Das Thema des Nahostkonfliktes ist noch nicht abgeschlossen und hat durch die neuesten Entwicklungen weitere Kapitel hinzugewonnen. Die Liste der Ereignisse, die ihre regionale politische Bedeutung verloren und auf die weltpolitische Ebene gehoben wurden, haben, v. A. auch durch die Globalisierung der multimedialen Informationsmöglichkeiten (Internet, Handy etc.), in den letzten Jahren („Karikaturenstreit“, 2005; „Papst-Rede“, 2006; „Libanonkrieg“, 2006) stark zugenommen. Seit dem Beginn der sog. „zweiten Intifada“ und spätestens seit dem 11.09.2001 sind einige kleinere politische Probleme zu Facetten des sog. „Clash of Civilisations“ hochstilisiert worden. In den vergangenen sechs Jahren ist der Nahe und der Mittlere Osten zu einem Trümmerfeld der Kriege und der damit zusammenhängenden aggressiven Polarisierungen politischer Mächte geworden (Bush Administration: „Achse des Bösen“; Ahmadinedschad: „Holocaustleugnung“ etc.), die seit jeher ihre machtpolitischen Ziele auch auf Grundlage ihrer spezifischen Religion begründen (Christen, Juden und Muslime). In dieser Weltregion waren politische Auseinandersetzungen schon immer religiös geprägt oder die monotheistischen Weltreligionen, gleich welcher theologischen Auslegung, wurden als politisches Instrumentarium missbraucht (Kreuzzüge, Rückeroberung Jerusalems durch Salah ad-Din; „Dschihad“; Israel in den Grenzen zu König Davids Zeiten etc.).
Inhaltsverzeichnis
1. Gliederung:
2. Einleitung
3. Grundannahmen der Global Governance Forschung
4. Multilateralismus als Form des globalen Handelns
5. Der Nahostkonflikt und seine historische Genese
6. Global Governance im Nahostkonflikt – Chronik des internationalen Handeln - von Oslo bis heute
6.1. Von der 1. Intifada bis Oslo II
6.2. Von Oslo II bis zur 2. Intifada
6.3. Von der 2. Intifada bis heute
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle und Wirksamkeit von Global Governance im Kontext des Nahostkonflikts unter Berücksichtigung der historischen Genese sowie aktueller politischer Entwicklungen seit der ersten Intifada bis heute.
- Analyse der Global Governance Ansätze und ihrer Anwendbarkeit auf den Nahostkonflikt
- Untersuchung von Multilateralismus als Handlungsform internationaler Akteure
- Historische Einordnung des Nahostkonflikts und dessen geopolitische Dimensionen
- Bewertung der Wirksamkeit bisheriger internationaler Friedensbemühungen
- Diskussion der Radikalisierung und Fragmentierung politischer Strukturen in der Region
Auszug aus dem Buch
2. Einleitung
Das Thema des Nahostkonfliktes ist noch nicht abgeschlossen und hat durch die neuesten Entwicklungen weitere Kapitel hinzugewonnen. Die Liste der Ereignisse, die ihre regionale politische Bedeutung verloren und auf die weltpolitische Ebene gehoben wurden, haben, v. A. auch durch die Globalisierung der multimedialen Informationsmöglichkeiten (Internet, Handy etc.), in den letzten Jahren („Karikaturenstreit“, 2005; „Papst-Rede“, 2006; „Libanonkrieg“, 2006) stark zugenommen. Seit dem Beginn der sog. „zweiten Intifada“ und spätestens seit dem 11.09.2001 sind einige kleinere politische Probleme zu Facetten des sog. „Clash of Civilisations“1 hochstilisiert worden. In den vergangenen sechs Jahren ist der Nahe und der Mittlere Osten zu einem Trümmerfeld der Kriege und der damit zusammenhängenden aggressiven Polarisierungen politischer Mächte geworden (Bush Administration: „Achse des Bösen“; Ahmadinedschad: „Holocaustleugnung“ etc.), die seit jeher ihre machtpolitischen Ziele auch auf Grundlage ihrer spezifischen Religion begründen (Christen, Juden und Muslime).
In dieser Weltregion waren politische Auseinandersetzungen schon immer religiös geprägt oder die monotheistischen Weltreligionen, gleich welcher theologischen Auslegung, wurden als politisches Instrumentarium missbraucht (Kreuzzüge, Rückeroberung Jerusalems durch Salah ad-Din; „Dschihad“; Israel in den Grenzen zu König Davids Zeiten etc.). So ist es häufig extrem schwierig politische Aussagen oder die dahinter stehenden Forderungen zu verstehen ohne ein Mindestmaß an religiösem Grundwissen in die realpolitische Bewertung mit einzubeziehen. Die Trennschärfe zwischen Religion und Politik verschwimmt in keiner Region so stark wie im Nahen und Mittleren Osten.
Zusammenfassung der Kapitel
2. Einleitung: Beschreibt die zunehmende Verflechtung von religiösen und politischen Faktoren im Nahen Osten und definiert die Forschungsfragen der Arbeit.
3. Grundannahmen der Global Governance Forschung: Erläutert die theoretischen Ansätze des Realismus und Liberalismus sowie die Notwendigkeit neuer Konzepte für eine komplexer werdende Welt.
4. Multilateralismus als Form des globalen Handelns: Analysiert den Wandel hin zu multilateralen Interventionen und die Bedeutung geteilter Prinzipien in einer multizentrischen Weltordnung.
5. Der Nahostkonflikt und seine historische Genese: Bietet einen historischen Überblick über den Kernkonflikt und die Rolle internationaler Mächte bei dessen Entstehung und Eskalation.
6. Global Governance im Nahostkonflikt – Chronik des internationalen Handeln - von Oslo bis heute: Detaillierte Betrachtung der Friedensbemühungen und Konfliktverläufe, unterteilt in die Zeiträume von der ersten Intifada bis zur Gegenwart.
6.1. Von der 1. Intifada bis Oslo II: Untersucht den Beginn der ersten Intifada, den Madrider Friedensprozess und die Unterzeichnung des Oslo-Abkommens.
6.2. Von Oslo II bis zur 2. Intifada: Analysiert die Phase nach Oslo II, die Ermordung Rabins und den Zusammenbruch des Friedensprozesses unter Netanjahu und Barak.
6.3. Von der 2. Intifada bis heute: Beleuchtet die Ereignisse seit dem Jahr 2000, einschließlich des Aufstiegs radikaler Gruppen und des innenpolitischen Patts in den Autonomiegebieten.
7. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle von Global Governance im Nahostkonflikt kritisch.
Schlüsselwörter
Global Governance, Nahostkonflikt, Multilateralismus, Friedensprozess, Intifada, Palästina, Israel, Religion und Politik, Internationale Beziehungen, Vereinte Nationen, NGO, Friedensverhandlungen, Geopolitik, Sicherheitsrat, Transformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Global Governance Konzepte auf den Nahostkonflikt angewendet werden können und inwieweit diese zur Lösung oder zum Verständnis des Konflikts beitragen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der theoretische Rahmen von Global Governance, die historische Entwicklung des Nahostkonflikts, internationale Interventionsformen und der Einfluss religiöser Faktoren auf politische Prozesse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Rolle von Global Governance im Nahostkonflikt zu bestimmen, die Erfolge und Misserfolge internationaler Maßnahmen zu bewerten und Rückschlüsse auf das Konzept Global Governance zu ziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine analytische Aufarbeitung der historischen Genese, die Diskussion internationaler Politiktheorien und eine deskriptive Auswertung von Ereignisverläufen anhand von Primärquellen und Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen, den Wandel vom Unilateralismus zum Multilateralismus und bietet eine chronologische Aufarbeitung des Nahostkonflikts von Oslo bis in die Gegenwart.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind Global Governance, Nahostkonflikt, Multilateralismus, Friedensprozess, Autonomiegebiete und regionale Fragmentierung.
Warum spielt Religion im Nahostkonflikt eine so zentrale Rolle?
Der Autor argumentiert, dass Religion im Nahen Osten oft als politisches Instrumentarium missbraucht wird und eine klare Trennung zwischen religiösen und politischen Zielen aufgrund historischer Prägungen extrem schwierig ist.
Wie bewertet der Autor den Erfolg der internationalen Friedensbemühungen?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Global Governance zwar ein beständiger Teil des Konflikts ist, jedoch bisher nur wenig erfolgreich darin war, die grundlegenden Probleme nachhaltig zu lösen.
Welchen Einfluss hat die "Fragmentierung" auf den Nahostkonflikt?
Die Fragmentierung, etwa durch den Zerfall von Staatengebilden oder das Erstarken radikaler Gruppierungen, führt laut Autor zu einer Radikalisierung der politischen Kultur, die eine konsensuale Lösung erheblich erschwert.
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- M.A. Magister Artium Sebastian Popovic (Author), 2006, Global Governance im Nahost–Konflikt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111670