Das Thema des Jugoslawienkonfliktes ist noch nicht abgeschlossen und hat durch die neuesten Entwicklungen weitere Kapitel hinzugewonnen. Der geplante Eu-Beitritt Sloweniens sowie die in Aussicht-Stellung von Aufnahmeverhandlungen zur EU für Kroatien haben gewisse Prozesse in der weiteren Bearbeitung dieses Krieges beschleunigt. Kroatien hat nur auf Druck der EU einen der bekanntesten kroatischen Kriegsverbrecher (M. Babić) mit Hilfe von Interpol und den spanischen Behörden gestellt, um einen Schritt weiter in Richtung des EU-Beitrittes zu gehen.
Hinzu kommen der Selbstmord des Kriegsverbrechers und „serbischen Kroatenführers“ Milan Babić und der plötzliche Tod des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milošević. Die letzten zwei Ereignisse bringen gerade das eigens für die Ahndung der Kriegsverbrechen geschaffene Uno-Kriegsverbrechertribunal und damit die Uno als Global Governance Akteur schlechthin unter Druck. Im weiteren erhielt dieses Thema durch die Klage Bosnien-Herzegowinas vor dem Gerichtshof in Den Haag gegen Serbien-Montenegro am 27.02.2006 weiteren Zündstoff .
Anhand dieser eminenten Faktoren lassen sich mehrere Fragestellungen für diese Arbeit zu Grunde legen:
- Inwiefern hat Global Governance im Jugoslawienkonflikt eine Rolle gespielt?
- In welchen Formen hat sich Global Governance gezeigt?
- Waren die angewendeten Global Governance Maßnahmen erfolgreich?
- Welche Rückschlüsse auf die Veränderung im Global Governance Konzept lassen sich durch den Jugoslawienkrieg feststellen?
Die zuvor genannten Fragestellungen sollen in dieser Hausarbeit bearbeitet und beantwortet werden. Zunächst wird eine Diskussion über die verschiedenen Begriffe der internationalen Beziehungen und die verschiedenen Versionen des Global Governance Begriffes auf ihre Verwendbarkeit geprüft werden. Daran anschließend wird das Handeln mehrerer Staaten im Zusammenhang des Jugoslawienkonfliktes analysiert.
Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung
3. Grundannahmen der Global Governance Forschung
3.1. Der Global Governance Begriff
3.2. Was bedeutet Global Governance?
4. Multilateralismus als Form des globalen Handelns
5. Der Jugoslawienkonflikt Ablauf der Geschehnisse
5.1. Vor dem Konflikt
5.2. Der Beginn des Konfliktes
6. Global Governance im Jugoslawienkonflikt – Chronik des internationalen Handelns
6.1. Vom Beginn bis zum Vance – Owen – Plan
6.2. Vom Vance – Owen – Plan bis Dayton
6.3. Von Dayton zum Kosovo
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Studienarbeit untersucht die Rolle und Wirksamkeit von Global Governance im Kontext des Jugoslawienkonflikts. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, inwiefern internationale Akteure und Maßnahmen das Geschehen beeinflusst haben, ob diese erfolgreich waren und welche Rückschlüsse sich für die konzeptionelle Weiterentwicklung von Global Governance ziehen lassen.
- Analyse der Grundannahmen der Global Governance Forschung
- Untersuchung des Multilateralismus als Instrument internationalen Handelns
- Chronologische Aufarbeitung des Jugoslawienkonflikts und der internationalen Reaktionen
- Bewertung des Einflusses von UN, EU und NATO
- Kritische Reflexion der völkerrechtlichen Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
3. Grundannahmen der Global Governance Forschung
Es lassen sich zur Zeit einige Global - Governance - Ansätze ausmachen jedoch gibt es in der wissenschaftlichen Diskussion wenig Einigkeit über einen einzelnen Ansatz, der das gesamte Thema begrifflich fassen und alle Faktoren in Einklang bringen könnte.
Die zwei klassischen Sichtweisen internationaler Beziehungen und damit auch der Sichtweisen der internationalen Beziehungen zu Beginn des Global Governance sind der sog. „Realismus“ und der sog. „klassische Liberalismus“.
Der Liberalismus geht von der grundlegenden These aus, dass die Menschheit im Grunde gut sei, eine allgemeine internationale Interdependenz unter den einzelnen Staaten vorherrsche und somit eine positive Weiterentwicklung der internationalen Beziehungen gewährleistet sei. Der Realismus hingegen geht von einer diametral entgegengesetzten Grundannahme aus. Jeder Mensch, und damit auch jeder Staat als Repräsentant einer bestimmten Anzahl von Menschen, sei selbst- und machtsüchtig. Aus dieser Annahme resultierend seien Staaten auf sich alleine gestellt und müssten in den anarchischen Verhältnissen der internationalen Beziehungen nach dem geringsten Risiko suchen.
Zusammenfassung der Kapitel
2. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Jugoslawienkonflikts ein und formuliert die zentralen Fragestellungen hinsichtlich der Rolle und Wirksamkeit von Global Governance.
3. Grundannahmen der Global Governance Forschung: Es werden theoretische Grundlagen beleuchtet und verschiedene Ansätze diskutiert, um das komplexe Phänomen Global Governance zu erfassen.
3.1. Der Global Governance Begriff: Dieser Abschnitt widmet sich der begrifflichen Abgrenzung zwischen „Government“ und „Governance“.
3.2. Was bedeutet Global Governance?: Es erfolgt eine Definition des Arbeitsbegriffs Global Governance unter Einbeziehung verschiedener staatlicher und nicht-staatlicher Akteure.
4. Multilateralismus als Form des globalen Handelns: Dieses Kapitel analysiert den Übergang von unilateralem oder bilateralem Handeln hin zu multilateralen Interventionen in den internationalen Beziehungen.
5. Der Jugoslawienkonflikt Ablauf der Geschehnisse: Ein historischer Abriss der Ereignisse, der die Hintergründe und Eskalationsfaktoren des Konflikts beleuchtet.
5.1. Vor dem Konflikt: Fokus auf die historischen Mythen und die jugoslawische Verfassung von 1974 als Auslöser für Spannungen.
5.2. Der Beginn des Konfliktes: Beschreibung der ersten Unabhängigkeitsbestrebungen und der militärischen Reaktion der Jugoslawischen Volksarmee.
6. Global Governance im Jugoslawienkonflikt – Chronik des internationalen Handelns: Detaillierte Darstellung der internationalen diplomatischen und militärischen Bemühungen im Verlauf des Krieges.
6.1. Vom Beginn bis zum Vance – Owen – Plan: Analyse der internationalen Reaktionen und Vermittlungsversuche zu Beginn der 1990er Jahre.
6.2. Vom Vance – Owen – Plan bis Dayton: Untersuchung der verschiedenen Friedensverhandlungen und der Rolle internationaler Akteure bis hin zum Dayton-Abkommen.
6.3. Von Dayton zum Kosovo: Betrachtung der Entwicklungen nach Dayton und die Eskalation im Kosovo-Konflikt.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des internationalen Handelns und Beantwortung der einleitend gestellten Forschungsfragen.
Schlüsselwörter
Global Governance, Jugoslawienkonflikt, Multilateralismus, UN, EU, NATO, Interdependenz, Völkerrecht, Souveränität, Konfliktmanagement, Friedenssicherung, NGO, Transformation, Staatlichkeit, Selbstbestimmungsrecht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Zusammenspiel und die Wirksamkeit verschiedener internationaler Akteure und Mechanismen, zusammengefasst unter dem Begriff Global Governance, bei der Bearbeitung des Jugoslawienkonflikts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen von Global Governance, die Bedeutung des Multilateralismus, die Chronologie des Jugoslawienkonflikts sowie die völkerrechtlichen Herausforderungen bei internationalen Interventionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Rolle von Global Governance im Jugoslawienkonflikt zu bestimmen, die Erfolge und Misserfolge internationaler Maßnahmen zu bewerten und Rückschlüsse für die Weiterentwicklung des Konzepts zu ziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer chronologischen Fallstudienuntersuchung, bei der politische Ereignisse vor dem Hintergrund theoretischer Global-Governance-Konzepte analysiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Definition von Global Governance und Multilateralismus sowie einen empirischen Teil, der die Entwicklung des Jugoslawienkonflikts und die chronologische Abfolge der internationalen diplomatischen und militärischen Reaktionen darstellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Global Governance, Jugoslawienkonflikt, Multilateralismus, Interdependenz sowie Völkerrecht und Souveränität charakterisiert.
Wie bewertet der Autor die Rolle der UNO im Jugoslawienkonflikt?
Der Autor konstatiert eine gewisse Handlungsunfähigkeit und Langsamkeit der internationalen Gemeinschaft, wobei die UNO zwar intervenierte, jedoch häufig durch Rivalitäten im Sicherheitsrat und unklare Mandate in ihrer Wirksamkeit eingeschränkt war.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit zum Dayton-Abkommen?
Das Dayton-Abkommen von 1995 wird als ein signifikanter Erfolg der US-amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik bewertet, der den Konflikt durch massiven Druck zur Verhandlungslösung führte.
- Citation du texte
- M.A. Magister Artium Sebastian Popovic (Auteur), 2006, Global Governance im Jugoslawienkonflikt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111669