Kalkulation und Analyse in der Tabellenkalkulation


Forschungsarbeit, 2008

48 Seiten, Note: good


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Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Fehleranalyse
2.1. Abriss des zu lösenden Problembereichs
2.2. Beschreibung der Applikation FaultCell.
2.3. Beschreibung der Applikation Tree

3. Sensitivitätsanalyse
3.1. Beschreibung der Applikation Balance Sensitivity
3.1.1. Parametrisierungsdiagramm

4. Simulation
4.1. Kurzbeschreibung der Applikation Simulations
4.1.1. Sensitivitätsanalyse
4.1.2. Simulationsverfahren

5. Optimierung einer Angebotskalkulation
5.1. Die Applikation DyeTender Optimizer
5.1.1. Sensitivitätsanalyse und Einlesen der Kalkulation
5.1.2. Arbeit im Datenblatt DMRoz
5.1.3. Optimierung der Kalkulation
5.1.4. Das Blatt Anzahlungen.

6. Optimierung
6.1. Genetischer Algorithmus
6.2. Beschreibung der Applikation Genop

7. Preisangebote und Claim Management
7.1. Ein erläuterndes Zahlenbeispiel
7.2. Vorbereitende Schritte
7.3. Sensitivitätsanalyse (Empfindlichkeitsanalyse des Angebotes)
7.4. Vorbereitung zur Optimierung der Angebotskalkulation
7.5. Angebot aufstellen
7.6. Zusammenfassung

8. Resümee

Literatur

1. Vorwort

Die Problematik der Modellierung technisch-ökonomischer Aufgaben ist ein bereits seit einer Reihe von Jahrzehnten aktuelles Thema. Mit dem Einzug der Computertechnik hat sich der Umgang mit Modellen sehr vereinfacht und ist zu einer Selbstverständlichkeit in nahezu allen Bereichen menschlicher Tätigkeit geworden.

Ein geschaffenes Modell erfasst das Verhalten eines konkreten Systems, einer konkreten Tätigkeit, eines konkreten Elements usw. Der Zweck besteht darin, ein Instrument zu erlangen, mit dem die Entscheidungsschritte verfolgt und analysiert werden können, die nachfolgend in einem praktischen Fall realisiert werden. Bei der Lösung verschiedener Aufgaben werden die Ziele abgesteckt, die erreicht werden sollen, und es werden solche Entscheidungsschritte gesucht, mit deren Hilfe diese Ziele erreicht werden. Neben den hauptsächlichen Zielen wird gewöhnlich eine Reihe von Bedingungen für weitere Parameter des Projektes markiert, die man minimieren bzw. maximieren oder auf einem bestimmten Niveau bzw. in vorgegebenen Grenzen halten will. Bei einer solchen Formulierung der Aufgabenstellung sprechen wir bereits über die Suche nach einer Lösung, die die gestellten Bedingungen und abgesteckten Ziele am besten erfüllt. Es handelt sich folglich um eine Optimierungsaufgabe. Ein einfaches Beispiel kann die Errichtung und Betreibung eines Mietshauses sein, wobei das Hauptziel ist, es zu bauen und dann die Wohnräume zu vermieten. Der zu maximierende Parameter wird die Gewinnrate des Projekts sein.

Für eine effektive Steuerung von Projekten bzw. beliebigen anderen Prozessen ist es unerlässlich, solche Maßnahmen zu treffen, bei denen man mit einer gewissen Sicherheit die Auswirkung auf die Ergebnisse der Lösung vorhersehen kann. Im modernen Trend und Konkurrenzdruck genügt es nicht, eine solche Entscheidung nur nach eigener Intuition zu treffen, sondern es ist notwendig, von einer Reihe von Analysen und Untersuchungen auszugehen.

Für die Beobachtung der Auswirkung von Entscheidungsschritten dient am besten ein Modell, das das Verhalten der realen Prozesse in Abhängigkeit von den Änderungen verschiedener Parameter erfasst. Bei der Arbeit mit einem so konstruierten Modell lässt sich bereits mit verschiedenen Methoden eine Reihe von Informationen gewinnen, die nicht nur die Reaktion des Modells auf einen gegebenen Impuls aufzeigen, sondern auch konkrete Verfahren empfehlen, die der Anwender des Modells unter den gegebenen Bedingungen beschreiten sollte.

Für die verschiedenen Entscheidungsphasen dienen für die gleiche Aufgabe verschiedene Modelltypen. Die Verschiedenheit besteht vor allem in den Ansprüchen, die einerseits der Anwender an die Resultate stellt, und die auch umgekehrt an den Anwender gestellt werden. In der ersten Phase, wenn entschieden wird, ob das gegebene Projekt weiter betrieben wird, ist es nicht zweckmäßig, eine detaillierte Bearbeitung vorzunehmen, die Zeit und Geld kosten würde, sondern globale Informationen zu gewinnen, die mitteilen, ob es Sinn hat, sich mit dieser Problemstellung weiter zu befassen. Mit fortschreitender Durcharbeitung werden im Folgenden immer ausführlichere Informationen verwendet, bis zum Schluss ein komplettes Modell erstellt wird.

Mitarbeiter verschiedener Leitungsebenen befassen sich nur mit der Ausführlichkeitsstufe der Informationsausgabe am Modell, die in ihre Kompetenz fällt, wobei mit der jeweils höheren Leitungsstufe die Ausführlichkeit der Informationen schrittweise abnimmt.

Das geschaffene Modell sollte dynamisch und operativ sein, sonst ist seine Anwendung gering. Im Verlauf der Realisierung kommt es zu Reihen von Änderungen, die das Modell widerspiegeln und präzisieren muss.

Eine Reihe von Aufgaben wiederholt sich oft oder wird auf die gleiche Weise gelöst und es können daher universelle Modelle verwendet werden, die sich durch die Einstellung der Parameter dem konkreten zu lösenden Problem anpassen.

Technisch-ökonomische Modelle sind durch eine Reihe von Specifika gekennzeichnet, die bedeutenden Einfluss auf die Art und Weise der Suche nach der optimalen Lösung haben. Als erstes solches Spezifikum kann die große Eingabeanzahl des gleichen Datentyps genannt werden, als da sind verschiedene Budgets u.dgl. Eine weitere Eigenart ökonomischer Berechnungen sind z.B. im Unterschied zu technischen Berechnungen geringere Ansprüche an die Genauigkeit der Berechnung. Viele ökonomische Aufgaben gehen nicht von exakten Daten aus, sondern nur von Prognosen und Schätzungen. Hier kommen die Risiken und Unsicherheiten zum Tragen, die durch stochastische Parameter beschrieben werden. Nicht zuletzt können diese Modelle Diskontinuitäten und lokale Extreme aufweisen, die die Suche nach der optimalen Lösung erschweren.

Die Risiken und Unsicherheiten, die mit ökonomischen Modellen verknüpft sind, bringen das Problem mit sich, auf welche Weise die Eingabedaten des Modells einzugeben sind. Sofern nur ein gewisser Mittelwert verwendet wird, erhält man ein Ergebnis, das allerdings sehr verzerrt sein und oft nicht der wirklichen Situation entsprechen wird. Durch die Eingabe von Parametern in Form des Verhaltens je nach dem Auftreten der gegebenen Wahrscheinlichkeitsverteilung erhält man mittels Simulation eine Gruppe von Ergebniswerten, die weiter verarbeitet werden muss. Nach der statistischen Auswertung gewinnt man im Unterschied zu dem einen Ursprungswert eine Reihe weiterer Informationen. Es kommt dann darauf an, das Risiko, das man einzugehen bereit ist, zu wählen und danach bei der Suche der Lösung vorzugehen, die mit einem bestimmten Wahrscheinlichkeitsmaß ermittelt wird.

Die Optimierung großer Datenvolumina ist im Falle nichtlinearer Abhängigkeiten ein großes Problem. Oft ist es notwendig, die Aufgabe in bestimmte Zweige aufzuteilen, die sich unabhängig verhalten, und die Optimierung nach den einzelnen Stufen des Abhängigkeitsbaums durchzuführen. In Fällen, wo kein Nachdruck auf hohe Genauigkeit gelegt wird, muss man bei der Vereinfachung der Vergabe auf den Ausschluss grober Fehler achten, welche die Ergebnisse unangemessen verfälschen.

Auch auf den ersten Blick nicht allzu umfangreiche Berechnungen können infolge von Diskontinuitäten und lokalen Extremen für eine Reihe von Optimierungsverfahren einen unlösbaren Fall verursachen. Die ungeeignete Wahl des Optimierungsverfahrens wird auch durch eine leistungsfähige Computertechnik nicht kompensiert, wenn die Zeiten für die Lösung unproportional lang sind und das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem lokalen Extrem endet.

2. Fehleranalyse

Der erste Schritt, der bei der Arbeit mit Modellen unerlässlich ist, ist die Fehleranalyse. Das Ziel besteht darin, potenzielle formelle Fehler auszuschließen, die bei der Eingabe der parametrischen Daten ins Modell entstanden sind. Damit ist nicht die Genauigkeit und Qualität der Quelle der eingegebenen Daten gemeint. Diese lässt sich im Allgemeinen nicht bearbeiten. Es handelt sich vielmehr darum, die Stellen ausfindig zu machen, wo es ungültige oder nicht eingegebene Werte gibt, beziehungsweise die hierarchische Struktur der zusammenhängenden Daten zu verfolgen. Diese Fehler treten vor allem in umfangreichen tabellarischen Berechnungen auf, wo eine visuelle Kontrolle bereits faktisch unmöglich ist. Zur Lösung dieser Problematik wurden die Applikation FaultCell, die auf das Auffinden potenzieller Fehler in Tabellenkalkulationen ausgerichtet ist, und die Applikation Tree, welche die Frage der hierarchischen Datenstufe löst, entwickelt. Beide Applikationen werden in [2] und [13] vorgeführt.

2.1. Abriss des zu lösenden Problembereichs

Die Applikation FaultCell ist zur Kontrolle von Tabellenkalkulationen vom Gesichtspunkt der richtigen Ausfüllung der Zellen der Tabelle bestimmt, die ein System von Berechnungen der gegebenen Tabellenkalkulation bilden. Das Prinzip besteht im Auffinden verdächtiger Zellen, die einen falschen Wert enthalten könnten. Als „verdächtige“ Zelle können Texte, die direkt in die Berechnung eingeordnet sind, Nullwerte und leere Zellen angesehen werden. Der Ursprung dieser Fehler entsteht am häufigsten in einer Situation, wenn im Moment der Eingabe einer Gruppe von Daten eines bestimmten Typs (Summierungen u.dgl.) nicht alle Werte zur Verfügung stehen (wenn z.B. mit der späteren Ausfüllung gerechnet wird). Der Finalwert wird ausgerechnet, aber das Ergebnis ist falsch und optisch ist nicht zu erkennen, dass die Abweichung das Ergebnis einer falsch ausgefüllten Zelle ist. Die optische Kontrolle ist praktisch in größeren Tabellen nicht lösbar.

Ein konkretes Beispiel kann eine Analyse der Wirtschaftsführung eines Unternehmens sein, wo man die Quartalsergebnisse der Wirtschaftsführung verfolgt. Es kann sein, dass in einem Quartal die Werte für einen Monat nicht ausgefüllt wurden. Aus der Gesamtsicht ist allerdings ein Abfall des Ergebnisses der Wirtschaftsführung im betreffenden Quartal ersichtlich, es ist aber nicht ersichtlich, ob es sich nicht um einen Fehler oder doch um den tatsächlichen Sachverhalt handelt. Die Feststellung des Grundes für die Abweichung bedeutet oft, Hunderte von Zellen zurückzuverfolgen, was eine Reihe von Erschwernissen mit sich bringt.

Ein anderes Beispiel kann eine Angebotskalkulation oder ein Steuerbeleg sein, wo die einzelnen Posten eine Summierung in teilweisen Zwischenergebnissen enthalten können.

Ein Musterbeispiel, wie schwierig auch bei einer relativ einfachen Applikation die Ermittlung eines eingeschleppten Fehlers ist, zeigen Tabelle 1 und Tabelle 2.

Die Applikation löst dieses Problem durch eine automatische Prüfung aller Zellen, welche die betreffende Rechenkette bilden, und durch die Prüfung des Inhalts der Zellen. Sie stellt verdächtige Zellen fest, die sie farblich markiert, und stellt ein selbständiges Register zusammen (Heft/Blatt), in dem die verdächtigen Zellen mit ihrer Lokalisierung, der Bezeichnung und dem fehlerhaften Inhalt angeführt werden.

Ein weiterer Bereich, den die Applikation behandelt, ist die Kontrolle der Schreibung von Zahlenkonstanten. Sofern in Formeln Zahlenkonstanten gebraucht werden, ist es ratsam, sie in einem vorher bestimmten Bereich von Zellen zu bewahren und sie nicht direkt in den Text der Berechnungsformeln selbst zu schreiben. Dieses Verfahren ist bei einer eventuellen Korrektur oder Änderung der Konstante von Vorteil. Vielfach geht eine Konstante in mehrere Formeln ein, und ihre Korrektur würde die Umschreibung aller Formeln bedeuten, in denen sie enthalten ist. Bestenfalls handelt es sich nur um eine arbeitsaufwendige Angelegenheit ohne weitere Folgen. In einer Situation, wo es irrtümlich infolge der Unübersichtlichkeit oder des Außerachtlassens von Stellen des Auftretens einer Konstante zur Entstehung eines unerwünschten Fehlers kommt, der die ganze Berechnung wertlos machen kann.

Die Applikation FaultCell kontrolliert, ob alle Konstanten außerhalb der Formel selbst abgelegt sind, und wenn nicht, markiert sie die Zelle, die eine Formel mit einer Konstante enthält, farbig und trägt sie ins Register ein, siehe Tabelle 3.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3. Liste verdächtiger Zellen

2.2. Beschreibung der Applikation FaultCell

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Die eigentliche Applikation wird in eine selbständige Datei des Programms Excel implementiert. Die Anwendung für Tabellenkalkulationen wird bei paralleler Öffnung der Applikation und des Hefts /der Hefte mit den Berechnungen mit Hilfe einer Tastenleiste realisiert, die nach Öffnung der Datei FaulCell.xls erscheint (beim Start müssen Makros aktiviert werden).

- Die Fehleranalyse für die gewählte Berechnungsstruktur wird so aufgerufen, dass zuerst der Zellenkursor auf die Zelle gesetzt wird, in der der Finalwert der Berechnungen gespeichert ist, die überprüft werden sollen.
- [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Schließlich läuft durch Anklicken der Taste Search die eigentliche Applikation an.

Der Finalwert wird rot markiert, und es kommt zum schrittweisen Durchsuchen des Berechnungsraums, der den Baum der Rechenoperationen zur Bildung des Finalwerts bildet. Nach Auffinden der Primärdaten, also der Konstanten am Ende der einzelnen Zweige des Baums wird der Inhalt der Zellen geprüft, ob er nicht fehlerhaft ist. Sofern der Inhalt einer Zelle als verdächtig erscheint, wird die Zelle gelb markiert.

Im Register (Applikationsblatt) - siehe Tabelle 3 - wird die Liste der „verdächtigen“ Zellen erstellt. In der Liste wird als erster der Finalwert angegeben, zu dem „verdächtige“ Werte gesucht wurden, und darunter werden die eventuell gefundenen fehlerhaften Zellen angezeigt.

Die Position Count: drückt die Anzahl der fehlerhaften Werte aus.

Die Bezeichnungen für gefundene fehlerhafte Zellen werden aus dem in der Zeile der betreffenden Zelle nächststehenden plus den nächststehenden Text in der betreffenden Spalte gebildet. Sofern einer dieser Texte nicht zur Verfügung steht, wird er durch eine Zahl ersetzt, die die Nummer der Zeile bzw. der Spalte ausdrückt. In der Zelle C1 im Blatt Register ist der Wert gespeichert, der die Mindestlänge des Textes ausdrückt, der als Bezeichnung betrachtet wird. So bedeutet z.B. die Zahl 4, dass Texte aus drei und weniger Buchstaben nicht für die Bildung der Bezeichnung für eine Zelle in Betracht kommen. Diese Vorkehrung verhindert fehlerhafte Benennungen wie z.B. im Falle von Budgets, wo hinter der Positionsbezeichnung die Mengeneinheit angeführt sein kann und damit nicht die tatsächliche Bezeichnung der Position in Betracht gezogen würde, sondern ein bereits früher gefundener Text, der die Bezeichnung der Mengeneinheit beinhaltet, was die Orientierung des Benutzers verschlechtern würde.

Parallel mit der Suche verdächtiger Zellen werden die Zellen, die eine Zahlenkonstante innerhalb der geschriebenen Formel enthalten, blau markiert. Eine Liste dieser Werte wird auf dem Blatt Register2 gespeichert.

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Durch Drücken der Taste Remove colours wird die Einfärbung der Zellen im aktuellen Blatt beseitigt.

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Mit der Taste About werden Informationen über die Applikation angezeigt.

Anmerkung:

Nach dem Start der Suche verdächtiger Zellen werden die alten Werte in den Blättern Register und Register2 gelöscht und dort die neu gefundenen Zellen eingeschrieben.

2.3. Beschreibung der Applikation Tree

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Eine weitere Kontrolle von Tabellenberechnungen ist die visuelle Überprüfung der Struktur vom Gesichtspunkt der Wertehierarchie. Jede Berechnung wird aus einzelnen Berechnungszweigen gebildet, die den Berechnungsbaum bilden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1. Schema eines Berechnungsbaums

Bestimmte Typen von Daten und Operationen treten gewöhnlich in einer Ebene des Berechnungsbaums auf, wie es die Abbildung 1 farblich darstellt.

Die Applikation Tree geht ähnlich wie die Applikation FaultCell die ganze Berechnungsstruktur des gewählten Finalwerts durch und markiert die einzelnen Stufen des Berechnungsbaums durch Einfärben der Zelle nach ihrer Stellung in der Hierarchie des Berechnungsbaums.

Der Start der Applikation erfolgt analog wie bei FaultCell. Man beginnt mit der Öffnung der Datei Tree.xls.

- Der Zellenkursor wird in die Zelle gesetzt, in der der Finalwert der Berechnungen eingetragen ist, für die die Hierarchie des Berechnungsbaums abgebildet werden soll.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 4. Beispiel der Schichtauflösung der Berechnung

Es ist auf den ersten Blick ersichtlich, welche Werte auf der gleichen Hierarchieebene liegen. Sofern einige Werte, von denen wir annehmen, dass sie in der gleichen Ebene liegen sollen, unter verschiedener farblicher Markierung erscheinen, ist dies für uns ein Signal, dass in der Tabelle nicht alles in Ordnung sein muss und es also zu einem Fehler bei ihrer Erstellung gekommen sein kann.

Die Fehleranalyse, wie sie weiter oben beschrieben wurde, findet die größte Anwendung in umfangreichen Tabellenkalkulationen, wo der Benutzer leicht die Übersicht verliert. Vielfach entstehen Fehler auch in solchen Fällen, wo der Benutzer zu früher bearbeiteten Tabellen zurückkehrt oder Berechnungen von einer anderen Person übernimmt und sich somit auf die Richtigkeit der Tabelle verlässt, die nie garantiert ist.

Selbstverständlich können die erwähnten Applikationen nicht alle möglichen potenziellen Mängel von Tabellenkalkulationen erfassen, aber sie bemühen sich, einen möglichst hohen Prozentsatz der potenziellen Probleme zu erfassen, die die Ausgaben aus dem Modell abwerten könnten.

3. Sensitivitätsanalyse

Die Berechnungen ökonomischer Modelle sind von einer ganzen Reihe von Parametern abhängig. Für die Benutzer ist die Information wichtig, welche der gegebenen Parameter auf das Ergebnis wesentlichen Einfluss haben und welch nicht. Diese Aufgliederung ermöglicht es, sich auf die bedeutsamen Punkte zu konzentrieren.

Die Beschäftigung nur mit Eckwerten oder mit bis zu einem bestimmten Grad empfindlichen Parametern hängt mit der Bestimmung des Genauigkeitsmaßes des Ergebnisses der Lösung der Aufgabe zusammen. Für unwesentliche Elemente können Lösungen in einem gröberen Raster gesucht werden oder sie können ohne Optimierung belassen werden. Auf diese Weise erzielt man eine wesentliche Erleichterung und eine Zeitverkürzung bei der Lösungssuche. Damit es allerdings nicht zu einer erheblichen Entstellung des Modells kommt, ist es notwendig, solche Parameter zu wählen, die keine große Bedeutung für eine Änderung der resultierenden Lösung der Aufgabe haben.

Zur Aufgliederung der Parameter nach ihrer Bedeutsamkeit dient die Sensitivitätsanalyse oder Parametrisierung, wobei man durch Verfolgung der Veränderung des Finalwertes der Berechnung bei der Veränderung eines Parameters in einem bestimmten Intervall das Maß des Einflusses des Parameters auf das Ergebnis feststellt. Man muss allerdings gut auf die Interaktion der Parameter untereinander Acht geben, weil diese aus einem auf den ersten Blick unbedeutenden Element ein Schlüsselelement machen kann.

3.1. Beschreibung der Applikation Balance Sensitivity

Das Programm Balance Sensitivity (enthalten in [2] und [13]) dient zur Ermittlung des Sensitivitätsmaßes parametrischer Größen für den verfolgten Wert und zur optischen Kotrolle der Tabellenverknüpfungen, ob bestimmte Daten nicht in tote Zweige gelangt sind. Die eigentliche Applikation stellt ein Modul dar, das in die Umgebung des Tabellenkalkulationsprogramms Excel implementiert ist, wo mit Hilfe einer Tastenleiste die eigentlichen Instrumente zur Unterstützung der Bestimmung der Empfindlichkeit der Berechnungen und Verknüpfungen in der konkreten Tabelle zugänglich sind.

Die Lösung dieser Problematik wird durch eine grafische und Textübersicht durchgeführt. Eine Farbenanalyse markiert die einzelnen Parameter farbig nach ihrer Einordnung in Empfindlichkeitskategorien, die vorher festgelegt worden sind. Zur Bestimmung des genauen Sensitivitätsgrads wird eine Werteliste mit Angabe des konkreten Empfindlichkeitswerts für jeden Parameter angelegt. Alle Primärwerte, die in die Berechnungen des beobachteten Finalwerts eingehen, erscheinen farbig, und es ist damit zu sehen, wohin die Berechnungszweige reichen und welche Werte beiseite (in blinden Zweigen) geblieben sind.

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Die eigentliche Applikation wird in eine eigenständige Datei des Programms Excel implementiert. Die Nutzung für Tabellenkalkulationen wird bei paralleler Öffnung der Applikation und des Heftes/der Hefte mit den Berechnungen mit Hilfe einer Tastenleiste realisiert, die nach Öffnung der Datei BalSens.xls erscheint (beim Start müssen Makros aktiviert werden).

- Die Sensitivitätsanalyse des Wertes, für den die Parameter und ihr Gewicht gesucht werden, wird so aufgerufen, dass zuerst der Zellenkursor auf die Zelle gesetzt wird, in der der Finalwert gespeichert ist.
- [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Die Applikation wird durch Anklicken der Taste Sensitivitätsanalyse gestartet.

Der Finalwert färbt sich rot, und es werden die Zellen durchsucht, die den Berechnungsbaum für den Finalwert bilden. Nach dem Finden der Primärdaten, also der Konstanten am Ende der einzelnen Zweige des Baums, färben sich die gefundenen Zellen hellgelb.

Im Dialog Sensitivitätsanalyse (Abb. 2) können die geforderten Werte der Parametrisierung gewählt werden. Im Feld Parameter: Parametrieren im Bereich +/- wird eine ganze Zahl im Bereich von 0 bis 100 gewählt, die für alle hellgelb gefärbten Parameter die Ober- und Untergrenze der Parametrisierung festlegt. Die Ober- und Untergrenze wird für jeden Parameter mit Hilfe des aktuellen Werts der gegebenen Zelle, zu dem der zugehörende Prozentsatz hinzugezählt bzw. abgezogen wird, berechnet. Der Wert der Parametrisierung kann auch mit Hilfe des zugehörigen Läufers eingestellt werden.

In den Feldern bei den grünen und blauen Rechtecken wird die Sensitivitätskategorie der einzelnen Parameter gewählt. Die Kategorien drücken die prozentuale Änderung des (roten) Finalwerts bei der Realisierung der Parametrisierung der einzelnen (hellgelben) Parameter aus. Der Parameter färbt sich in der Farbe der höchsten Kategorie, die bei der Parametrisierung des konkreten Parameters überschritten wird.

Die Änderung des beobachteten (roten) Werts lässt sich entweder bei der Abnahme, beim Zuwachs oder absolut kontrollieren, wobei der höhere Wert aus den vorhergehenden zwei Möglichkeiten in Betracht kommt.

Durch Anklicken der Taste Werte vorschlagen werden die Werte der Sensitivitätskategorien auf solche Art ausgefüllt, dass aus der letzten stattgefundenen Parametrisierung das größte und kleinste Einflussmaß genommen und daraus eine gleichmäßige Verteilung der Sensitivitätskategorien vorgeschlagen wird.

- Nach Einstellen der Werte im Dialog klicken Sie die Taste OK an.

Nun verfärben sich nach und nach die einzelnen (hellgelben) Parameter in die betreffende Farbe, die die Sensitivitätskategorie ausdrückt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Parameterverzeichnis ist mit seinem Sensitivitätsmaß im Blatt BalanceSensitivity (Blatt Applikation) angegeben, siehe Tabelle 5. Im Verzeichnis ist als erster der Finalwert angegeben, zu dem Parameter gefunden worden sind, mit Angabe des Prozentwerts, mit dem die einzelnen Parametrisierungen realisiert worden sind. Des Weiteren ist eine Aufzählung der Parameter mit Ortung, dem Sensitivitätsmaß, dem Namen und dem Wert angeführt, den sie enthalten.

Die Position Count: drückt die Anzahl der gefundenen fehlerhaften Werte aus.

Die Bezeichnungen für die gefundenen Zellen der Parameter werden aus dem nächstliegenden Text in der Zeile der betreffenden Zelle plus dem nächstliegenden

Abbildung 2. Dialogfenster Sensitivitätsanalyse

Text in der gegebenen Spalte gebildet. Sofern einer dieser Texte nicht zur Verfügung steht, wird er durch eine Ziffer ersetzt, die die Zeilen- bzw. Spaltennummer darstellt. In der Zelle C1 im Blatt BalanceSensitivity ist der Wert gespeichert, der die Mindestlänge des Textes darstellt, der als Bezeichnung betrachtet wird. Zum Beispiel bedeutet die Ziffer 4, dass Texte aus drei und weniger Buchstaben für die Bildung der Bezeichnung für die Zelle nicht in Betracht kommen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 5. Verzeichnis der Parameter

Durch Anklicken der Taste Sort erfolgt die Anordnung der Parameter nach dem Sensitivitätsmaß vom empfindlichsten bis zum am wenigsten empfindlichen.

3.1.1. Parametrisierungsdiagramm

Die Verläufe der Abhängigkeiten, die bei der Sensitivitätsanalyse berechnet worden sind, kann man in einem Übersichtsdiagramm (siehe Abbildung) ansehen, wo weitere Modifizierungen vorgenommen werden können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Details

Titel
Kalkulation und Analyse in der Tabellenkalkulation
Note
good
Autoren
Jahr
2008
Seiten
48
Katalognummer
V111701
ISBN (Buch)
9783640126194
Dateigröße
850 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kalkulation, Analyse, Tabellenkalkulation
Arbeit zitieren
Vaclav Beran (Autor)Daniel Macek (Autor), 2008, Kalkulation und Analyse in der Tabellenkalkulation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111701

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