Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Political Systems - Germany

Vereinigung zweier Bewegungen: Der Zusammenschluss von Grünen und Bündnis 90

Title: Vereinigung zweier Bewegungen: Der Zusammenschluss von Grünen und Bündnis 90

Term Paper , 2000 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Florian Burkhardt (Author)

Politics - Political Systems - Germany
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Acht Jahre waren die Grünen im Bundestag vertreten, als sie 1990 mit 4,8% das Feld räumen mussten. Die Ost-Grünen und das Bündnis 90 hingegen schafften mit 6,1% den Einzug.
Bei der Bundestagswahl 1994 gelang es den West-Grünen nach vierjähriger Abwesenheit in den Bundestag zurückzukehren. Zwischenzeitlich hatten sich das Programm und die Strukturen deutlich verändert: Es fand ein Zusammenschluss dreier zuvor selbständiger Parteien statt: Die 1980 gegründeten West-Grünen, die 1989 entstandene Grüne Partei der DDR sowie das 1990 als politische Vereinigung im Sinne des Parteiengesetzes gegründete Bündnis 90 vereinigten sich zu „Bündnis 90/Die Grünen“.
Schon die West-Grünen bestanden aus verschiedenen Strömungen, denen verschiedene Ideologien zugrunde lagen. Aber in der neuen Partei, Bündnis 90/Die Grünen, trafen Gruppierungen aufeinander, „die unter völlig unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Systembedingungen entstanden waren.“ Im folgenden sollen die Probleme einer Vereinigung zweier unabhängig voneinander entstandenen Bewegungen mit unterschiedlichen Systemerfahrungen dargestellt werden.
Der Vereinigungsprozess verzahnt zwei Entwicklungen: die Herausbildung und Artikulation postmaterieller Werte durch die Grünen und die Entstehung der Demokratie und Menschenrechtsbewegung in der DDR. Konnte die „neue“ Partei beide Entwicklungen verinnerlichen und konnte sie die jeweiligen Schwerpunkte - sozialökologisches Profil der Grünen, Demokratisierungsforderungen des Bündnis 90 - auf einen Nenner bringen? Ist der Zusammenschluss verantwortlich für eine Veränderung der Partei in Richtung politischer Mitte?
Zuerst sollen die Entwicklungen und Strömungen der beiden Bewegungen getrennt dargestellt werden, gefolgt vom Vereinigungsprozess und schließlich der Rolle und dem Profil der neuen Partei im Parteiensystem der BRD.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Grünen in der Bundesrepublik Deutschland

2.1 Von der Bewegung zur Partei

2.2 Innerparteiliche Strömungen und Ideologien

3. Bürgerbewegungen in der DDR

3.1 Begriff und Selbstverständnis der Bürgerbewegungen

3.2 Zwischen Partei und Bewegung: Das „Bündnis 90“

4. Die Vereinigung der Grünen mit dem Bündnis 90

5. Bündnis 90/Die Grünen im Parteiensystem der BRD

6. Abschließende Bemerkung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Vereinigungsprozess der westdeutschen Grünen mit der ostdeutschen Bürgerrechtsbewegung „Bündnis 90“. Dabei wird analysiert, wie zwei unabhängig voneinander entstandene politische Kräfte mit konträren Systemerfahrungen und ideologischen Prägungen in einer neuen Partei zusammengeführt wurden und welche Auswirkungen dies auf die programmatische Ausrichtung und das Profil der neuen Partei im Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland hatte.

  • Historische Entwicklung der Grünen als Bewegungspartei im Westen
  • Selbstverständnis und Rolle der Bürgerbewegungen in der DDR
  • Herausforderungen und weltanschauliche Konflikte des Zusammenschlusses
  • Programmatische Transformation und Tendenz zur politischen Mitte
  • Integration in das parlamentarische System und Regierungsverantwortung

Auszug aus dem Buch

Die Vereinigung der Grünen mit dem Bündnis 90

Große Teile der Grünen Partei im Osten traten direkt nach der Bundestagswahl unspektakulär den Westgrünen bei. Um 1994 den Einzug in den Bundestag wieder schaffen zu können, war eine Vereinigung mit dem Bündnis 90 unumgänglich. Im folgenden sollen weniger der formale Prozess als vielmehr die weltanschaulichen Voraussetzungen und Probleme dieses Zusammenschlusses untersucht werden.

Die politische Sozialisation erfolgte bei beiden Bewegungen unter völlig konträren Systembedingungen. Die persönlichen Erfahrungshorizonte basierten bei den Grünen auf den neuen sozialen Bewegungen und dem studentischen Protest der sechziger Jahre, die Bürgerrechtsbewegung war als Widerstandsbewegung gegen das SED-Regime durch die osteuropäische Dissidenz- und Demokratiebewegung geprägt. So hatten die Grünen mehrheitlich ein linkes (wenn auch nur teilweise ein sozialistisches) Selbstverständnis. Viele ostdeutsche Bürgerrechtler dagegen lehnten nach den Erfahrungen mit der SED-Diktatur eine Einteilung in das Rechts-Links-Schema ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Ausgangslage nach der Bundestagswahl 1990 und der Problemstellung hinsichtlich des Zusammenschlusses zweier politisch heterogener Bewegungen.

2. Die Grünen in der Bundesrepublik Deutschland: Analyse der Entstehung der Grünen aus neuen sozialen Bewegungen und ihrer innerparteilichen ideologischen Strömungen.

3. Bürgerbewegungen in der DDR: Untersuchung des Selbstverständnisses der ostdeutschen Bürgerrechtler und ihrer Transformation von der Bewegung hin zum Bündnis 90.

4. Die Vereinigung der Grünen mit dem Bündnis 90: Analyse der weltanschaulichen Differenzen und Schnittmengen sowie der Aspekte des Assoziationsvertrages zwischen den beiden Partnern.

5. Bündnis 90/Die Grünen im Parteiensystem der BRD: Darstellung der Etablierung der Partei, ihres Wandels zur Regierungspartei und der daraus resultierenden programmatischen Anpassungen.

6. Abschließende Bemerkung: Fazit zur Rolle des Zusammenschlusses bei der politischen Richtungsänderung der Grünen zur Mitte.

Schlüsselwörter

Bündnis 90/Die Grünen, DDR-Bürgerbewegungen, Vereinigungsprozess, neue soziale Bewegungen, Realpolitik, Parteiensystem, politische Transformation, SED-Regime, Programmatik, Demokratisierung, West-Grüne, Politische Mitte, Regierungsbeteiligung, Ideologie, politische Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Fusion der westdeutschen Partei „Die Grünen“ mit der ostdeutschen Bürgerrechtsbewegung „Bündnis 90“ nach der deutschen Wiedervereinigung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der ideologischen Herkunft beider Gruppen, den Herausforderungen des Zusammengehens aufgrund unterschiedlicher politischer Sozialisation und der daraus folgenden programmatischen Entwicklung.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?

Es wird untersucht, ob der Zusammenschluss maßgeblich für die politische Neuorientierung der Partei in Richtung der politischen Mitte verantwortlich war und wie die jeweiligen Schwerpunkte integriert wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer politikwissenschaftlichen Analyse, die historische Entwicklungen, programmatische Dokumente (wie den Assoziationsvertrag) und fachwissenschaftliche Literatur vergleichend auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert getrennt die Entwicklung der westdeutschen Grünen und der DDR-Bürgerbewegungen, geht detailliert auf den Vereinigungsprozess ein und erörtert die Rolle der neuen Partei im deutschen Parteiensystem.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind neben „Bündnis 90/Die Grünen“ vor allem „politische Transformation“, „Regierungspartei“, „Systemerfahrung“ sowie das Spannungsfeld zwischen „Fundamentalismus“ und „Realpolitik“.

Wie unterschieden sich die Politikansätze von Grünen und Bündnis 90 vor der Vereinigung?

Während die westlichen Grünen stark durch linke Ideologien und soziale Protestbewegungen geprägt waren, lehnten die ostdeutschen Bürgerrechtler klassische Rechts-Links-Schemata ab und setzten auf ein konsensorientiertes, ethisch motiviertes Politikverständnis.

Welchen Einfluss hatte die Regierungsverantwortung auf das Profil der Partei?

Die Regierungsbeteiligungen zwangen die Partei zur Professionalisierung, was zu einer sukzessiven Abkehr von systemkritischen Positionen hin zu reformpolitischen Ansätzen führte, um als Regierungspartei handlungsfähig zu bleiben.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Vereinigung zweier Bewegungen: Der Zusammenschluss von Grünen und Bündnis 90
College
University of Constance  (Department of Politics and Management)
Grade
1,0
Author
Florian Burkhardt (Author)
Publication Year
2000
Pages
18
Catalog Number
V11163
ISBN (eBook)
9783638173964
Language
German
Tags
Vereinigung Bewegungen Zusammenschluss Grünen Bündnis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Burkhardt (Author), 2000, Vereinigung zweier Bewegungen: Der Zusammenschluss von Grünen und Bündnis 90, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11163
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint