugslockerungen

3.2 Das Übergangsmanagement

3.3 Behandlungsmaßnahmen nach Entlassung

3.3.1 Die Bewährungshilfe

3.3.2 Die Freie Straffälligenhilfe

4 Die Hürden der Resozialisierung

4.1 Die Hürden der Justiz

4.2 Die Auswirkungen des Strafvollzugs auf den Inhaftierten

5 „Desistance“- Wege des Abstandnehmens von Delinquenz

5.1 Theorien und Modelle

5.2 Resozialisierung und Desistance

6 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Bachelorarbeit untersucht die Resozialisierungsprozesse bei männlichen Erwachsenen im deutschen Strafvollzug. Ziel ist es, die Effektivität aktueller Maßnahmen kritisch zu beleuchten und zu klären, unter welchen Bedingungen eine dauerhafte Wiedereingliederung und eine Reduktion der Rückfallquoten realistisch sind.

  • Strukturanalyse des Resozialisierungsbegriffs und der Zielsetzung des Strafvollzugs.
  • Untersuchung von Behandlungsmaßnahmen (Arbeit, Bildung, Übergangsmanagement).
  • Kritische Reflexion der Hürden bei der Wiedereingliederung.
  • Gegenüberstellung von Resozialisierung und dem „Desistance“-Ansatz als alternativer Herangehensweise.

Auszug aus dem Buch

Die Hürden der Justiz

Nicht bei allen Straftätern wird eine Resozialisierung als notwendig angesehen: „Denn nicht alle Verletzungen von strafrechtlichen Normen bedeuten in gleichen Umfang gesellschaftliche Ausgliederung, die durch Re-Integration wieder aufgehoben werden soll“ (Cornel 2011: 12). Die Art der Straftat gibt also Anhaltspunkte, ob eine Resozialisierungsmaßnahme notwendig ist oder ob der Straftäter ausreichend in der Gesellschaft sozialisiert ist. Das Strafmaß wird im Deutschen Strafrecht jedoch nach der Schuld des Täters bemessen (vgl. §46 Abs. 1 StGB). Daraus resultiert, dass das Strafsystem nicht ausschließlich auf das Ziel der Resozialisierung ausgelegt ist. Es kann absolut förderlich sein, einen Straftäter für eine bestimmte Zeit aus seinem gewohnten und möglicherweise schädigenden Umfeld herauszunehmen, ihm in einer Vollzugsanstalt unterzubringen und ihm die Fähigkeit näherzubringen, sein Leben zukünftig in sozialer Verantwortung und ohne Straftaten zu leben.

„Es ist durchaus möglich, dass jemand für dieses Lernen einer Struktur und für das Herauskommen aus dem Milieu ein Jahr lang braucht. Dann hat er das Jahr, um das zu bewältigen. Es kann aber durchaus sein, dass seine Strafe auf zehn Jahre festgesetzt wurde. Dann hat er noch neun Jahre zu sitzen, die Folge: Alles wird wieder kaputt gemacht, was möglicherweise an wertvoller Arbeit im Sinne der Resozialisierung geleistet worden ist“ (Galli 2017: 42).

Dies sei einer der Hauptgründe, weshalb eine positive Wirkung des Strafvollzugs nicht gegeben sei. Galli geht sogar so weit und ist der Ansicht, dass Vergeltung der Kern des Strafvollzugs sei (vgl. ebd.: 39,42). Der Fokus des Strafvollzugs liege also mehr auf dem Strafenden als auf dem resozialisierenden Aspekt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Definition der Problemstellung, Zielsetzung der Arbeit und Erläuterung des methodischen Rahmens.

2 Resozialisierung als Ziel des Strafvollzugs: Theoretische Fundierung des Resozialisierungsgedankens und Diskussion der Wirksamkeit anhand von Rückfallstatistiken.

3 Maßnahmen während und nach der Haft: Darstellung der konkreten Behandlungsangebote wie Arbeit, Bildung sowie der Bedeutung des Übergangsmanagements für die Zeit nach der Entlassung.

4 Die Hürden der Resozialisierung: Kritische Analyse der strukturellen Hindernisse durch Justiz sowie der negativen Auswirkungen der Haft auf die Persönlichkeit und soziale Integration der Inhaftierten.

5 „Desistance“- Wege des Abstandnehmens von Delinquenz: Einführung des „Desistance“-Ansatzes als alternative Perspektive, die sich auf die Stärken und persönlichen Veränderungsprozesse der Klienten konzentriert.

6 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Evaluation der Ergebnisse und Aufzeigen von Verbesserungspotenzialen für eine wirkungsorientierte Resozialisierungspraxis.

Schlüsselwörter

Resozialisierung, Strafvollzug, Rückfallprävention, Übergangsmanagement, Desistance, Legalbewährung, Wiedereingliederung, Sozialarbeit, Inhaftierung, Stigmatisierung, Delinquenz, Haftschäden, Kriminologie, Strafgesetzbuch, Resozialisierungsprogramme.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, inwieweit Resozialisierungsprozesse bei männlichen Erwachsenen im deutschen Strafvollzug erfolgreich umgesetzt werden und welche Faktoren diesen Prozess beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Wirksamkeit von Haft, die verschiedenen Behandlungsangebote während der Inhaftierung, die Herausforderungen des Übergangsmanagements sowie den Vergleich zwischen klassischen Resozialisierungsansätzen und dem „Desistance“-Konzept.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht die Frage, ob der derzeitige Strafvollzug tatsächlich dazu befähigt, ein straffreies Leben in sozialer Verantwortung zu führen, und identifiziert dabei sowohl Gelingensbedingungen als auch strukturelle Hürden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die aktuelle Forschungsergebnisse, Gesetzesgrundlagen und diverse Modelle zur Straftäterbehandlung und „Desistance“-Forschung zusammenführt und kritisch miteinander vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der gesetzlichen und praktischen Resozialisierungsmaßnahmen in und nach der Haft sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den dabei auftretenden Hürden und Wirkungsmechanismen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Resozialisierung, Rückfallprävention, Übergangsmanagement, „Desistance“, Legalbewährung und Stigmatisierung.

Warum spielt der „Desistance“-Ansatz eine so wichtige Rolle in der Arbeit?

Der „Desistance“-Ansatz bietet eine wertvolle Ergänzung, da er den Fokus weg von defizitorientierten Zwangskontexten hin zu den persönlichen Stärken, der intrinsischen Motivation und den individuellen „Hooks for Change“ der Inhaftierten lenkt.

Welche Rolle spielt die „totale Institution“ Gefängnis in der Argumentation?

Die Arbeit nutzt den Begriff der „totalen Institution“ von Goffman, um zu verdeutlichen, wie die extreme Reglementierung im Gefängnis zur Autonomieeinbuße und zur sogenannten Prisionierung führt, was einer erfolgreichen Resozialisierung entgegenstehen kann.

Was kritisiert die Autorin am aktuellen System der Resozialisierung?

Kritisiert werden vor allem die mangelnde Kooperation zwischen den Institutionen, der Fokus auf Vergeltung statt auf Resozialisierung, die unzureichende Individualisierung der Hilfsangebote und die Stigmatisierung ehemaliger Inhaftierter.

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Details

Title
Resozialisierungsprozesse männlicher Inhaftierter im Strafvollzug für Erwachsene
College
University of Applied Sciences Braunschweig / Wolfenbüttel; Salzgitter  (Soziale Arbeit)
Grade
1,3
Author
Verena Dakota Krüger (Author)
Publication Year
2019
Pages
59
Catalog Number
V1112175
ISBN (eBook)
9783346479037
ISBN (Book)
9783346479044
Language
German
Tags
Resozialisierung Strafvollzug Desistance Übergangsmanagement Bewährungshilfe Offener Vollzug
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena Dakota Krüger (Author), 2019, Resozialisierungsprozesse männlicher Inhaftierter im Strafvollzug für Erwachsene, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1112175
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