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Erving Goffmann und die Darstellung auf Bühnen

Title: Erving Goffmann und die Darstellung auf Bühnen

Term Paper , 2002 , 12 Pages , Grade: gut

Autor:in: Wolfgang Bürkle (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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In dieser Hausarbeit werden Goffmans Leben und seine Arbeit kurz dargestellt, sowie ausführlicher ein Kapitel aus dem Buch "The Presentation of Self in Everyday Life". Der Abschnitt ist überschrieben mit „Orte und ortsbestimmtes Verhalten“ und handelt davon, wie ein Darsteller sich auf verschiedenen Bühnen präsentiert. Behandelt werden unter anderem Goffmans Begriffe der Vorderbühne, Hinterbühne, Außenregion und Zuschauersegregation.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Biographie

2. Der Symbolische Interaktionismus

3. Die Selbstdarstellung

4. Orte und Ortsbestimmtes Verhalten

4.1. Die Vorderbühne

4.2. Die Hinterbühne

4.3. Außenregion und Zuschauersegregation

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die zentralen Konzepte der Selbstdarstellung von Erving Goffman, insbesondere aus seinem Werk "The Presentation of Self in Everyday Life", unter soziologischen Gesichtspunkten zu beleuchten. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse des Verhaltens von Individuen als Darsteller auf verschiedenen sozialen Bühnen, wobei das universitäre Umfeld als praktisches Anwendungsbeispiel dient.

  • Biografische Einordnung des Soziologen Erving Goffman
  • Grundlagen des symbolischen Interaktionismus nach der Chicago School
  • Mechanismen der theatralen Selbstdarstellung und Rollengestaltung
  • Räumliche Differenzierung in Vorderbühne, Hinterbühne und Außenregion
  • Dynamiken der Zuschauersegregation im sozialen Alltag

Auszug aus dem Buch

4.2. Die Hinterbühne

Die Hinterbühne ist „der zu einer Vorstellung gehörige Ort, an dem der durch die Darstellung hervorgerufene Eindruck bewußt und selbstverständlich widerlegt wird.“ (Goffman, S. 104) Goffman meint damit, daß die Darstellung der Person auf der Hinterbühne bewußt gegensätzlich zum Verhalten auf der Vorderbühne ist. Der Dozent benimmt sich demzufolge in seinem eigenen Büro oder wenn er allein ist anders, als wenn er seine Vorstellung vor Studenten hat. Eine Eindrucksmanipulation, also die unterschiedliche Rollen-Präsentation, wird besonders deutlich, wenn der Darsteller von der Hinterbühne auf die Vorderbühne oder umgekehrt tritt, denn dann wird die eine Rolle abgelegt und die andere aufgenommen (vergl. Goffman, S. 112), Hat sich ein Student in einem Moment vor dem Kurssaal noch laut und auffällig benommen, benimmt er sich nach dem durchschreiten der Tür und in Gegenwart des Dozenten total gegensätzlich.

Auf der Hinterbühne werden nach Goffman die Grundlagen einer Vorstellung entwickelt. Zudem können dort die Bühnenrequisiten, weitere Fassaden und sogar andere Charaktere aufbewahrt, versteckt und entwickelt werden. Alles was privat und nicht für die Vorstellung gedacht ist, ist auf der Hinterbühne. Die „unsichtbare“ Arbeit wird dort verrichtet. Zur Vorstellung gehört dann ebenfalls das Ensemble, welches dort proben, trainieren und ausgetauscht werden kann. Der Darsteller kann sich auf der Hinterbühne entspannen und seine Rolle "fallen" lassen, so können seine Geheimnisse sichtbar werden. (vergl. Goffman, S. 104-5) Deswegen muß auch unbedingt darauf geachtet werden, daß kein Außenstehender auf die Hinterbühne gelangt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in Goffmans dramaturgisches Modell der Selbstdarstellung und Definition des Untersuchungsgegenstandes.

1. Biographie: Kurzer Abriss des akademischen Werdegangs und Lebenslaufes von Erving Goffman.

2. Der Symbolische Interaktionismus: Erläuterung des interpretativen Paradigmas und der Bedeutung von face-to-face Interaktionen für die soziale Ordnung.

3. Die Selbstdarstellung: Begriffsklärung zentraler Theatralik-Elemente wie Rolle, Ensemble, Fassade und Ausdrucksmanipulation.

4. Orte und Ortsbestimmtes Verhalten: Untersuchung der räumlichen Begrenzungen von Interaktionsregionen.

4.1. Die Vorderbühne: Analyse der normgeleiteten Repräsentation und des öffentlichen Verhaltens in sozialen Institutionen.

4.2. Die Hinterbühne: Beschreibung des privaten Rückzugsraums zur Vorbereitung der Vorstellung und zum Ablegen der Rolle.

4.3. Außenregion und Zuschauersegregation: Definition der Rolle von Außenseitern und der räumlich-zeitlichen Trennung verschiedener Zuschauergruppen.

5. Fazit: Kritische Würdigung von Goffmans Theorie im Hinblick auf ihre Idealtypizität und Anwendbarkeit.

Schlüsselwörter

Erving Goffman, Symbolischer Interaktionismus, Selbstdarstellung, Dramaturgie, Vorderbühne, Hinterbühne, Außenregion, Zuschauersegregation, Soziale Rolle, Ausdrucksmanipulation, Face-to-face Interaktion, Ensemble, Soziologie, Alltagshandeln, Eindrucksmanagement

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Erving Goffmans dramaturgisches Modell der sozialen Interaktion, in dem menschliches Verhalten mit einer Theateraufführung verglichen wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Selbstdarstellung, die Bedeutung von Rollen, das Zusammenspiel von Ensemblemitgliedern und die räumliche Aufteilung in Vorder- und Hinterbühnen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Erläuterung, wie Individuen ihre soziale Präsentation durch verschiedene Mittel und Orte steuern, illustriert am Beispiel des Universitätsalltags.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse des soziologischen Konzepts des symbolischen Interaktionismus von Goffman.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Selbstdarstellung und eine detaillierte Betrachtung des Konzepts der "Orte und ortsbestimmten Verhaltens".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Selbstdarstellung, Interaktionismus, Vorderbühne, Hinterbühne und Dramaturgie.

Wie unterscheidet Goffman zwischen Vorder- und Hinterbühne im universitären Kontext?

Die Vorderbühne ist etwa der Hörsaal während der Vorlesung, wo die Rolle des Dozenten performt wird; die Hinterbühne ist das private Büro, wo der Dozent die Rolle ablegt und sich entspannt.

Warum ist die Zuschauersegregation für einen Darsteller wichtig?

Sie verhindert, dass ein Darsteller vor verschiedenen Publikumsgruppen gleichzeitig agieren muss, was seine Autorität untergraben oder Inkonsistenzen in seiner Rollendarstellung aufdecken könnte.

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Details

Title
Erving Goffmann und die Darstellung auf Bühnen
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Soziologie)
Course
Theorien der allgemeinen Soziologie
Grade
gut
Author
Wolfgang Bürkle (Author)
Publication Year
2002
Pages
12
Catalog Number
V11128
ISBN (eBook)
9783638173759
ISBN (Book)
9783638757416
Language
German
Tags
Erving Goffmann Darstellung Bühnen Theorien Soziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wolfgang Bürkle (Author), 2002, Erving Goffmann und die Darstellung auf Bühnen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11128
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